Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens

von Roman Ehrlich 
3,5 Sterne bei2 Bewertungen
Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens
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Wer gerne etwas abseits vom Mainstream liest und geduldig ist mit seiner Lektüre, sollte es hiermit unbedingt mal versuchen!

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kein stringenter roman, eher eine patchworkdecke aus verschiedenen geschichtenschnipseln.

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Inhaltsangabe zu "Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens"

Ein Roman über die Angst als das Lebensgefühl unserer Zeit. Sie treffen sich Woche für Woche in einer Kneipe und erzählen sich ihre schlimmsten Ängste. Es ist ein außergewöhnliches Projekt, zu dem Christoph sie alle eingeladen hat. Er ist Regisseur und sie sind Schauspieler, Bühnenbildner, Cutter oder einfach nur Freunde. Sie haben Angst vor der Dunkelheit und der Liebe, vor Einsamkeit und Kriechtieren, vor dem Wahnsinn und vor vertauschten Krankenakten. Aus ihren Geschichten soll das Drehbuch für den Horrorfilm Das schreckliche Grauen entstehen. Nach Monaten der Vorbereitung beginnen schließlich die Dreharbeiten und ihnen wird klar, dass Christophs Ideen viel radikaler sind, als sie bisher dachten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783100025319
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:640 Seiten
Verlag:S. FISCHER
Erscheinungsdatum:16.03.2017

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    katzenminzes avatar
    katzenminzevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wer gerne etwas abseits vom Mainstream liest und geduldig ist mit seiner Lektüre, sollte es hiermit unbedingt mal versuchen!
    Etwas Besonderes im Belletristikeinerlei

    Ein alter Studienfreund von Moritz meldet sich nach längerer Funkstille bei ihm, um ihn als Statisten zu seinem Horrorfilmprojekt einzuladen. Moritz, der frisch getrennt ist und in einem uninteressanten Job feststeckt ist sofort begeistert. Zum einen davon in einem Film mitzuspielen, zum anderen von der Vorstellung, sich selbst auf der Leinwand beim sterben zuzusehen. Doch was schwebt Christoph genau vor?

    Total gefesselt haben mich in der ersten Hälfte des Buches die Berichte der Teilnehmer des Filmprojekts. Sie sollen über ihre größte Angst sprechen. Hier kommen die verschiedensten Geschichten zutage. Es war super, wie abwechslungsreich und detailverliebt die Leute ihre Ängste beschreiben. Dabei sind es eher unterschwellig verstörende Begebenheiten aus deren Leben, als klassische Horrorgeschichten oder die verbreitete Angst vor Spinnen. Von diesen Berichten hätte ich noch dutzende lesen können. In der zweiten Hälfte kommen diese sogenannten Angstsitzungen mit zwei, drei weiteren tollen Geschichten nochmal kurz auf, leider konzentriert sich Ehrlich hier mehr auf die skurrile Umsetzung des Filmprojektes.

    Das Ehrlich toll schreiben kann, merkt man vor allem an eben diesen Geschichten der Projektteilnehmer. Ich war jedes mal komplett eingenommen davon. Zur „Vorbereitung“ auf den eigenen Film schauen sich die Teilnehmer auch einige Horrorfilme an. Ehrlich mixt hier reale Filmklassiker wie „Stand der Dinge“ und selbst erdachte Filme, die nochmal sein erzählerisches Talent zeigen. „My rotten roommates and my rottel self“ sollte beispielsweise dringend einmal umgesetzt werden! Aus den Ideen mit denen Ehrlich hier quasi um sich wirft hätten andere Autoren gleich fünf Romane machen können.

    Hauptcharakter und Erzähler Moritz ist eine interessante Figur. Einerseits ist er sehr reflektiert, andererseits ist er vom Filmprojekt über Gebühr eingenommen. Er vernachlässigt Sozialleben und Job, bleibt aber in der Filmprojektgruppe nur ein Außenseiter, der keinen richtigen Anschluss findet oder finden will. Behandelt Möchtegernregisseur und Unsympath Christoph jemanden schlecht, geht das Moritz sehr wohl gegen den Strich. Aber als klassischer Mitläufer traut er sich nicht, öffentlich Kritik an Christopher zu üben.

    Insgesamt wirkt der Roman sehr Bedeutungsschwanger. Gerade in der zweiten Hälfte passiert einiges, was Moritz und damit dem Leser unklar bleibt. Viele Szenen wirken bedeutungsschwanger, aber was sie bedeuten muss man selbst herausfinden. Teilweise ist das stimmungsvoll, teilweise ist das frustrierend. Auf jeden Fall bleibt viel Freiraum für eigene Interpretationen.

    Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens ist definitiv kein Krimi oder Thriller. Also bitte nicht mit den falschen Vorstellungen lesen! Es ist ein moderner, klasse geschriebener Roman, der hier und da für leichte Gänsehaut sorgt. Seine Langsamkeit, seine zwielichtige Stimmung und teilweise rätselhaften Szenen machen den Roman zu etwas Besonderem im Belletristikeinerlei. Wer gerne etwas abseits vom Mainstream liest und geduldig ist mit seiner Lektüre, sollte es hiermit unbedingt mal versuchen!

    Kommentare: 1
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    ju_theTrues avatar
    ju_theTruevor einem Jahr
    Kurzmeinung: kein stringenter roman, eher eine patchworkdecke aus verschiedenen geschichtenschnipseln.
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    Pressestimmen

    Roman Ehrlich hat einen zeitkritischen Roman geschrieben, der den aktuellen nervös ängstlichen Zeitgeist ebenso genau wie lakonisch einfängt.

    Ein Roman, der an die Substanz geht […] Grandios fügt Ehrlich die verschiedenen Erzählebenen zusammen

    Zwischen erfundenem und wahrem Schrecken dringt Roman Ehrlich mit seinem großartig klugen Roman in die Angstzonen des Daseins vor.

    Ein skurriles Portrait unserer Zeit.

    In klarer Sprache erzählt Roman Ehrlich eine Geschichte wie aus einem Schlingensief-Film. Experiment gelungen!

    Doch was wie Eskapismus zweiter Ordnung aussieht, ist hochpolitisch und aktuell und weiß um die wahren Schrecken unserer Gegenwart.

    ein melancholisches und stilistisch erstaunlich souveränes Buch, das weiß, dass unsere Alltagswelt ein simulierter Zustand der Sicherheiten ist, ein Netz über gähnenden Abgründen.

    Unsere Gegenwart, zur Kenntlichkeit entstellt: Roman Ehrlichs großer und kluger Roman […] der auf frappierende und beglückende Weise aus der Gegenwartsliteratur herausragt.

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