Roman Frister Die Mütze oder Der Preis des Lebens

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Inhaltsangabe zu „Die Mütze oder Der Preis des Lebens“ von Roman Frister

Der Geschmack des Brotes, der Liebe und der Freiheit. "Wenn ich nicht fähig bin, die ganze Wahrheit zu schreiben, muß ich meinen Computer abstellen." Was Roman Frister, Schriftsteller und Journalist in Israel, hier vorlegt, ist so etwas wie eine literarische Selbstentblößung. Der Held seines autobiographischen Buches, zunächst der jüdische Junge aus gutem Hause im Polen der Kriegszeit, dann der junge Mann, der im Nachkriegspolen endlich im guten Leben ankommen will, schließlich der berühmte Journalist in Israel, geht "durch 77 Höllen, um zu erfahren, wie man überlebt". Er ist kein Heiliger, und die Gesetze der "Zeit des Lichts" sind außer Kraft gesetzt. Auch im Ghetto und im Lager gelten Freundschaft und Menschlichkeit nichts, wenn der Strudel alle in den Abgrund zu reißen droht. Mit schonungsloser Offenheit erzählt Frister seine Geschichte: die eines Lebenshungrigen, Liebhabers und Bohemiens, der sich sein Leben nicht mehr aus der Hand nehmen läßt.

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  • Rezension zu "Die Mütze oder Der Preis des Lebens" von Roman Frister

    Die Mütze oder Der Preis des Lebens
    violine

    violine

    12. March 2010 um 12:05

    Mit unglaublicher Entrücktheit, sachlich als handele es sich um eine Ware, beschreibt Roman Frister sein Leben mehr sein Überleben in einem Konzentrationslager! Er nimmt Schuld auf sich ohne schuldig zu sei,.

  • Rezension zu "Die Mütze oder Der Preis des Lebens" von Roman Frister

    Die Mütze oder Der Preis des Lebens
    wernher

    wernher

    06. May 2009 um 15:48

    Roman Frister: Die Mütze oder der Preis des Lebens Wenn über den Holocaust noch ein Buch gefehlt hat, ist es sicher „Die Mütze oder der Preis des Lebens.“ Was Fristers Roman von allen anderen unterscheidet, ist die Tatsache, dass es sich nicht mit der Beschreibung physischer Leiden begnügt, sondern gleichzeitig eine „brutalstmögliche“ Lebensbeichte darstellt, die nicht mit dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus endet, sondern bis in die Gegenwart reicht. Schonungslos und mit bemerkenswerter Offenheit erzählt er von seiner persönlichen Schuld im Laufe seines Lebens, beichtet er einer entsetzten Leserschaft alle seine Untaten. Seine Geschichten entlarven ihn als Verräter, Betrüger, Erpresser und – das ist der erschütternde Tiefpunkt seiner Beichte – als skrupellosen Mittäter: Ein homosexueller Jude mit einer Sonderstellung vergewaltigt regelmäßig nachts jüngere Mithäftlinge und schickt sie in den sicheren Tod, indem er ihnen ihre Mütze wegnimmt. Denn ein Häftling, der beim Morgenappell ohne Mütze erscheint, wird sofort erschossen. Auf diese hinterhältige Weise bleibt sein Tun unentdeckt, gibt es keine Ankläger. Als auch Frister Opfer dieses Schweins wird, stiehlt er einem Mithäftling die Mütze und schickt diesen in den sicheren Tod, um sein Leben zu retten. Frister kommentiert sein Verhalten so: "Was nützen Heldenmut und endlose Opferbereitschaft, wenn sie zu nichts führen, was hilft ein reines Gewissen, wenn man tot ist?" Das klingt abgebrüht und skrupellos; aber darf man einen Halbwüchsigen dafür verurteilen, dass sein Überlebenswille größer war als unser moralisches Empfinden, zumal dieser in frühester Jugend mitbekommen hat, wie Juden ihre Glaubensbrüder denunziert haben, um sich zu bereichern oder sonst einen Vorteil zu verschaffen? Frister bestätigt einmal mehr: „Erst kommt das Fressen und dann die Moral“ oder „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“. Totalitäre, menschenverachtende Systeme provozieren Denunziantentum und Unmenschlichkeit, sie fügen Menschen physische Leiden zu, bis hin zur Vernichtung, und – das ist ein ebenso großes Verbrechen – sie töten die Seele und damit jedes moralische Empfinden. Dass dies das weitere Leben beeinflusst, zeigt Frister ebenso eindrucksvoll. Fazit: „Die Mütze oder der Preis des Lebens“ ist ein eindrucksvolles Buch, das man gelesen haben sollte, auch wenn es für unser Empfinden eine Zumutung ist. Man mag die Taten an sich verurteilen, den Menschen, der sie begangen hat, indes nicht. Frister schafft sich mit seiner Offenheit keineswegs Freunde. Er gießt Öl ins Feuer und Wasser auf die Mühlen derer, denen die Überlebenden des Holocausts in Israel absolut nicht willkommen waren, weil in Israel viele der Ansicht sind, dass nur die schlechtesten Elemente überlebt haben, die Guten wurden alle ermordet. Sein Geständnis passt nicht zum Mythos vom braven Opferlamm, das sich einfach zur Schlachtbank führen ließ oder zum Mythos vom furchtlosen Helden, der es den Nazis gezeigt hat. Roman Frister ist in einer Zeit moralischer Verwerfungen unter die Räder eines unmenschlichen Systems geraten und hat diese Tortur überlebt; er hat dafür einen hohen Preis bezahlt. Auch wenn die Taten zu verurteilen sind, vor dem Menschen Roman Frister, seinem Mut und seiner Offenheit habe ich allergrößte Achtung.

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  • Rezension zu "Die Mütze oder Der Preis des Lebens" von Roman Frister

    Die Mütze oder Der Preis des Lebens
    Jens65

    Jens65

    08. July 2008 um 20:23

    Dieses Buch ist ein schonungsloser Bericht über das Überleben in einer grausamen Zeit. Die Dinge, die Menschen anderen Menschen antun können, sind in aller Offenheit dargestellt, auch die, die der Autor selbst begangen hat - über die man aber mit heutigen Maßstäben nicht richten kann. Das Buch ist tief beeindruckend, oft erschütternd, machmal wirkt es ob all der Unwahrscheinlichkeiten, die dem Autor während der Stationen seines Lebens widerfahren sind, fast schon unglaubwürdig. Trotzdem ist es fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Kein Buch zum Nebenherlesen, sondern eines, das seine Leser bis zum Ende vollends in Beschlag nehmen wird. Seinen Titel hat der Roman von einer Begebenheit, in der der Autor selbst zwischen Überleben und Solidarität entscheiden mußte: Seine Häftlingsmütze war eines Nachts verschwunden. Wer ohne Mütze beim Morgenappell antrat, wurde erschossen. Die einzige Möglichkeit zum Überleben war, die Mütze eines anderen Häftlings zu stehlen und somit das eigene Leben durch den Tod eines anderen zu retten. Man kann die Gefühle, die beim Lesen hochkommen schwer beschreiben, doch es sind Gefühle von Trauer, Liebe, Verständnis und Erstaunen über den Holocaust und das Leben davor und danach, ohne aber, dass sich diese Lebensgeschichte mit anderen Biographien von Überlebenden vergleichen lässt. Sehr empfehlenswert!

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