Roman Marchel

 2.8 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Kickboxen mit Lu, Wir waren da: Erzählungen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Roman Marchel

Roman Marchel wurde 1974 in Graz geboren. Er studierte Literaturwissenschaft in Wien und Paris. Marchel veröffentlichte diverse Erzählungen und Gedichte in verschiedenen Zeitschriften. 2004 wurde ihm der Siemens-Literaturpreis und 2006 der Theodor-Körner-Förderungspreis verliehen. Im August 2011 erscheint sein erster Roman »Kickboxen mit Lu«. Heute lebt Roman Marchel in Wien.

Alle Bücher von Roman Marchel

Kickboxen mit Lu

Kickboxen mit Lu

 (9)
Erschienen am 23.08.2011
Wir waren da: Erzählungen

Wir waren da: Erzählungen

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Erschienen am 27.08.2013
Wir waren da

Wir waren da

 (0)
Erschienen am 01.08.2013

Neue Rezensionen zu Roman Marchel

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fireezs avatar

Rezension zu "Kickboxen mit Lu" von Roman Marchel

Rezension zu "Kickboxen mit Lu" von Roman Marchel
fireezvor 6 Jahren

In einem Satz:
Ohne auffällige Handlung, dafür mit äußerst ungewöhnlichem Schreibstil, ist dieses Buch große Geschmackssache und wird den Einen von den Socken hauen, den Anderen aber einschläfern.
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Inhalt:
Tulpe Valentin, eine gealterte Schriftstellerin, trifft auf die 16jährige Lu und beschließt mit ihr als Hauptakteurin ihren letzten Roman zu scheiben. Sie lässt Lu erzählen und hält Wort für Wort fest, was sie zu erzählen hat: Über das Leben an sich, über ihre beste Freundin, ihre Lehrer, ihren Ex. Erst nach und nach erfährt man auch ein wenig über Tulpe Valentin ...
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Meine Meinung:
Gerade habe ich die letzten Seiten von "Kickboxen mit Lu" gelesen und muss nun schnell meine Gedanken loswerden. Zu groß ist die Gefahr, dass der Inhalt mit jeder Stunde, die ich verstreichen lasse, immer mehr verblasst. Es ist bei weitem kein Buch, dass lange in Erinnerung bleiben wird - jedenfalls nicht in meiner. Es hat leider absolut nicht meinen Nerv getroffen, was jedoch nicht bei jedem so sein muss. Doch beginnen wir von vorne ...
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"Kickboxen mit Lu" ist mir vor Allem durch das tolle Cover und den innovativen Titel aufgefallen. Beide sagen im Grunde nichts aus, machen aber gerade dadurch neugierig - und passen auch genau deswegen perfekt zum Inhalt. Der wird fast durchgängig von Lu bestritten, die in eine nicht Enden wollenden Monolog aus ihrem Leben erzählt, nur selten unterbrochen von kurzen Szenenbeschreibungen. Sie unterhält sich mit Tulpe Valentin, einer stark gealterten Schriftstellerin, die ihr letztes Buch mit Lus geistigen Ergüssen füllen will. Dem Leser wird suggeriert, dass er genau dieses Buch gerade in den Händen hält: Ein Werk, in dem Tulpe die junge Lu einfach Wort für Wort wiedergibt.Später hat man aber einen Erzähler aus dem Off, der einzelne Momente der beiden Hauptcharaktere beschreibt oder gar Tulpe Valentin alleine auf ihr Zimmer begleitet. Das mag nicht so recht zu der eigentlichen Sichtweise passen.
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Stark gewöhnungsbedürftig fand ich auch den Schreibstil, was aber nicht etwa einem mangelndem Talent des Autors zuzurechnen ist, sondern eher dem Gegenteil. Er lässt Lu reden, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Mit allen Gedankensprüngen und Halbsätzen, die eine normale, nicht vorausgedachte Erzählweise nunmal hat. Die Aufgabe hat er gut gemeistert und ich konnte mir Lu gut plappernd vorstellen. Allerdings hat mich auch gerade das stellenweise unsagbar gelangweilt. Wenn mir eine Bekannte stundenlang Anekdoten von ihren ehemaligen Lehrern, Freunden oder Besuchen in der Bibliothek erzählen würde, zu denen ich keinerlei persönlichen Bezug habe, würde ich irgendwann versuchen mich aus dem Staub zu machen - hier ging das nicht. Da half nur alle paar Kapitel das Buch weglegen und eine Pause einlegen. Immer wieder fragte ich mich, warum mich das interessieren soll?!
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Etwas interessanter wude es dann im letzten Drittel, in dem man etwas mehr über Tulpe erfährt. Und das normal geschrieben und nicht in Lus Halbsatz-Plapperstil. Ich hoffte auf einen finalen Schlussgong, der für irgendein Aufrütteln, eine besondere Wendung oder Ähnliches sorgt. Leider blieb der aber aus und ich fragte mich nur, was das ganze nun eigentlich sollte.
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Vielleicht habe ich das Buch nicht verstanden. Es mag eine tiefe philosophische Ader haben, die an mir vorbeigerauscht ist. Wenn dem so ist und sie irgendwer erkannt hat, dann wäre ich für jede Aufklärung dankbar. So bleibt mir leider nur der Griff zu einer einsamen Krone aus Respek für den Autor, dass er sich getraut hat, einen Roman in einer so ungewöhnlichen Fassung zu schreiben. Leider konnte ich dem nicht viel abgewinnen, auch wenn ich dachte, dass ich mich einfach nur reinlesen muss. Wer auf wirklich ungewöhnliche Romane steht, mag mit diesem aber wahrscheinlich sehr gut beraten sein.

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traumwalds avatar

Rezension zu "Kickboxen mit Lu" von Roman Marchel

Rezension zu "Kickboxen mit Lu" von Roman Marchel
traumwaldvor 7 Jahren

Alles beginnt mit einer Lüge! Lu`s Eltern denken, dass ihre Tochter sich für zwei Wochen in einem Trainingscamp für Kickboxen befindet. Stattdessen hat sie sich für eine Auszeit in der Pension ´Zur schönen Gegenwart´ ein Zimmer gemietet. Auf einer Parkbank lernt die 16 jährige eine ältere Dame mit dem Namen Tulpe Valentin kennen. Tulpe ist Schriftstellerin und wartet auf das Ende ihrer Zeit. Für sie steht fest, dass nach ihrem achten Roman kein weiterer folgen wird. Ganz anders als Tulpe, fängt Lu zu reden an. Doch außer das Tulpe sich stets etwas in ihr Notizbuch schreibt, kommt kein lebendiges Gespräch zwischen den beiden zustande. Lu ist keineswegs irritiert; sie plaudert einfach weiter. Insgesamt ist Lu sehr sprunghaft mit dem was sie erzählt. Es ist, als würde sie reden ohne zu atmen! Es ist, als würde sie trotz des einseitigen Gespräches, immer mehr über Tulpe erfahren. Zum Beispiel über den verbitterten Gesichtsausdruck oder über die Tränen, wenn Lu mit ihren philosophischen Ausführungen den Nagel auf den Kopf getroffen hat.
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In dem Buch geht es um das Leben, um Heiterkeit und um Traurigkeit. Im Grunde ist das Leben ein andauernder Kampf. Es geht um das VERSTEHEN, um den SCHMERZ und um AKZEPTANZ. Jedenfalls interpretiere ich es so. Schwer zu lesen ist es nur wegen der jugendlichen Wortwahl. Zum Beispiel liest man häufig Worte wie: Das fährt ein… – wahrscheinlich eine Assoziation zum Kickboxen und ein Zeichen dafür, dass es sich trotz Lu`s Weitsichtigkeit nicht etwa um einen Erwachsenen handelt, sondern um ein erst 16 jähriges Mädchen. Um mit Lu warm zu werden, benötigt es an Ausdauer und Willenskraft. Es ist kein Buch, welches man in einem Atemzug durchliest.Trotz des Charmes, der Wahrheit über das Leben und den Wortwitz der in diesem Buch steckt, fehlte mir etwas. Etwas, was dieses Buch nicht zu dem gemacht hätte, was es ist. Immerzu dachte ich, dass die Vergangenheit der Schriftstellerin mit Sicherheit wesentlich interessanter zu lesen wäre und nicht zu monoton. Durchweg fehlte es an Dramatik! Ich wartete auf etwas Einschlagendes, nicht auf den AHA-Effekt, sondern auf etwas unvorhergesehenes.
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Fazit: Nur zu empfehlen, wer dem Kerngedanken jugendlicher Theorien auf die Schliche kommen möchte und eine Affinität zu außergewöhnlichen Büchern hat. Mir persönlich hat der Roman nicht zugesagt, weil ich mich – wie Lu im Leben – hartnäckig durchkämpfen musste.
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2 von 5 Sternen

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Rezension zu "Kickboxen mit Lu" von Roman Marchel

Rezension zu "Kickboxen mit Lu" von Roman Marchel
Sumpflichtvor 7 Jahren

„Vielleicht sind die Erwachsenen deshalb so, wegen dem Kaffee. Keine Ahnung. Was ist ein Erwachsener? Einer, der gelernt hat, so zu tun, als ob ihm Kaffee schmecken würd. Einer, der das so gut gelernt hat, dass ers selber glaubt.“
(S.14)

Erster Satz:
Geschichten habe ich aber keine für dich, also keine richtige.

Um was geht es?:
Eine Auszeit nehmen, das ist, was Lu in der Pension „zur Schönen Gegenwart“ machen möchte. Ihren Eltern erzählt sie, sie sei in einem Kickboxcamp, doch in Wahrheit möchte sie wieder Kraft tanken, ihr Alltagsleben für einen kleinen Augenblick hinter sich lassen und über die Vergangenheit und Zukunft nachdenken. Welche Pension hätte sie nicht besser treffen können wie die „zu Schönen Gegenwart“. In einem kleinen Dörfchen, mit einem gemütlichen Garten, wo es Pfaue zu bestaunen gibt.
Und genau in diesem Garten lernt Lu, Tulpe Valentin kennen.
Tulpe Valentin, eine gealterte Schriftstellerin hat die Pension „zur Schönen Gegenwart“ aufgesucht, um dort in Ruhe zu sterben.
Doch mit Lu´s Hilfe bietet sich ein ganz neues Angebot. Ein neuer Roman über das Leben eines jungen Mädchens.
Lu erzählt und nimmt uns mit in die verworrene Gedankenwelt eines jungen Menschen und Tulpe Valentin bekommt eine Geschichte, die einen berührt.

Meine Meinung:
Das Cover des Buches ist schlicht gehalten und das Erste, was auffällt, ist der Pfau. Pfaue spielen in dem Buch auch eine Rolle, zwar relativ unbedeutend, aber ich finde es gut, dass man mit dem Cover auch auf den Buchinhalt eingegangen ist.

Die Schreibweise von Roman Marchel war sehr ungewohnt und ich konnte mich auch bis zur letzten Seite nicht so recht damit anfreunden.
Die Sätze sind verworren, oft zusammenhangslos, wechseln von einem Komma zum Nächsten komplett das Thema um nach einer halben Seite wieder auf das vorher Besprochene zurückzukommen.
Dies passiert oft, da Sätze aus sehr vielen Kommata und noch mehr Punkten bestehen, was das Lesen nicht gerade vereinfacht.

Das Ganze, was eventuell als schöne Idee durchgehen sollte: - so zu schreiben wie Lu redet - nämlich „frei Schnauze“, hat sich für mich zu einem sehr anstrengenden Lesen entwickelt, wo man wirklich bei jedem Satz haargenau aufpassen muss, um nicht den Faden zu verlieren.
Darüber hinaus lenkt der Schreibstil für mich viel zu sehr von der wirklich guten Geschichte ab, die Lu uns und Tulpe Valentine zu erzählen hat.

Lu ist ein Charakter mit Macken, Höhen und Tiefen und keine glatt gebügelte Teenagerin, die wir oft in anderen Romanen begegnen.
Dies war dann auch letztendlich der Grund, warum ich das Buch nicht vorzeitig weggelegt habe. Ich wollte wissen, wie Lu´s Geschichte ausgeht. Das hat mich dann auch über den Schreibstil hinwegsehen lassen, der mir trotzdem manchmal den letzten Nerv geraubt hat.

Fazit:
Eine Geschichte, die unter die Haut geht. Leider lenkt der Schreibstil viel zu sehr vom Geschehen ab und man muss beim Lesen ungemein wachsam sein, um nicht den Faden zu verlieren. Denn es wird von einem Erlebnis ins Nächste gesprungen, teilweise auch mitten im Satz.
Dazu wird man noch mit Kommas und Punkten beworfen.
Wer aber ein Buch mit einer sehr charakterstarken Persönlichkeit und einer Geschichte, die einem zum Nachdenken anregt, lesen will und über den „verworrenen“ Schreibstil hinwegsehen kann, findet an dem Buch ganz bestimmt Gefallen.

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