Roman Maria Koidl WebAttack

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 4 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(3)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „WebAttack“ von Roman Maria Koidl

Der Staat schaut uns ins Gehirn!Vermutlich denken Sie: »Egal, ich habe nichts zu verbergen.« Doch digitale Spuren ermöglichen, Ihr ganz persönliches Verhalten vorherzusagen, wie den Wetterbericht. Einkäufe, Facebook, E-Mails: Wir füttern bereitwillig einen großen Hirnscanner, der künftig darüber entscheiden wird, ob man eine Versicherung, einen Kredit oder eine Wohnung bekommt. In »WebAttack« beschreibt Bestsellerautor Roman Maria Koidl, wie wir uns – als digital Naive – Staat und Großkonzernen ausliefern, die längst um das wirtschaftliche Monopol unserer Köpfe kämpfen. Eine Zukunft, die nicht uns selbst, sondern dem »System« gehört.

Wichtig!

— Buecherspiegel
Buecherspiegel

Stöbern in Sachbuch

Alles, was mein kleiner Sohn über die Welt wissen muss

Kurzweilige, aber amüsante Lektüre über das Leben mit einem Kleinkind - auf jeden Fall lesenswert.

miah

Das große k. u. k. Mehlspeisenbuch

Das Zauner ist eine Institution in Bad Ischl, hier gibt es die Rezepte der Leckereien, die man dort findet.

Sikal

Wut ist ein Geschenk

Tolles Buch

Pat82

Gehen, um zu bleiben

Eines dieser Bücher, die etwas bedeuten; so viel, dass man bereits während des Lesens weiß, dass sie alles verändern. Dich selbst.Das Leben.

IvyBooknerd

Kleine Hände – großer Profit

Hinter vielen Grabsteinen verbergen sich traurige Geschichten - nein, ich meine nicht die der Begrabenen, sondern der Kinderarbeiter.

Ann-KathrinSpeckmann

Heimatlos ist nicht gleich hoffnungslos: Sehnsucht einer jungen Frau 1944/2014

Lesestoff für die junge Generation.

annegretwinterberg

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Wichtig!

    WebAttack
    Buecherspiegel

    Buecherspiegel

    27. January 2014 um 21:25

    Web Attack, dieses Buch hat einen falschen Untertitel: Der Staat als Stalker? Das ist viel zu kurz gegriffen. Weltweit agierende Unternehmen als Stalker, das trifft es eher. Die Diskussionen der letzten Monate müsste es auch noch dem letzten Unbedarften klar gemacht haben: dass es egal ist, ob man einen PC oder ähnlich gelagertem Gerät besitzt, mit dem man ins Internet gelangen kann , dass der Staat, Krankenkassen, nachgeordnete Behörden, Banken, Versicherungen von uns allen genug Daten sammeln kann , dass in allen neuen technischen Geräten, sei es ein Rasierer, Kühlschrank oder Fernseher, Chips eingelagert sind, die wir unmöglich entfernen können, ohne das Gerät wieder kaputt machen zu können , dass all das uns gläserner macht, als es je eine Volkszählung machen konnte. Und dabei brauchen wir noch nicht einmal bei Facebook und Co zu agieren, Kreditkarten benutzen, Treuepunkte sammeln, oder unser Auto mit einem Navi den Weg finden lassen. Es macht uns angreifbar. Ein neues Navi? Und mein Nachbar wundert sich, dass er Werbung von Städten bekommt, die er auf seinem Weg gekreuzt hat und seine Ehefrau eine Probefahrt mit einem neuen Modell geschenkt bekommt. Wir haben neue Heizungsablesegeräte? Tja, da gab es doch gerade eine Firma, die eine andere geschluckt hat, nur um an noch mehr Daten zu kommen. Nun weiß eine Weltmacht, wann Sie nach Hause kommen, wie viel Sie heizen und bei welcher Temperatur. Wie, noch keine Werbung für kuschelweiche, extra warme Bettwäsche bekommen? Dieses Buch kann uns nur ansatzweise aufklären, was uns in der nächsten Zeit blüht. Der Autor, Roman Maria Koidl, Internetberater des ehemaligen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, Unternehmer und Publizist, warnt vermutlich vergeblich vor den Risiken von Internet und allen anderen elektronischen Finessen der Unternehmenswelt und der Staaten. Vielleicht wacht so mancher auf, sobald er direkt den Führerschein abgenommen bekommt, wenn er eine Autobahn verlassen hat, auf der er viel zu schnell gefahren ist. Wie das sein kann? Navi, Tacho, GPS, Sender direkt mit der Polizei verbunden, das war s. Kühlschrank leer? Tipps für den Speiseplan auf das Smartphone. Wir werden Kategorisiert, bekommen, weil wir bestimmte Farben mögen, bestimmtes Essen lieben, nur noch entsprechende Vorschläge in den Suchprogrammen. Mal etwas neues ausprobieren? Das wird schwierig, dann also doch in die Stadt, einen Spaziergang durch die Ladenketten machen, die dann hoffentlich noch in ausreichender Anzahl vorhanden sind, da ja jeder absolut alles im Internet bestellen kann und blitzschnell geliefert bekommt. Sie brauchen einen Kredit? Eine neue Wohnung? Eine bestimmte Versicherung? Dann hoffe ich für Sie, dass Ihre Daten stimmen. Spätestens dann wird es Ihnen nicht mehr egal sein, nichts verborgen zu haben. Und das schlimme ist, nur wer sich vollkommen abschottet, in den Wald geht, nur der entgeht den Datensammlern und deren Machenschaften. Das muss uns allen bewusst sein. Irgendwie gruselig das Ganze.

    Mehr
  • Erschütternd und wachrüttelnd zugleich

    WebAttack
    World_of_tears91

    World_of_tears91

    02. January 2014 um 15:27

    Ein “Lesen sie dieses Buch” Aufkleber auf dem Buchcover ist mittlerweile schon nichts Spektakuläres mehr. Da fragt man sich als potentieller Käufer schon, ob es dann jetzt ausgerechnet dieses Buch unter abertausenden anderen sein soll. Nur so viel sage ich besser gleich am Anfang: wer sich den Gefallen tut und ausnahmsweise auf die Werbebotschaft hört, dem stehen ein paar schweißtreibende Lesestunden bevor, aber der wird nach der Lektüre auch einiges klarer sehen. Ich hätte wirklich nicht damit gerechnet, dass mich dieses kleine schmale Büchlein so aufrütteln und fesseln kann. Ja mir ging es beim Lesen teils weitaus schlimmer als mit dem blutrünstigsten Horrorroman den ich je gelesen hatte, denn es gibt nichts Schlimmeres als die brutale Wahrheit über die digitale Realität. Diese bekommt der Leser vom erfahrenen Autor stückchenweise und verständlich erklärt vermittelt. Wussten Sie, dass es Chips in fast jedem erdenklichen Haushaltsgerät gibt, das “Nutzungsstatistiken” verschickt? Oder die anderen netten kleinen Dinger, die in den Bonuskarten der verschiedensten Händler in unseren Geldbörsen rumdümpeln und alles mögliche über unser Kaufverhalten wissen. Man bekommt hier einige unbequeme Wahrheiten direkt auf dem Silbertablett serviert – und deren Folgen, die uns in nicht allzu ferner Zukunft wohl unweigerlich behelligen werden. Bei einigen Szenarien ist es mir wirklich kalt den Rücken hinuntergelaufen und ich möchte behaupten, dass ich, vor allem dort wo ich es steuern kann, seit der Lektüre des Buches doch etwas bedachter mit dem umgehe, was ich dem World Wide Web so füttere. Auch wenn es nur knapp 150 Seiten sind, sie haben es in sich. Koidls Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und dem fachunkundigen Leser wird auch so einiges erklärt, wovon er vielleicht noch nie gehört hat, seien das nun technische Begriffe oder Marketingstrategien. Man könnte es fast als “klein aber oho” bezeichnen. Gerade die junge Internetgeneration, zu der ich mich auch zähle, sollte keinen Bogen um dieses “ach so öde Sachbuch” machen. Es ist schnell gelesen, wirkt aber lange nach. Ein aufrüttelndes und schockierendes Buch. Jeder der auch nur ansatzweise mit der modernen Welt in Verbindung steht, investiert mit diesem Buch in eine halbwegs sicherere digitale Zukunft für sich selbst.

    Mehr
  • Diktatur 2.0 im Post-Privacy-Zeitalter

    WebAttack
    Sophia!

    Sophia!

    25. December 2013 um 16:02

    „Längst ist ein System entstanden, an dessen harmlosen Unterhaltungswert niemand mehr glauben kann.“_ Roman Maria Koidl, Unternehmer, Publizist und Internetberater Peer Steinbrücks, wagt in diesem Buch eine schonungslose Aufdeckung aller bisher größtenteils verharmlosten Konsequenzen der immer weiter voranschreitenden digitalen Revolution. Wer bisher dachte, auf technischem Fortschritt basierende Zukunftsszenarien seien Teil einer blühenden Phantasie erfolgreicher Filmemacher und Romanautoren, hat weit gefehlt. Denn was George Orwell eindrucksvoll beschreibt oder Tom Cruise in Minority Report angespannt durchlebt, ist längst möglich dank spezieller Graph-Search-Methoden. So gibt es bereits eine Brille, die durch ihre Gesichts-Scan-Funktion alle Daten anwesender Personen abrufen und auf die Gläser projizieren kann; eine recht bequeme Art des Stalkings. _ Dieser epochale Umbruch ungeahnten Ausmaßes bezeichnet Koidl völlig zurecht als „historisch beispiellose Beschneidung unserer demokratisch-freiheitlichen Grundrechte“. Schließlich wird durch die gigantische Massenspeicherung digitaler Daten unser Rechtssystem immer weiter ausgehobelt, Gesetze wie Art. 1, 2, 10 oder 20 GG existieren nicht länger, das Internet erscheint als nahezu rechtsfreier Raum. Gerade deshalb ist das Ziel des Autors die Anregung seiner Leser, an der Debatte über die (digitale) Gestaltung der Zukunft aktiv zu partizipieren und neue Möglichkeiten kritisch zu hinterfragen: Ist es wirklich sinnvoll, Real-Time-Gesundheitsdaten per Smartphone an Krankenkassen oder Navi-Daten live an die KfZ-Versicherung zu übermitteln? Was bedeutet heutzutage Sicherheit im Internet? Worauf gilt es zu achten? Und wie kann ich mich schützen? Hierzu liefert er eine Liste mit gewinnbringenden Ratschlägen und Tipps, die mehr Sicherheit im Internet gewährleisten. _ Ebenso interessant wie schockierend ist seine Vorstellung einer digitalen Risiko-Agenda 2030, die potenzielle Gefahren der Zukunft ganz konkret werden lässt. Dazu zählt die Manipulation von Fakten, Trends und Meinungen, eine extreme Cyberkriminalität sowie ein digitaler Überbau zur totalen Überwachung der Bürger, der ähnlich wie Google Maps die Personen bis aufs kleinste Detail bemessen, bewerten und überwachen kann – Big Data. Im schlimmsten Fall geben Maschinen und Apps nicht mehr nur eine Entscheidungshilfe, sondern werden uns regelrecht steuern. _ Fazit: Wer bisher dachte, Vieles zu wissen, das Neue Medium Internet gut zu kennen oder sich im digitalen Raum sicher bewegen zu können, wird schockiert sein über so manche Enthüllung. Zwischen Faszination und Schrecken bleibt oft ein bitterer Beigeschmack angesichts dieser neuen Entwicklungen zurück. Jedoch wurde es höchste Zeit, diese – wenn auch unbequemen Wahrheiten - auszusprechen. Denn nur so kann letztlich eine Sensibilisierung dafür gelingen, dass Facebook, Twitter und Co. eben nicht nur der reinen Unterhaltung dienen. _ Am Ende einer anregenden, wunderbar formulierten Lektüre in einer Mischung aus ironisierend-humoristischem Ton und bitterem Ernst bleibt die Forderung nach der Definition eines digitalen Humanismus. Ein großartiges Buch, das den Nerv der Zeit trifft und das eigentlich von jedem gelesen werden sollte!

    Mehr