Roman Preist Mein Leben in zwei Welten

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Inhaltsangabe zu „Mein Leben in zwei Welten“ von Roman Preist

„Roman Preist war ein brillanter Wissenschaftler – bis er plötzlich schizophren wurde und sein bisheriges Leben auseinanderbrach. Sein Buch ist ein beklemmender Bericht über das Paralleluniversum der Schizophrenie, in dem sich die Grenzen der Realität und des Selbst jederzeit und in alle Richtungen ausdehnen können.“ annabelle „Über Schizophrenie ist viel geschrieben worden. Aber selten kommen die Betroffenen zu Wort, noch nie gab es so schonungslose Einblicke in den Wahn, der so viele Menschen im Griff hat.“ Buch der Woche in: Die Welt „Packend und anschaulich führt uns der Autor die Wahrnehmungswelt eines Schizophrenen vor Augen – er möchte nachvollziehbar machen, was Schizophreniekranke innerlich erleben. Roman Preist hat ein mutiges, gefühlvolles, komisches und hilfreiches Buch geschrieben.“ Deutschlandradio „Der Autor wagt schließlich ein Experiment: Um die Krankheit näher zu erforschen, begibt er sich absichtlich in eine schizophrene Phase. Darauf aufbauend endet das Buch mit einem Theorieteil, in dem Preist seine eigenen Ansichten über das Wesen der Schizophrenie beschreibt – allein aufgrund dieser Innenperspektive aus Sicht eines Betroffenen eine äußerst interessante Lektüre.“ Aware – Magazin für Psychologie So urteilte die Presse über den Lebensbericht von Roman Preist, in dem er mitreißend schildert, wie er in einer Lebenskrise erkrankte und wie er lernte, mit der Schizophrenie zu leben und einen einigermaßen „normalen Alltag“ zu führen. Das Buch erschien 2008 erstmals bei dtv-premium und ist jetzt als aktualisierte und ergänzte Neuausgabe bei Paranus wieder lieferbar.

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  • Rezension zu "Mein Leben in zwei Welten" von Roman Preist

    Mein Leben in zwei Welten
    Daniliesing

    Daniliesing

    09. July 2009 um 23:38

    In seinem autobiographischen Buch "Mein Leben in zwei Welten: Innenansichten einer Schizophrenie" entführt Roman Preist den Leser in die Denkweise und das Verhalten eines Menschen, der an Schizophrenie erkrankt ist. Die Tatsache, dass der Autor über seine eigenen Erfahrungen schreibt (wenn er sich selbst im Buch auch einen anderen Namen gibt), macht das Buch besonders beeindruckend, aufschlussreich und auch schockierend. Der Anfang des Buches ist an Roman Preists erste wirkliche Erinnerung geknüpft und von da an schildert er hauptsächlich die Dinge, die letztendlich alle ausschlaggebend für seine spätere Psychose sind. Schon früh plagen ihn Selbstzweifel und er fühlt sich oft sehr unsicher. Trotzdem ist er in vielerlei Hinsicht auch ein Genie und interessiert sich für die verschiedensten Dinge: an erster Stelle stehen sicher die Naturwissenschaften und Forschung, aber auch Sprachen und vieles andere liegen ihm sehr. So steht ihm theoretisch nichts für eine erfolgreiche Zukunft im Wege. Doch seine Selbstzweifel und der berufliche, wie auch private Stress zeigen irgendwann ihren Einfluss. Alkoholismus, Verfolgungswahn und Angstzustände sind nur einige Punkte, die sein Leben von nun an immer mehr beeinflussen. Interessant und detailiert schildert Roman Preist sein Leben mit der Krankheit, wenn es auch teilweise etwas verwirrend wirkt und das Buch ein paar Längen hat. Trotzdem ist es sehr aufschlussreich mehr über diese Krankheit zu erfahren, unter der immerhin 1% der Bevölkerung leidet. Während des Lesens hatte ich manchmal das Gefühl, dass man am Schreibstil erkennen kann, ob sich der Autor gerade wieder in einer psychotischen Phase befand oder nicht. Er selbst schreibt ja auch, dass er in der Psychose häufig viel kreativer ist, andererseits aber auch zum Abschweifen neigt. Abschließend empfand ich die Betrachtungen des Autors zum Wesen und der Entstehung der Schizophrenie am Ende des Buches nochmals als wirklich informativ. Diese Gedanken bilden den gelungenen Abschluss eines insgesamt wahrhaft bereichernden Buches.

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  • Rezension zu "Mein Leben in zwei Welten" von Roman Preist

    Mein Leben in zwei Welten
    HeikeG

    HeikeG

    12. August 2008 um 13:18

    Die Klänge des Wahnsinns Roman Preist (43) offenbart dem Leser die Herrscher im Reich der Gedanken eines Schizophrenen Filme wie "Einer flog über Kuckucksnest" oder "A Beautiful Mind" thematisierten sie, Alfred Hitchcock und David Fincher spielten in ihren Filmen mit ihr, der Horrorfilm missbrauchte sie: Die Schizophrenie. Noch heute ist diese endogene Psychose, die der Münchener Ordinarius für Psychiatrie Ernst Kraepelin unter dem Begriff "Dementia Praecox" beschrieb und für die der Züricher Psychiater Eugen Bleuler 1911 den Begriff Schizophrenie einführte, eine der rätselhaftesten, unheimlichsten und besonders von Vorurteilen überfrachteten Störungen. Jeder, der schon einmal einen Marathon gelaufen ist, kennt diesen kritischen Punkt: ein kleiner Anstieg im letzten Drittel kann den bis dato im aeroben Bereich befindlichen - den relativ konstant gehaltenen - Puls außer Kontrolle bringen. Jetzt gilt es zu entscheiden: entweder man verlangsamt seinen Lauf oder man lässt zu, dass der Puls immer weiter steigt. Der Leser dieser Rezension wird sich fragen, was diese Ausführung mit dem vorliegenden Buch zu tun hat. Roman Preist meint: Sehr viel. "Mit dem Assoziieren in der Schizophrenie war es wie mit dem Puls beim Laufen. Über lange Zeit halten sich die Assoziationen auf konstantem Niveau. Plötzlich jedoch - durch ein äußeres Ereignis - verändert sich etwas. So wie der Läufer den Berg bewältigen muss, kommt auf den Schizophrenen eine Anstrengung zu. (…) Er sucht nach einem Ausweg aus seiner bedrohlichen Situation, und sein 'Assoziationspuls' steigt. (…) Es kann zur Folge haben, dass der Lauf der normalen Gedanken plötzlich abbricht und er nicht mehr klar denken kann." Abgründe und Höhen im Denken eines Schizophreniekranken Der Autor dieser Autobiografie weiß wovon er spricht, denn er ist Betroffener. Seit dreizehn Jahren lebt er mit dieser Krankheit, hat Episoden mehr oder weniger schwerer Anfälle hinter sich gebracht, in denen er von extremem Verfolgungswahn befallen ist, innere Stimmen hört und von grenzenloser Verlorenheit und Verzweiflung heimgesucht wird. Preist wird immer wieder in Psychiatrien eingeliefert, hat mehrere Selbstmordversuche hinter sich, verwahrlost zeitweise extrem, bewegt sich mitunter am Rande des Wahnsinns. Derweil stand ihm vor seiner Krankheit eine glänzende Karriere bevor, war er doch ein vielversprechender junger Biophysiker, arbeitete mit renommierten Wissenschaftlern zusammen und veröffentlichte in den angesehensten Fachzeitschriften. Diese Berufslaufbahn und auch ein großer Teil seines privaten Umfeldes sind der Krankheit zum Opfer gefallen. Doch Preist hat sich nie aufgegeben. Zwar ist er nicht geheilt, doch hat er mittlerweile seine Psychosen mit Hilfe von Medikamenten und psychotherapeutischen Behandlungen weitgehend im Griff und meistert seinen Alltag. Dieses Buch bezeichnet der Autor selbst als Reiseführer "in das Land jenseits dessen, was die meisten von uns 'normal' nennen." Preist lässt den Leser Seiten des menschlichen Geistes kennenlernen, die sich wie ein inszenierter Thriller oder Science-Fiction-Szenario lesen. Doch es sind seine Gedankengänge, seine empfunden Erlebnisse, Abgründe, aber auch Höhen seines Denkens und Fühlens während einer Psychose, die er ungeschminkt und ungeschönt mitteilt. Akustische und optische Halluzinationen Seinem Ich hat Roman Preist im Buch einen anderen Namen gegeben. Er nennt sich Ralf Köter und beginnt sein Leben vor dem Ausbruch der Krankheit in der Ich-Form zu erzählen. Relativ sozial zurückgezogen zeigen sich bereits in seiner Kindheit und Jugend erste schleichende Anzeichen. Bei einem Forschungs-/Sprachaufenthalt in Madrid wird der "Hebel endgültig umgelegt". Ab diesem Zeitpunkt berichtet der Autor in der dritten Form, so als grenze er sich von der Person ab, die mit dem "normalen" jungen Mann auch nichts gemein hat. Erschreckend, betroffen, mystisch, ja auch faszinierend lesen sich die nahezu unvorstellbaren Phasen während einer solchen Psychose. Sei es der schier unendliche Fluss aus zusammenhanglosen Worten und Wortkombinationen, der seinem Kopf entspringt und die er auf einer Unmenge von Zetteln notiert oder die Gedankengänge, die ihn zeitweise gar in höhere, bewusstseinserweiternde Sphären eintauchen lassen. Oder die akustischen oder optischen Halluzinationen, die in befallen. Preist offenbart alle Stadien, durch die er gegangen und in denen er gefangen war. Der Autor analysiert selbstkritisch seine Vergangenheit, verzichtet aber bewusst auf eine Wertung des Geschehens. An das Ende des Buches hat er einen wissenschaftlichen Teil gestellt, in dem er selbst gut nachvollziehbare (wissenschaftlich nicht belegte) Thesen und Theorien über Entstehung und Ursachen der Schizophrenie aufstellt. Über die kleinen stilistischen Mängel und die gelegentlich etwas zu ausufernden Zustandsbeschreibungen kann man bei diesem Buch ohne Zweifel hinwegsehen. Fazit: Eine schonungslose und erschütternde Autobiografie des an Schizophrenie erkrankten promovierten Biophysikers Roman Preist. Mit einfachen Worten und Sätzen spricht ein Mann offen und ehrlich über eine Krankheit, die in der Gesellschaft ganz schnell stigmatisiert wird.

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