Roman Rausch Bombennacht

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Inhaltsangabe zu „Bombennacht“ von Roman Rausch

16. März 1945: Ein friedlicher und sonniger Frühlingstag bricht in Würzburg an. Tausende Flüchtlinge haben in der Stadt am Main Zuflucht gefunden, unter ihnen Eugen, ein deutsch-russischer Junge, der sich vor der SS hüten muss. In der Nervenheilanstalt in der Füchsleinstraße kümmert sich Professor Werner um die vielen Kriegsverletzten. Da taucht ein totgeglaubtes Mädchen auf, das seine menschenverachtenden Praktiken offenlegen kann. Krankenschwester Fanny erkennt in ihr eine ehemalige Patientin und geht der Sache nach. Unterdessen bereitet man in der Villa des Nervenarztes ein Geburtstagsfest vor. Der Jude Paul soll eine berühmte NS-Sängerin am Klavier begleiten, während er mit einem Zwangsarbeiter seine Flucht plant. Und Pfarrer Titus liest seine Morgenmesse. Wird es eine Totenmesse für die Stadt sein? Denn während die Würzburger darauf hoffen, dass der Krieg bald vorbei sein möge, bereitet sich an der Küste Englands eine Bomberstaffel auf einen ihrer zahlreichen Einsätze vor. Am Ende des Tages werden deren Flugzeuge den Himmel über Würzburg verdunkeln und einen tödlichen Feuersturm entfachen.

Eine ergreifende Geschichte über den Tag an dem in Würzburg ca. 5000 Menschen ermordet wurden. Lesenswert!

— clary999
clary999

Sehr gut recherchierte Geschichte der letzten 24 Stunden der Perle am Main!

— Brixia
Brixia

Sehr gut recherchiert, realitätsnah, gut formuliert und dennoch zündet die Geschichte emotional nur wenig.

— FabAusten
FabAusten

Rausch hat ein wichtiges Kapitel der Würzburger Geschichte anhand von Zeitzeugenberichten und historischen Fakten detailliert aufgearbeitet.

— Anchesenamun
Anchesenamun

Eine ergreifende, spannende und bedrückende Erzählung über die Zerstörung Würzburgs im Zweiten Weltkrieg. Absolut beeindruckend!

— Julia_liest
Julia_liest

Ein interessantes Buch, das den schwärzesten Tag der Geschichte Würzburgs sehr gut beschreibt - spannend, aber auch traurig.

— evafl
evafl

der LEser erlebt hautnah die letzten 24 Stunden der Stadt Würzburg bevor sie am Ende des zweiten Weltkrieges vollkommen zerstört wird

— gusaca
gusaca

Das Protokoll der letzten 24 Stunden des vergehenden, alten Würzburg im Roman „Bombennacht“. Authentisch, Bewegend, Berührend. Unbedingt l

— Christoph_Pitz
Christoph_Pitz

Eine tolle Story, die uns der Autor hier erzählt, aus der man ein Stück der historischen Geschichte mitnehmen kann.

— Helli
Helli

Eine mitreißende, spannend erzählte Geschichte, die mich tief beeindruckt zurücklässt.

— dorli
dorli

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  • Bombennacht...

    Bombennacht
    clary999

    clary999

    Die letzten 24 Stunden des alten Würzburg   „…Der Krieg war entschieden, alle Truppenteile waren im Rückzug oder in Auflösung begriffen. Man feuerte auf einem am Boden liegenden Feind…“ Zitat aus dem Buch, Seite 68 Zum Inhalt: Würzburg, 16. März 1945: Am Morgen eines sonnigen Frühlingstag. Die junge Krankenschwester Fanny arbeitet in der Nervenheilanstalt in der Füchsleinstraße, ein SS- Lazarett für Kopfverletzte. Immer mehr Verletzte werden eingeliefert. An diesem Tag taucht ein junges Mädchen auf. Fanny versucht mehr über sie herauszufinden und stößt auf ein unfassbares Geheimnis. Eugen, ein deutsch-russischer Junge, der sich vor der SS versteckt, begegnet Julius, einem kleinen Jungen mit großen Zukunftsträumen. Der Jude Paul soll am Abend eine NS-Sängerin am Klavier begleiten… Noch ahnt niemand, dass ihre Heimatstadt Würzburg schon bald in Trümmern liegen wird… „… Was einst eine Stadt von malerischer Schönheit war, würde jetzt zu einem Grab werden, zu einer Trümmerwüste, die sich nie wieder zu dem erheben würde, was es einmal war – eine Schatzkiste, die Perle am Main. …“ Zitat aus dem Buch, Seite 252 Meine Meinung: Der Schreibstil des Autors liest sich flüssig. Die Geschichte besteht aus verschiedenen Erzählsträngen, die teilweise miteinander, anfangs oder im weiteren Handlungsverlauf, verknüpft wurden. Es beginnt mit einer Lagemeldung. Etliche Großstädte wurden bombardiert und somit zerstört. Tausende von Todesopfern. Noch glauben die Würzburger, dass ihre Stadt verschont wird. Am Ende des Tages wissen sie, dass es ein schrecklicher Irrtum war. In Würzburg haben viele Flüchtlinge einen Zufluchtsort gefunden. Sie sind von Leid und Erschöpfung geprägt. Manche haben ihre Hoffnung und ihre Zukunftsträume noch nicht ganz aufgegeben. Sie hoffen in Würzburg eine neue Heimat zu finden. Es gibt relativ viele Personen. Julius, der sich über diesen wunderschönen Tag freut und einen neuen Freund findet. Die sympathische Fanny, eine junge Krankenschwester, mit dem Herz am rechten Fleck. Bisher glaubte sie, dass Professor Werner Mitleid für jeden Patienten hat und ihnen helfen möchte, aber jetzt findet sie etwas Furchtbares heraus. German, ein desertierter SS-Soldat, der noch etwas Wichtiges erledigen will. Charlotte, eine Funkhelferin, hat an diesem Tag Geburtstag. Paul, ein Jude, der Klavierlehrer im Haus von Professor Werner ist und seine Flucht mit einem Zwangsarbeiter plant. Ein junges 16-jähriges Mädchen mit einer Puppe, das zu Professor Werner will. Pfarrer Titus, der sich um die vielen Menschen kümmert. Henry, Vincent, Uschi….Nicht jeder von ihnen wird diese Bombennacht überleben. Die Überlebenden werden von diesem schrecklichen Ereignis gezeichnet werden. Ein entsetzlicher Vergeltungsschlag der Briten. Tausende Zivilisten sterben in dieser Bombennacht in Würzburg. Die Bomben der britischen Royal Air Force legen alles in Schutt und Asche. „…Wie verdorben musste man sein, um den christlichen Glauben fürs Morden zu missbrauchen?“ Zitat aus dem Buch, Seite 190 In der fiktiven Geschichte wird erzählt, was die Personen an diesem Tag erleben. Zwischendurch schildert der Autor die grausamen Zustände im 2. Weltkrieg und die dramatischen Auswirkungen für die Bevölkerung. Er spricht die unmenschlichen Taten der Neonazis, wie beispielsweise die Aktion T4, an. Als Leser weiß man, wie dieser Tag endet, aber es war ergreifend, wie authentisch Handlungen und Gedanken der betroffenen Personen erzählt wurden. Besonders Fannys Perspektive hat mich berührt. Die anderen Perspektiven waren teilweise recht kurz, dadurch bestand eine gewisse Distanz zu den Personen, dennoch haben mich auch ihre Schicksale bewegt. Besonders erschütternd waren die letzten Kapitel in denen der Luftangriff geschildert wurde. Wie die Menschen sich in den Kellern versteckt haben. Wie sie manchmal in den Kellern erstickt sind. Ihre Angst. Ihre Hoffnungslosigkeit. Ihr Entsetzen… Man merkt beim Lesen, dass sich der Autor intensiv mit dem erschütternden Thema beschäftigt hat. Viele Ereignisse beruhen auf historische Fakten und Zeitzeugenberichte. Im Roman sind die Personen größtenteils fiktiv, aber es gibt auch ein paar historische. Eine ergreifende Geschichte über den Tag an dem in Würzburg ca. 5000 Menschen ermordet wurden. Lesenswert! 4 Sterne

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    mabuerele

    mabuerele

    19. February 2017 um 21:12
  • Bäume raus, Bücher rein – LovelyBooks räumt das Bücherregal

    Die letzten Tage von Rabbit Hayes
    LaLeser

    LaLeser

    Wir räumen unser Bücherregal! Habt ihr schon den Weihnachtsbaum vor die Tür gestellt, die Geschenke verstaut und wieder Platz geschaffen, den ihr am liebsten mit neuen Büchern füllen möchtet? Unser Büro hat jedenfalls einen Neujahrs-Putz dringend nötig! Die Bücherregale sind vor tollem Lesestoff am Überquillen und es wäre doch schade, wenn all die schönen Bücher nicht gelesen werden! Deshalb haben wir unsere Bücherregale ausgeräumt und möchten euch mit den Schätzen, die sich dort verborgen haben, glücklich machen!So funktioniert es:Stöbert durch die verschiedenen Genres und Bücher, die wir in den Unterthemen aufgeführt haben. Wenn ihr Bücher entdeckt, die ihr gerne lesen und rezensieren möchtet, teilt uns diese Titel sowie das entsprechende Genre in eurem Bewerbungsbeitrag mit. Ihr könnt euch selbstverständlich auch für mehrere Bücher aus mehreren Genres bewerben!Bewerbt euch bis zum 11.01.2017 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* und nennt uns das Buch/die Bücher (mit entsprechendem Genre), welches/welche ihr gerne lesen und zu dem/zu denen ihr gerne eine Rezension verfassen möchtet! Am Donnerstag, dem 12. Januar, losen wir aus, wer von euch welches Buch bzw. welche Bücher gewinnt und teilen euch die Gewinner hier im Unterthemen "Und die Gewinner sind..." mit. Solltet ihr gewonnen haben, verpflichtet ihr euch, bis zum 1. März 2017 eine Rezension bei LovelyBooks zu allen Büchern, die ihr gewonnen habt, zu schreiben. Postet die Links zu euren Rezensionen bitte ins zugehörige Unterthema in dieser Aktion!Bitte beachtet, dass es sich bei den Büchern auch um Leseexemplare handeln kann! Außerdem verschicken wir in dieser Aktion die Bücher nur innerhalb von Deutschland. Wenn ihr nicht in Deutschland wohnt – nicht traurig sein! Die nächste tolle Aktion, bei der ihr mitmachen könnt, kommt schon bald! Bitte habt Verständnis hierfür und bewerbt euch nicht für diese Aktion.Wenn ihr Fragen zum Ablauf oder zur Aktion allgemein habt, stellt diese bitte im Unterthema "Fragen zur Aktion"!Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid und unseren Büchern eine neue Heimat gebt! Ganz viel Spaß beim Stöbern! 

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    • 2535
  • Die letzten 24 Stunden der "Perle am Main"

    Bombennacht
    Brixia

    Brixia

    14. February 2017 um 21:18

    "Im dunklen Krankensaal roch es nach Urin und flüchtigem Desinfektionsmittel."(S.11, erster Satz aus "Bombennacht" von Roman Rausch) Meine Meinung Roman Rausch nimmt sich mit seinem Roman "Bombennacht" einem schweren, historischen Thema an. Da er bisher bereits mit seinen Büchern vorwiegend aus dem Bereich Krimi/Thriller bekannt ist, ist dies eine ganz neue Seite des Autors. Mir persönlich gefallen die Werke eben jener Autoren die historische Fakten und Augenzeugenberichte für den Leser zusammenfassen und damit ein literarisches Kunstwerk erschaffen. Meine Erwartungen an dieses Buch waren dementsprechend hoch, habe ich mir doch eine emotionsgeladene Geschichte erhofft - leider wurden diese nicht ganz erfüllt. Roman Rausch´s Roman beginnt am 16 März im Jahre 1945 um 6:06 Uhr und erzählt die Ereignisse von verschiedenen Charakteren bevor die Bomberstaffel der "Tommys" den Himmel verdunkelten. Dabei bedient er sich einem gut verständlichem Schreibstil, der sehr authentisch und realitätsnah die Schrecken des zweiten Weltkrieges wiedergibt. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet so passen sie perfekt in das Geschehen um Würzburg hinein. Jeder ist bestückt mit seinen eigenen Erlebnissen, seinen Verlusten und seiner eigenen Handlung. Persönlich war ich von der Bildgewalt die dieses Buch heraufbeschwört begeistert. Der Einstieg ins Buch gelang mir sehr gut, als ersteres erfährt man über einen "Lagerbericht" wie die Situation in ganz Deutschland aussieht. Im Buch selber befindet sich eine Karte des alten Würzburgs, dass dem Leser es sehr vereinfacht bestimmte Ereignisse den Orten räumlich zuordnen zu können. Weiter wird jedes Kapitel mit der aktuellen Uhrzeit bezeichnet und dem Ort des Geschehens. Dies fand ich persönlich sehr hilfreich und interessant. Die Geschichte an sich beinhaltet mehrere Erzählstränge, so begegnen wir in der Nervenheilanstalt der Krankenschwester Fanny und dem menschenverachtenden Professor Werner der diese leitet. Dabei kommt Schwester Fanny einem streng gehütetem Geheimnis auf de Spur, dass sie das Leben kosten könnte. Weiter feiert die Tochter des Professors ihren Geburtstags in der Villa hoch über der Stadt. Eine NS Sängerin wird ihr zur Ehren Singen und der Jude Paul soll sie begleiten. Doch dieser hat mit einem Zwangsarbeiter ganz andere Pläne - so schnell wie möglich zu verschwinden. Währe nun noch der neue Pfarrer Titus der Essen an die Flüchtigen, Versehrten und ausgebombten verteilt, er wird eine Morgenmesse lesen - vielleicht die letzte. All diese Charaktere und Erzählstränge sind miteinander verknüpft und bilden einen roten Faden bis zum tragischen Ende hin. Allerdings fehlte mir zwischendurch manchmal das emotionale, es las sich fast wie eine stumpfe Abfolge der Dinge die passierten bis die Bomben, Würzburg den Erdboden gleich machten. Hier hätte ich mir vielleicht etwas "mehr" gewünscht, teilweise erfolgt die Reaktion auf überschneidende Handlungen relativ spät, so das ich diese nicht sofort zuordnen konnte. Fazit Für alle die sich für historische und tragische Momente der Geschichte in Deutschland interessieren, ist dieser Roman absolut zu empfehlen. Der Autor Roman Rausch hat in "Bombennacht" den Opfern des flächendeckenden Bombardements in Würzburg gedacht - sehr gut gelungen!

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  • Roman Rausch Bombennacht

    Bombennacht
    FabAusten

    FabAusten

    03. February 2017 um 21:47

    Der 16. März 1945 wird einer der ersten sonnigen, wärmenden Frühlingstage des Jahres werden. Würzburg ist voller Flüchtlinge, die ebenso wie die Einwohner auf das Ende des Kriegs hoffen. In der Stadt fühlen sie sich sicher. Die Alliierten werden doch nicht die Stadt bombardieren, in der Churchill studiert hat. An diesem Tag wird Julius die Schule schwänzen und in dem deutsch-russischen Eugen einen neuen Freund finden. Schwesternschülerin Fanny wird erkennen, was in den letzten Jahren in der Nervenheilanstalt vor sich ging und die Beteiligung ihres Chefs Doktor Werners daran. Sie wird das Mädchen, das all das beweisen kann, unter ihre Fittiche nehmen. Währenddessen wirde Werners Ehefrau Vorbereitungen für die abendliche Geburtstagsfeier ihrer Tochter treffen, die deren jüdischer Klavierlehrer Paul zur Flucht nutzen möchte. Sein Jugendfreund Henry wird hingegen an diesem Märztag ein Flugzeug in England steigen, um an dem Bombenangriff auf Würzburg teilzunehmen. Die Genannten sind nur einige der Figuren, die Roman Rausch in seinem Roman beleuchtet und denen er eine eigene Perspektive schenkt. Darunter findet sich ein Mitläufer genauso wie ein Karrierist. Ein Jude, ein Zwangsarbeiter und ein Kriegsveteran. Ein aktiver Soldat und ein Flüchtling. Eine angehende Krankenschwester und eine Funkhelferin. Ein Pastor, ein ausgebombten Ehepaar und ein Schuljungen. Teilweise sind die Personen verwandtschaftlich verbunden, teilweise lernen sie sich im Zuge der Geschehnisse erst kennen oder begegnenden sich ohne vom Schicksal des anderen tangiert zu werden. In Schlaglichtern werden ihre Lebenssituation, Geschichte, Wünsche und Ziele beleuchtet. Rausch möchte ihnen allen eine Stimme verleihen und dem Leser Einblicke in ihre Gedanken und Lebenswirklichkeit ermöglichen. Das ist eine sehr anspruchsvolle Vorgehensweise, die abwechslungsreich für Spannung sorgt. Tatsächlich schafft es der Autor, die Vergangenheit und Gegenwart der zahlreichen Figuren auf sehr begrenzten Raum zu veranschaulichen und mit ganz unterschiedlichen Aspekten der Lebensrealität im nationalsozialistischen Deutschland zu verbinden. Andererseits erfordert die Vielzahl der Situationen und Namen häufig einen Moment der Orientierung, um sie richtig zuzuordnen. Es führt ebenfalls dazu, dass zwischen Leser und den einzelnen Figuren kein besonders starkes emotionales Band aufgebaut wird. Am ehesten gelingt dies bei Fanny und ihrem Vater. Die Sprache ist leichtverständlich und so anschaulich, dass sie mitunter ins Blumige driftet. Daneben gibt auch sehr treffende, kunstvolle Formulierungen. Sprachlich wirkt Bombennacht trotz der dramatischen und drastischen Geschehnisse dennoch seltsam glatt. Außerdem wiederholen sich manche Feststellungen und es häufen sich Beschreibungen der Stadt. Für Würzburger und andere Ortskundige bietet Bombennacht deshalb einen hohen Wiedererkennungswert und einen spannenden Blick auf Altbekanntes. Für Unkundige muten die Stadtbeschreibungen bisweilen wie ein mehr oder weniger raffiniertes Stadtmarketing an. Nichtsdestotrotz weckt der Roman tatsächlich Interesse, die Stadt zu besuchen. Die Stärke des Romans ist seine Faktendichte und die literarische Verarbeitung realer Geschehnisse. Rausch muss intensiv recherchiert haben, um die Abläufe derart minutiös niederschreiben zu können. Roman Rausch komprimiert das Geschehen einerseits auf eine kurze Zeitspanne, andererseits werden etliche Akteure eingebunden. Nicht immer gelingt dieses ambitionierte Vorhaben überzeugend, doch Bombennacht bietet einen interessanten, aufschlussreichen Blick auf die letzten Kriegstage in Deutschland und speziell auf den großen Bombenangriff auf Würzburg. Vielen Dank an Lovelybooks für ein Leseexemplar des Romans.

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  • Rezension: "Bombennacht" von Roman Rausch

    Bombennacht
    Anchesenamun

    Anchesenamun

    28. November 2016 um 16:16

    Als Würzburgerin ist mir natürlich die Geschichte der verhängnisvollen Bombennacht bekannt, ich stand schon oft vor dem Denkmal im Rathaus, das ein Modell des zerstörten Würzburgs zeigt, und kenne auch ein paar Augenzeugenberichte. Wer heute durch diese wunderschöne Stadt läuft, kann sich kaum vorstellen, dass damals ein Hölleninferno die historische Altstadt zu 90% zerstörte und unzählige Menschenleben forderte. Roman Rausch, der vor allem als Autor historischer Romane und Krimis/Thriller bekannt ist, hat sich nun dieses schweren Stoffes angenommen. Wie der Untertitel bereits verrät, geht es hier um einen Zeitraum von 24 Stunden, beginnend am 16. März 1945 um 6.06 Uhr, als ein wunderschöner Frühlingstag die Würzburger Bevölkerung noch in Sicherheit wiegt. Es gibt mehrere Handlungsstränge und man lernt zuerst nach und nach die Hauptcharaktere kennen, deren Wege sich mit der Zeit kreuzen: Prof. Werner, Nervenarzt an der Uniklinik, und seine Familie. Als Vorbild für diese Figur diente Werner Heyde, der als Professor für Neurologie und Psychiatrie in Würzburg an der "Aktion T4", der systematischen Tötung von geistig Behinderten beteiligt war. Neben dem Professor spielen noch Tochter Charlotte, eine Funkhelferin, und der von der SS desertierte Sohn German eine Rolle., Fanny, die angehende Krankenschwester, die Prof. Werner verehrt und erst merkt, welche Verbrechen ihr Vorbild begangen hat, als es schon zu spät ist. Ihr Vater Vinzenz und ihre Großeltern Jörg und Cäcilie treten ebenfalls in Erscheinung., Paul, ein Jude, der als Klavierlehrer bei der kultivierten Nazi-Familie Werner bislang von der Deportation verschont blieb und heimlich seine Flucht plant., Henry bzw. Heinrich, der nach seiner Flucht aus der deutschen Heimat bei der British Royal Air Force anheuert und nun gegen seine Überzeugung bei der Zerstörung Würzburgs, seines alten Studienortes, mitwirken soll., Julius und Eugen, zwei Jugendliche, die viel zu schnell erwachsen werden müssen. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Nebencharaktere. Und viele von ihnen werden später unter den über 5.000 Opfern sein, die der Angriff der Briten und dessen Nachwirkungen fordern. Roman Rauschs Schreibstil ist anspruchsvoll, eloquent und eindrücklich. Er schafft es, das unvorstellbare Leid in Worte zu fassen, irgendwie greifbar zu machen. Die Geschichte ist extrem aufwühlend und hinterließ bei mir während der Lektüre ein Gefühl der Beklemmung und Fassungslosigkeit. Ich habe schon viele Bücher über den Weltkrieg und seine unerträglichen Gräuel gelesen. Ich wusste, was in der Bombennacht passiert ist. Und dennoch ist das Gelesene fast unerträglich, da man weiß, dass trotz fiktiver Figuren die Haupthandlung - die Zerstörung Würzburgs - ein Fakt ist und alle hier beschriebenen Grausamkeiten so oder in ähnlicher Weise tatsächlich passierten. Man wird niemals verstehen, wie furchtbar damals der Krieg war, und wieso das so genannte "moral bombing", das einzig dem Zweck diente, die Moral der Bevölkerung zu brechen und den größtmöglichen Schaden anzurichten, von eigentlich zivilisierten Ländern als Kriegstaktik durchgeführt wurde. Schon vor dem Angriff ist die Situation in der Stadt nicht einfach. Die Bevölkerung leidet unter Hunger und Armut, hat schon mehrere Angriffe hinter sich und muss sich Wohnraum und Lebensmittel mit zahlreichen Flüchtlingen aus anderen zerstörten Städten teilen. Die Krankenhäuser sind überfüllt mit Kriegsversehrten. Allein diese angespannte Stimmung war greifbar, und als die britischen Bomber dann starteten, legte ich das Buch erstmal weg, da ich nicht wollte, dass es noch schlimmer kommt. Das restliche Buch las ich dann an einem ruhigen Sonntag in einem Rutsch durch, so ein bisschen nach dem Motto "Da muss ich jetzt irgendwie durch." Der Angriff selbst dauerte nicht lang, in Echtzeit circa 17 Minuten, aber das Inferno, das danach losbrach, ist kaum zu begreifen. Wer sehr empfindlich ist, sollte tatsächlich zweimal überlegen, ob er diesen Roman lesen möchte. Hier ist sicherlich keine Effekthascherei nötig, um das unsägliche Leid der Bevölkerung deutlich machen zu können, der Autor provoziert nicht mit unnötigen Grausamkeiten. Aber er erzählt nunmal so, wie es war, wie man es von Überlebenden weiß, und er beschönigt nichts. Man ist hier wirklich weit entfernt von "leichter Kost", die man mal eben gemütlich auf der Couch wegschmökert. Roman Rausch hat dieses wichtige und traurige Kapitel der Würzburger Geschichte anhand von Zeitzeugenberichten und historischen Fakten detailliert aufgearbeitet, und es ist ihm gelungen, Fiktion und Wirklichkeit zu verknüpfen. "Bombennacht" hat mich emotional sehr mitgerissen, und ich kann diesen Roman jedem empfehlen.

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  • 16. März 1945: Der dunkelste Tag in der langen Geschichte Würzburgs

    Bombennacht
    Julia_liest

    Julia_liest

    14. November 2016 um 19:55

    16. März 1945, der Krieg ist verloren, der deutsche Widerstand gebrochen. Das fränkische Würzburg ist zu einem riesigen Lazarett und zum Zufluchtsort für tausende Menschen geworden, deren Heimat längst zerstört ist.In der wunderschönen Stadt am Main mit über 1000-jähriger Geschichte und äußerst wertvollen Kulturgütern beginnt ein sonniger Frühlingstag und die Menschen blicken voller Hoffnung in die Zukunft. Die Alliierten würden sie nun sicher verschonen, zumal Churchill hier studiert hat.Fanny, eine junge Krankenschwester, arbeitet in der längst zum Lazarett umfunktionierten Nervenklinik bei ihrem großen Vorbild Dr. Werner, als ein seltsames Mädchen auftaucht und schwere Vorwürfe gegen ihn erhebt. Vinzent hat Ärger mit den Mietern in seinem Haus und Paul, ein jüdischer Klavierlehrer, soll eine bekannte NS-Sängerin in einem ebensolchen Haushalt bei einer Geburtstagsfeier am Klavier begleiten, während er und ein Zwangsarbeiter in dieser Nacht fliehen wollen.Zeitgleich plant die Royal Air Force jedoch einen unbarmherzigen Bombenangriff, bei dem die Perle am Main nahezu dem Erdboden gleichgemacht wird.  "Bombennacht" von Roman Rausch basiert auf Fakten sowie Aussagen von Zeitzeugen und lässt den Leser durch das Schicksal fiktiver Charaktere noch intensiver am Drama um Würzburg teilhaben.Der Erzählstil ist flüssig, man fühlt sich gleich mitten im Geschehen. Jedes Kapitel stellt eine Stunde des dunkelsten Tags in der langen Geschichte der fränkischen Bischofsstadt dar. Der Leser weiß somit immer genau, dass er sich der Bombennacht unausweichlich nähert, was den Spannungsbogen stetig ansteigen lässt. Der wiederholte Wechsel der Perspektiven trägt dazu noch enorm bei.Dieses Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt, tief beeindruckt und auch ziemlich aufgewühlt. Ich hatte mehrfach Gänsehaut beim Lesen und musste auch ein paar Tränen verdrücken, denn das unvorstellbare Leid und Elend der Menschen damals und die Grausamkeit des Angriffs haben mich sehr bedrückt. Ich ziehe meinen Hut vor der Leistung von Roman Rausch, der die Geschehnisse des 16. März 1945 einfach perfekt niedergeschrieben hat. Nicht nur jeder Würzburger sollte dieses Buch einmal gelesen haben. 

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  • Leserunde zu "Bombennacht" von Roman Rausch

    Bombennacht
    Wildpony

    Wildpony

    Es ist da! Das neue Buch von Roman Rausch! Bombennacht: Die letzten 24 Stunden des alten Würzburg Beschreibung: 16. März 1945: Ein friedlicher und sonniger Frühlingstag bricht in Würzburg an. Tausende Flüchtlinge haben in der Stadt am Main Zuflucht gefunden, unter ihnen Eugen, ein deutsch-russischer Junge, der sich vor der SS hüten muss. In der Nervenheilanstalt in der Füchsleinstraße kümmert sich Professor Werner um die vielen Kriegsverletzten. Da taucht ein totgeglaubtes Mädchen auf, das seine menschenverachtenden Praktiken offenlegen kann. Krankenschwester Fanny erkennt in ihr eine ehemalige Patientin und geht der Sache nach.Unterdessen bereitet man in der Villa des Nervenarztes ein Geburtstagsfest vor. Der Jude Paul soll eine berühmte NS-Sängerin am Klavier begleiten, während er mit einem Zwangsarbeiter seine Flucht plant.Und Pfarrer Titus liest seine Morgenmesse. Wird es eine Totenmesse für die Stadt sein? Denn während die Würzburger darauf hoffen, dass der Krieg bald vorbei sein möge, bereitet sich an der Küste Englands eine Bomberstaffel auf einen ihrer zahlreichen Einsätze vor. Am Ende des Tages werden deren Flugzeuge den Himmel über Würzburg verdunkeln und einen tödlichen Feuersturm entfachen. Wer Roman kennt weiß das uns wieder ein besonderes Lese-Highlight erwarten wird. Die Leserunde findet mit Lesern statt, welche bereits das Buch haben. Gerne dürft ihr jedoch mit einem eigenen Exemplar mitlesen. Unter allen historisch interessierten Lesern hier bei LB gibt es noch ein Exemplar dieses fantastischen Hardcovers zu gewinnen. Bitte bewerbt euch nur wenn ihr wirklich zuverlässig mitlest und die nächsten 2-3 Woche auch Zeit habt die Runde mit zu gestalten. Unser Autor Roman ist zwar schon wieder mit einem neuen Projekt fest eingespannt, wird aber bestimmt ab und zu hier zu der Runde dazu kommen und auch gern eure Fragen beantworten. Ich wünsche euch viel Spaß bei der Runde! LG euer Wildpony!

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    • 268
  • Der Himmel war feuerrot, er schien zu glühen.

    Bombennacht
    evafl

    evafl

    14. November 2016 um 10:28

    Würzburg, 16. März 1945. Ein schöner Frühlingstag, sonnig, vermeintlich friedlich. Viele Flüchtlinge haben hier Zuflucht gesucht, denn Würzburg schein ein sicherer Ort zu sein. Schutz sucht hier auch Eugen, ein junger Mann deutsch-russischer Abstammung, der sich vor der SS verstecken muss. Außerdem ist da Professor Werner in der Nervenklinik in Grombühl, der plötzlich mit dem Auftauchen eines totgeglaubten Mädchens konfrontiert wird, welches seine menschenunwürdigen Praktiken offenlegen kann. In seiner Villa wird gerade der Geburtstag der Tochter vorbereitet, als es immer kritischer um Würzburg wird. Denn am Ende des Tages wird sicher der Himmel rot färben, weil ein tödlicher Feuersturm entfacht wurde…. Die Geschichte Würzburgs war mir bisher schon bekannt, entsprechend natürlich auch der 16. März 1945, ein Tag der Trauer, des jährlichen Gedenkens. Wie oft war ich an diesem Tag schon zum Gedenken an die schlimmen Bombenangriffe in der Stadt – um mit vielen anderen Menschen derer zu gedenken, die unschuldig ihr Leben lassen mussten. Umso gespannter war ich auf dieses Buch, denn hier sollte die Geschichte ja auch erzählt werden. Entsprechend war mir bewusst, wie die Geschichte in etwa verläuft, jedoch erfährt man hier die Kriegsgeschichte verbunden mit einigen Schicksalen – der unterschiedlichsten Menschen. Diese Art und Weise der Erzählung hat mir gut gefallen, konnte ich mir so doch noch ein besseres Bild vom damaligen Alltag machen, der sicher keine schöne Erfahrung war. Die Art und Weise wie dies geschrieben ist, ist gut verständlich vom Satzbau, keine komplizierte Sprache, aber natürlich inhaltlich durchaus gehaltvoll. Gut zu lesen, aber keine leichte Kost. Interessant war es natürlich zu lesen, wo sich was wie abgespielt hat, denn die Örtlichkeiten werden immer wieder genannt, so die verschiedenen Stadtteile, Einrichtungen (Klinik, Sehenswürdigkeiten wie die Residenz, Dom) und natürlich Straßennamen. Hier habe ich selbstverständlich einen Bezug dazu, an manchen Orten hält man sich ja selbst öfter auf, und ist beim Lesen somit mittendrin im damaligen Geschehen. Was mir zwischendurch nicht so gut gefallen hat war die Tatsache, dass sich manches immer wieder wiederholt. Da hatte der Autor meiner Ansicht nach mal eine Phase, in der sich vorher schon geschriebenes wiederholt, vielleicht auch, weil er es nochmals ausdrücken wollte, für mich war es leider ein bißchen nervig. Die vorne und hinten im Buch eingedruckten Straßenkarten von Würzburg (also direkt auf der Umschlagsseite innen) fand ich sehr gut, hier konnte man sich dann optisch auch ein Bild von der damaligen Stadt machen. Im Buch hinten findet man die gleiche Karte wie vorne, hier sind dann jedoch die Bombenangriffe mit eingezeichnet. Wer an Geschichte interessiert ist, dem kann ich dieses Buch wirklich nur empfehlen. Ich finde die Verknüpfung von Geschichte mit Erzählung von Schicksalen wirklich gut gemacht, ob sich diese Schicksale wirklich alle so ereignet haben, kann ich nicht sagen, vorstellbar ist es aber. Mich hat das Buch sehr gefesselt, ich konnte es teilweise nicht mehr aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, was sich wie in etwa abgespielt hat. Manche der mir bekannten Erzählungen haben sich hier noch weiter bestätigt, für mich war die Aussage „Der Himmel war rot vom Feuer“ (gesehen aus ca. 70-80 km Entfernung!!!) bisher heftig und nicht so ganz vorstellbar. Nun ist es das, vielleicht mussten manche Daten aus dem Buch mir das noch deutlicher machen. Das Buch ist nicht nur für Würzburger, in Würzburg Lebende, dorthin Zugezogene, etc. interessant, sondern auch für alle, die sich ein bißchen für die Geschichte, die blinde Zerstörungswut des zweiten Weltkriegs interessieren. Ich vergebe hier 4 von 5 Sternen, einen Stern ziehe ich ab für manche Stellen, an denen sich gewisse vorherige Aussagen nochmals wiederholen, was ich nicht so gut fand. Eine Empfehlung für das Buch spreche ich aus.  

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    • 2
  • Zerstörung der Stadt Würzburg

    Bombennacht
    gusaca

    gusaca

    06. November 2016 um 11:58

    Der LEser erlebt in diesem Buch hautnah die letzten 24 Stunden der BEwohner der Stadt Würzburg bevor sie am Ende des zweiten Weltkrieges vollkommen zerstört wird. DAbei werden die unterschiedlichsten Schicksale aus Sicht der BEtroffenen sehr realistisch und auch beklemmend dargestellt. Reale Personen werden in fiktive Handlungen mit einbezogen, die es aber so oder ähnlich gegeben hat. Man bekommt in diesem Buch sehr deutlich vor Augen gestellt , was der Krieg und die Nazis mit den Leuten gemacht haben und wie die unterschiedlichen Schichten damit umgegangen sind. Die einen haben aus Angst geschwiegen, um nicht selber ins Visir der NS zu kommen und die andern haben ihren Nutzen daraus gezogen. Und es gibt naive LEute , die erst sehr spät auf die Wahrheit gestoßen sind. Judenverfolgung, Zwangsarbeiter, Euthanasie , fanatische Nazis , das Schicksal Ausgebombter und die detailliert geplante Zerstörung einer Stadt werden thematisiert und spannend ausgearbeitet. Wie gut das wir hier in einer friedlichen ZEit leben. Vieleicht macht man sich als LEser dieses Buches mal klar, was Krieg und VErtreibung für die BEtroffenen bedeutet und überdenkt seine Einstellung zu den heutigen Flüchtlingen. Ein tolles Buch , das den LEser in die Handlungen mitnimmt und zum NAchdenken anregt.

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  • Das Protokoll der letzten 24 Stunden des vergehenden, alten Würzburg im Roman „Bombennacht“.

    Bombennacht
    Christoph_Pitz

    Christoph_Pitz

    04. November 2016 um 00:04

    Wenn man in Würzburg oder der unterfränkischen Region lebt, so ist der 16. März ein fester Bestandteil des Kalenders. Wenn man als Besucher in die Stadt kommt, so hat man von diesem Datum zumindest gehört oder erfährt nun davon. Damals, als die Bomben fielen und der sich anschliessende Feuersturm noch in Frankfurt am Himmel zu sehen war. Jahr für Jahr läuten am 16. März um 21:20 Uhr die Glocken der Stadt. Der Zeitpunkt, als die Bomben fielen. Ein beklemmendes Gefühl. Am Grafeneckart hängt die Fahne mit den Namen der Opfer; es sind Tausende. Man kennt das Ereignis. Das alte Würzburg mit seiner über 1000jährigen Geschichte ging unter und ist heute nur noch eine Erinnerung. Aber wie war das an diesem Tag genau? War der Krieg nicht beinahe schon zu Ende und die Amerikaner nur wenige Kilometer noch entfernt? Warum ist das überhaupt passiert, da Würzburg  mit seinen vielen Krankenhäusern doch eher eine Lazarettstadt gewesen sein musste als ein militärisches oder industrielles Zentrum? Wie haben die Menschen diese Katastrophe erlebt? – Die „Bombennacht“ von Roman Rausch erzählt es uns nun. Nicht nur das, was im Einzelnen geschehen ist, sondern auch davon, wie es sich für die von dem Ereignis Betroffenen in den unterschiedlichsten Situationen und Momenten angefühlt haben muss. Nicht nur die Chronologie einer besonders unheilvollen Abfolge des Bombenkrieges, sondern neben dem Querschnitt aus vielen individuellen Schicksalen auch ganz und gar unglaubliche Zusammenhänge, in denen Würzburg, die alte Perle am Main, sich ebenso verfangen hatte wie der Rest von Deutschland auch. Fiktiv erzählt, ja. Im lesenden Aufnehmen kaum fassbar, ja. Aber nun einmal auch wahr! Der 16. März 45 war einer der ersten warmen, sonnigen Frühlingstage des Jahres. Die Erzählung setzt um 6:00 Uhr morgens ein, als das Leben an verschiedensten Orten der Stadt sein Tagewerk beginnt. Geprägt von der jeweiligen Situation und Lage der Menschen zum Ausgang des Krieges hin. Eine Kolonne von Zwangsarbeitern wird zum Arbeitseinsatz getrieben. Kinder bereiten sich auf den Messdienst vor und begrüßen inmitten aller Entbehrung den sonnigen Tag voller Lebenslust. Flüchtlinge schleppen sich auf Schusters Rappen in die Stadt und zu Sammelpunkten hin; desgleichen Transporte von Kriegsversehrten. Mit ihnen ein stilles Mädchen namens Appolonia. Die Nervenklinik am Schalksberg ist schon längst mehr Kriegslazarett als Klinik, nur sehr wenige, echte Patienten gibt es dort noch. Eine von ihnen ist Elsa, geschützt durch ihren Bruder, einem SS-Offizier. Krankenschwestern wie Fanny kümmern sich um Verwundete und Traumatisierte des Krieges. Klinikchef Dr. Werner, Professor und SS-Grande baut die Lazarettkapazitäten unter Zuhilfenahme von  Zwangsarbeitern aus, einer von ihnen ist Viktor. In England bereitet sich die Bomberstaffel No. 5 auf den Einsatz vor; Henry – eigentlich Heinrich und vor den Nazis Geflohener – ist über das Ziel dieses Tages schockiert, er hat einst in Würzburg studiert und Freunde dort. In einem Haus in der Innenstadt leben Bewohner und einquartierte Flüchtlinge miteinander auf engstem Raum und haben ihre liebe Not miteinander und mit der Bewältigung der Bedürfnisse des Tages. Im Familienhaus des Dr. Werner in exklusiver Lage wird das Geburtstagsfest der Tochter Charlotte vorbereitet; der heimlich noch in der Stadt lebende Jude und Musiklehrer Paul soll dafür ein singendes Nazi-Sternchen am Klavier begleiten, … zwischen absurder Hingezogenheit zu dieser Dame und eigenen Fluchtplänen. Unterdessen versteckt sich der desertierte Sohn des Professors im Familienhaus; traumatisiert und erfüllt von Ekel auf sich selbst … So und durch der Momente noch mehr findet die Erzählung in diesen schicksalhaften Tag hinein. Zunächst zufällig erscheinende Handlungsstränge begegnen sich dabei immer wieder in bisweilen nicht erwarteten Wendungen, trennen sich, kreuzen erneut und finden schliesslich zum Ausgang des über Würzburg gekommenen und eigentlich unbeschreiblichen Geschehens auf bedrückende Art und Weise zusammen. Nicht zuletzt, um in einem Anteil auch Botschaften der Hoffnung, der Aufrichtigkeit und Zuversicht zu vermitteln, welche sich in uns Menschen in einem immerwährenden Widerstreit mit dem Bösen der Niedertracht zu befinden scheint. All dies erzählt die „Bombennacht“. Unaussprechliches Verbrechen versus Großmut, Güte, Gerechtigkeitsempfinden und natürlich inmitten von Bombenhagel, Feuersbrunst und Untergang auch der Mut selbst. Dicht und authentisch geschildert auf der Basis intensiver Recherche und Zeitzeugenberichten. Die fortschreitende Romanhandlung ersteht so intensiv und lebendig, dass im Leseerlebnis nicht nur ihre Glaubwürdigkeit ganz und gar außer Frage steht, sondern man auch virtuell selbst an ihr irgendwann im eigenen Erleben teilzunehmen scheint. Die Markierungen am Himmel, die fallenden Bomben, die unzähligen Brandherde, der sich im Sog aufbauende Feuersturm, die Gefühlsfluten der in richtige und in falsche Richtungen Fliehenden, die alles zerschmelzende Hitze, die Platzängste, das Ringen um nicht brennenden Sauerstoff …, man erfühlt all dies beinahe so physisch als geschähe es gerade jetzt erneut und einem selbst. – Keine Virtual-Reality-Brille könnte dies erschaffen. Das kann nur ein Buch. Die eine Leistung der „Bombennacht“ ist es, uns mit der Erinnerung an den 16. März und den Untergang des Alten Würzburgs nun auch wieder das Wissen und die Vorstellung zurück gebracht zu haben, wie neben den bekannten Zahlen an Opfern, Bombenzahl, Zerstörungsgrad etc. die tatsächliche Stimmung und das letzte Bild des vergehenden Würzburg ausgesehen haben mag. Der 16. März hat endlich ein Gesicht bekommen! Die andere Leistung der „Bombennacht“ aber besteht wiederum darin, dass Roman Rausch in seinem Roman noch um einiges weiter gegangen ist, in dem er unselig-braune Kontexte der Verstrickung ihrer Menschheitsverbrechen aufgriff, welche sich bisher nicht im gewöhnlichen Gedächtnis von Stadt und Region finden. Nicht im Sinne einer Kollektivschuld der Stadt, welche etwa das Geschehen des 16. März rechtfertigen würde, natürlich nicht. Aber doch mit dem deutlichen Verweis des Autors darauf, was sich inmitten der scheinbar unschuldigen Stadt und unter den Augen der Menschen zur NS-Zeit eben auch abspielte. Dabei verzichtet er weitestgehend auf die bekannten Figuren wie etwa den Nazi-Gegner Bischof Ehrenfried, den berüchtigten Gauleiter Otto Helmuth oder den Oberbürgermeister der Gleichschaltung Theo Memmel. Stattdessen greift er mit dem Leiter der Nervenklinik Dr. Werner Heyde (im Buch Dr. Werner) zentral den fast schon in Vergessenheit geratenen Architekten der sogenannten Euthanasie-Morde im Vorfeld des Holocausts auf sowie mit dem damaligen Kripo-Chef Kurt Hans (im Buch genau umgekehrt) einen der skrupellosen Hauptverbrecher des Massakers von Babi Jar 1941, bei dem es sich um das schlimmste Kriegsverbrechen des 2. Weltkrieges handelt, welches sich mit Worten nicht angemessener Weise beschreiben lässt. – Es ist nicht nur wichtig, im Zusammenhang mit der Würzburger Bombennacht auch diese dunklen Kapitel zu erzählen, sondern für das Begreifen des Ereignisses geradezu unerlässlich. Roman Rausch tut dankenswerterweise genau dies! Nicht beschönigend, nicht überzeichnend. Angemessen! Ein fiktiv erzählter Roman, ja …, aber auch ein Dokument für die Stadt und das Volk weit darüber hinaus. Vor allem ein Tribut an die Opfer! Fazit: Die „Bombennacht“ von Roman Rausch schildert im Stundenprotokoll den letzten Tag des Alten Würzburg, den Bombenangriff am Abend und exemplarisch anhand der geschilderten Figuren die Ereignisse des nachfolgenden Feuersturms und durch die Nacht hindurch. Dazu beschäftigt sich die Handlung sehr plastisch und authentisch mit den politischen und gesellschaftlichen Umständen in Würzburg zum Ausgang des Krieges hin sowie vor allem auch mit unaussprechlichen Tätern und dem Schicksal ihrer Opfer. Stellvertretend für viele dunkle Geschichten greift die Handlung des Romans die Rolle des Leiters der Würzburger Nervenklinik im Rahmen der Euthanasie-Morde auf. Im Stil sehr verständlich zu lesen, hat Roman Rausch ein Werk geschaffen, das nicht nur sehr mitnehmend berührt, sondern auch viele bewegende Gedanken hinterlässt. Ein authentisch erzähltes Werk, das nicht nur ein bedrückendes Ereignis der Geschichte nacherzählt, sondern über alle menschlichen Abgründe hinaus auch davon berichtet, was uns Mut machen sollte, uns durchaus erneute Zuversicht geben darf. – Sofern wir auch bereit sind, uns kritisch den niedrig denkenden und handelnden Dämonen um uns herum zu stellen. Damals wie vielleicht ja auch heute. Unbedingt lesen !!!

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  • Bombennacht von Roman Rausch

    Bombennacht
    Schalkefan

    Schalkefan

    03. November 2016 um 12:20

    Selten habe ich ein so aufwühlendes und tief gehendes Buch wie Bombennacht von Roman Rausch gelesen. Das Buch nimmt den Leser mit nach Würzburg im Jahr 1945. Kurz vor Kriegsende hofft die Stadt auf eine Verschonung der Bombardements, da ja angeblich Churchill seine schützende Hand über die Stadt am Main halten würde. Und so beginnt der 16. März auch wie ein schöner Vorfrühlingstag und mit der Hoffnung der Würzburger, das es der Stadt und den Menschen bald wieder besser gehen würde und der schlimme Krieg nun seinem Ende zusteuern würde. Als Leser taucht man in die Vergangenheit ein und lernt Dr. Werner kennen, der hier als angesehener Arzt praktiziert, aber im stillen viele gehandicapte Menschen in den grausamen Tod schickt. Ich kann es kaum in Worte fassen wir eindrücklich und emotional das Buch den Leser berührt und mit in die schreckliche Vergangenheit schickt. Der Autor findet genau das Maß den Leser zwischen Realität und Fiktion fest an das Buch zu binden und enorm tief gehende Gefühle zu erwecken. Für mich ist das eine autorische Meisterleistung und ich weiß das dieses Buch noch lange in mir nachwirken wird. Es hat mich teils auch zu intensiver Recherche im Internet motiviert und hat mir die Nazi-Vergangenheit wieder intensiv in Erinnerung gebracht. Die Beschreibung des Bombenangriffs hat mich auch intensiv an Erzählungen meiner Großeltern in Köln erinnern lassen. 5 Sterne für ein sehr offen geschriebenes und mehr als lesenswertes Buch, das die vielen Schrecken des 2. Weltkrieges überdeutlich darstellt. Meine Hochachtung vor dem Autor Roman Rausch.  

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  • Bombennacht von Roman Rausch

    Bombennacht
    Helli

    Helli

    02. November 2016 um 22:40

    Bombennacht von Roman Rausch Buch:     16. März 1945: Ein friedlicher und sonniger Frühlingstag bricht in Würzburg an. Tausende Flüchtlinge haben in der Stadt am Main Zuflucht gefunden, unter ihnen Eugen, ein deutsch-russischer Junge, der sich vor der SS hüten muss. In der Nervenheilanstalt in der Füchsleinstraße kümmert sich Professor Werner um die vielen Kriegsverletzten. Da taucht ein totgeglaubtes Mädchen auf, das seine menschenverachtenden Praktiken offenlegen kann. Krankenschwester Fanny erkennt in ihr eine ehemalige Patientin und geht der Sache nach. Unterdessen bereitet man in der Villa des Nervenarztes ein Geburtstagsfest vor. Der Jude Paul soll eine berühmte NS-Sängerin am Klavier begleiten, während er mit einem Zwangsarbeiter seine Flucht plant. Und Pfarrer Titus liest seine Morgenmesse. Wird es eine Totenmesse für die Stadt sein? Denn während die Würzburger darauf hoffen, dass der Krieg bald vorbei sein möge, bereitet sich an der Küste Englands eine Bomberstaffel auf einen ihrer zahlreichen Einsätze vor. Am Ende des Tages werden deren Flugzeuge den Himmel über Würzburg verdunkeln und einen tödlichen Feuersturm entfachen.   Autor:     Roman Rausch, 1961 in Mainfranken geboren und aufgewachsen, arbeitete nach dem Studium der Betriebswirtschaft im Medienbereich und als Journalist. Für seine Würzburger Kommissar-Kilian-Krimis wurde er 2002 auf der Leipziger Buchmesse und 2011 mit dem Weintourismuspreis ausgezeichnet. 2015 folgte der Bronzene HOMER für "Die letzte Jüdin von Würzburg". Er lebt als Autor und Schreibcoach in Würzburg und Berlin.. Quelle: http://shop.echter-verlag.de/bombennacht.html   Meinung:     Roman Rausch und sein neuer Roman, Bombennacht, schafft mühelos die Leser von der ersten Seite an zu fesseln.  Die bildhaften Beschreibungen, ob der Ortschaften als auch der Protagonisten, verschaffen dem Leser eine gewisse Verbundenheit zu der Geschichte. Durch den sagenhaften Schreibstil, kann man sehr schnell lesen und sich auch in der Geschichte „Zuhause“ zu fühlen. Der Spannungsbogen wird nicht nur gehalten, sondern nimmt stetig zu, sodass man „gezwungen“ wird zum Weiterlesen. Ich muss gestehen, ich bin kein Fan von Geschichtsbüchern über den zweiten Weltkrieg, aber das Buch habe ich verschlungen.   Die Geschichte bringt dem Leser schonungslos historische Geschehnisse des zweiten Weltkriegs bei. Rausch schildert detailliert über die Gefahr und Sorgen der Menschen in Würzburg, aber auch über den Bombenanschlag und die Auswirkungen auf die Stadt und die Menschen.   Fazit:    Eine tolle Story, die uns der Autor hier erzählt, aus der man ein Stück der historischen Geschichte mitnehmen kann.   Meine Bewertung:   Ich vergebe           ★★★★★ ©Helli's Bücher-Land

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  • Rezension zu "Bombennacht" von Roman Rausch

    Bombennacht
    dorli

    dorli

    02. November 2016 um 22:08

    Würzburg. Der 16. März 1945 beginnt für die meisten Würzburger ähnlich wie auch die vergangenen Kriegstage. Die Stadt ist bisher von größeren Angriffen verschont geblieben und die Einwohner sind voller Hoffnung, dass es auch so bleibt. Dass sich an diesem Tag im englischen Morton Hall die Bomberstaffel Nr. 5 der Royal Air Force auf einen tödlichen Flächenangriff vorbereitet, ahnt an dem ruhigen Frühlingsmorgen in Würzburg niemand…In „Bombennacht“ katapultiert Roman Rausch den Leser direkt in das Jahr 1945 und schildert sehr mitreißend und vor allen Dingen äußerst wirklichkeitsnah, was vor, während und nach dem Bombenangriff in der unterfränkischen Stadt geschah. Ein kurzer Prolog gibt zunächst Auskunft über die Lage Würzburgs vor dem 16. März 1945. Im Folgenden erlebt man dann diesen für die Einwohner so grauenvoll endenden Tag im Stundentakt mit.In mehreren Handlungssträngen lernt man ganz unterschiedliche Menschen kennen – ihre Lebensumstände und ihren Alltag, ihre Pläne, ihre Ängste und Sorgen und auch ihre Hoffnungen, Wünsche und Träume. Die Stimmung in der Stadt ist nicht die beste, die Bevölkerung leidet unter der schlechten Versorgung. Die Lage ist zudem aufgrund der Unterbringung unzähliger Flüchtlinge aus anderen Regionen und tausender Kriegsversehrter angespannt. Als dann die Katastrophe über Würzburg hereinbricht, werden die Beschreibungen des Autors noch intensiver. Der Bombenhagel, der Funkenregen, der Feuersturm – man fühlt sich mittendrin in diesem grausigen Geschehen, sieht die mit Geröll und Schutt blockierten Keller und die lichterloh brennenden Straßen vor sich und kann das Entsetzen und die Todesangst der Menschen spüren.Als besonders gut gelungen habe ich hier den schnellen Wechsel zwischen den einzelnen Perspektiven empfunden - man erlebt die schrecklichen Minuten während des Bombenabwurfs mit fast jedem der Akteure mit. Dass man zu diesem Zeitpunkt noch nichts über ihr weiteres Schicksal erfährt, treibt die Spannung im letzten Drittel des Romans enorm in die Höhe, man fliegt fast atemlos durch die Seiten, stets darauf hoffend, dass die liebgewonnen Figuren die Tragödie gesund überstehen werden. Neben den Vorkommnissen während der letzten 24 Stunden des alten Würzburgs beinhaltet dieser Roman noch ein weiteres Thema, bei dem es mir eiskalt den Rücken runter gelaufen ist. Es geht dabei um ein abscheuliches Verbrechen in der Nazizeit, der sogenannten Aktion T4, bei der zigtausende Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen systematisch ermordet wurden. Eine zentrale Figur in diesem Part der Geschichte ist die Krankenschwester Fanny. Die Entwicklung, die sie durchläuft, war für mich besonders interessant. Zunächst sehr naiv, sieht sie zu Professor Werner auf, hält den Leiter der Nervenheilanstalt für eine Koryphäe in seinem Beruf und für einen Gutmenschen, der nur das Wohl seiner Patienten im Sinn hat. Bis einige Hinweise ihr die Augen öffnen und sie erkennt, dass der Professor hinter seiner freundlichen Maske ein wahres Monster ist und willkürlich über das Leben und Sterben tausender Menschen entscheidet. „Bombennacht“ lässt mich tief beeindruckt zurück. Diese mitreißende, spannend erzählte Geschichte hat mir Einblicke in die dramatischen und tragischen Momente einer bombardierten Stadt im Zweiten Weltkrieg ermöglicht und mich intensiv an dem Schicksal der einzelnen Akteure teilhaben lassen. Absolute Leseempfehlung!

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  • Ein fesselndes Stück Zeitgeschichte

    Bombennacht
    buchbaron69

    buchbaron69

    02. November 2016 um 17:47

    Klappentext16. März 1945: Ein friedlicher und sonniger Frühlingstag bricht in Würzburg an. Tausende Flüchtlinge haben in der Stadt am Main Zuflucht gefunden, unter ihnen Eugen, ein deutsch-russischer Junge, der sich vor der SS hüten muss. In der Nervenheilanstalt in der Füchsleinstraße kümmert sich Professor Werner um die vielen Kriegsverletzten. Da taucht ein totgeglaubtes Mädchen auf, das seine menschenverachtenden Praktiken offenlegen kann. Krankenschwester Fanny erkennt in ihr eine ehemalige Patientin und geht der Sache nach. Unterdessen bereitet man in der Villa des Nervenarztes ein Geburtstagsfest vor. Der Jude Paul soll eine berühmte NS-Sängerin am Klavier begleiten, während er mit einem Zwangsarbeiter seine Flucht plant. Und Pfarrer Titus liest seine Morgenmesse. Wird es eine Totenmesse für die Stadt sein? Denn während die Würzburger darauf hoffen, dass der Krieg bald vorbei sein möge, bereitet sich an der Küste Englands eine Bomberstaffel auf einen ihrer zahlreichen Einsätze vor. Am Ende des Tages werden deren Flugzeuge den Himmel über Würzburg verdunkeln und einen tödlichen Feuersturm entfachen. Der Autor Der Schriftsteller Roman Rausch wurde 1961 in Würzburg geboren und studierte Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Medienwirtschaft. Außerdem arbeitete er lange im Bereich der Medien und im Journalismus. Im Jahr 2002 gründete er gemeinsam mit Blanka Stipetic die Schreibakademie storials.com. Seine ersten Romane veröffentlichte er auf eigene Faust und erhielt hierfür für seine bis dahin erschienene Kilian-Trilogie auf der Leipziger Buchmesse 2002 den Books on Demand-Autoren-Award. Neben seinen beiden Krimiserien veröffentlicht er auch Romane, die nicht in die Serien gehören. Dazu gehört mit Das Caffeehaus von 2009 auch sein erster historischer Roman. Roman Rausch lebt und arbeitet in Berlin und Würtburg. Meine Meinung Story Würzburg März 1945 , keiner sagt es aber jeder weiß es Deutschland ist am Ende, das Ende des Krieges nur noch eine Frage von Tagen. Von Osten kommen die Russen und von Westen die Engländer und Amerikaner. Um die Moral, der deutschen zu brechen, bedienen sich die Alliierten der Bomberflüge. Nacht für Nacht fliegen sie deutsche Städte an und zerstören, was noch zu zerstören ist. Würzburg ist bisher von großen Angriffen verschon geblieben. Das hat zur Folge, dass einige glauben, dass es auch so bleibt, aber auch Flüchtlinge strömen immer mehr in die Stadt der trügerischen Illusion glauben hier das Ende des Kriegs abzuwarten. In der Nacht auf den 16. März wird ihnen das zum Verhängnis. In der Tat ist Würzburg das Opfer fehlender Ziele geworden strategisch völlig unwichtig, kam Würzburg nur auf die Liste der zu bombardierenden Städte, weil die britische Royal Air Force keine Ziele mehr hatte, neben 5000 Toten wurde auch die einzigartige Altstadt fast völlig zerstört und gerade diese hauptsächlich aus Holz gebauten Häuser sollten vielen Menschen zum Verhängnis werden. Einen guten Bericht mit dem Ablauf des Angriffs findet der Interessierte Leser hier>> Schreibstil Das Buch ist einfach zu lesen, der Leser erfährt Einblicke sowohl in die Ansichten der ausführenden Bomberpiloten als auch in diverse Charaktere, die den Angriff am Boden erlebten. Charaktere Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt, um einen Bezug herzustellen, ist das Buch zu kurz, aber das kann auch vom Autor so gewollt sein, er verdeutlich damit sehr gut, wie schnell ein Leben vorbei sein kann. Fazit Nehmen wir es vorweg, ein Happy End kann das Buch nicht haben. Zu Anfang beginnt der Autor mehrere Handlungsstränge aufzubauen, aber nicht alle lösen sich auf, sie wirken auf einmal so banal, so unwichtig das man als Leser auch keine Erklärung erwartet. Auch ohne übliche Heldengeschichten ist das Buch spannend und temporeich geschrieben. Es ist (zum Glück) nur schwer vorstellbar, was in den Menschen vorgegangen ist, die so was erleben mussten. Roman Rausch ist es gelungen ein Stück deutsche Geschichte lebendig werden zu lassen. Dabei steht Würzburg stellvertretend für alle Städte, denen ein Bombenangriff zum Schicksal wurde und es ist gleichgültig, ob es deutsche, russische, englische oder französische Städte waren. Ich gebe volle fünf von fünf Sterne/Leseratten Plus und eine absolute Leseempfehlung. Ich habe das Buch in der Kategorie Historische Romane bei LovlyBooks zum Leserpreis 2016 nominiert.

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  • Lebendig und vielschichtig geschrieben

    Bombennacht
    Curin

    Curin

    02. November 2016 um 14:23

    Bis zum 16. März 1945 ist die Stadt Würzburg im Gegensatz zu anderen deutschen Städten weitestgehend verschont geblieben. Viele Menschen haben hier eine Zuflucht gefunden, in der Nervenheilanstalt werden Kriegsverletzte behandelt und in der Villa des Professors Dr. Werner bereitet man eine Geburtstagsfeier für die Tochter vor. Niemand ahnt, dass die Briten bereits einen folgenschweren Bombenflug auf die Stadt geplant haben und man sich im Nordosten Englands schon zum Abflug bereit macht... . Auch mit seinem neuen historischen Roman ist es Roman Rausch gelungen, den Leser in eine andere Zeit mitzunehmen. Stunde um Stunde wird erzählt, was die verschiedenen Figuren in der Stadt erleben und was sie sich erhoffen. Man erhält so ein sehr lebendiges Bild von Würzburg. Besonders in den Mittelpunkt wird die junge Lernschwester Fanny gerückt, die durch das Auftauchen einer ehemaligen Patientin mit Nachforschungen beginnt und Grausames aufdeckt. So wird man als Leser mit einem dunklen Kapitel konfrontiert, über das sonst nur wenig geschrieben wird. Roman Rausch schreibt flüssig und sehr anschaulich. Er schafft es, dass man wirklich irgendwie Teil am Leben der Figuren hat und so auch richtig besorgt und betroffen wird, als die Bombenflieger beginnen Würzburg in Brand zu setzen. Gerade dieser letzte Teil des Angriffs wird so glaubhaft geschildert und die Atmosphäre der Panik und Verzweiflung wiedergegeben, dass man meint, man wäre selbst irgendwie dabei. Mich hat dieser historische Roman sehr beeindruckt. Durch die verschiedenen Perspektiven bekommt man ein sehr lebendiges Bild der Stadt und wird beim lesen richtig mitgerissen. Für mich ist ,,Bombennacht" einer der besten Romane, die ich je über die Zeit um 1945 gelesen habe und daher kann ich das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.

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