Roman Rausch Der falsche Prophet

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Inhaltsangabe zu „Der falsche Prophet“ von Roman Rausch

Glaube, Macht, Liebe, Gewalt - Ein großer Roman aus dem mittelalterlichen Franken Durch Hunger und Ausbeutung sterben die Bauern im späten 15. Jahrhundert wie die Fliegen. Da erhebt sich der Schafhirte Hans Behem. Die Muttergottes sei ihm erschienen und habe ihm befohlen, gegen das Unrecht zu predigen. Zehntausende strömen ihm bald zu, machen aus dem unbedeutenden Dorf Niklashausen im Taubergrund einen riesigen Wallfahrtsort. Die Botschaft des fränkischen Messias, Schlagt die Pfaffen tot! wird zum Schlachtruf der Unterdrückten. Die Obrigkeit wird unruhig. Doch die eigentliche Gefahr droht Hans aus den eigenen Reihen. Nach Hexenverfolgung und Judenpogrom hat Roman Rausch ein neues, authentisches Thema gefunden, das packt, empört und berührt.

Das Buch liest sich sehr unterhaltsam. Hier wurde eine wahre historische Begebenheit auf kluge und interessante Weise umgesetzt.

— mercurial_mind
mercurial_mind

Ein toller, sehr unterhaltsamer historischer Roman über Hans Behem dem Pfeifer von Niklashausen und seine kurze, Episode als Prediger...

— unclethom
unclethom

Eine spannend erzählte Geschichte vom Aufstieg und Fall eines mittelalterlichen Revolutionärs.

— dorli
dorli

1476 : Eine wahre Geschichte eingefangen in einen fiktiven historischen Roman.

— vielleser18
vielleser18

Ein 3 monatiger Rausch im Mittelalter. Unglaublich aber wahr.

— Postbote
Postbote

Eine längst in Vergessenheit geratene Legende wird hier in einem großen historischen Roman nahe gebracht. Fundiert, real, grandios. 4 Sterne

— Floh
Floh

Hm... ich hatte etwas mehr erwartet.

— ChattysBuecherblog
ChattysBuecherblog

ein fundiert recherschierter historischer Roman , der eine reale PErson spannend und unter haltsam mit einer fikitven GEschichte verbindet

— gusaca
gusaca

Hans, der Pfeifer von Niklashausen - Ketzer oder Heiliger? Ein wunderbares historisches Buch einer wahren Geschichtsfigur aus dem Taubertal.

— Wildpony
Wildpony

Mir kam die Spannung zu spät auf und ich konnte die religiöse Hysterie nicht immer nachvollziehen.

— hasirasi2
hasirasi2

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  • Leserunde zu "Der falsche Prophet" von Roman Rausch

    Der falsche Prophet
    RomanRausch

    RomanRausch

    In dieser Leserunde läuft es ein wenig anders als sonst. Die Teilnehmer stehen bereits fest, die Bücher sind laut Liste von wildpony bereits unterwegs und sollten bis zum Freitag den 11. März 2016 eintreffen. Ab diesem Tag beginnt die Leserunde offiziell und sollte bis zum  Erscheinungstermin am 26. März beendet sein. Ich freue mich auf eine rege Teilnahme und einen offenen Gedankenaustausch. Noch ein Wort in eigener Sache bezüglich vergangener Leserunden und dem Vorgehen in dieser: Es ist für einen Autor (wie auch für den Verlag, der die Bücher kostenfrei zur Verfügung stellt) frustrierend, wenn die Hälfte der Teilnehmer die Bücher schlichtweg abgreift, ohne sich an der Leserunde zu beteiligen, geschweige denn eine Rezension schreibt. Damit setzt man das System von Leserunden aufs Spiel. Um das System aufrecht zu erhalten, solltet Ihr möglichst viele Rezensionen schreiben, hier und auf anderen Portalen, damit diese wunderbare Einrichtung weiterbestehen kann. Danke für Euer Verständnis und Eure rege Teilnahme. Und darum gehts: Im späten 15. Jahrhundert kämpfen viele Herren um das Frankenland. In den Wirren steigt ein Mann aus dem Bettlervolk auf wie ein Meteor: Hans Behem aus Niklashausen – gebürtig in Helmstadt bei Würzburg – ist ein Musikant und Tunichtgut, nicht sehr helle, aber er sieht gut aus und zieht die Menschen in seinen Bann. Bald behauptet er, die Muttergottes sei ihm erschienen, predigt wider Ablass und Sünden des Klerus. Seine Botschaft 'Schlagt die Pfaffen tot!' wird zum Schlachtruf einer drohenden Revolution. Zehntausende aus dem ganzen Reich lassen die Arbeit stehen und strömen ihm zu, machen aus dem unbedeutenden Dorf im Taubergrund einen riesigen Wallfahrtsort. Hans ist der lang ersehnte Messias. Das kann die Obrigkeit nicht unbeantwortet lassen. Die Fürstbischöfe zu Mainz und Würzburg holen zum Gegenschlag aus. *** Die Geschichte vom Pfeifer von Niklashausen ist wahr, es hat ihn wirklich gegeben. Heute ist er fast vergessen. Er war der erste deutsche Revolutionär. Friedrich Engels würdigte ihn als frühen Sozialrevolutionär in seinen Schriften, Rainer Werner Fassbinder machte ihm zum Hauptdarsteller seines ersten Films 'Niklashauser Fart'. Er war ein einfacher Schafhirte, Musikant und Analphabet, der die Menschen zum Widerstand gegen die Unterdrückung mobilisierte – und das rund 50 Jahre vor Beginn der Bauernkriege, als wortgewaltiger Vorläufer von Martin Luther und Thomas Müntzer.

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  • Challenge Historische Romane 2016

    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    Hallo Freunde der Historischen Romane! Unsere Challenge findet auch im Jahre 2016 statt. Mit neuen Kategorien und neuen Regeln. In diesem Jahr müssen  20 Bücher gelesen werden. Es gibt noch ein paar andere Änderungen. Am Ende des Jahres wird ein Bücherpaket verlost. Es gelten folgende Regeln: Ablauf:  Du kannst dich unten mit einem Kommentar anmelden. Erstellt bitte einen Sammelbeitrag, in dem ihr euere Rezensionen sammelt. Ich werde daraufhin eine Teilnehmerliste führen. Dann habe ich einen Überblick. 15 Bücher müssen rezensiert werden. 5 dürfen mit einem Leserkommentar bewertet werden. Es zählen nur rezensierte Bücher oder die 5 mit Leserkommentar. Auch dieses Jahr wird es  wieder Kategorien geben. Ich gebe euch 8 Kategorien und ihr müsst daraus die Hälfte lesen. Den Rest dürft ihr frei wählen. In jeder Kategorie max. 2 Bücher. Zeitspanne: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 Mindestzahl Bücher:  20 Bücher müssen gelesen werden. Du kannst jederzeit einsteigen oder dich wieder abmelden. Du verpflichtest dich nicht fix. Die Challenge soll Spass machen! KATEGORIEN Historische Auswanderer-Romane: Auf vielfachen Wunsch wurden Siedler-Romane gewünscht. Ich habe den Begriff "Historische Auswanderer Romane" gefunden. Kaiserreiche /Königsreiche: Alle Romane über die Kaiser- und Königsreiche der Vergangenheit sind hier gefragt. Es gibt genügend Auswahl.  Mittelalter: bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit (ca. 6. bis 15. Jahrhundert) Historische Personen: Keine Biografien. Sondern fiktionale Romane über historische Personen. Z.B. Tanja Langer, die ein Buch über Heinrich Kleists Selbstmord geschrieben hat. Historische Krimis: Kriminalromane bis zirka zum 2. Weltkrieg. Danach sind es für mich keine Historische Krimis mehr. 1. und 2. Weltkrieg: Romane, die sich im Umfeld der beiden Weltkriege bewegen. Historische Ereignisse: Romane, die sich im Umfeld von Historischen Ereignissen spielen. Zum Beispiel Russische Revolution, Französische Revolution, Franco-Ära etc... Glauben: Es gibt unzählige Romane über die Katholische Kirche (Papst), die Reformation und andere Glaubenskriege. 10 Bücher aus diesen Kategorien müssen gelesen werden. Ich freue mich auf zahlreiche Teilnehmer und einen regen Austausch! Teilnehmerliste: Gesamt: anne_lay   20/20anushka    20/20 ban-aislingeach    8/20 Bellis-Perennis  90/20 Buchraettin    20/20ChattysBuecherblog  22/20Curin    2/20 DieBerta       0/20 engineerwife    27/20Filzblume   16/20 Finesty22   0/20 Floh      41/20 Fornika  21/20Ginevra    20/20 histeriker   21/20Insider2199  6/20 JuliB      7/20 Kirschbluetensommer    20/20 LadySamira091062      1/20Lese_gerne  15/20 leseratteneu    0/20 LibriHolly     5/20mabuerle   42/20 PMelittaM    20/20 Pucki60      15/20 Rissa    2/20 robberta        3/20 specialang   3/20 sursulapitschi     20/20Sternenstaubfee   36/20Svanvithe    0/20 tiggger  2/20Traubenbaer 4/20 werderaner  14/20 Historische Auswanderer-Romane: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  1/2 Ginevra  0/2 histeriker    0/2 Insider2199 2/2 JuliB       2/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne  2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM   1/2 Pucki60    2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi     2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2Kaiserreiche / Königreiche: anne_lay 1/2anushka    2/2 ban-aislingeach   2/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199   0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      1/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle  2/2 PMelittaM  2/2 Pucki60     1 /2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee    0/2Svanvithe    0/2tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  2/2 Mittelalter: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2Insider2199 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly    1/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60     1/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  2/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Historische Personen: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife   2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM   2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe     0/2 tiggger  4/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2 Historische Krimis: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 0/2 JuliB      2/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2tiggger  0/2Trauenbenbaer 0/2 werderaner  2/2 1. und 2. 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    • 779
  • Der Autor überrascht mit einer gekonnten Gratwanderung aus historischer Realität und Romankunst!

    Der falsche Prophet
    Floh

    Floh

    Hier findet man einen sich auf wahren Säulen beruhenden und äußerst authentischen und glatten historischen Roman, der den Lesern das späte 15. Jahrhundert mit all seinen Schönheiten, aber vor allem auch mit all seinen Tücken, Intrigen, Machenschaften und Freveleien näher bringt. Der ambitionierte Autor Roman Rausch hat mich schon in „Die letzte Jüdin von Würzburg“ für seinen Stil gewonnen. Nun darf sich der treue Leser, oder jeder willkommene Neuleser in „Der falsche Prophet“ auf einen fundierten, gut recherchierten und ehrlichen historischen Roman freuen, der das ein oder andere Ereignis in ganz neuem Glanze zeigt. Deutsche Geschichte in jeder Zeile, wunderbar in einer fesselnden und sagenhaften Handlung verwoben. „Der falsche Prophet“ erzählt authentisch, unglaublich intensiv und sehr fundiert vom damaligen Leben und den Umsturtzplänen des Adels, der Obrigkeit und der Kirche. Diese Unruhe veranlasst so manchen Bürger und Bauern zu ganz gewitzten Taten… Erschienen im rowohlt Verlag (http://www.rowohlt.de/)Inhalt:„Glaube, Liebe, Gewalt - Ein großer Roman aus dem mittelalterlichen Franken-Im Jahr des Herrn 1476 lassen Hunger und Frondienst die Bauern am Leben verzweifeln, während die Herren im Reichtum schwelgen. Da steht eines Tages der Schafhirte Hans Behem in der Tür der Niklashäuser Kirche: Die Muttergottes sei ihm erschienen und habe ihm befohlen, gegen die drückende Fronherrschaft wie gegen die Verderbtheit der Priester zu predigen. Und Hans, der weder lesen noch schreiben kann, hat eine Gabe. Wenn er spricht, hören ihm alle zu. Die Menschen glauben, was er sagt.Tausende, Abertausende strömen bald nach Niklashausen und machen aus dem unbedeutenden Dorf im Taubergrund einen riesigen Wallfahrtsort. Die Botschaft des fränkischen Messias – Schlagt die Pfaffen tot! – wird zum Schlachtruf aller Unterdrückten. Das kann die Obrigkeit nicht länger dulden. Hans muss beseitigt werden, notfalls mithilfe eines Verräters aus den eigenen Reihen …“Zum Schreibstil:Die Inhaltsangabe ist erstaunlich lang, umso erstaunter war ich, dass darin eigentlich so wenig verraten wird, von dem, was in diesem historischen Roman steckt. Die zitierte Person des Hans aus dem Klapptext hat mich sofort sehr neugierig gemacht. Mein Interesse war geweckt, denn von seiner besonderen Gabe wollte ich mehr erfahren. Das Genre der historischen Romane begeistert mich im Moment sehr und ich war sofort nach den ersten Seiten wieder einmal von Roman Rauschs Feder und Sprachgewandtheit überzeugt. Gerne nutzt der Autor die ersten Kapitel um seine Charaktere und die Zeit des Mittelalters und die Regierung in den Stadtmauern vorzustellen und bekannt zu machen. Dieses Stilmittel finde ich für den weiteren Verlauf des Romans sehr wichtig, da die Rädchen immer wieder zu den Anfängen greifen, ehe sich mit Beenden des Buches ein runder und unglaublicher Kreis schließt. WOW. Der Autor schreibt seinen historischen Roman mit viel Verbundenheit, Herzblut und Akribie. Seine Erkenntnisse, Erfahrungen und Hintergründe der ausschweifenden und tiefgründigen Recherche verwebt dieser talentierte Autor in seiner sehr gefühlvollen, spannenden, unglaublichen und teils sogar brutalen Geschichte um den zunächst für dümmlich oder unterbelichteten Hans. Hans, der nicht nur von den Frauleuten unterschätzt wird, sondern auch selbst seine unglaubliche Stärke erkennen muss. Hans wird zu einer Schlüsselrolle im Roman und dadurch besonders wichtig. … Diese Geschichte ist so nah und ehrlich geschrieben, dass ich beim Lesen ganz vergesse, dass ich mich in der heutigen Zeit und nicht im mittelalterlichen Franken des späten 15. Jahrhunderts befinde. Ich werde auf Märkte genommen, besuche etliche Badehäuser, Stadträte, den Adel, die armen Bauern, die Handwerker, die Kirche, die dunklen Gassen, das Verderben der Armut und des Hungers, die Rebellion der Bauern, begleite Familien und Gläubige, sowie Abtrünnige und spüre und rieche das Leben des Mittelalters. Das beeindruckt mich ganz besonders und wurde von Roman Rausch besonders gekonnt eingefangen. Roman Rausch ist mir als Autor bereits bekannt, er überzeugt mich durch enorme Sprachgewandtheit, er hat die Eindrücke und den Jargon der damaligen Epoche treffend und authentisch eingefangen und gibt diesen Charme an seine Leser weiter. Bei Roman Rausch habe ich genau das gefunden, was ich an historischen Romanen so sehr beherzige und gerne lese. Faktisches Wissen, klare Struktur, Authentizität und Ehrlichkeit gepaart mit einer unglaublichen, überraschenden und intensiven Rahmenhandlung die die damalige Zeit in den Lesesessel holt. Ich mag seine gewählte Erzählweise, die sachliche Basis, die erst später mit glaubwürdiger Dramaturgie ohne jeglichen Kitsch von Liebe und Verrat erzählt, die fundierten Fakten und Hintergründe, die sich zu einer äußerst fesselnden Geschichte bündeln und von großem Können und Wissen sprechen. Roman Rausch zeigt sich sehr mutig und entschlossen, denn sein Schreibstil wagt sich an einer Komplexität, die sicherlich nicht jedem Leser direkt zugänglich ist. Hier kann man von gewissem Anspruch sprechen, oder einer Portion Konzentration und Geduld, die der Leser für dieses knapp 400 Seiten starke Buch aufbringen sollte. Neben all dem vermittelten und verwebten Wissen steht natürlich die (Liebes-) Geschichte im Fokus. Das soll auch so sein und das habe ich mir so erhofft. Schauplätze:Wie ein lebendig gewordener Streifzug durch das Mittelalter und den Gepflogenheiten Frankens. Franken, bzw. Würzburg, Mainz und Niklashausen im Taubertal mit seinen Gesetzen, seiner Gesellschaft, Hierarchien und Machenschaften und des kirchlichen Einflusses. Einflüsse anderer Städte und düstere Intrigen. Tod und Verderben. Mittendrin eine zarte Liebe, die zu weiteren Problemen und Hadern führt… Würzburg in seinem damaligen Aufstand und Aufbruch. Eine Kluft, die Arm und Reich noch weiter entzweit. Die geformten, realen und überaus detaillierten Schauplätze überzeugen durch Atmosphäre, Gerüche, Gesellschaft und vielen authentischen Details. Eine Vergangenheit wird neu zum Leben erweckt. Hier gibt es nicht nur Orte des Grauens und des Verlustes. Hier gibt es auch den Alltag aus Handwerk, Glaube, Aberglaube, Heilkunst und Markbesuche. Gesellschaftliche Ereignisse und Sitten. Enorme Atmosphäre, Gesellschaftsformen, Handel, Kirche und die Härte des damaligen Lebens. All die atemberaubenden Kulissen aus Marktplatz, Flussufer und Gassen der Städtchen und Städte und weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus laden zu einem geschichtlichen Streifzug ein. Historische Atmosphäre, die Kluft zwischen Glaube und Aberglaube, zwischen Rat und Kirche, zwischen Sehen und Ansehen, zwischen Recht und Unrecht, sowie Urteil und Vollstreckung… Autor Rauch gibt in seinem historischen Roman immer ein authentisches und zeitgemäßes Bild der Schauplätze wieder und macht seinem Buchtitel und Cover aller Ehre. Charaktere:Der Titel lautet Der falsche Prophet, und das erleben wir mit jeder Faser des Lesens. Die damalige Zeit war keine leichte. Schon gar nicht als einfacher Flötenspieler und Luftikus im intriganten Franken zu Zeiten der Kirche und den Intrigen des Adels. Dennoch stehen hier nicht nur Hannes und seine Stigmatisierung im Dorf als Depp oder Nichtsnutz als solche im Fokus, sondern eine galant und komplex verwobene Geschichte um einen Funken Hoffnung, um ein düsteres Geheimnis, um Vertuschung und einer Gefahr die schwärzer ist als die Pest. Und einer Liebe, die sich alles andere als einfach zeigt, aber Hannes Ruf und sogar Leben kosten könnte. Hans Behem hat Geschichte geschrieben sein Ausruf „Schlagt den Pfaffen tot“ ist legendär. Bei der Wahl der Charaktere punktet der Autor bei mir weiter haushoch, denn Hauptcharaktere und die vielen Nebenrollen und Einflüsse der Gesellschaft, Bürger, Herrscher und Abschaum lassen dieses Buch richtig lebendig erscheinen, obwohl der Tod so nahe ist. Ständig trachtet jemand nach jemandes Leben und Geld. Roman Rausch bietet ein vollkommenes und illustres Bild seiner Figuren. Eremit Jeronimus, der arrogante Graf von Wertheim, Clarissa die noble jedoch falsche Person, die Klosterbrüder von Bronnbach, Hübschlerin Elsbeth, Magdalena, Pfarrer Ulrich …. Um nur einige wichtige Charaktere zu nennen. All diese und weitere mehr formen ein stimmiges Bild und repräsentieren die damalige Zeit und die Gesellschaftsformen. Zur einprägsamen Kulisse hat R. Rausch genauso einprägsame Persönlichkeiten in seinem historischen Roman erschaffen. Und nicht nur die Opfer hinterlassen eine Handschrift. Zwielichtig, bestialisch, korrupt und machthungrig. Bei der Ausformung und Darstellung der einzelnen Charaktere aus Haupt- und Nebenrollen hat der Autor aus den Vollen geschöpft. Meinung:Nachdem mit auf der Suche nach einem richtig guten historischen Roman war, und ich in der letzten Zeit dem Genre sehr zugetan bin, habe ich mich über den Buchtipp des Verlages besonders gefreut, da dieser mir voll und ganz gerecht wurde. Ein Autor mit Anspruch und glaubwürdiger Recherche. Zuerst möchte ich die unglaubliche Komplexität und Verstrickung der vielen Handlungsstränge loben, die zwar verwirrend erscheinen, aber bei Beenden des Romans ein gelungenes und stimmiges Bild erweisen. Hier ist einmal der Umgang mit den hiesigen Sitten, die Schauplätze, die Kleider und Speisen, die Wortwahl und die nahen und intensiven Dialoge, der Hass, der Verrat, die Gesetze und Kaltblütigkeit, der Glaube und vor allem der Aberglaube… Zwischen all dem Verderben wächst eine zarte Liebe. Hier hat Autor Roman Rausch sehr genau auf das Ausmaß geachtet um nicht in einen Liebesroman abzuschweifen und ich finde es ist ihm sehr galant gelungen. Eine perfekte Mischung und ein perfekter Mix aus zwei wichtigen Säulen, auf denen dieser historische Roman gebaut ist.Ich wurde unterhalten, durfte gespannt die Dinge verfolgen, wurde in die Irre geführt und fühlte mich in das Geschehen samt Nervenkitzel eingebunden. Mit dem Scharfhirten und Überlebenskünstler Hans konnte ich sehr gut nachempfinden. Autor R. Rausch bedient viele historische Fakten und bewegende Emotionen und glänzt mit späteren Spannungsspitzen und Erholungsinseln und Überraschungen und den vielen Problemen der vergangenen Zeit und auch den Problemen auf den Weg der Machenschaften und Intrigen und der Kirche. Und das vor wahrem Hintergrund. Da sein Werk absolut ehrlich und überzeugend wirkt, und mich das Buch nach einer Aufwärmphase im weiteren Verlauf mitreißen und vor allem informieren konnte, gebe ich gerne einen Lesetipp und eine Empfehlung weiter! Der Autor:"Roman Rausch, 1961 in Würzburg geboren, arbeitete nach dem Studium der Betriebswirtschaft im Medienbereich und als Journalist. Für seine Trilogie um den Kommissar Johannes Kilian wurde er 2002 auf der Leipziger Buchmesse mit dem Book on Demand Award ausgezeichnet. Heute lebt er als Autor und Schreibcoach in Würzburg und Berlin."Zum Cover:Das Cover ist eine stimmige Einladung zum spannenden und historischen Roman. Stimmig gewählt und dem Genre entsprechend. Die Farbwahl gefällt mir gut, so erkennt man das Genre auf dem ersten Blick. Das Konzept passt zu seinem anderen Buch „Die letzte Jüdin von Würzburg“ und hat Wiedererkennungswert. Fazit:Das Buch lässt mich zurück, mit einem wirklich positiven Gefühl für einen sehr gut recherchierten und mit Herzblut geschriebenen Roman im Mittelalterlichen Franken des späten 15. Jahrhunderts. Auf einer wahren Säule beruhend. Komplex, anspruchsvoll und informativ. 4 verdiente Sterne!

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    • 10
    clary999

    clary999

    26. March 2016 um 20:56
  • Ein Buch über eine wenig bekannte historische Person

    Der falsche Prophet
    Curin

    Curin

    26. March 2016 um 19:12

    1476: In einem kleinen Ort namens Niklashausen soll dem einfachen Schafhirten Hans Behem die Muttergottes erschienen sein und ihm aufgetragen haben, gegen die herrschende Macht der hohen Herren und der Geistlichen aufzubegehren. Bald strömen von überall her die Menschen zu dem neuen Wallfahrtsort und beginnen sich auf- zulehnen. Doch dies ist besonders den umliegenden Bischöfen ein Dorn im Auge... . Dem Autor Roman Rausch ist es mit diesem historischen Roman gelungen, die mir bis dahin noch unbekannte historisch belegte Person Hans Behem und deren Versuch, sich gegen die Obrigkeit zu wehren,nahe zu bringen. Zu Beginn des Buches man direkt mit dem Leid der Bevölkerung konfrontiert und bekommt so einen echten Einblick in das Leben der gewöhnlichen Dorfbewohner, die sich für ihre Herren zu Tode schuften und sich ihr Seelenheil teuer bei der Geistlichkeit erkaufen müssen. Dieser Hintergrund mit all den Missständen bietet den Nährboden für Hans Behems revolutionäre Reden und gewissermaßen eine Erklärung für seinen Erfolg bei den Menschen. Hans Behem ist ein Protagonist, der als einfacher und ungebildeter Schafhirte direkt aus dem einfachen Volk stammt und in Niklashausen als Spaßmacher und als Frauenheld bekannt ist. Während er mir am Anfang noch sympatisch war, entwickelt er sich im Laufe der Handlung immer mehr zu einem übermütigem und betrügerischen Menschen, der den Blick für die Realität völlig verliert. Die Handlung selbst war für mich interessant und spannend. Besonders gut fand ich, dass der Autor immer wieder an den passenden Stellen Erklärungen zu bestimmten Dingen wie z.B dem Handel mit angeblich religiösen Gegenständen aufführt. Roman Rausch schreibt flüssig und versteht es, aus vorgegebenen historischen Fakten eine unterhaltsame und spannende Handlung zu entwerfen. Er hat es geschafft, ein glaubhaftes Bild von Hans Behem zu konstruieren. Insgesamt hat mich ,, Der falsche Prophet" wunderbar unterhalten. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter.

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  • lesenswerter historischer Roman über eine religiöse Bewegung im Jahre 1476.

    Der falsche Prophet
    irismaria

    irismaria

    26. March 2016 um 18:26

    Ich habe von Roman Rausch schon "Die letzte Jüdin von Würzburg" gelesen und auch bei „Der falsche Prophet“ eine gut recherchierte Geschichte, die auf historischen Tatsachen beruht, erwartet und wurde nicht enttäuscht. Rausch entführt die Leser ins ausgehende 15. Jahrhundert nach Franken. Die Zeit ist geprägt von Armut beim einfachen Volk und Prunksucht bei Adel und Klerus. die Menschen suchen ihr Heil in Reliquien, Ablässen, Wallfahrten und abergläubischen Praktiken. Hauptfigur ist der Schafhirte und Musiker Hans Behem, auch der Pfeifer von Niklashausen genannt. Er berichtet von einer Marienerscheinung und setzt eine unglaubliche Wallfahrtsbewegung in das kleine fränkische Dorf Niklashausen in Gang. Als er beginnt, seine Anhänger gegen die Obrigkeit aufzustacheln, planen die Landesherren, ihn zu vernichten. Hans Behems Geschichte ist historisch belegt, was den Roman einerseits besonders interessant macht, andererseits ist etwa das Ende absehbar. Der Roman ist fesselnd geschrieben und die Personen lebendig dargestellt, auch wenn mir eine Figur, die mir ans Herz gewachsen ist, diesmal gefehlt hat. Denn es zeigt sich, dass der Pfeifer und seine Gefährten letztlich genau so auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind wie diejenigen, die sie bekämpfen. Quasi nebenbei erfährt man viel über das Leben der damaligen Zeit. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.Mein Fazit: ein lesenswerter historischer Roman über eine religiöse Bewegung im Jahre 1476.

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  • Die spannende Geschichte des Hans Behem wie sie wirklich gewesen sein könnte...

    Der falsche Prophet
    unclethom

    unclethom

    25. March 2016 um 17:49

    Roman Rausch beschreibt in seinem Roman die wohl wichtigste Episode im Leben des Hans Behem oder auch Hans Böhm im Jahre 1476. Hans Behem war zu seiner Zeit auch bekannt als der Pfeifer von Niklashausen . Er schwang sich im Jahr 1476 zum Prediger auf und versprach den Wallfahrern, in das bis dahin unbedeutende Niklashausen, im Namen der Jungfrau Maria, vollkommenen Ablass von ihren Sünden, predigte gegen die Gier der Fürsten und die der hohen Geistlichkeit. So gelang es ihm mehrere Zehntausend Menschen um sich zu scharen. Soviel zum tatsächlich geschehenen.Roman Rausch ist es gelungen aus dieser Geschichte einen wirklich sehr schönen Roman zu spinnen und es zu visualisieren wie es denn hätte sein können damals.Sehr gut hat er die Atmosphäre der damaligen Zeit dargestellt, so dass man als Leser das Gefühl hat dabei zu sein, anstatt nur der Zuschauer am Rande zu sein. Die Figuren wirken durchweg sehr glaubhaft und lebendig. Die Schauplätze sind sehr plastisch beschrieben und man hat das Gefühl inmitten der Menschenmassen den predigten des Hans Behem zuzuhören. Sehr schöne Dialoge runden das ganze ab so, dass man eine wirklich sehr gelungenen historischen Roman in den Händen hält, der den Leser aufs Beste unterhält. Der Schreibstil des Autoren schafft es in meinem Kopf Bilder zu erzeugen, die wie ein farbenfroher Kinofilm vor meinem inneren Auge abgelaufen sind und nicht endeten bis zur letzten Seite. Begann das Buch eher ruhig und beschaulich, wurde es je mehr Wallfahrer Hans Behem folgten, immer spannender, bis hin zum tollen Finale.So komme ich in der Summe auf 4,5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.

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  • Gelb- Weise Invasion

    Der falsche Prophet
    Postbote

    Postbote

    Anno 1476 im lieblichen Taubertal.  Es gibt zu der Zeit sehr viele Bauern. Sie haben Felder um zu ernten, sie haben Viecher zum melken und schlachten. Doch sie leiden mehr Hunger, als man denkt. Vor allem leiden sie an den vielen unwürdigen  Abgaben ihrer oberen Herren. Diese leben in Saus und Fülle des Lebens und sie haben kein Mitleid mit den Bauern.Doch es geschieht eine gemeine Ungerechtigkeit. Hans Behem der Schafhirte, aus Niklashausen, wird von einer Oberen Herrin erst verführt und dann zu einer Schandtat angestachelt. Sie verspricht ihm gutes Geld dafür. Hans handelt in seiner Naivität und merkt erst hinter her das er benutzt wurde. Die Herrin gibt ihm weder das Geld, noch seine Ehre zurück.Hans hatte zuvor, während eines Gewitters, die Mutter Gottes erblickt. Dadurch kann er sich fast nicht mehr in Niklashausen sehen lassen. Er ist als Ketzer verufen. Er versteckt sich erst einmal. Seine " Freundin" Elsbeth wird gefangen genommen, geschlagen, getreten obwohl sie schwanger war. Sie sollte erzählen wo Hans ist. Sie wusste es ja nicht. Durch einen mutiges zurück kehren von Hans, nach Niklashausen hatte er die ganze ungerechte Gewalt gegen Elsbeth mit erleben müssen. Sie stirbt leider an den Folter folgen.Pfaffen waren mit dabei bei der Folter. Elsbeth stirbt einen ungerechten Tot.Hans ist am Boden zerstört und verbittert.Doch seine "Schandtat" und seine Begenung mit der Mutter Gottes verändern Hans. Hans redet weiter, wegen der Ungerechtigkeiten, der verdorbenheit der Priester und ihrem frivolen leben in Badehäusern. Er redet und redet. Eins musste man ihm lasssen. Die Leute hörten ihm zu und sie glaubtem ihm. Es entstand eine Mund zu Mund Propaganda das man sich zu der Zeit kaum vorstellen konnte, was Hans der Jüngling für ein guter Mensch sei. Tausende Menschen strömten in das Tal nach Niklashausen, das nun zu einem Wallfahrtsort geworden ist, um die Reden des Propheten zu hören und sehen. Hans ist immer mehr von sich und seiner Einstellung überzeugt. Vor allem richtet er gegen die Pfaffen. Die Wallfahrer stimmen Lieder an, Schlagt die Pfaffen Tot, ein Lied der Unterdrückten. Von Tausenden Menschen sind es dann  Zehntausende und es werden immer mehr. Hans wird gefeiert wie ein Popstar.Sicher blieb das der Obrigkeit nicht verborgen was da abgeht. Und sie wissen alle eins, sie wollen wissen wer der neue Messias ist und er soll vernichtet werden. Hans wird sich seiner Gefahr bewusst, er verändert sich nochmals. Und er bekommt treue Beschützer an seine Seite. Die Geschichte vom falschen Propheten ist wahr. Es gab diesen Hans tatsächlich der heute fast vergessen ist.Roman Rausch hat ihn in seinem Roman Ereignisreich und Mitreisend lebendig gemacht. Oft habe ich mich beim lesen im Getümmel der Wallfahrer, als Neuzeitmensch, gesehen. Dachte mir, wie hat Hans es geschafft, so viele Menschen zu überzeugen. Vor allem hätte einer gedacht das zu der Zeit, Bauern und Menschen aus der Unterschicht sich auf eine Wallfahrt bewegen würden? Nein, das dachte ich so nicht. Diese Bedeutung einer Wallfahrt hat der Autor, kurz, übersichttlich und verständlich mit in den Roman mit eingebaut. Das hat mir positiv, erfrischend zugesagt, da es für mich ein unbekanntes Gebiet des Wissens war. Desgleichen ein kurzer Text zum Thema Badekultur im Mittelalter. Heute eher die Ähnlichkeit eines Swingersclub.Den Handlungsträngen und dem Schreibstil konnte ich gut folgen. Die Geschichte prägt in ihrem Prädikat, Unglaublich aber wahr.Was Hans Behem bewegt hat und vielleicht noch bewegen tut kann man im Anhang nachlesen. Hier bekommt man einige Antworten auf Fragen. Ein Hans Behem der es verdient hat, der durch diesen Roman wieder lebendig wird.Eine gute Wahl des Autors ihn hier zu erwähnen. 4 Punkte von mir.     

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    • 2
  • Rezension zu "Der falsche Prophet" von Roman Rausch

    Der falsche Prophet
    dorli

    dorli

    22. March 2016 um 13:12

    In seinem historischen Roman „Der falsche Prophet“ nimmt Roman Rausch den Leser mit auf eine Reise in das 15. Jahrhundert nach Franken und erzählt die Geschichte des Schafhirten und Spielmannes Hans Behem, dem „Pfeifer von Niklashausen“.Roman Rausch hat die historischen Ereignisse vom Frühjahr und Sommer 1476 in dem kleinen fränkischen Dorf Niklashausen mit einer spannenden Geschichte verknüpft und ein umfassendes und glaubwürdiges Bild der damaligen Geschehnisse gezeichnet.Das ausgehende Mittelalter ist eine schwierige Zeit. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft weit auseinander – die arme Bevölkerung wird von den Reichen drangsaliert und ausgebeutet. Das ist auch in Niklashausen nicht anders – die Unterdrückten lechzen nach besseren Zeiten, sehnen sich nach einem Weg aus ihrer Not. Hans Behem versteht die Menschen mit seiner fröhlichen Musik für sich einzunehmen. Diese Beliebtheit des unbedarften jungen Mannes will die gewiefte Freifrau Clarissa von Winterfeld für ihr politisches Intrigenspiel ausnutzen. Sie verspricht ihm für ein kleines Schauspiel eine fürstliche Belohnung. Hans geht darauf ein, erhofft sich eine bessere Zukunft für sich, seine Geliebte Elsbeth und sein ungeborenes Kind. Zu spät bemerkt Hans, dass er ausgetrickst wurde. Als Elsbeth stirbt, sinnt er auf Rache und verbündet sich mit dem Begarden Jeronimus, dem Dorfpfarrer Ulrich und der Bademagd Magdalena. Die Vier inszenieren ein „Wunder“, das überzeugend auf ihre Mitmenschen wirkt. Als Bote der Jungfrau Maria verspricht Hans den Armen Gerechtigkeit. Die Nachricht von dem Wunder, dass ein Ende der Knechtschaft verheißt, kommt gerade recht - die Menschen glauben Hans und ziehen ins Taubertal, um den „heiligen Jüngling“ sprechen zu hören. Roman Rausch macht es mir leicht, die Euphorie der Menschen damals nachzuvollziehen. Hans fasziniert die Massen, seine klaren Worte sind mitreißend. Kaum jemand stellt das angebliche Wunder, dass die heilige Mutter Gottes zu Hans gesprochen hat, infrage, zu groß ist der Wunsch nach Veränderung, nach einem Leben ohne Leid und Elend. Hans und seine Mitstreiter haben Erfolg - was als gut inszeniertes Schauspiel begonnen hat, wird zu einer ungeahnten Massenbewegung, wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht im ganzen Land. Doch der Erfolg hat auch Uneinigkeiten im Gepäck, die die vier Gefährten schon nach kurzer Zeit mehr und mehr auseinander driften lassen.Besonders gut gefallen hat mir, wie Roman Rausch die Wandlung des jungen Hans Behem schildert. Ein ungebildeter Spielmann und Herumtreiber, der aus dem Nichts kommt, der es versteht, den Menschen Hoffnung zu geben, dem sein kometenhafter Aufstieg zu Kopf steigt, der irgendwann seine eigenen Lügen glaubt, der sich schließlich unantastbar fühlt. Hans wird unvorsichtig und es kommt, wie es kommen muss: Er bezahlt teuer für seine aufrührerischen Reden. Auch das Verhalten der Bischöfe und Landesherren wird nachvollziehbar dargestellt. Diese beobachten die Vorgänge im Taubertal zunächst gelassen und rangeln darum, wer für die Angelegenheit zuständig ist. Erst als zigtausende Menschen nach Niklashauen strömen und der Schlachtruf „Schlagt die Pfaffen tot!“ immer lauter wird, greift die Obrigkeit ein. Mit Unterstützung eines Verräters aus Hans’ engstem Umfeld ist der Aufruhr schnell beendet und damit auch Hans’ Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit.„Der falsche Prophet“ hat mir sehr gut gefallen. Ein historischer Roman, dem man die intensive Recherche anmerkt; ein Buch, das sehr realistisch den Aufstieg und Fall eines mittelalterlichen Revolutionärs dargestellt - empfehlenswert für Leser, die sich für die deutsche Historie interessieren.

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  • Vom Schafhirten und Spielmann zum falschen Propheten

    Der falsche Prophet
    vielleser18

    vielleser18

    22. March 2016 um 11:37

    Es gab ihn wirklich: Hans Böhm oder Hans Behem, den falschen Propheten aus Niklashausen. Aber bevor der zukünftige Leser googelt, sollte er das Buch unbefangen lesen, damit die Spannung erhalten bleibt.Wir sind am Ende des Mittelalters, kurz bevor Martin Luther (geb. 1483) geboren wird. Es ist das Jahr 1476. Das "niedere Volk" auf dem Land hungert. Schlechte Ernten, aber vor allem die Abgaben und Frondienste lassen ihnen kaum genug zum Leben. Auf der anderen Seite sind es die Herrscher, die oft genug in Saus und Braus leben.  Viele Pfarrer und Bischhöfe leben weder arm noch keusch, sondern versuchen - nur zum eigenen Nutzen - noch das Letzte aus der Bevölkerung herauszupressen. Ablassbriefe, Reliquienhandel sind hier nur Schlagworte. Wen mag es da verwundern, dass es irgendwann ein Mann geschafft hat Massen zu begeistern, Massen zu bewegen und eine gefährliche (Umsturz)Stimmung zu erzeugen ? Hans, der Schafhirte, ist ein einfacher Mann, des Lesens und Schreibens nicht kundig, doch er lässt sich in einem falschen Spiel um Macht missbrauchen und das hat tödliche Folgen - nicht für ihn, doch die Saat ist gelegt. Er sinnt auf Rache und hat dabei mit dem Eremiten Jeronimus, dem örtlichen Pfarrer Ulrich und der Badefrau Magdalena Gefährten, die ihm  aus unterschiedlichen Gründen  zur Seite stehen. Gemeinsam ersinnen sie eine schier unglaubliche Geschichte, die aber glaubhaft durch Hans insziniert wird. Die Saat geht auf, die Massen werden bewegt und das ganze fängt an sich eigenständig zu entwickeln. Und Hans ? Der blüht auf, er geht in seiner Rolle auf, er glaubt was er spielt und fühlt sich berufen. Er kann immer mehr Menschen überzeugen, das schreckt die politischen und geistlichen Herrschaften auf. Es wird gefährlich. Und dann gibt es auch noch Zwietracht untereinander......Roman Rausch hat die Geschichte des "Pfeifers von Niklashausen" recherchiert, sie war lange Zeit fast in Vergessenheit geraten.  Durch diese Einbettung in diesen fiktiven historischen Roman, wird sie fast wieder lebendig. Es ist eine alte Geschichte, dennoch eine, die sich so oder so immer wieder wiederholt oder wiederholen kann. Wenn die Umstände so sind, dass die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinanderklaffen, sind Konflikte und Unruhen unumgänglich. So wie hier, wo Hans, in seinen Reden die Massen auf die Ungerechtigkeit hinweist, sie ermutigt sich aufzulehnen gegen Gesetzte und Vorschriften. Und das unglaubliche daran - aber es ist belegt - er hat es geschafft in der damaligen Zeit Zehntausende zu bewegen eine Wallfahrt in das Taubertal zu machen.Ein Roman, der sich anders liest als viele anderen, da man im Hinterkopf immer im Kopf hat, dass es diesen Menschen wirklich gegeben hat. Ob seine Beweggründe, die ihm der Autor hier hinein interpretiert, wirklich so waren, ist natürlich rein spekulativ. Die Geschichte musste - um interessant erzählt zu werden - ausgeschmückt und gefüllt werden. Dies ist dem Autor auch gut gelungen. Eingebettet in die Geschichte gibt es noch drei kleinere Abschnitte (eine Ballade, eine Ausführung zum Thema historische Wallfahrten, ein Gebet und im Epilog die 12 Artikel von Memmingen), dazu am Ende einen Nachtrag des Autors zu Dichtung und Wahrheit über Hans Behem. Anfangs hatte ich ein paar Schwierigkeiten die politischen Spielchen zu durchschauen, dennoch kann man als Leser dieser Geschichte gut folgen und sich mitreissen lassen. Der Sprach- und Schreibstil von Roman Rausch ist flüssig und man kann sich vieles bildhaft vorstellen. So bekommt man ein Leser einen Eindruck, wie es damals ausgesehen haben könnte im Taubertal oder in Würzburg. Die Geschichte zeigt die bettelarmen Dörfer, aber auch die Badestuben, in denen es sich die, die es sich leisten konnten, nicht nur zum Baden hinbegaben.  Vor allem aber hat er es geschafft die Geschichte so zu erzählen, dass sie glaubhaft erscheint, dass es sich so abgespielt haben könnte. Fazit:Ein gut erzählte und mit Spannung versehene Geschichte rund um eine interessante Figur aus dem 15. Jahrhundert. 

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  • Schlagt die Pfaffen tot

    Der falsche Prophet
    eskimo81

    eskimo81

    Im Jahr des Herrn 1476 lassen Hunger und Frondienst die Bauern verzweifeln, während die Herren im Reichtum schwelgen. Eines Tages steht der Schafhirte Hans Behem vor der Tür - die Muttergottes ist ihm erschienen - er zettelt ein Aufstand an. Obwohl er weder lesen noch schreiben kann, kann er eines, die Menschen überzeugen. Tausende - Abertausende pilgern nach Niklashausen Die grossen Herren können das natürlich nicht dulden, Hans muss wegAuf dem Rückentext steht: "Glaube, Liebe, Gewalt - ein grosser Roman aus dem Mittelalterlichen Franken"Leider hat sich das für mich zu wenig bewahrheitet. Roman Rausch hat einen speziellen und sehr interessanten Schreibstil, aber manchmal einfach so komplex, dass ich teilweise Abschnitte drei Mal lesen musste, um einigermassen etwas von der Geschichte zu verstehen. Das nahm sehr oft den Lesefluss. Leider schlichen sich auch noch ein paar kleinere Fehler ein, die das ganze auch nicht vereinfachten. Die Geschichte ist auf eine reale Person abgestützt - das macht das ganze wieder interessant. Auch gefällt mir sehr gut, dass sehr viele geschichtliche Blöcke einfliessen. Gut, die Blöcke dürften am Schluss stehen (nicht zwischen der Geschichte) aber das ist sicherlich Ansichts- und Geschmackssache. Irgendetwas fehlte mir, die Spannung, die Faszination? Ich kanns nicht fassen. Im Grundsatz war es für mich einfach kein pures Leseerlebnis. Eben weil ich oftmals Passagen mehrfach lesen musste... Fazit: Ein realer historischer Roman - für mich aber etwas zu komplex geschrieben, so dass kein richtiger Lesefluss entstehen konnte. Viele Fragezeichen, viel Unverständnis... Schade, ich denke, man hätte viel mehr aus der Geschichte rausholen können...

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    • 7
  • Heiliger oder Scharlatan

    Der falsche Prophet
    kubine

    kubine

    Taubertal 1476: Der junge Hans Behem, ein Musikant und Schafhirte, genießt sein sorgenfreies Leben. Während die Bauern durch einen kalten Winter, eine schlechte Ernte und den Abgaben an die Lehnsherren und die Kirche, hungern und verzweifeln, sind seine Gedanken nur bei seiner schwangeren Liebschaft Elsbeth. Als sie stirbt, ist Hans außer sich. Er will es den Mächtigen heimzahlen. Und so behauptet er, Maria, die Mutter Gottes wäre ihm erschienen und er soll gegen die Ungerechtigkeit predigen. Die Menschen glauben ihm, kommen von weit her, um den fränkischen Messias zu hören. Bald glaubt Hans selbst, wirklich der Auserwählte der Gottesmutter zu sein und seine Predigten werden immer radikaler. „Schlagt die Pfaffen tot“ wird zum Schlachtruf, den die Bischöfe aus Mainz und Würzburg nicht länger ignorieren können...Die Person Hans Behem hat es wirklich gegeben, doch heute ist sie an der ehemaligen Wirkungsstätte fast vergessen. Roman Rausch setzt dem „Pfeiffenhans“ mit seinem neuen Roman ein Denkmal und holt ihn aus dem Dunkel der Geschichte wieder an Licht.Hans, jung, naiv und gutgläubig gerät durch Zufall in die Mühlen der Politik der damaligen Zeit. Eigentlich ist er nur eine Schachfigur in einem Spiel, bei dem es um Macht und Einfluss geht. Die Folgen sind dramatisch. Aus Rache, vor allem an der Kirche, denkt er sich mit ein paar Helfern eine Scharade aus, die bald schon eine Eigendynamik entwickelt. Er spricht das aus, was viele Leute denken. Die Leute hören ihm, dem Taugenichts, zu, kommen um ihn zu sehen, sich von ihm segnen und heilen zu lassen. Er wird gefeiert wie ein Popstar. Was als gut durchdachtes Schauspiel angefangen hat, nimmt immer mehr Konturen an, die Reden wider der Obrigkeit werden immer radikaler – und Hans immer größenwahnsinniger. Er verprellt seine Mitstreiter, fühlt sich unantastbar. Mit der Person des Hans Behem bin ich nicht richtig warm geworden. Er macht eine große Wandlung durch – in kürzester Zeit. Das beruht auf realen Gegebenheiten, entspringt nicht der Fantasie des Autors, aber ich kann seine Handlungen, seine Obsessionen, nicht immer nachvollziehen.Auch unter Beachtung der auslösenden Faktoren – wahrscheinlich bin ich dazu in der falschen Zeit geboren. Die Nebenfiguren sind da schon interessanter. Der Dorfpfarrer, ein Begarde, der Hans' Mentor war und eine Magd unterstützen Hans. Jeder verfolgt dabei auch seine eigenen Ziele. Darüber zerbricht das Quartett, was letztendlich mit zum Untergang von Hans führt. Allerdings kommt mir ihr Schicksal, mit Ausnahme der fiktiven Magd Magdalena, etwas zu kurz. Auch über die Gefühlswelt des Pfarrers und des Begarden erfährt man relativ wenig. Das mag an den historischen Überlieferungen liegen und dem Spagat, den ein Autor vollziehen muss, ohne die realen Geschehnisse zu verwässern. Man erfährt zwar zum Schluss noch ein wenig darüber, trotzdem bleiben Fragen offen.Höchst interessant fand ich dagegen die damaligen Lebensumstände, die der Autor gekonnt vermittelt. Nicht nur die, der armen Bevölkerung, auch des Adels und des Klerus. Badehäuser und Badeorgien scheinen damals in Mode gewesen zu sein – etwas, was ich in dem Ausmaß in Deutschland so nicht vermutet hätte. So etwas brachte ich bisher nur mit dem alten Rom in Verbindung, nicht wirklich mit dem Leben in Deutschland im 15. Jahrhundert. Auch die sehr komplexe politische Situation wird verständlich geschildert. Gerangel um Zuständigkeiten und Kompetenzen, die Angst der Obrigkeit vor einem Flächenbrand (der ein paar Jahre später trotzdem ausbrach) und der Ruf nach Gerechtigkeit - Themen, die auch heute aktueller denn je sind. Roman Rausch hat daraus eine faszinierende und auch spannende Geschichte gemacht. Zwar sind einige Szenen, die durchaus Parallelen zum echten Messias aufweisen, für meinen Geschmack etwas zu übertrieben, und weitere kleinere Kritikpunkte (siehe oben) vorhanden, aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Wer ein Stück vergessener deutscher Geschichte erleben möchte, ist hier genau richtig und wird sicher Freude am Lesen haben.

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    • 2
    Floh

    Floh

    20. March 2016 um 16:55
  • Ich bin leider nicht wirklich in der Geschichte angekommen

    Der falsche Prophet
    hasirasi2

    hasirasi2

    Franken im späten 15. Jahrhundert: Die Bauern arbeiten sich im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode, während sich die Reichen und Mächtigen in ihren Badezubern vergnügen und dabei Umsturzpläne schmieden. Um das zu erreichen, bräuchten sie allerdings ein Wunder. Auch die Geistlichen sind oft nur an ihrem Verdienst interessiert und betrügen die Gläubigen mit gefälschten Reliquien etc.Der Schafhirte und Flötenspieler Hans ist ebenfalls unzufrieden mit der Situation und lässt sich von einer adeligen Dame dazu benutzen, eine Marienerscheinung zu inszenieren. Als infolgedessen seine Gefährtin stirbt, sinnt er auf Rache. Da er für diese Geld braucht, arrangiert er mit seinen Freunden noch eine Marienerscheinung und hat Erfolg. Hans ist ein perfekter Schauspieler, er kann die Menge fesseln und begeistern. Sein Slogan ist: „Schlagt die Pfaffen tot.“ Es kommen immer mehr Wallfahrer, am Ende 40.000. Dabei entgleitet er seinen Freunden, hält sich nicht an die Absprachen. Bald wähnt er sich gottgleich und wird größenwahnsinnig, denn inzwischen akzeptieren und unterstützen ihn die Menschen aller Stände. Derweil überlegen die Kirchenoberen und weltlichen Herrscher, wie sie Hans heimlich und unauffällig beseitigen können, ohne einen Bauernaufstand auszulösen ... Sehr schön fand ich die Beweggründe und Entwicklung der Figuren.Hans erscheint zu Beginn sehr gutgläubig und unbedarft. Als seine Predigten Erfolg haben, wird er zum Erfolgsmenschen, extrem selbstgefällig. Aber er wird auch klüger, handelt intuitiv und schafft es, wahre Menschenmassen zu beeinflussen und zu begeistern.Seine Freunde verfolgen alle ihre ganz eigenen Ziele und begreifen erst sehr spät, welches Ausmaß die Wallfahrtsbewegung nicht nur in ihrem kleinen Dorf inzwischen hat. Der Begarde Jeronimus will die Welt auf den Kopf stellen, Pastor Ulrich seine Dorfkirche zu einem Wallfahrtsort ausbauen und Magdalena will Hans (als Mann).Hans Gegenspieler Markgraf Albrecht von Brandenburg ist brutal und nur auf seine Herrschaft fixiert – ein Machtmensch. Und auch die Kirchenoberen wie z.B. der Würzburger Bischof sind keine Menschenfreunde, sondern wollen nur ihre Pfründe retten. Die Geschichte rund um den Pfeifferhannes lässt sich flüssig lesen, doch mir kam die Spannung zu spät auf und ich konnte die religiöse Hysterie nicht immer nachvollziehen. Vielleicht bin ich deshalb nicht wirklich im Buch angekommen. Dabei muss man aber auch berücksichtigen, dass es sich hier um die Geschichte einer realen historischen Persönlichkeit handelt. Mein Fazit: Ein Buch für eingefleischte Historienfans und Ortskundige.

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    • 7
  • Mein Leseeindruck

    Der falsche Prophet
    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    19. March 2016 um 10:50

    Da ich ein absoluter Cover-Käufer bin, war ich von diesem Buch direkt hingerissen. Ein schönes, interessantes und fassentenreiches Motiv, das mir viel Historie und gute Unterhaltung versprach.  Ganz klar, dass ich nach dem lesen des Klappentextes unbedingt dieses Buch haben wollte. Da ich den Autor bereits von anderen historischen Romanen kannte, war ich mir sicher, auf ein Buch für vergnügliche Lesestunden zu stoßen. Aber beginnen wir von vorn. [Achtung Spoilergefahr] Alles beginnt Anno 1476 in dem kleinen Örtchen Niklashausen. Ein Dörfchen, in dem, wie zu dieser Zeit üblich, die Bürger kaum genug zu essen hatte, und die Obrigkeit schlemmen konnte. Die Unzufriedenheit der einfachen Leute nimmt immer mehr zu, da auch die Hungersnot immer ausgeprägter wird. In diesem kleinen Örtchen lebt auch der Pfeiferhannes, wie er liebevoll genannt wird. Er wirkt etwas einfältig, aber scheint doch das Herz auf dem rechten Fleck zu haben. Leider wird diese Einfältigkeit von der Obrigkeit auch ausgenutzt und bleibt nicht ohne Folgen. Schwerwiegende Folgen! Doch mehr möchte ich über den Inhalt gar nicht verraten. Ich musste beim Lesen leider immer wieder feststellen, dass man sich bei den Ausführungen sehr ausschweifend über die Personen und die Örtlichkeiten bezogen hat, was für mich die Geschichte zum stocken brachte. Möglicherweise würde ich anders empfinden, wenn mir sowohl Protagonist als auch der Wallfahrtsort bekannt gewesen wären. Zudem habe ich einige logische Fehler in diesem Buch gefunden, die meinen Lesefluss auch immer wieder gehemmt haben. - Fazit - Wer gerne historische Romane liest, wird gerne zu diesem Buch greifen. Allerdings sollte man wissen, dass es einer Biografie gleicht. Eigentlich hatte mir die Geschichte gut gefallen, aber mir fehlt so ein bisschen das Besondere. Der Kick! Der Anreiz weiter zu lesen! Aus diesem Grund bewerte ich mit 3 Sternen.

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  • Hans Behem, der Pfeifer von Niklashausen - Ketzer oder Heiliger?

    Der falsche Prophet
    Wildpony

    Wildpony

    Der falsche Prophet - Roman Rausch Kurzbeschreibung Amazon: Glaube, Liebe, Gewalt – Ein großer Roman aus dem mittelalterlichen Franken Im Jahr des Herrn 1476 lassen Hunger und Frondienst die Bauern am Leben verzweifeln, während die Herren im Reichtum schwelgen. Da steht eines Tages der Schafhirte Hans Behem in der Tür der Niklashäuser Kirche: Die Muttergottes sei ihm erschienen und habe ihm befohlen, gegen die drückende Fronherrschaft wie gegen die Verderbtheit der Priester zu predigen. Und Hans, der weder lesen noch schreiben kann, hat eine Gabe. Wenn er spricht, hören ihm alle zu. Die Menschen glauben, was er sagt. Tausende, Abertausende strömen bald nach Niklashausen und machen aus dem unbedeutenden Dorf im Taubergrund einen riesigen Wallfahrtsort. Die Botschaft des fränkischen Messias – Schlagt die Pfaffen tot! – wird zum Schlachtruf aller Unterdrückten. Das kann die Obrigkeit nicht länger dulden. Hans muss beseitigt werden, notfalls mit Hilfe eines Verräters aus den eigenen Reihen … Mein Leseeindruck: Ein wahres Feuerwerk eines historischen Romans hat Roman Rausch mit "Der falsche Prophet" wieder zur Papier gebracht und mich in die Geschichte meiner Heimatgegend, nämlich des schönen Taubertals, eintauchen lassen. Der Hauptprotagonist Hans Behem ist eine tatsächliche historische Figur, die 1476 in kleinen Ort Niklashausen gelebt hat. Er wird als bildschöner Jüngling beschrieben, aber ein wenig einfältig in seiner Art und ein begabter Spielmann. Die Frauen haben ihn vergöttert und er pflegte auch eine Freundschaft zu dem Eremiten Jeronimus und dem Dorfpfarrer Ulrich. Seine große Liebe ist die Dorfhure Elsbeth, die seines Glaubens auch sein Kind trägt. Die Bevölkerung leidet bittere Not, während die Fronherren wie z.B. der Graf von Wertheim, die Klosterbrüder von Kloster Bronnbach und die Herren zu Würzburg in Saus und Braus lebten.Diese Ungerechtigkeit konnte sich Hans nicht weiter gefallen lassen und so erzählte er die Geschichte eines Wunders, das ihm die Heilige Jungfrau Maria erschienen ist und ihn zu ihrem Werkzeug gemacht hat. Diese Inszenierung griff rasend schnell um sich und er stand plötzlich im Focus der Öffentlichkeit und löste damit einen Wallfahrtskult nach Niklashausen aus, wie die anderen Wallfahrtsorte noch nie erlebt hatten. Er wurde ihr Held und der Mensch, der sie dazu aufrief sich von der Fronherrschaft zu befreien. Auch heute ist sein Ruf noch legendär: Schlagt die Pfaffen tot..... Wollt ihr wissen wie es mit Hans und seinen Anhängern weiter geht? Und wollt ihr ebenfalls die Geschichte des Ortes Niklashausen im Taubertal und seiner Wallfahrer erleben? Dann müsst ihr unbedingt diesen tollen historischen Roman lesen. Fazit: Mit diesem Buch hat der Autor Roman Rausch für mich wieder einen richtig tollen historischen Roman geschrieben. Da ich schon lange ein Fan seiner historischen Romane (u.a. Die letzte Jüdin von Würzburg, Die Kinderhexe, Die Kinder des Teufels) sowie seiner Kommissar Kilian Würzburg Krimis bin, habe ich mich schon sehr auf dieses Buch gefreut. Und was soll ich sagen? Der Autor konnte mich mal wieder voll überzeugen und ich hatte mit dem Buch wirklich schöne, spannende und auch lehrreiche Lesestunden. Daher absolut wohlverdiente 5 Sterne für das Buch und für den Autor Roman Rausch.

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    • 2
  • Scheinheiliger oder Revolutionär?

    Der falsche Prophet
    gusaca

    gusaca

    15. March 2016 um 17:55

    Der Autor hat in diesem Buch um die historisch reale PErson des Hans Behem eine fiktiven GEschichte entwickelt, die sich so oder ähnlich um 1476 in Niklashausen zugetragen haben könnte.Der LEser wird vom Autor prima mit in die damalige Zeit genommen. Man kann sich beim LEsen das damalige schwere LEben der einfachen LAndbevölkerung sehr gut vorstellen. Die Ungerechtigkeit und Skrupellosigkeit der REichen , die ungezügelte LAsterhaftigkeit des Klerus und die Hoffnungslosigkeit der armen BEvölkerung bietet den perfekten Nährboden für einen Scheinheiligen wie Hans BEhem.Der Luftikus Hans will zunächst nur den Tod seiner GEliebten rächen und wiegelt mit Hilfe angeblicher MArienerscheinungen das Volk gegen die Obrigkeit auf.Er prangert die herschenden Zustände an und verdient durch skurille Heiligenreliquien mit seinen Freunden gut daran.Eigentlich liegt es nur an den politischen Streitigkeiten der Bischöfe und Adligen von MAinz und Würzburg, die sich über die Zuständigkeiten nicht einigen können, das Hans so viele Leute um sich scharen konnte.Die Geschichte hat mich beim lesen richtig gepackt und ich mußte  einfach weiterlesen. Der Schreibstil , der historische GEgebenheiten der damaligen ZEit mit einer spannenden Geschichte verknüpft, gefällt mir sehr gut.Eine historisch fundierte und spannende GEschichte mit zwiespältig entwickelten  Charakteren , die den LEser aber auch gut unterhält.Hans , der sich vom Luftikus zum Rächer, vom Scheinheiligen zum Revolutionär entwickelt, dessen Ende abzusehen ist und doch noch nach seinem Tod einiges bewirkt.Eine spannende Charakterentwicklung, die in diesem Roman gut umgesetzt wurde.

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