Roman Rausch Die letzte Jüdin von Würzburg

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Inhaltsangabe zu „Die letzte Jüdin von Würzburg“ von Roman Rausch

Auf der Flucht vor einem Pogrom kommt das Mädchen Jaelle als Mann verkleidet nach Würzburg. Unter dem Namen Johan findet sie eine Anstellung in der Kanzlei des Bischofs. Der Rabbi der Würzburger Gemeinde bittet Jaelle, die Ohren in der Kanzlei offenzuhalten. Doch dann schickt der Bischof ausgerechnet "Johan" als Spion zu den Juden der Stadt. Als sich die Pest - und mit ihr Gerüchte von jüdischen Brunnenvergiftungen - der Stadt nähern, erwächst um die schöne Frau in Männerkleidern schreckliches Unglück .... Roman Rauschs Heldin Jaelle ist eine Fiktion - doch das Schicksal der Würzburger Juden ist es nicht.

Dieses Buch hat mich einfach nur sprachlos gemacht, die Geschichte an sich war spannend und hat mich bis zur letzten Seite gefesselt.

— LittleMissCloudy
LittleMissCloudy

Interessanter historischer Hintergrund, aber für mich mit zu vielen Längen und zu wenig ausgestalteten Charakteren. Schade...

— parden
parden

Wirklich erschütternd!

— MissJaneMarple
MissJaneMarple

Man mag kaum glauben, dass diese schrecklichen Ereignisse real sind. Spannend und informierend zugleich, trotz anfänglicher Spannungsflaute.

— Dorina0409
Dorina0409

Die zweite Hälfte war definitiv die bessere!

— MrsFoxx
MrsFoxx

Super Roman. Absolut lesenswert.

— Bakki
Bakki

Historischer Roman mit interessanten Hintergrundinformationen...

— Lesemaus_im_Schafspelz
Lesemaus_im_Schafspelz

Ein fesselnder historischer Roman, zu einem düsteren Kapitel der Würzburger Stadtgeschichte

— Klusi
Klusi

Ein lesenswertes Buch über die Judenverfolgung im 14. Jahrhundert.

— schafswolke
schafswolke

Sehr schöner historischer Roman mit Einblicken in das Leben der Juden im Mittelalter. Von Liebe, Hass und Macht

— Labradoria
Labradoria

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  • Rezensionen
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  • Lebendige und sagenhaft interessante Historik und bewegende Gefühle!

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    Floh

    Floh

    Autor Roman Rausch hat mit "Die letzte Jüdin von Würzburg" einen mutigen Schritt gewagt und das Schicksal einer jungen Jüdin einmal aus einer ganz anderen Perspektive und aus ganz anderen Beweggründen zu einem Roman verfasst. Für Liebhaber aller historischen Romane ist dieses Buch ein Goldstück im Bücherregal. Fundiert, bewegend, historisch und tiefgründig. Zum Inhalt: "Spionin am Löwenhof. Straßburg 1349: Als eine der wenigen aus der jüdischen Gemeinde entkommt die junge Jaelle lebend einem Pest-Pogrom. In Männerkleidern rettet sie sich nach Würzburg, wo sie den Berater des Bischofs kennenlernt, den mächtigen Michael de Leone. Der findet Gefallen an dem jungen „Johan“ und nimmt ihn in seine Dienste. Rabbi Moshe, Haupt der jüdischen Gemeinde, wittert eine Chance. Mit Jaelle hätte er Augen und Ohren an den Entscheidungen des Bischofshofs. Er ahnt: Dort wird ein ungeheurer Komplott gegen die Juden geschmiedet. Widerstrebend lässt sich Jaelle auf den gefährlichen Auftrag ein, eigentlich hat sie anderes im Sinn. In Würzburg sollen ihre letzten Verwandten leben. Sie macht sich auf die Suche. Und deckt ein sorgsam gehütetes Geheimnis auf. Ein bewegender Schicksalsroman über den Mord an den Würzburger Juden." Meinung: In diesem Roman habe ich die junge Jüdin Jaelle regelrecht begleitet ohne aktiv eingreifen zu können. Dieser Charakter spielt in diesem Buch eine sehr zentrale Rolle und wird den Leser nicht mehr so schnell loslassen. Aber auch die anderen Rollen und Nebenrollen, sowie sie gesamte damalige Gesellschaft mit ihren Sitten und Ansichten und Hierarchien werden sehr lebendig und filmreif dargestellt. Hier gelingt dem Autor Rausch eine sagenhafte Mischung und Zusammenstellung aus Klassen, Schihten und Führungspositionen. Sehr erschreckend, aber leider nicht zu verleumden.  Ich als Leserin erfahre viel von ihren Sorgen und Nöten, und das in einer Zeit, in der Religion, Macht und Kaltblütigkeit herrscht. Ich durfte live dabei sein und die Beklommenheit und die Gefahr und den Schmerz ob körperlich oder noch schlimmer seelisch miterleben. Die Schauplätze der Handlungen sind wunderschön beschrieben und machen neugierig, sie sind gut recherchiert und der Leser begleitet die Reise authentisch mit den Protagonisten. Man erfährt von den Einwohnern des Landes und der Stadt, Französische und Süddeutsche Einflüsse sind hier zu finden. Auch die religiösen Ausrichtungen werden eindringlich und klar zur Geltung gebracht. Mir gefiel die detaillierte Beschreibung der medizinischen und technischen Entwicklungen in dieser Zeit und die Aufruhr und Aufbruchstimmung, die Hatz, der Hass und die Eigendynamik der Bewegung in der Gesellschaft, man bekommt ein real anmutendes und ein ziemlich lebhaftes Bild der Lebensumstände der Menschen. Einziger Manko ist für mich eine auftauchende Länge etwa zur Hälfte des Romanes. Hier gerät der Lesefluß etwas ins Stocken und lässt Zusammenhänge schwieriger zurordnen. Schreibstil: Der angenehme und flüssige Schreibstil des Autors Roman Rausch zeugt von einer guten und intensiven Recherche, man fühlt die Verbundenheit zu dieser Region und der damaligen Epoche und das Schicksal der letzten Juden, die aus ihrem Ort vertrieben werden. Der Autor besticht mit einer galanten Wortwahl, die die Dialoge im Roman authentisch und zeitgemäß wirken lassen. Es macht richtige Freude, aber auch Wehmut, diese Reise in die Zeit um 1349 mit allen Gefühlen und Emotionen und dem Ziel die Familie und damit die letzten Wurzeln zu finden. Der Autor versteht sein Können und schreibt seine Geschichte mit viel Engagement und Überzeugung. Selbstbewusst steht er hinter seinem Werk und darf es mit Stolz veröffentlichen. Cover: Ein gut gewähltes Cover, was den gesamten historischen Roman gekonnt abrundet. Charaktere: In diesem Buch sind die Charaktere die zentrale Rolle. Gerade das Leid, aber auch die sagenhafte Stärke, die von Jaelle ausgeht werden den Leser fesseln und ihn so manches mal sehr überraschen. Auch die Kirchlichen oder Religiösen "Herrscher" sind hier sehr eindringlich und nah präsentiert. Autor Roman Rausch hat eine wunderbare Mischung aus unterschiedlichen Persönlichkeiten und Machteinflüssen geformt, die er gekonnt in seinem Werk zum Leben erweckt. Aber auch viele neue Nebenrollen bereichern das Buch mit ihrere detaillierten Darstellung. Der Ein oder Andere bleibt dem Leser lange in Erinnerung! Der Autor: "Roman Rausch, 1961 in Würzburg geboren, arbeitete nach dem Studium der Betriebswirtschaft im Medienbereich und als Journalist. Für seine Trilogie um den Kommissar Johannes Kilian wurde er 2002 auf der Leipziger Buchmesse mit dem Book on Demand Award ausgezeichnet. Heute lebt er als Autor und Schreibcoach in Würzburg und Berlin. Mehr über den Autor und sein Werk: www.Roman-Rausch.de." Fazit: Dieses Buch hat mich rundherum zu frieden gestellt. Eine gelungene Mischung aus Historie, Macht, Ethik, Spannung, Dramatik und einem Hauch Liebe! Ganze 4 verdiente Sterne für diesen alles im allen hervorragenden Roman!

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    • 3
  • Fesselnd ...

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    engineerwife

    engineerwife

    25. September 2015 um 14:27

    Hier kommt man als Leser in den Genuss, ein von Roman Rausch exzellent recherchiertes Buch, das mal wieder das unendliche Thema der Judenverfolgung aufgreift, genießen zu dürfen.   Die Zeit bis 1349 war bereits von Spannungen zwischen Juden und Christen geprägt. Der schon im Vorfeld häufige Vorwurf der Brunnenvergiftung kam nun verstärkt auf. Den Juden wurde vorgeworfen, so die Pest ausgelöst zu haben. Es kam auch die Idee auf, dass durch die Pest Gott die Christen straft, da sie Juden in ihren Städten akzeptieren. Am 14. Februar wurden in Straßburg die ansässigen Juden ermordet. Die Pogrome breiteten sich weiter im Rheinland aus. Hier wurden u. a. die jüdischen Gemeinden der Städte Speyer, Worms, Mainz, Koblenz, Köln und Trier vernichtet (Quelle: Wikipedia). Mit seiner Besetzung der Rolle der Protagonistin hat Roman Rausch ein gutes Händchen gehabt. Die junge Frau in ihrer Rolle als Jüngling Johan kommt mutig, sympathisch und glaubhaft daher. Vielleicht hätte ich mir ein klein bisschen mehr Gefühle in diesem manchmal etwas trockenen Roman gewünscht. Alles in allem aber ist Herr Rausch ein Autor, den ich im Auge behalten werde.  

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  • Jaelle alias Johan

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    Engelsgesicht77

    Engelsgesicht77

    Klapptext: Auf der Flucht vor einem Pogrom kommt das Mädchen Jaelle als Mann verkleidet nach Würzburg. Unter dem Namen Johan findet sie eine Anstellung in der Kanzlei des Bischofs. Der Rabbi der Würzburger Gemeinde bittet Jaelle, die Ohren in der Kanzlei offenzuhalten. Doch dann schickt der Bischof ausgerechnet "Johan" als Spion zu den Juden der Stadt. Als sich die Pest - und mit ihr Gerüchte von jüdischen Brunnenvergiftungen - der Stadt nähern, erwächst um die schöne Frau in Männerkleidern schreckliches Unglück ....   War froh, dass ich das Buch in der Leserunde gelesen habe. Der Schreibstil war nach meinem Geschmack und ich hatte meine Schwierigkeiten an den vereinbarten Abschnitten aufzuhören, hätte gerne weitergelesen. Aber das Ende des Buches hat mich doch etwas enttäuscht. Hatte mir mehr erhofft und ich fühlte mich wie im Regen stehengelassen.   Das Schicksal der Juden interessiert mich sehr und ich finde es heftig, dass man früher den Juden für alles die Schuld gab. Aber heutzutage ist es leider immer noch so. Bin echt sprachlos, dass man schon im Mittelalter was gegen die Juden hatte. Besonders schlimm finde ich, dass man den Juden unterstellt hat, dass sie die Pest durch das Vergiften der Brunnen angeschleppt haben sollen, das schlägt dem Fass den Boden aus.   Die Figuren Janell, David, Mosche und seine Frau mochte ich und sogar Esther. Aber mit der Figur Michael bin ich einfach nicht warm geworden. Hatte mir mehr von dem Buch erhofft und war enttäuscht. Am Ende habe ich mich gefragt, wofür habe ich über 500 Seiten gelesen. Auch wenn das Schicksal der Juden schlimm ist und auf wahren Tatsachen beruht…. Für mich ist das kein Buch was ich weiterempfehlen würde. Schade eigentlich, weil das Thema an sich schon spannend ist.   Eigentlich würde ich dem Buch nur 2 ½ Sterne geben, aber das ist ja leider nicht möglich, daher drei Sterne.

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    • 2
  • Ein trauriges Stück Geschichte

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    buchjunkie

    buchjunkie

    Straßburg 1349: Das junge jüdische Mädchen entkommt lebend , als die Juden dieser Stadt verfolgt und getötet werden. Ihr im Sterben liegender Vater hat ihr geraten, nach Würzburg zu reisen. Dort könnten die Juden friedlich unter dem Schutz des Bischofs leben und zudem hätte sie noch einen Onkel dort. In Männerkleidern reist sie nach Würzburg, wo sie den mächtigen Berater des Bischofs Michael de Leone kennen lernt. Sie gibt sich als „Johan“ aus, und Michael de Leone nimmt sie für Schreibarbeiten in seine Dienste. Jaelle wendet sich an den Rabbi Moshe, das Haupt der jüdischen Gemeinde in Würzburg , um Hilfe bei der Suche nach ihrem Verwandten zu bekommen. Dieser vermutet, dass am Bischofshof ein riesiger Komplott gegen die Juden geschmiedet wird und bittet Jaelle, dort als Johan zu spionieren. Jaelle lässt sich darauf ein und entdeckt ein sorgsam gehütetes Geheimnis. Ein historischer Roman um die Verfolgung der Juden im 14.Jahrhundert, der mir sehr gut gefallen hat! Der Schreibstil war angenehm zu lesen und der Geschichte angemessen. Ein Kapitel war schnell gelesen, und sogleich musste ich weiter lesen.  Doch zwischendurch wurde es etwas langatmig, doch der Anfang und der Schluss gleichen es wieder aus! Die historischen Fakten sind  hervorragend recherchiert und in die Handlung eingefügt . Einige Male befindet sich zwischen zwei Kapiteln ein Stück Geschichte von Würzburg mit historischem Hintergrundwissen zu dieser Zeit. Der Schluss der Geschichte war erschütternd und bewegend und sehr gut geschrieben! Ein trauriges Stück Vergangenheit! Mich hat der Roman gut unterhalten und ich kann ihm jeden empfehlen, der gerne Historisches liest! Und ich möchte unbedingt noch „Das Hexenkind“ von Roman Rausch lesen!

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    • 13
  • Ein bißchen wie Geschichtsunterricht

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    joleta

    joleta

    Klappentext: Straßburg 1349: Als eine der wenigen aus der jüdischen Gemeinde entkommt die junge Jaelle lebend einem Pest-Pogrom. In Männerkleidern rettet sie sich nach Würzburg, wo sie den Berater des Bischofs kennenlernt, den mächtigen Michael de Leone. Der findet Gefallen an dem jungen „Johan“ und nimmt ihn in seine Dienste. Rabbi Moshe, Haupt der jüdischen Gemeinde, wittert eine Chance. Mit Jaelle hätte er Augen und Ohren an den Entscheidungen des Bischofshofs. Er ahnt: Dort wird ein ungeheurer Komplott gegen die Juden geschmiedet. Widerstrebend lässt sich Jaelle auf den gefährlichen Auftrag ein, eigentlich hat sie anderes im Sinn. In Würzburg sollen ihre letzten Verwandten leben. Sie macht sich auf die Suche. Und deckt ein sorgsam gehütetes Geheimnis auf. Ich meine dazu: Keine schlechte Idee um eine wahre Begebenheit aber in der Ausführung leider nicht ganz meine Wellenlänge... Ich habe Jaelle auf ihrem aufregenden Weg nach und in Würzburg begleitet, wo sie auf den Rat ihres Vaters nach Verwandten sucht. In ihrer Verkleidung geht sie in die Dienste des Michael de Leone, der sie dazu anhält, für ihn die Stimmung unter den Juden zu beobachten. Rabbi Moshe, der recht schnell Jaelles wahre Identität erfährt, möchte seinerseits, daß sie in ihrer Johann-Verkleidung auf der Seite der Christen spioniert, wo sie doch das Vertrauen von Michael de Leone hat. Immer mehr erlebt sie die schwankenden Stimmungen der Fronten, erfährt wie die beiden Seiten zueinander stehen und sich voneinander entfernen. Und ganz nebenbei entdeckt sie Michael de Leones Geheimnis... Die Geschichte basiert auf sehr gut recherchierten Tatsachen. So gab es einen Michael de Leone und seinen Löwenhof wirklich, auch die Progrome um die Juden ist ja unbestreitbar. Was gibt es also spannenderes, als darum einen Roman zu schreiben – oder zu lesen? Die Stellen, die Jaelle und ihre Erlebnisse betreffen, haben sich meist sehr spannend und bunt lesen lassen. Der Autor hat eine sehr schöne, bildhafte Sprache, die sofort das Kopfkino starten läßt und einen in die Geschichte rein saugt. Was mich dabei dann wieder plötzlich gestört hat, war die Aufzählung der langen Ahnenreihe, die Jaelle hätte lernen sollen. Ihr kamen sie unendlich lang und unlernbar vor – ich hätte es auch verstanden, wenn ich nicht immer wieder mit all den Namen konfrontiert worden wäre. So hatte ich das Gefühl, irgendwann einfach nur noch abzuschalten und darüber hinweg zu lesen, es hat mich aus der Geschichte, in der ich so gut drin war, wieder raus geholt. Was ich auch sehr gewöhnungsbedürftig fand, war, daß der Autor die geschichtlichen Aspekte als Textstelle an verschiedene Kapitel angefügt hat. Ich lese sowas für gewöhnlich auch sehr gerne mal nach, aber dann, wenn ich das will. Natürlich konnte ich darüber hinweg blättern, dennoch war es ein wenig wie Hürdenlaufen. Man will eigentlich weiter im Text lesen, muß den Anschluß aber erst mal finden... Obwohl das Buch zum Ende hin in der Spannung anstieg, war ich mit dem Schluß nicht so ganz zufrieden. Ich hatte das Gefühl, daß man dort noch mehr hätte rausholen können. Vieles war irgendwie nicht zu Ende gedacht. Charaktere, von denen man dachte, daß sie auch noch mal belebend auf die Geschichte einwirken, tauchen gar nicht wieder auf... Ich denke, man hätte vielleicht hinten ein wenig mehr Roman machen können und dafür mittendrin ein bisschen weniger Abstammungskunde und Geschichtsunterricht. Im großen und ganzen hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und eine gerechte Bewertung des ganzen fällt mir echt schwer. Ich gebe hier sehr gute drei von fünf Sternen. Dieser, in meinen Augen, sehr gute Erzählstil des Autors (sobald es um Jaelle ging), hat mich aber sehr neugierig gemacht und ich werde sicherlich recht bald noch ein weiteres Buch von Herrn Rausch antesten. (Bin schon damit eingedeckt.)

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    • 10
  • Die Juden im Mittelalter...

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    parden

    parden

    DIE JUDEN IM MITTELALTER... Straßburg 1349: Als eine der wenigen aus der jüdischen Gemeinde entkommt die junge Jaelle lebend einem Pest-Pogrom. In Männerkleidern rettet sie sich nach Würzburg, wo sie den Berater des Bischofs kennenlernt, den mächtigen Michael de Leone. Der findet Gefallen an dem jungen „Johan“ und nimmt ihn in seine Dienste. Rabbi Moshe, Haupt der jüdischen Gemeinde, wittert eine Chance. Mit Jaelle hätte er Augen und Ohren an den Entscheidungen des Bischofshofs. Er ahnt: Dort wird ein ungeheurer Komplott gegen die Juden geschmiedet. Widerstrebend lässt sich Jaelle auf den gefährlichen Auftrag ein, eigentlich hat sie anderes im Sinn. In Würzburg sollen ihre letzten Verwandten leben. Sie macht sich auf die Suche. Und deckt ein sorgsam gehütetes Geheimnis auf. Jaelle ist ein jüdisches Mädchen aus gutbürgerlichem Haus, doch für sie und alle anderen ganz plötzlich richtet sich die christliche Bevölkerung Strassburgs gegen die Juden. Verfolgt, getötet, verbrannt - und niemand hatte die Anzeichen bemerkt. Mehr tot als lebendig kann sich Jaelle als einzige retten, trauert um ihren Vater, die Heimat, die sie nun für immer verloren hat. Doch sie hat ein Ziel, das ihr Vater ihr im letzten Moment noch zuraunen konnte: Würzburg. Dort seien die Juden sicher - und dort lebten ihre letzten Verwandten, die sie sicher unter ihre Fittiche nehmen würden. Doch die Ahnenrollen sind im Feuer verloren gegangen, und beim Unterricht durch ihren Vater hat Jaelle nie wirklich zugehört - wer also sind ihre Verwandten und wo kann sie sie finden? Bei ihrer Suche trifft sie nicht nur auf Rabbi Moshe und seine liebenswerte Frau Miriam, die Jaelle von Anfang an unterstützen, sondern auch auf den Berater des Bischofs, Michael de Leone. Jaelle aus Selbstschutz in Männerkleidern, wird als Johan am Hofe Leones aufgenommen: als Schreiber soll sie wichtige Dokumente und Bücher kopieren und festhalten. Rabbi Moshe sieht hier seine Chance gekommen, immer ein Ohr an der Entwicklung in der Stadt zu haben: Jaelle alias Johan soll die jüdische Gemeinde auf dem Laufenden halten, damit sie vor ähnlichen Ereignissen wie in Strassburg gefeit sind... Tjaaaa - historische Romane und ich, naja. Dies erst einmal vorweg. Doch will ich mich bemühen, hier eine differenzierte Rezension zu schreiben. Der Schreibstil Roman Rauschs ist unbestritten flüssig, der Text gut zu lesen. Und der Anfang des Buches ist durchaus spannend, da es nahezu ansatzlos beginnt mit der Verfolgung der Juden in Strassburg. Die Anlage der Charaktere fand ich anfangs wirklich interessant: der linien- und prinzipientreue Michael de Leone, Rabbi Moshe als Vaterersatz für Jaelle, der jüdische Arzt David, zu dem Jaelle sich schnell hingezogen fühlt, und schließlich Jaelle selbst, die sich als Johan selbst verleugnen muss und ständig zwischen allen Stühlen steht, sich dabei aber zu einer starken Persönlichkeit entwickelt. Aber schnell stellte sich bei mir nach fulminantem Anfang auch eine Ermüdung ein. Zäh flossen manche Kapitel dahin, vor allem wenn es wieder einmal um die Ahnenforschung Jaelles ging. Auch das Bemühen des Autors, seine unbestritten ausführlichen und detailgetreuen Recherchen zu präsentieren, empfand ich zeitweise als ermüdend. Zum zigsten Mal zu lesen, dass die Juden für die Pest und andere Unglücke verantwortlich gemacht wurden und als 'Brunnenvergifter' galten oder zum xten Mal über die Tatsache informiert zu werden, dass die Juden u.a. Geldgeschäfte betrieben und viele Hochrangige bei ihnen derart verschuldet waren, dass es undenkbar schien, dass sie die Schulden jemals zurückzahlen könnten - und deshalb nicht unglücklich wären, wenn die Juden von der Bildfläche verschwänden, das bot schließlich kaum noch Überraschendes. Nicht besonders gelungen fand ich dabei auch die Präsentation mehrseitiger Textblöcke im Anschluss an einzelne Kapitel, die über die wahren Hintergründe der Juden Würzburgs im Mittelalter berichteten. Das störte meinen Lesefluss doch empfindlich. M.E. hätten diese Textblöcke im sowieso schon ausführlichen Anhang des Buches einen deutlich besseren Platz gefunden... Den Schluss fand ich - wohl im Gegensatz zu vielen meiner Mitleserinnen der Leserunde - wirklich enttäuschend. Natürlich zog die Spannung in den letzten Kapiteln an, aber trotzdem wirkte es auf mich, als sei beim Autor die Luft irgendwie raus. Die vielversprechenden Handlungsstränge, die sich im Verlauf des Buches skizzierten, zerplatzten größtenteils wie eine Seifenblase, spielten gar keine Rolle mehr. Natürlich kann man den Standpunkt vertreten, dass angesichts des großen Grauens der Verfolgung der Juden alles andere seine Bedeutung verliert, aber auf mich wirkte das lieb- und einfallslos. Abgesehen von den fallengelassenen Handlungssträngen blieben am Ende auch noch einige Fragen offen, was mich eher schulterzuckend das Buch schließen ließ. Schade. Der Anfang hatte doch einiges mehr an Potential versprochen. Insgesamt ein Buch, das sich flüssig lesen lässt und das sich mit einem interessanten historischen Thema befasst, das für mich aber letztlich nicht hielt, was ich mir davon versprach. Schade. © Parden

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    • 10
  • Ein dunkler Teil der Geschichte!

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    MissJaneMarple

    MissJaneMarple

    Inhalt: Jaelle kann, durch eine glücklich Fügung, der Auslöschung der Juden in Straßburg entfliehen. Als Johan verkleidet kommt sie nach Würzburg, denn dort soll es noch einen lebenden Verwandten geben. Durch Zufall wird sie, noch bevor sie zur Judengemeinde gehen kann, von Michael de Leone aufgegriffen, der sie zu einem Schreiber seiner Kanzlei macht. Als Jaelle bzw. Johann abends zu Rabbi Moshe kommt, bittet sie dieser die Stelle in der bischöflichen Kanzlei zu behalten und dort zu spionieren. De Leone bittet sie seinerseits die Juden auszuspionieren. So wird Jaelle zur Doppelspionin in Männerkleidung. Die Zeichen stehen schlecht für die Juden, doch keiner, weder Juden noch Christen wollen es erkennen.  So nimmt das Schicksal seinen Lauf und die Gier nach Geld ist stärker, als das Gesetz des Königs und des Bischofs. Wird es Jaelle diesmal gelingen ihre Brüder und Schwestern zu helfen? Und welches dunkle Geheimnis trägt Michael de Leone mit sich?  Meinung: Roman Rausch führt uns hier in das Würzburg des Jahres 1349. Im ganzen Land werden die Juden verfolgt und eliminiert. Nur in Würzburg wähnen sie sich noch in Sicherheit, doch der Schein trügt. Der Roman ist, wie vom Autor gewohnt, gut recherchiert und schonungslos niedergeschrieben. Allerdings hatte die Geschichte zwischendrin so einige Längen, besonders dann, wenn immer wieder Jaelles Stammbaum durchgekaut wird. Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen und doch wieder sehr eindrucksvoll ungeschönt. Fazit: Ein guter Roman über die Judenverfolgung im Mittelalter!

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    • 3
    joleta

    joleta

    02. February 2015 um 22:00
  • Spionin am Löwenhof

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    MrsFoxx

    MrsFoxx

    Straßburg 1349: nachdem der Rat den letzten Fürsprecher der Juden aus der Stadt gejagt hatte, greifen die Christen hilflose Juden an. Bis auf die junge Jaelle wird die gesamte Jüdische Gemeinde getötet und verbrannt. Dem letzten Rat ihres Vaters folgend, begibt sie sich nach Würzburg, um Zuflucht bei einem unbekannten Onkel zu finden. Auf dem Weg dorthin läuft sie Michael de Leone in die Arme, auf dessen Löwenhof sie alsbald als Doppel-Spionin die Vorgänge beobachtet.Denn dem haltlosen Pest-Vorwurf fallen noch weitere jüdische Gemeinden zum Opfer und die Schlinge um Würzburgs Juden zieht sich mehr und mehr zu... Roman Rauschs Historischer Roman über die Judenverfolgung 1349 beginnt fulminant, und plätschert dann einige Zeit leider nur leicht dahin. Das ständige Spannungs-Auf-und-Ab fördern den Lesefluss leider nicht gerade, doch wer sich durch die erste Hälfte gerettet hat, bekommt zum Schluss noch eine schön spannende Lesezeit serviert. Bei der Stange gehalten hat mich zum Glück eine Leserunde und der flüssige Schreibstil des Autors. Zum Ende hin hätte der Autor auch gerne noch ein paar Seiten investieren und ein paar Informationen mehr rausrücken können. Die Protagonisten wirken authentisch, und die Story gut recherchiert. Es ist erschreckend, wie damals schon die Juden für so ziemlich alles als Sündenbock herhalten mussten. Für Historien-Fans sind zwischen einigen Kapiteln als Besonderheit Geschichtliche Hintergründe zur Judenverfolgung und der Situation in Würzburg eingearbeitet. Fazit: Dank einigem Durchhaltevermögen durfte ich noch miterleben, wie sich das Buch zu einem spannenden Roman entwickelt hat. Ganz rausgerissen hat es das aber nicht mehr. 

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    • 3
    joleta

    joleta

    02. February 2015 um 21:59
  • Verfolgung der Juden im 14. Jahrhundert

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    _Sahara_

    _Sahara_

    Inhalt: Straßburg 1349: Als eine der wenigen aus der jüdischen Gemeinde entkommt die junge Jaelle lebend einem Pest-Pogrom. In Männerkleidern rettet sie sich nach Würzburg, wo sie den Berater des Bischofs kennenlernt, den mächtigen Michael de Leone. Der findet Gefallen an dem jungen „Johan“ und nimmt ihn in seine Dienste. Rabbi Moshe, Haupt der jüdischen Gemeinde, wittert eine Chance. Mit Jaelle hätte er Augen und Ohren an den Entscheidungen des Bischofshofs. Er ahnt: Dort wird ein ungeheurer Komplott gegen die Juden geschmiedet. Widerstrebend lässt sich Jaelle auf den gefährlichen Auftrag ein, eigentlich hat sie anderes im Sinn. In Würzburg sollen ihre letzten Verwandten leben. Sie macht sich auf die Suche. Und deckt ein sorgsam gehütetes Geheimnis auf. Ein bewegender Schicksalsroman über den Mord an den Würzburger Juden. Das Buch führt uns in eine unschöne Zeit unserer Geschichte. Im 14. Jahrhundert wurden die Juden als "Brunnenvergifter" bezichtigt und für die umhergehende Pest verantwortlich gemacht. In vielen Städten wurden die Juden verfolgt und ermordet. Jaelles Flucht aus Straßburg führt sie nach Würzburg, wo noch viele Juden in vermeintlicher Sicherheit leben. Sie stehen unter dem Schutz des Bischofs und ihnen darf kein Leid zugefügt werden. Doch sie sind alles andere als sicher, was sie kurze Zeit später feststellen müssen. Ich bin kein Fan von historischen Büchern. Doch in einer Leserunde habe ich mich an das Buch gewagt. Es begann für mich sehr spannend und actionreich, durch Jaelles Flucht. Doch der Rest des Buches war für mich eine Achterbahnfahrt. Es folgten zähe, langweilige Kapitel, wo Jaelle Ahnenforschung betrieb. Kapitel, wo für meinen Geschmack nicht viel passierte, wechselten sich wiederum mit spannenden und interessanten Abschnitten ab. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Daher flogen auch die weniger spannenden Kapitel nur so dahin. Der Autor hat einen sehr gut recherchierten Roman mit einem wichtigen geschichtlichen Thema abgeliefert. Gegen Ende etlicher Kapitel befinden sich geschichtliche Anmerkungen, die nicht uninteressant sind. Doch vermutlich wird da bei mir nicht all zu viel hängen geblieben sein ;) Ich bin froh, dass ich dieses Buch gelesen habe. Fans historischer Bücher kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen.

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    • 7
    joleta

    joleta

    02. February 2015 um 21:01
  • Herr Rausch bitte mehr davon

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    claude20

    claude20

    Straßburg 1349: Die Menschen der Stadt gehen gegen ihre Nachbarn die Juden vor. Sie stürmen und plündern die Häuser, vergewaltigen und quälen die Frauen, jagen, erschlagen und töten alle jüdischen Menschen die bereits auf der Flucht aus der Stadt sind. Nur Jaelle ein junges jüdisches Mädchen überlebt schwerverletzt diesen Prognom. Aus diesem Grund macht sie sich als Mann verkleidet auf den Weg nach Würzburg, um hier ihren Onkel zu suchen. Unter dem Namen Johan findet sie eine Anstellung als Schreiber bei Michael den Löwen. Dieser ist der Berater des Bischofs. Der Rabbi der Würzburger Gemeinde bittet Jaelle, die Ohren und Augen offen zuhalten und politische Neuigkeiten und Entwicklungen direkt an ihn weiterzugeben. Auf der anderen Seite will der Rabbi ihr bei der Suche nach ihrem Onkel helfen. Doch dann schickt Michael der Löwe ausgerechnet "Johan" als Spion in den jüdischen Teil der Stadt. Der Rabbi vermutet einen Komplott gegen die jüdische Gemeinde und schon bald spitzen sich die Ereignisse zu und die Fronten verhärten sich. Der Prognom der bereits in vielen Städten unzählige jüdische Opfer gefordert hat bewegt sich immer weiter auf Würzburg zu. Dieser historische Roman von Roman Rausch um seine Heldin Jaelle ist reine Fiktion, doch wie der Autor in seinem Nachwort aufzeigt ist das Schicksal der Würzburger Juden nichts als die Wahrheit und in keinster Weise seiner Fantasie entsprungen. Roman Rausch hat einen wundervollen und auch nachdenklich machenden Roman erschaffen. Das Schicksal der Juden war mir als Leser natürlich sofort zu Beginn der Lektüre klar und doch hat es der Autor geschafft mich mit seinem Erzählstil zu fesseln und mich konsequent gut zu unterhalten und mich durch diesem umfassenden und auch lehrreichen Roman zu geleiten. Allein die immer wieder eingefügten Zusatzinformationen über die jüdische Geschichte im 14. Jahrhundert haben mir sehr gut gefallen und sie haben in keinster Weise den Lesefluss gestört, sie haben die Geschichte zusätzlich wunderbar ergänzt und ich habe noch einiges gelernt.  Bisher hatte ich noch kein Buch vom Autor gelesen. Aber nun, da ich diesen tollen und fantastischen Autor für mich entdeckt habe muss ich noch weitere Bücher von ihm lesen. Versprochen lieber Roman Rausch, jetzt werde ich ihr Werk und ihre Arbeit nicht mehr aus den Augen verlieren und ich freue mich auf weitere Bücher von ihnen. Danke für dieses fantastische Buch. Es ist eines meiner Lesehighlights dieses Lesejahres. Diesen historischen Roman muss ich einfach mit 10 Punkten bewerten. Alles andere wäre nicht angemessen. Ein fantastischer Roman mit einem sehr ernsten historischen Hintergrund.  © claude

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    • 10
  • eBook Kommentar zu Die letzte Jüdin von Würzburg von Roman Rausch

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    Babs52

    Babs52

    via eBook 'Die letzte Jüdin von Würzburg'

    Sehr spannend geschrieben, sehr gut recherchiert. Unbedingt lesen!

    • 5
  • Weitaus mehr, als ein belangloser "Frauen-in-Hosen-Roman"

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    Ani

    Ani

    Straßburg, 1349 Die junge Jüdin Jaelle entkommt einem Pest-Pogrom. Kurz vor seinem gewaltsamen Tod, schärft Jaelles Vater ihr ein, sich auf den Weg nach Würzburg zu machen. In der dortigen jüdischen Gemeinde lebt ein Verwandter, der sie sicher aufnehmen wird. In Männerkleidung, und als Christ getarnt, macht sie sich als "Johan" auf den beschwerlichen Weg. Dabei lernt sie Michael de Leone, einen wichtigen Berater des Würzburger Bischofs, kennen. Dieser nimmt Johan als Schreiber in seine Dienste auf. In der jüdischen Gemeinde wendet sich Jaelle an Rabbi Moshe. Da Jaelle die wichtigen Schriftrollen, die Auskunft über ihre Herkunft geben, auf der Flucht verloren hat, empfiehlt der Rabbi ihr, auf das Angebot von Michael de Leone einzugehen und die Tarnung als christlicher Mann zunächst aufrechtzuerhalten. Denn dadurch bekommt der Rabbi Einblicke in die Vorgänge am Bischofshof und hofft, drohendes Unheil frühzeitig zu erkennen. Nur widerwillig lässt sich Jaelle auf das gefährliche Spiel ein..... Die Zusammenfassung des Inhalts lässt vermuten, dass es sich hier um einen "Frauen-in-Hosen-Roman" handelt, bei dem der historische Hintergrund lediglich dazu dient, einer romantischen Liebesgeschichte den passenden Rahmen zu geben. Doch das ist weit gefehlt, denn "Die letzte Jüdin von Würzburg" hat weitaus mehr zu bieten. Es handelt sich um einen sehr gut recherchierten historischen Roman, in dem das Schicksal der Würzburger Juden erzählt wird. Die Geschichte der Jüdin Jaelle ist fiktiv, allerdings beruht sie auf den damaligen Ereignissen. Gemeinsam mit Jaelle taucht man in die vergangene Zeit ein,  und erlebt das Geschehen in der Stadt aus unterschiedlichen Perspektiven. Denn Jaelle hat durch ihre doppelte Identität die Möglichkeit, die Stimmung im christlichen und auch im jüdischen Teil der Stadt zu erkunden und sich dort zu bewegen. Roman Rausch gelingt es dabei sehr gut, das Leben in der Stadt zu beschreiben. Man kann sich beim Lesen alles mühelos vorstellen und in die Handlung eintauchen. Jaelle ist sehr sympathisch. Sie passt in ihre Zeit und wirkt nicht unglaubwürdig. Dadurch fällt es leicht mit ihr mitzufiebern. Denn schon bald nimmt man zwischen den Zeilen die drohende Gefahr für die jüdische Bevölkerung wahr. Doch niemand scheint die Anzeichen dafür allzu ernst zu nehmen. Fassungslos beobachtet man, wie Lügen verbreitet werden, die von der Bevölkerung gierig aufgesogen werden. Denn es ist doch ziemlich praktisch, für die Pest und drohende Missernten einen Sündenbock parat zu haben, den man ganz nebenbei auch noch um sein Vermögen erleichtern kann. Eine romantische und vorhersehbare Liebesgeschichte braucht man hier nicht zu befürchten. Obwohl auch hier Gefühle eine Rolle spielen, drängen sie sich nicht zu sehr in den Vordergrund der Erzählung. Roman Rausch gelingt es in diesem Roman Fiktion und traurige Realität gut aufeinander abzustimmen. Ganz nebenbei bekommt man hier geschichtliche Fakten vermittelt, die lange nachwirken und zum Nachdenken anregen. Mir hat dieser historische Roman sehr gut gefallen, da er sich wohltuend aus der breiten Masse abhebt und sich dabei nicht zu einem kitschigen Liebesroman wandelt. Ein dunkles und nicht gerade ruhmreiches Kapitel der Geschichte wird hier interessant und lebendig vermittelt. Ich vergebe deshalb begeisterte vier Sterne und eine klare Leseempfehlung. Das eine Sternchen ziehe ich ab, da mir die politische Situation stellenweise zu viel Raum einnahm. Obwohl ich zugeben muss, dass dieses Hintergrundwissen sicher nötig ist, um die Lage richtig einzuschätzen.

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    • 3
  • Würzburg im 14. Jahrhundert

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    Lesemaus_im_Schafspelz

    Lesemaus_im_Schafspelz

    Als in Straßburg 1349 die grausame Judenverfolgung beginnt, kann die junge Jaelle sich gerade noch so retten und nach Würzburg fliehen – so wie ihr Vater es ihr in seinen letzten Atemzügen eingeschärft hat, denn dort hat sie noch Familie, die ihr helfen kann. Ihre Reise beginnt mit einer Verwandlung: Aus Jaelle wird Johann, was ihr später noch sehr helfen wird. In Würzburg angekommen, findet sie schnell Unterstützung bei Rabbi Moshe, der ihr helfen möchte, ihre Verwandtschaft zu finden. Als sie dann auch noch den Berater des Bischofs, Michael de Leone kennenlernt, stellt dieser sie als Schreiber ein – ein Umstand, der Rabbi Moshe gefällt, da sie so die Möglichkeit hat, de Leone auszuspionieren. Doch auch Michael möchte sie als Bindeglied zu den Juden nutzen, so dass sie sich fortan in der Rolle einer Doppelspionin befindet. So kommt sie nach und nach den Geheimnissen auf die Spur, die den mächtigen Löwen umgeben… Roman Rausch entführt seine Leser ins Würzburg des 14. Jahrhunderts, wo er in grausamen Details schonungslos in die Historie eintaucht und die Geschichte ohne Beschönigungen wiedergibt. Schnell taucht man in die Ereignisse ein, findet sich an den Örtlichkeiten wieder – auch wenn diese sich natürlich im Laufe der Zeit bedeutend verändert haben – und erfährt „nebenbei“ Spannendes zur mittelalterlichen Geschichte einer wundervollen Stadt. Der Autor stützt sich hierbei auf recherchierte Fakten, die Lücken des Bekannten weiß er optimal auszufüllen, um den Lese- und Informationsfluss nicht ins Stocken geraten zu lassen. Er findet eine für mich perfekte Balance zwischen Tatsachen und Gefühl. Denn auch wenn es sich hier nicht um eine historisch verpackte Liebesgeschichte handelt, kommen die Emotionen meines Erachtens nicht zu kurz. Die junge Protagonistin war mir direkt zu Beginn schon sehr sympathisch mit ihrer mutigen Art, so dass ich nicht umhin kam, voll und ganz mitzufiebern, wie es mit ihr und ihren Lieben weitergeht – auch wenn hierzu der Titel natürlich Einiges dazu preisgibt. Zwischen manche der Kapitel hat Rausch kleine Minikapitelchen eingefügt, in welche er Hintergrundinformationen liefert, die selbst mir als ehemaliger Würzburgerin nicht alle bekannt waren, so dass ich diese besonders interessant finde. Den Lesefluss stören sie nach meinem Empfinden überhaupt nicht, da sie sehr knapp gehalten sind und dennoch viele Infos bereithalten, die helfen, die Geschichte und Handlungsweisen der Protagonisten im Ganzen besser zu verstehen oder nachzuvollziehen. Der Schreibstil Rauschs, den ich bisher als Krimiautoren kennengelernt hatte, hat mir auch hier sehr gut gefallen – flüssig, leicht verständlich, aber doch mit Niveau. Der Spannungsbogen ist gut konstruiert, trotz der vorhersehbaren Ereignisse hat man kaum die Gelegenheit, das Buch aus der Hand zu legen! Ich selbst bin eher Krimifan als einer von historischen Romanen, aber dieser hat mich zu 100% überzeugt und wird sicherlich nicht der letzte aus der Feder Roman Rauschs sein! Ein Dankeschön für ein wirklich gelungenes Buch! Die fünf Sterne sind hier einfach nur verdient :-)

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    • 3
  • Die Judenverfolgung im 14. Jahrhundert in Würzburg

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    Dreamworx

    Dreamworx

    1349 lebt die junge Jüdin Jaelle behütet von ihrem streng gläubigen Vater in Straßburg und wird von ihm traditionell erzogen. An ihrem 17. Geburtstag jedoch wird die jüdische Gemeinde vom Mob überfallen, denn ihnen wird der Ausbruch der Pest zur Last gelegt. Viele Juden werden getötet, auch ihren Vater hat es böse erwischt, aber Jaelle kann entkommen und flüchtet auf ihres Vaters Rat hin nach Würzburg, wo die Juden unter dem persönlichen Schutz des Bischofs stehen und auch noch Verwandtschaft ihrer Familie leben soll. Um sich das Leben zu erleichtern, verkleidet sich Jaelle als junger Mann, sucht sich den Namen Johann aus und gibt sich als Christ aus. Der Rabbi bedient sich ihrer als Spion, doch Jaelle kommt in eine Zwickmühle, da auch der bischöfliche Berater Michael de Leone, den sie auf ihrer Flucht kennengelernt hat und für den sie als Schreiber arbeitet, sie zu diesem Zweck im Judenviertel einsetzen will. Doch auch Würzburg ist plötzlich vor der Judenverfolgung nicht mehr sicher, und schon bald wird es für Jaelle und viele andere sehr gefährlich. Roman Rausch hat mit seinem Buch „Die letzte Jüdin von Würzburg“ einen wunderbaren historischen Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist schön flüssig und einfühlsam, der Leser wird bereits von der ersten Seite an eingefangen und die Handlung katapultiert. Der Spannungsbogen zieht sich gleichmäßig durch die Geschichte und hält bis zum Ende an. Die Hintergrundinformationen zur Judenverfolgung der damaligen Zeit wurden vom Autor hervorragend recherchiert und in seine Geschichte eingewebt, wodurch die fiktive Handlung des Romans sehr authentisch wirkt. Die Protagonisten sind sehr detailliert und schön gezeichnet. Vor allem Jaelle schleicht sich von Beginn an in das Herz des Lesers, ist sie doch von jetzt auf gleich auf sich allein gestellt und stellt sich mutig allem Neuen entgegen. Gleichzeitig ist sie clever und geschickt, was ihr so manches Mal zugute kommt. Als Leser verfolgt man sie auf Schritt und Tritt und hofft, bangt und freut sich mit ihr. Die Judenverfolgung in der damaligen Zeit wird realistisch dargestellt und zeigt die damaligen Verhältnisse sehr gut auf. Es geht um Intrigen, Liebe, Heimat und Zugehörigkeit, aber auch Grausamkeit und Tod haben ihren Platz. Roman Rausch erzählt nicht nur eine Geschichte mit realem Hintergrund, sondern gibt dem Leser immer wieder mit kurzen Einschüben historisches Wissen an die Hand, um dem weiteren Verlauf gut folgen zu können und mehr Geschichtliches zu erfahren. Für alle historisch interessierten Leser, die auch einer spannenden Geschichte nicht abgeneigt sind, ist dieses Buch ein absolutes MUSS!! Ein hervorragender Roman, der zu fesseln und zu begeistern weiß. Absolute Leseempfehlung!  

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    • 3
    Arun

    Arun

    21. June 2014 um 20:06
  • Leserunde zu "Die letzte Jüdin von Würzburg" von Roman Rausch

    Die letzte Jüdin von Würzburg
    RomanRausch

    RomanRausch

    Da bei der ersten Leserunde doch so viele leer ausgegangen sind, schiebe ich eine zweite hinterher. Wer Lust und vor allem Zeit hat, mit mir eine Turbo-Leserunde hinzulegen, kann sich für eins der zehn Exemplare bewerben. Zum Buch: Straßburg 1349. Als eine der wenigen aus der jüdischen Gemeinde entkommt die junge Jaelle lebend einem Pest-Pogrom. In Männerkleidern rettet sie sich nach Würzburg, wo sie den Berater des Bischofs kennenlernt, den mächtigen Michael de Leone. Der findet Gefallen an dem jungen „Johan“ und nimmt ihn in seine Dienste. Rabbi Moshe, Haupt der jüdischen Gemeinde, wittert eine Chance. Mit Jaelle hätte er Augen und Ohren an den Entscheidungen des Bischofshofs. Er ahnt: Dort wird ein ungeheures Komplott gegen die Juden geschmiedet. Widerstrebend lässt sich Jaelle auf den gefährlichen Auftrag ein, denn eigentlich hat sie anderes im Sinn. In Würzburg sollen ihre letzten Verwandten leben. Sie macht sich auf die Suche, und deckt ein sorgsam gehütetes Geheimnis auf. Ein bewegender Schicksalsroman über den Mord an der jüdischen Gemeinde von Würzburg. Zeitlicher Ablauf: - Bewerbungsfrist bis Sonntag, 04.05. - Start Leserunde: 07.05. - Ende Leserunde: 18.05. Eine Bewerbung macht nur Sinn, wenn ihr in den nächsten 14 Tagen wirklich zum Lesen kommt, und ihr euch zeitnah zum Schreiben einer Rezension verpflichtet. Wer also gerade mit zwei Büchern oder mehr beschäftigt ist, hat kaum Erfolgsaussichten. Bewerbung bitte via PN an mich. Noch etwas: Es liegt in der Natur der Sache, dass nur zehn Bewerber gewinnen können. Bitte habt dafür Verständnis. Danke.

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