NUR BEDINGT KINDGERECHT...
Artus war ein Junge, wie es in England viele Jungen gab. Er war groß, blond und dünn, und er träumte davon, ein Ritter zu sein. Dass er einmal der größte König von ganz England werden würde, das ahnte er nicht - bis er das Schwert aus dem Stein vor der St. Pauls-Kirche zog... Spannend und kindgerecht erzählt Katharina Neuschaefer die Geschichte von König Artus, vom weißen Ritter Sir Lancelot, dem großen Zauberer Merlin, der durchtriebenen Morgain le Fay und dem heiligen Gral. (Verlagsbeschreibung)
Katharina Neuschaefers "König Artus und die Ritter der Tafelrunde" bringt jungen Zuhörer:innen die legendären Geschichten des mutigen Knappen Artus näher, der schließlich zum König von England gekrönt wird. In diesem Buch können Kinder in die Welt der mittelalterlichen Sagen eintauchen, begegnen dem magischen Schwert Excalibur, dem weisen Zauberer Merlin, der tapferen Königin Ginevra und dem edlen Ritter Sir Lancelot. Sie erfahren von epischen Schlachten, dem mystischen Heiligen Gral und dem Verrat durch Mordred.
Neuschaefers Nacherzählung macht die komplexe Sage zugänglich und durchaus spannend. Die kurzen Kapitel und eine recht einfache Sprache halten die Aufmerksamkeit der Kinder, und alles in allem ist dieses Buch ein netter Einstieg für junge Ritter- und Mittelalterfans.
Doch obschon hier Werte wie Freundschaft, Ehre, Liebe und Mut auf eine Weise thematisiert werden, die junge Leser emotional berühren und zum Nachdenken anregen kann, halte ich das Buch ohne elterliche Erläuterungen nur bedingt für kindgerecht. Sei es die Liebschaft zwischen Artus und seiner Halbschwester, aus der ein Kind hervorgeht, das schließlich Artus Schicksal besiegelt, oder sei es die Tatsache, dass die Gemahlin von König Artus wegen Ehebruchs zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt wird, hier tauchen Aspekte auf, die womöglich verstörend wirken können. Die Altersempfehlung des Verlags von 5-7 Jahren halte ich deshalb für fraglich - ich würde hier ein höheres Alter ansetzen.
Ich als Erwachsene fühlte mich aber über weite Strecken gut unterhalten... Die 2 Stunden und 36 Minuten (angenehm gelesen von Romanus Fuhrmann) vergingen wie im Flug.
© Parden


