Romy Fischer Panikattacke Deluxe

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Inhaltsangabe zu „Panikattacke Deluxe“ von Romy Fischer

„Ein bisschen Psychiatrie schadet nie“, oder auch „Es gibt Menschen mit und ohne Diagnose, aber bekloppt sind wir alle“. Das sind die Leitsätze der Comedy-Autorin Romy Fischer.
Krank sein und gleichzeitig lachen können? Das geht!
Romy Fischer berichtet zum ersten Mal in ihrem Leben öffentlich von ihrer Panikstörung und den Folgen: wie sich ihr Leben dadurch veränderte, und wie unterschiedlich Menschen darauf reagieren, sobald sie von der Erkrankung der Autorin hören.
Gleichzeitig sagt sie aber auch: „Wenn man das Leben nicht mit Humor nimmt, dann frisst das Leben einen auf.“ Und genau so verarbeitet sie ihre Erfahrungen in diesem Buch – mal ein wenig selbstironisch, mal böse sarkastisch, mal etwas verspielt.
Sie will zum einen aufklären, über eine Erkrankung, deren Verbreitung mittlerweile großflächiger ist, als wir alle denken – nur die wenigsten outen sich – sie will Betroffenen Mut machen, und die will ihre Erkrankung anderen Menschen gegenüber nicht länger vertuschen.
Ein „Outing“ der ganz besonderen Sorte: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's völlig ungeniert!

Viele Infos mit Humor

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— DisasterRecovery

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  • Panikattacke Deluxe

    Panikattacke Deluxe

    Leseglueck

    21. July 2015 um 15:26

    Erster Satz: Sehr geehrte Damen und Herren, ich bedanke mich sehr herzlich dafür, dass Sie zu meinem Buch gefunden haben. Cover: Das Cover hat mir auf Anhieb richtig gut gefallen. Die Frau darauf mit dem schwarzen Kleid und dem geschminkten Gesicht wirkt sehr düster und gleichzeitig auch sehr elegant. Auch die pinken Rosen passen sehr gut dazu und machen das Ganze noch schicker. Meinung: Nachdem ich den Klappentext von Panikattacke Deluxe gelesen habe war ich sehr gespannt auf das Buch. Ich war überrascht dass über das Thema Panikattacke so humorvoll geschrieben wurde. Ich habe zwar auch schon andere Bücher gelesen die von Panikattacken und Depressionen handeln, aber diese waren immer sehr ernst geschrieben. Welche Art mir nun besser gefällt kann ich gar nicht genau sagen. Es war auf jeden Fall mal etwas anderes die Geschichte einer Betroffenen zu lesen die das Ganze so humorvoll reflektiert. Romy Fischer erzählt in dem Buch von ihrer Panikstörung, wie alles anfing und wie sie damit gelernt hat umzugehen. Für Romy Fischer war es, so wie es wahrscheinlich allen Betroffenen ergeht, am Anfang schwierig sich einzugestehen dass sie an so einer Krankheit leidet. Der nächste Schritt war dann natürlich herauszufinden wer und was ihr bei dieser Krankheit helfen kann. Unter anderem erzählt sie auch von ihrem Aufenthalt in einer Psychiatrie. Auch da ist es natürlich schwierig sich auf einige der Behandlungsmethoden einzulassen. Romy Fischer macht anderen Betroffenen Mut und erzählt wie sie gelernt hat mit ihrer Krankheit umzugehen, denn geheilt wird man davon sicherlich nie. Romy Fischer erzählt ziemlich schonungslos von ihrer Krankheit. In den verschiedenen Situationen von denen sie berichtet, kann man sich als Leser sehr gut hineinversetzen da die Autorin ihre Gefühle und Ängste sehr detailliert beschreibt. Auch wenn sich ihre Gedankengänge öfter ziemlich Verrückt für jemanden ohne so eine Diagnose anhören, nimmt sie trotzdem kein Blatt vor den Mund. Romy Fischer erzählt auch wie ihre Familie und ihre Freunde mit ihrer Krankheit umgehen. Denn auch diese müssen erst lernen mit der Situation umzugehen. Fazit: Panikattacke Deluxe trifft das Thema genau auf den Punkt. Romy Fischer berichtet schonungslos von ihrer Krankheit und dafür vergebe ich 4 von 5 Sterne.

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    Panikattacke Deluxe

    EvyHeart

    25. August 2014 um 16:05

    Allgemeines Das Buch hat 144 Seiten und kann als E-Book für 6 EUR bzw. Papierversion für 10 EUR überall erworben werden. Zur Autorin   Romy Fischer ist in den 80iger Jahren aufgewachsen und Lebenskünstlerin. Sie schreibt überwiegend komödiantische Bücher und ist in Anthologien vertreten. Weitere Infos findet ihr auf der Autorenseite.   Was ist eine Panikattacke? Bei einer Panikattacke verfällt der Körper plötzlich in einen Fluchtmodus. Es beginnt meistens mit Unwohlsein und kann sich über Schweißausbrüche, Taubheitsgefühle, Kurzatmigkeit und Herzrasen bis zu Kreislaufproblemen steigern. Man nimmt sich selbst sehr intensiv wahr, und empfindet die Außenwelt, obwohl man sie nur teilweise spürt, als Bedrohung. Charakteristisch ist die Erwartungsangst - man weiß nicht, wann die nächste Attacke kommt, sodass manche Symptome vorher auftreten, ohne, dass es wirklich "knallt". Die Panikattacke selbst dauert ca. 15 min, die Erwartungsangst kann aber lange davor einsetzen, sodass man sich ständig unruhig fühlt. Man kann die Störung mit Medikamenten (z.B. Antidepressiva) behandeln und über eine Verhaltenstherapie den Umgang mit der Störung üben. Besonders wichtig ist dabei das Bewusstsein, dass man nicht wirklich in Gefahr ist. Außerdem helfen Bewältigungsstrategien (Skills). Meistens setzt man der Panik einen Reiz entgegen, der genauso stark oder stärker ist. Man wird abgelenkt, beruhigt und steigert sich nicht in die Angst hinein. Das Cover Das Motiv ist wunderschön: Eine Frau mit Totenkopfgesicht und schwarzem, schulterfreien Kleid trägt sowohl Rosen im Haar als auch in der Hand. Sie wirkt damit sehr verletzlich, aber auch stark! Auch wenn ich das Licht auf dem Gesicht zu heftig finde, ist es ein sehr schönes und prägnantes Motiv. Leider kann man den grauen Autorinnennamen oben rechts und den Buchtitel unten mittig schlecht lesen - die Schriftfarbe ist nicht kontrastreich genug und die Schrift zu lang gezogen. Auch der Untertitel ist sehr, sehr klein. Die Rückseite passt nicht zur Vorderseite, was ich sehr schade finde. Auf dem großen, lilanen Teil sieht man in rot den Klappentext. Auch hier sind Schriftgröße und -farbe ungünstig gewählt. Noch unschöner ist der hellblaue Streifen, auf dem das Bild der Autorin zu sehen ist. Ihr Gesicht wirkt in das Kästchen gequetscht und es hat einen Blaustich. Vergleicht man es mit den Bildern auf der FB-Fanpage, wurde hier viel Potential verschenkt. Inhalt Im Laufe von sechs Kapiteln (plus Vor- und Nachwort und dem Nachwort zum Nachwort) berichtet die Autorin davon, wie die Panikstörung auftrat, was sie dagegen tat und wie ihr Leben danach aussieht. Einleitung Im Laufe der 5 Seiten klärt die Erzählerin über die Panikstörung und ihre Symptome auf. Ich fand das Kapitel sehr informativ und leicht verständlich, sehr menschlich. Kapitel 1: Am Anfang war das Ende Der mit 34 Seiten ausführlichste Teil beschäftigt sich mit den ersten Panikattacken und Behandlungsversuchen. Wie bei vielen Betroffenen tritt die erste Attacke ein, man übersteht sie und denkt sich nichts dabei - bis die nächste kommt. Es folgen Ärztehopping und Fehldiagnosen, erfolglose Versuche, einen Therapeuten zu finden und Medikamente, die zwar helfen, deren Nebenwirkungen aber heftig sind. Hier wechselt die Autorin zwischen Zeitraffung und -dehnung. Passend zur Realität werden die Attacken als quälend langsam dargestellt, in den Phasen dazwischen klingt Bitterkeit an. Kapitel 2: Haste solche Freunde, brauchste keine Feinde Dieser 16-seitige Abschnitt widmet sich der Umwelt der Erzählerin. Besonders kritisch betrachtet sie dabei Menschen, die kein Verständnis für sie haben bzw. ihre eigenen Probleme als wichtiger ansehen. Ich fand diese Passage sehr negativ, weil ich andere Erfahrungen gemacht habe. Viele Gedanken konnte ich nachvollziehen, aber auf mich wirkte alles etwas trotzig. Kapitel 3: Das Trauma namens Eltern Auf 13 Seiten geht es um die These, dass Prägungen aus der Kindheit für die Störung verantwortlich sind. Die Erzählerin berichtet von ihrer modisch schwierigen Kindheit in den 80er Jahren und Eltern, die sich mehr Gedanken um ihr Ansehen als um ihre Tochter machten und denen sie nicht gut genug war. Ich glaube, die Erzählerin ironisiert hier bewusst, um vom eigentlichen Thema abzulenken - sie beschwert sich über schlechte Musik und hässliche Klamotten, während ihre Eltern kurz, aber prägnant anklingen. Einerseits verstehe ich das, weil das Buch autobiografisch ist und die Erzählerin nicht zu viel aus ihrem Privatleben zeigen will. Gleichzeitig wirkt es nicht so ernsthaft, was ich schade finde. Kapitel 4: Halleluja - Einmal Irrenanstalt und zurück Die 14-seitige Passage beschäftigt sich mit dem Aufenthalt der Erzählerin auf der psychotherapeutischen Station der psychiatrischen Klinik. Neben dem Potpourri an Patienten zeigt die Erzählerin, welche Strategien sie für den Umgang mit der Störung gelernt hat. Für mich war das Kapitel das informativste und ehrlichste. Es stellt einen Wendepunkt dar, weil es einen Ausweg zeigt. Auch als Leser fühlt man sich nicht mehr allein der bösen Störung ausgeliefert, sondern hat das Gefühl, dass es vorwärts geht! Kapitel 5: Der kleine Absturz für Zwischendurch Schwerpunkte dieser 30 Seiten sind ein Rückfall beim Konzert und die Bewältigung des Maschseefestes. Während der erste Abschnitt eher traurig ist, weil die Erzählerin trotz guter Vorbereitungen erstmal scheitert, wirkt das Fest eher fröhlich. Beiden gemein ist, dass die Erzählerin an ihrer Störung arbeitet und anwenden kann, was sie gelernt hat. Obwohl sie beide Veranstaltungen nicht vollständig besuchen kann, hat sie sich Zwischenziele gesetzt und diese erreicht. Sie hat nicht aufgeben, sondern gekämpft. Das fand ich toll! Trotzdem waren mir die Passagen stellenweise zu lang. Kapitel 6: Ende im Gelände Auf 4 Seiten folgt der Jetzt-Zustand der Erzählerin und das Fazit. Sie wird mit dieser Störung leben müssen, aber sie lässt sich nicht unterkriegen. Auch dieser Teil ist sehr ehrlich und kampfstark. Allerdings wird zu oft betont, dass man das Leben mit Humor nehmen muss - das sehe ich anders :-) Zum Abschluss noch ein paar Worte [Epilog] Neben zwei Fotos wird in diesem 6-seitigen Teil nochmals ein Fazit gezogen, allerdings lockerer geschrieben. Außerdem enthält er einen meine Lieblingssätze (S. 137) Die Frage war in allen Fällen [in der Klinik, Anm. d. Autorin], wie man zukünftig damit umgehen wird, damit die Krankheit bestenfalls ganz verschwindet, mindestens aber so geringfügig und unbedeutend wird, dass man sein Leben wieder genießen kann. Themen Panikstörung: Die Erzählerin zeigt ausführlich, welche Symptome bei ihr auftraten - Lähmungsgefühle, Unruhe, Hitzewellen und Übelkeit, die sich bis zum Erbrechen steigern kann. Außerdem, wie eine Panikattacke und die Erwartungsangst ablaufen, wie sie kämpft, scheitert und weiterkämpft. Bewältigungsstrategien: Effektiv erweisen sich bei der Erzählerin die Imagination (man stellt sich eine entspannende Situation so genau vor, dass man sie fühlen kann), Tai-Chi (auch gedanklich angewendet), Kälte (gegen die Hitze) und Cola (weil der Kreislauf nach einer Panikattacke absackt). Außerdem plant sie die Wege, die sie gehen muss, damit sie sich sicher fühlt. Es gibt übrigens ca. 300 erprobte Skills, die man körperlich und gedanklich ausüben kann. Beispiele sind Bewegung, Beobachtungen, Rechenaufgaben und Igelbälle. Umgang anderer mit der Störung: Die Erzählerin berichtet von Menschen, die mit ihrer Störung nicht umgehen können bzw. sie als Lappalien abtun. Ich glaube, das hängt mit mehreren Dingen zusammen. Wir mögen Perfektion und unperfekte bzw. kranke Menschen konfrontieren uns damit, dass wir fehlbar sind. Man stellt sich die Frage, ob man selbst fehlbar ist und das ist schwer. Außerdem ist eine Panikstörung nicht immer spezifisch bzw. eine Angststörung manchmal irritierend: Wenn man vor Spinnen Angst hat, rennt man weg - und es ist gesellschaftlich akzeptiert. Wenn man vor Nichts Angst hat, kann man nicht weglaufen. Eine Panikattacke sieht man nicht. Die meisten Leute denken, dass man panisch rumläuft und schreit. Tut man nicht. Man sitzt bewegungslos da, guckt sich unruhig um, nur die Schweißausbrüche sieht man. Manche Menschen machen sich einfach nur Sorgen und es nervt sie, dass sie einem nicht helfen können. Ich glaube, es gibt verschiedene Menschen und verschiedene Arten, damit umzugehen. Die meisten haben tatsächlich zuerst Probleme. Manchen kann man klarmachen, dass es was Ernstes ist, andere verstehen das nicht. Vor diesen sollte man sich zu seinem eigenen Schutz fernhalten :-) Es ist wichtig, zu merken, dass es anderen so geht, und dass man aus mehr besteht als aus dieser Störung. Verrücktsein: Ironisch greift die Erzählerin das "Bekloppt-Sein" auf und wirbt um Verständnis. Ich hatte damit Probleme, weil diese Aussage genauso pauschal ist wie das Gegenteil. Es wäre schön, wenn sich alle Menschen gegenseitig akzeptieren würden, aber das geht aus meiner Sicht nicht. Es gibt immer Eigenschaften oder Taten, die man komisch oder abstoßend findet. Ich glaube, damit sollte man umgehen lernen - entweder, diese Taten sind vertretbar bzw. es gibt Dinge, die das ausgleichen. Oder man stellt fest, dass man es nicht akzeptieren kann, und widmet sich anderen Menschen. Humor: Das ganze Buch ist sehr humorvoll, und die Erzählerin betont stets,wie wichtig er ist. Ich sehe das anders. Humor hilft in vielen Situationen - er lockert auf, lenkt von Problemen ab, verlagert den Schwerpunkt. Er macht Wichtiges auf einmal unwichtig und zeigt uns, dass es immer Dinge, gibt, die schlimmer sind. Beispielsweise sind Kriege nichts im Vergleich zu den Gemächten von CDE-Promis :-) Aber mit Humor kann man vieles übertünchen, sich selbst davon ablenken, dass manche Dinge wehtun. An einer Stelle erwähnt die Erzählerin das auch. Schreibstil Die Autorin schreibt sehr locker, ironisch bis sarkastisch und das hat mir nur teilweise gefallen. An einigen Stellen musste ich lachen, weil ihre Wortspiele manchmal sehr komisch waren oder ich die Situation nachvollziehen konnte. Oft war mir der Humor aber zu viel. Ich war einmal kurz davor, es an die Wand zu werfen, weil der Sarkasmus vieles verdrängt. Man merkt, dass die Autorin an einigen Stellen gern mehr geschrieben hätte, in die Tiefe gehen wollte - aber es wichtiger war, den Leser und sich selbst zum Lachen zu bringen. Außerdem ist es nicht immer realistisch - inmitten einer Panikattacke hat man nicht die Auffassungsgabe für jedes Detail seiner Umwelt. Im Buch kann sich die Erzählerin aber auf Übelkeit, Fallen und die Gangart eines Passanten konzentrieren. Interessant ist, dass dieser Stil auch Vorteile hatte: Da ich die Autorin manchmal nicht ernst nehmen konnte bzw. wollte, fiel es mir leicht, Distanz zu halten. Ich bin nicht in das Geschehen reingefallen, sondern konnte Abstand halten, weil mir die Erzählerin nicht so nah stand. An eigenen Stellen, besonders bei den Bewältigungsstrategien und im Nachwort, wird die Autorin sehr gefühlvoll, fundiert, sie klingt ehrlich und ernsthaft. Ich konnte diesen Passagen viele Infos entnehmen und fühlte mich aufgehoben. Die Autorin arbeitet oft mit Zeitdehnungen, was ich anfangs sehr gut fand - besonders in der zweiten Szene, als sie mit ihrer Freundin einkaufen geht, konnte man gut sehen, wie eine Panikattacke funktioniert. In den folgenden Passagen nervte es mich, weil ich das Procedere kannte. Ich weiß nicht, wie man das Thema am besten aufbereitet - sachlich, eher emotional bis weinerlich oder ironisch. Ich hätte mir in diesem Buch weniger Humor und mehr Informationen gewünscht. Fazit Einige Infos, viel Humor und auch viel Gefühl stecken in diesem Buch. Es ist in seiner Betrachtung einzigartig und man merkt, wie wichtig das Thema ist. Aber auch, was schief gehen kann - von vielen Seiten. Und das Cover ist geil :-) Ich glaube, wenn man den Humor mag, ist es sowohl für Erkrankten als auch Neugierige eine unterhaltsame Informationsquelle.

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  • Ein Buch das nachdenklich macht und berührt

    Panikattacke Deluxe

    GlamourGirl80

    05. February 2014 um 09:43

    Inhalt Romy Fischer leidet seit 14 Jahren unter einer Panikstörung und berichtet in ihrem Buch zum ersten Mal öffentlich darüber. Sie berichtet davon, wie sich ihr Leben verändert hat, wie andere Menschen auf sie reagieren und wie sie damit umgeht. Es geht ihr darum über ihre Erkrankung aufzuklären und Betroffenen Mut zu machen. Meine Meinung Es handelt sich bei diesem Buch nicht um einen Roman...die Autorin berichtet von ihrem Leben mit einer Panikstörung und das schonungslos und sehr direkt. Sie erzählt vom Auftreten ihrer ersten Panikattacke, davon wie sich erst lang später wirklich herausstellt was sie hat, wie ihr Umfeld reagiert, ihre Familie und Freunde, wie man versucht ihr zu "helfen" und wie sie selber versucht die Panikstörung zunächst "aus ihrem Leben zu schmeissen" und dann lernt ihr Leben damit zu leben. Von Anfang an fällt die offene Art der Autorin auf. Sie hält mit ihren Gedanken nicht hinterm Berg, sie erzählt ganz unbefangen von dem was sie erlebt hat und sie macht auch nicht halt davor, sich mit unschönen Dingen auseinanderzusetzen. Stellenweise hat mich ihre Art zu schreiben fast etwas geschockt, an anderen Stellen musste ich zustimmend Nicken, da ich mich damit identifizieren konnte und an wieder anderen Stellen musste ich einfach schmunzeln. So schonungslos Romy Fischer mit dem Thema umgeht, so sehr spürt man auch die Belastung, die sie durch die Panikstörung erfährt. Sie begegnet ihr sowohl mit Humor als auch mit Ironie und Sarkasmus und sie macht anderen Betroffenen Mut, sich zu ihrer Krankheit zu bekennen. Ich persönlich finde das Thema schwierig. So sehr ich es schätze, dass die Autorin so ehrlich mit der Thematik umgeht, so betroffen hat mich ihre Art dennoch gemacht. Ich bin nicht direkt von einer Panikattacke betroffen aber von einem Krankheitsbild das diese auch beinhaltet und ich kann für mich nicht so mit dem Thema umgehen. Ja, man muss mit psychischen Krankheiten offen umgehen, denn sie sind in unserer Gesellschaft nach wie vor nicht wirklich bekannt und werden oft nicht ernst genommen, aber, wie man auch an Romy Fischer's Buch sehen kann, ist ein Leben damit auch wirklich nicht einfach und für mich lässt sich so eine Erkrankung nicht einfach "wegwitzeln" oder "weglachen"...wobei ich auch nicht denke, dass die Autorin das mit ihrem Buch sagen wollte, ich denke eher, dass sie aussagen möchte, dass man sich nicht komplett in die Krankheit fallen lassen darf und sich den eigenen Humor bewahren muss. Ein Buch das nachdenklich macht, das mich berührt hat, das mich betroffen gemacht hat und das absolut direkt und ehrlich ist. Eine Thematik die nicht jedermann interessieren wird, die aber nichts desto trotz ein recht grosser Bestandteil unserer Gesellschaft, wie wir sie kennen, ist. Ein Buch das sich nicht einfach so lesen lässt, das Pausen zum Nachdenken und Versten fordert und dabei seine Leser trotzdem auf seine ganz eigene Weise unterhält. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

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  • Humor Deluxe

    Panikattacke Deluxe

    DisasterRecovery

    04. February 2014 um 11:37

    "Willkommen in der Welt der Gestörten - sie ist nun mal nicht immer fair!" (S. 10) Romy Fischer leider unter Panikattacken. Jemand, der so etwas noch nie erlebt hat, kann nur schwer nachvollziehen wie sehr Panikattacken das eigene Leben einschränken und sich im Ernstfall auswirken können. Ich glaube meine Oma würde sagen: "Sowas hat's bei uns früher nicht gegeben!". Ich bin sicher, dass meine Oma harte Zeiten hinter sich hat. Bei uns muss wenigstens niemand mehr hungern, trotzdem wird uns in der heutigen Zeit einiges abverlangt. "Eine Frau in der heutigen Zeit gebärt ihre Kinder gefälligst mitten in einer Vorstandssitzung, während sie gleichzeitig die Buntwäsche erledigt, ihrer Familie ein drei Gänge Menü zaubert, sich die Fingernägel lackiert (die Weiblichkeit darf selbstverständlich nicht auf der Strecke bleiben), mit ihren Kindern die Hausaufgaben macht, ihren Mann bespaßt, immer gut gelaunt ist, zu den Elternabenden geht, für Los Wochos in der Schule Kuchen backt, den Haushalt schmeißt, den Garten bepflanzt, die Krankenschwester und Familienpsychiologin spielt, einen Vollzeitjob mit links erledigt und bestenfalls zusätzlich auch noch auf Freiwilligenbasis im Altenheim Geschichten vorliest." (S. 17,18) Zum Glück hat sich die Autorin dazu entschlossen, uns Leser an dem ungewöhnlichen Leidensweg teilhaben zu lassen. So haben wir die Chance, sie in alltäglichen Situationen zu erleben, wie zum Beispiel beim Einkaufen, in denen sich von einer Sekunde zu anderen eine Panikattacke ankündigt. Im Umfeld befindliche Personen haben keine Ahnung was in diesem Moment in ihr vorgeht, wie verzweifelt sie innerlich dagegen ankämpft und am Ende oft doch klein bei geben muss. Sie beschreibt diese Zustände herrlich ironisch und sarkastisch und beweist jedes Mal aufs neue, dass sie über sich selbst lachen kann. Auch wenn es für sie selbst sicherlich schreckliche Erlebnisse waren und man als Leser wirklich mit ihr mitfühlt, ist es humortechnisch ein absoluter Genuss. Wenn Romy Fischer zum Rundumschlag ausholt, dann bekommen nicht nur Freunde und Eltern ihr Fett weg, sondern auch Modern Talking und Justin Bieber. Einfach köstlich! Aber bei allem was sie so vom Stapel lässt, bleibt sie stets herzlich. "Zwei Weltkriege, ein bayerischer Papst, Angela Merkel, und jetzt das! PSYCHIATRIE." (S. 84) Weiterhin erzählt sie uns von ihrem Aufenthalt in der Psychiatrie, von zunächst fragwürdigen Therapiegruppen und unfreiwilligen Mit-Irren. Das ist auch der Punkt, an dem sie erkennt, dass man ohne Humor in unserer Welt einfach untergeht, egal ob bekloppt mit oder ohne Diagnose.  In dieser Zeit schafft sie es, sich ihr eigenes Waffenarsenal zusammenzustellen, mit dem sie gegen ihre Panikattacken angehen kann. Nicht immer mit Erfolg. Fazit: Ich mag Menschen, die über sich selbst lachen können und ganz besonders mag ich den Humor von Romy Fischer. Ein Hoch auf die Selbstironie! Für mich selbst nehme ich mit, dass jeder auf seine Art bekloppt ist und es manchmal besser ist bei unserem Lebenswahn (höher, weiter, schneller, besser, schöner, reicher) ab und zu mal inne zu halten, durchzuatmen und herzhaft zu lachen.  Dank ihr bekomme ich jetzt mindestens einmal die Woche automatisch eine kleine Lachtherapie, nämlich immer dann, wenn mich die Verkäuferin an der Kasse fragt, ob ich Punkte sammele =) Absolut empfehlenswert! Ich werde nun erstmal all ihre anderen Bücher lesen =) 5 von 5 Sternen

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  • Respekt.

    Panikattacke Deluxe

    Rebel_Heart

    25. January 2014 um 22:26

    Bei diesem Buch ist die Autorin selbst auf mich zugetreten und ha mir eine Mail zukommen lassen, ob ich nicht ein Exemplar lesen und besprechen möchte. Da mich der Klappentext unglaublich angesprochen hat, habe ich zugesagt. Bereits gestern kam das Exemplar bei mir an und ich habe auch fast sofort mit dem Lesen angefangen. Das Cover finde ich zudem wirklich schön, es ist mal etwas anderes und aussergewöhnliches im Gegensatz zu all den anderen Covern. Romy Fischer beschreibt in ihrem Buch ihr Leben mit einer Panikstörung, mit Ängsten, von denen sie nie für möglich gehalten hätte, dass auch sie unter diesen leiden könnte - wie Millionen anderer Menschen auch. Obwohl es eigentlich ein sehr ernstes Thema ist, nimmt sich die Autorin selbst auf die Schippe und schildert mit trockenem Humor und einer Menge Sarkasmus schildert sie alltägliche Situationen in ihrem Leben, verlorene Freundschaften, die aufgrund ihrer Krankheit nicht mehr existieren. Ich denke, ich kann behaupten, dass ich zumindest ein Stückchen weit verstehen kann, was die Autorin mit ihrem Buch zu sagen versucht, gerade weil auch in meinem Umfeld eine bestimmte Krankheit eine Rolle spielt. Oftmals wird man aufgrund bestimmter Krankheitsbilder sofort von der Gesellschaft abgestempelt und hat nicht mal die Chance, sich quasi zu beweisen. Romy Fischer gehört im Grunde zu genau solch einer abgestempelten Gruppe und doch steht sie mitten im Leben, beschreibt anhand ihres Buches, wie sie damit umgegangen ist und es noch immer tut. Und auch, dass sich heutzutage niemand mehr schämen muss, wenn er sich in psychiatrische Behandlung begibt. ( Der Meinung bin ich übrigens auch!!)   Ein Buch, welches zum Nachdenke anregt, aber auch zum Schmunzeln, denn Romy Fischer hat beides geschafft bei mir hervorzurufen.  Sie kann trotz ihrer Erkrankung über sich selbst lachen, hat Respekt vor all den anderen, die ebenso an solchen  ( oder anderen ) Erkrankungen leiden, was sich auch deutlich in ihrem Buch wiederspiegelt.   5/5 Schneeflöckchenbäume sind mir meiner Meinung nach auf jeden Fall angebracht.   

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