Romy Hausmann

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Romy HausmannLisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
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Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
 (13)
Erschienen am 11.08.2014

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Rezension zu "Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt" von Romy Hausmann

Ein Landei in der Großstadt
Kerryvor 4 Jahren

Die 25-jährige Lisa Berner kam in "Shittingen", sie selbst nennt das Kaff, in dem sie geboren und aufgewachsen ist und wo sie immer noch festhängt so, auf die Welt. Sie ist gelernte Fleischereifachverkäuferin, was alles andere als ihr Traumberuf ist, aber der Vater hat ihr diese Ausbildung besorgt und sie musste sich fügen, und arbeitet seit ihrer Ausbildung in der Metzgerei Frey, einem Traditionsunternehmen im Dorf. Dort hat sie auch mit ihrer besten Freundin Hanna ihre Ausbildung gemacht. Hanna ist zufrieden mit ihrem Leben im Dorf, auch mit ihrem Job als Fleischereifachverkäuferin ist sie glücklich, doch Lisa will mehr, angefangen damit, dass sie nicht mehr Lisa sein will, sondern Lola. Wer will denn schon die langweilige Lisa aus Shittingen sein?


Lisas Mutter beging, als ihre Tochter fünf Jahre alt war, Selbstmord und seitdem leben sie und ihr Vater bei Annfried Berner, auch genannt "Oma", der Mutter ihres Vaters. Ihr Vater traute sich seinerzeit einfach nicht zu, allein ein kleines Mädchen aufzuziehen und zog daher zu seiner Mutter, damit diese ihm hilft. Tja und 20 Jahre später sind sie immer noch da. Ihr Vater ist vor Jahren nach dem unerklärlichen Verschwinden diverser Biere an der Tankstelle seinen Job als Tankwart losgeworden und sitzt seitdem nur noch in Omas Küche rum.


Immer wieder geraten Oma und Enkelin aneinander und als Lisa nach einer völlig durchzechten Nacht erst sehr spät am nächsten Morgen wieder nach Hause kommt, kracht es mal wieder gewaltig zwischen den beiden Frauen. Lisa haut ab, will eigentlich per Anhalter nach Italien, aber von dem LKW-Fahrer wird sie kurzerhand auf einer Raststätte ausgesetzt. Doch sie hat Glück im Unglück und lernt dort Marte kennen, die sie mit nach München nimmt. So landet Lisa jetzt Lola also in München. Die 26-jährige Marte nimmt sich Lolas an und sie kommt bei ihr unter. Diese zeigt ihr die Stadt, vor allem diverse Boutiquen und Clubs, natürlich auf Rechnung von Martes Vater. Marte Kössling selbst hat eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht, aber bevorzugt es, von Papas Geld zu leben, immerhin ist sie ein Scheidungskind. Dass sie bei der Scheidung ihrer Eltern bereits 24 Jahre alt war, ist hier nebensächlich, ihr Vater hat ihre Kindheit zerstört und dafür muss er zahlen. Doch irgendwie scheint das Leben in der Großstadt für Lisa aka Lola doch nicht so das richtige zu sein, denn so wirklich wohl fühlt sie sich nicht. Was also tun?



Ein Landei in der Großstadt! Der Plot wurde authentisch erarbeitet, zumindest gehe ich davon aus, dass die Authentizität gegeben ist, wenn man auf eine Person wie Marte trifft. Die Figuren wurden realistisch erarbeitet, jedoch hatte ich ernste Probleme, mich in die Figur der Lisa/Lola einzufühlen, denn diese ist trotz ihres Alters noch recht naiv. Hingegen fand ich die Nebenfigur Victor sehr schön dargestellt, solch einen Mann würde ich auch gerne mal kennen lernen, offen und ehrlich und einfach sich selbst treu. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, jedoch muss ich sagen, dass mich das Buch doch etwas enttäuscht zurückgelassen hat, denn ich hatte mir hier mehr Witz versprochen.


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Cathy28s avatar

Rezension zu "Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt" von Romy Hausmann

Lola soll zwar cooler sein, aber Lisa ist eigentlich auch ganz ok
Cathy28vor 4 Jahren

Der Roman von Romy Hausmann handelt von der Protagonistin Lisa Berner, die mit Vater und Oma in einem langweiligen Dorf in Bayern lebt. Dass Lisa es Shittingen nennt, sagt schon sehr viel aus. Sowieso ist ihr Leben insgesamt ziemlich bedrückend: sie hat einen Job in einem Fleischereigeschäft, ihre Mutter hat sich umgebracht als sie 5 war, der Vater schweigt seitdem und sitzt nur zu Hause herum, die Oma bestimmt alles. Lisa darf eigentlich gar nichts, nicht mal Poster in ihrem Zimmer aufhängen, nur in der Dorfkneipe was trinken mit ihrer Freundin Hanna, das darf sie.
Nach einem kurzweiligen Ausflug Richtung Metz, den beide Mädchen dann doch nicht richtig durchziehen, entscheidet Lisa zu fliehen und kommt über Umwege nach München. Von da an ist sie Lola, weil Lola viel cooler klingt und alles viel besser machen wird als Lisa. Sie lernt Marte kennen und zieht bei ihr ein. Und bei Marte ist auf jeden Fall alles Zucker. Sie lässt sich von Daddy alles bezahlen und lebt ein für Lisa extravagantes, eigentlich aber recht normales Großstadtleben. Geht permanent shoppen, feiern und macht mit Jungs rum. Doch die beiden sind zu verschieden um auf Dauer miteinander klar zu kommen und streiten sich irgendwann so schlimm, dass Lola in Martes Auto auf dem Aldi-Parkplatz übernachten muss.
Irgendwann stellt sie sich der Tatsache, dass sie wieder nach Hause fahren muss, weil doch nicht alles so bilderbuchmäßig ist in München wie sie sich das vorgestellt hat. Da in München so wahnsinnig viel passiert, kommt es Lisa aber auch dem Leser sehr lange vor, obwohl es eigentlich nur 19 Tage sind.
Als sie wiederkommt, ist eigentlich alles beim alten. Aber nur oberflächlich. Der Vater hat sich schlussendlich doch mal bewegt und geht nun wieder arbeiten. Mit der Oma führt sie Gespräche, die früher überhaupt nicht denkbar waren und fängt an, auch ihre Seite einmal zu verstehen. Das hat mir sehr gut gefallen, weil es zeigt, wie vielschichtig jeder Mensch ist und dass manchmal doch nicht alles so ist wie es scheint. 
Über das Ende möchte ich nicht allzu viel verraten, das wäre schade für alle Leser.

Insgesamt finde ich das Buch unterhaltsam geschrieben, es gibt viele witzige und auch zweideutige Gedankengänge, z.B. am Anfang als ihr Job im Fleischgeschäft beschrieben wird: "Es geht um die Wurst. Freundlich sein. Lächeln. Nicht mal ansatzweise denken, dass der aktuelle Kunde am kalten Braten ersticken möge" S. 5. Da muss man sich einfach schon totlachen. Allerdings ist die Sprache oft sehr derb und mir war es irgendwann dann doch zu viel „Scheiße“. Auf den ersten Blick wirkt die Erzählung wie eine Geschichte, die vor sich hinplänkelt, eigentlich ist sie aber sehr tiefgründig. Lisa ist sehr verloren und mit den Eigenarten des Vaters und der Oma auch sehr gestraft. Jeder würde versuchen in ihrer Situation auszubrechen. Dann macht sie ihre Erfahrungen, stößt sich die Hörner ab und kann plötzlich, vor allem mit ihrer Oma, viel besser umgehen. Sie ist gewachsen an diesem Ausflug nach München und auch die Oma ist aufgewacht, dass sie doch auch einiges falsch gemacht hat. Solche Konstellationen gibt es sicher einige auf der Welt und in unserem Land und ich fand es einfach sehr interessant zu lesen, welche Beweggründe die einzelnen Menschen für bestimmte Dinge haben.

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Estrelass avatar

Rezension zu "Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt" von Romy Hausmann

Es geht um die Wurst
Estrelasvor 4 Jahren

Lisa, 25, ist Wurstverkäuferin und lebt auf dem Land. Sie flüchtet aus ihrem monotonen Leben und landet in München. Dort macht sie ihre Erfahrungen mit der Anonymität und Oberflächlichkeit der Großstadt. Die ironischen und teilweise bitterbösen Kommentare der Protagonistin machen diesen Roman aus. Ihr Dorf nennt sie beispielsweise einfach "Shittingen", und gelangweilt von der Arbeit, stellt sie sich vor, in die Auslage zu kacken oder sich an Würsten zu erhängen. Auch wenn das Leben in der Stadt ein krasser Gegensatz ist, geht es Lisa dort nicht unbedingt besser. Schnell wird klar, dass Partys und Shopping nur kurzfristig Abwechslung bieten. Und so geht mit Lisa oft die Fantasie durch, um ihre Umwelt zu verarbeiten. Der Autorin ist es mit diesem Buch gut gelungen, die Selbstfindung einer jungen Frau auf originelle Art darzustellen.

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Gespräche aus der Community

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frolleinavelons avatar

„Ach ja, mein Leben. Wie das halt so ist, wenn sich Radieschenschweine ganz oben auf der Liste der täglichen Highlights tummeln. Es sollte anders sein. Es sollte um mehr gehen. Aber fragen Sie jetzt bitte nicht, um was. Ich stelle mir gar nicht vor, in einer großen Stadt oder am Meer zu leben, teure Kleider zu tragen und einen Prinzen zu treffen, mit dem ich bis an mein Lebensende glücklich werde. Ich glaube nicht an Märchen, sondern vielmehr daran, dass die Gebrüder Grimm einfach zu faul waren, um sich ein realistisches Ende auszudenken.“


Was nützt es, wenn man clever und neugierig ist, aber in der niederbayerischen Provinz lebt? Nichts, denkt sich Lisa und lässt alles hinter sich. Die Oma, den frustrierenden Job, den Vater, der seit Jahren um ihre Mutter trauert. Seit deren Selbstmord vegetiert die gesamte Familie in einem grauen Einerlei dahin. Aber damit ist nun Schluss. Lisa zieht nach München und nennt sich fortan Lola. Party, Sex und große Freiheit – warum wollen nur die alten Wunden nicht verheilen?

Hallo, liebe Community!
Gerne möchte ich mit euch eine Leserunde zu meinem neuen Roman „Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt“ starten. Wer gerne einmal Probe lesen möchte, kann das hier tun:

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Lisa-heisst-jetzt-Lola-und-lebt-in-der-Stadt-Roman/Romy-Hausmann/e452194.rhd?mid=4&serviceAvailable=true&showpdf=false#tabbox

Ich verschenke 10 Bücher und freue mich auf jeden, der mitlesen möchte!
Bewerbungsschluss ist der 01.09.2014.

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