Romy Hausmann Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt

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Inhaltsangabe zu „Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt“ von Romy Hausmann

Was nützt es, wenn man clever und neugierig ist, aber in der niederbayerischen Provinz lebt? Nichts, denkt sich Lisa und lässt alles hinter sich. Die Oma, den frustrierenden Job, den Vater, der seit Jahren um ihre Mutter trauert. Seit deren Selbstmord vegetiert die gesamte Familie in einem grauen Einerlei dahin. Aber damit ist nun Schluss. Lisa zieht nach München und nennt sich fortan Lola. Party, Sex und große Freiheit – warum wollen nur die alten Wunden nicht verheilen?

Witziges Buch auf den ersten Blick, tiefgründig auf den zweiten.

— Cathy28
Cathy28

Eine Dynamik, die den Leser wie eine Horde wildgewordener Ochsen überrennen kann. Aber ich stehe drauf.

— Laupez
Laupez

Einmal Lola und zurück

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein Roman, wie man ihn nicht alle Tage liest!

— MrsAmy
MrsAmy

Hammerhart, nichts für schwache Nerven, Psycho. München als Ort des Absturzes, nichts mit Glitzer und Blingbling

— Fadenvogel
Fadenvogel

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  • Ein Landei in der Großstadt

    Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
    Kerry

    Kerry

    Die 25-jährige Lisa Berner kam in "Shittingen", sie selbst nennt das Kaff, in dem sie geboren und aufgewachsen ist und wo sie immer noch festhängt so, auf die Welt. Sie ist gelernte Fleischereifachverkäuferin, was alles andere als ihr Traumberuf ist, aber der Vater hat ihr diese Ausbildung besorgt und sie musste sich fügen, und arbeitet seit ihrer Ausbildung in der Metzgerei Frey, einem Traditionsunternehmen im Dorf. Dort hat sie auch mit ihrer besten Freundin Hanna ihre Ausbildung gemacht. Hanna ist zufrieden mit ihrem Leben im Dorf, auch mit ihrem Job als Fleischereifachverkäuferin ist sie glücklich, doch Lisa will mehr, angefangen damit, dass sie nicht mehr Lisa sein will, sondern Lola. Wer will denn schon die langweilige Lisa aus Shittingen sein? Lisas Mutter beging, als ihre Tochter fünf Jahre alt war, Selbstmord und seitdem leben sie und ihr Vater bei Annfried Berner, auch genannt "Oma", der Mutter ihres Vaters. Ihr Vater traute sich seinerzeit einfach nicht zu, allein ein kleines Mädchen aufzuziehen und zog daher zu seiner Mutter, damit diese ihm hilft. Tja und 20 Jahre später sind sie immer noch da. Ihr Vater ist vor Jahren nach dem unerklärlichen Verschwinden diverser Biere an der Tankstelle seinen Job als Tankwart losgeworden und sitzt seitdem nur noch in Omas Küche rum. Immer wieder geraten Oma und Enkelin aneinander und als Lisa nach einer völlig durchzechten Nacht erst sehr spät am nächsten Morgen wieder nach Hause kommt, kracht es mal wieder gewaltig zwischen den beiden Frauen. Lisa haut ab, will eigentlich per Anhalter nach Italien, aber von dem LKW-Fahrer wird sie kurzerhand auf einer Raststätte ausgesetzt. Doch sie hat Glück im Unglück und lernt dort Marte kennen, die sie mit nach München nimmt. So landet Lisa jetzt Lola also in München. Die 26-jährige Marte nimmt sich Lolas an und sie kommt bei ihr unter. Diese zeigt ihr die Stadt, vor allem diverse Boutiquen und Clubs, natürlich auf Rechnung von Martes Vater. Marte Kössling selbst hat eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht, aber bevorzugt es, von Papas Geld zu leben, immerhin ist sie ein Scheidungskind. Dass sie bei der Scheidung ihrer Eltern bereits 24 Jahre alt war, ist hier nebensächlich, ihr Vater hat ihre Kindheit zerstört und dafür muss er zahlen. Doch irgendwie scheint das Leben in der Großstadt für Lisa aka Lola doch nicht so das richtige zu sein, denn so wirklich wohl fühlt sie sich nicht. Was also tun? Ein Landei in der Großstadt! Der Plot wurde authentisch erarbeitet, zumindest gehe ich davon aus, dass die Authentizität gegeben ist, wenn man auf eine Person wie Marte trifft. Die Figuren wurden realistisch erarbeitet, jedoch hatte ich ernste Probleme, mich in die Figur der Lisa/Lola einzufühlen, denn diese ist trotz ihres Alters noch recht naiv. Hingegen fand ich die Nebenfigur Victor sehr schön dargestellt, solch einen Mann würde ich auch gerne mal kennen lernen, offen und ehrlich und einfach sich selbst treu. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, jedoch muss ich sagen, dass mich das Buch doch etwas enttäuscht zurückgelassen hat, denn ich hatte mir hier mehr Witz versprochen.

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    • 3
    Sabine17

    Sabine17

    12. January 2015 um 19:54
  • Leserunde zu "Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt" von Romy Hausmann

    Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
    frolleinavelon

    frolleinavelon

    „Ach ja, mein Leben. Wie das halt so ist, wenn sich Radieschenschweine ganz oben auf der Liste der täglichen Highlights tummeln. Es sollte anders sein. Es sollte um mehr gehen. Aber fragen Sie jetzt bitte nicht, um was. Ich stelle mir gar nicht vor, in einer großen Stadt oder am Meer zu leben, teure Kleider zu tragen und einen Prinzen zu treffen, mit dem ich bis an mein Lebensende glücklich werde. Ich glaube nicht an Märchen, sondern vielmehr daran, dass die Gebrüder Grimm einfach zu faul waren, um sich ein realistisches Ende auszudenken.“ Was nützt es, wenn man clever und neugierig ist, aber in der niederbayerischen Provinz lebt? Nichts, denkt sich Lisa und lässt alles hinter sich. Die Oma, den frustrierenden Job, den Vater, der seit Jahren um ihre Mutter trauert. Seit deren Selbstmord vegetiert die gesamte Familie in einem grauen Einerlei dahin. Aber damit ist nun Schluss. Lisa zieht nach München und nennt sich fortan Lola. Party, Sex und große Freiheit – warum wollen nur die alten Wunden nicht verheilen? Hallo, liebe Community! Gerne möchte ich mit euch eine Leserunde zu meinem neuen Roman „Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt“ starten. Wer gerne einmal Probe lesen möchte, kann das hier tun: http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Lisa-heisst-jetzt-Lola-und-lebt-in-der-Stadt-Roman/Romy-Hausmann/e452194.rhd?mid=4&serviceAvailable=true&showpdf=false#tabbox Ich verschenke 10 Bücher und freue mich auf jeden, der mitlesen möchte! Bewerbungsschluss ist der 01.09.2014.

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    • 156
  • Lola soll zwar cooler sein, aber Lisa ist eigentlich auch ganz ok

    Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
    Cathy28

    Cathy28

    29. October 2014 um 21:10

    Der Roman von Romy Hausmann handelt von der Protagonistin Lisa Berner, die mit Vater und Oma in einem langweiligen Dorf in Bayern lebt. Dass Lisa es Shittingen nennt, sagt schon sehr viel aus. Sowieso ist ihr Leben insgesamt ziemlich bedrückend: sie hat einen Job in einem Fleischereigeschäft, ihre Mutter hat sich umgebracht als sie 5 war, der Vater schweigt seitdem und sitzt nur zu Hause herum, die Oma bestimmt alles. Lisa darf eigentlich gar nichts, nicht mal Poster in ihrem Zimmer aufhängen, nur in der Dorfkneipe was trinken mit ihrer Freundin Hanna, das darf sie.Nach einem kurzweiligen Ausflug Richtung Metz, den beide Mädchen dann doch nicht richtig durchziehen, entscheidet Lisa zu fliehen und kommt über Umwege nach München. Von da an ist sie Lola, weil Lola viel cooler klingt und alles viel besser machen wird als Lisa. Sie lernt Marte kennen und zieht bei ihr ein. Und bei Marte ist auf jeden Fall alles Zucker. Sie lässt sich von Daddy alles bezahlen und lebt ein für Lisa extravagantes, eigentlich aber recht normales Großstadtleben. Geht permanent shoppen, feiern und macht mit Jungs rum. Doch die beiden sind zu verschieden um auf Dauer miteinander klar zu kommen und streiten sich irgendwann so schlimm, dass Lola in Martes Auto auf dem Aldi-Parkplatz übernachten muss.Irgendwann stellt sie sich der Tatsache, dass sie wieder nach Hause fahren muss, weil doch nicht alles so bilderbuchmäßig ist in München wie sie sich das vorgestellt hat. Da in München so wahnsinnig viel passiert, kommt es Lisa aber auch dem Leser sehr lange vor, obwohl es eigentlich nur 19 Tage sind.Als sie wiederkommt, ist eigentlich alles beim alten. Aber nur oberflächlich. Der Vater hat sich schlussendlich doch mal bewegt und geht nun wieder arbeiten. Mit der Oma führt sie Gespräche, die früher überhaupt nicht denkbar waren und fängt an, auch ihre Seite einmal zu verstehen. Das hat mir sehr gut gefallen, weil es zeigt, wie vielschichtig jeder Mensch ist und dass manchmal doch nicht alles so ist wie es scheint. Über das Ende möchte ich nicht allzu viel verraten, das wäre schade für alle Leser. Insgesamt finde ich das Buch unterhaltsam geschrieben, es gibt viele witzige und auch zweideutige Gedankengänge, z.B. am Anfang als ihr Job im Fleischgeschäft beschrieben wird: "Es geht um die Wurst. Freundlich sein. Lächeln. Nicht mal ansatzweise denken, dass der aktuelle Kunde am kalten Braten ersticken möge" S. 5. Da muss man sich einfach schon totlachen. Allerdings ist die Sprache oft sehr derb und mir war es irgendwann dann doch zu viel „Scheiße“. Auf den ersten Blick wirkt die Erzählung wie eine Geschichte, die vor sich hinplänkelt, eigentlich ist sie aber sehr tiefgründig. Lisa ist sehr verloren und mit den Eigenarten des Vaters und der Oma auch sehr gestraft. Jeder würde versuchen in ihrer Situation auszubrechen. Dann macht sie ihre Erfahrungen, stößt sich die Hörner ab und kann plötzlich, vor allem mit ihrer Oma, viel besser umgehen. Sie ist gewachsen an diesem Ausflug nach München und auch die Oma ist aufgewacht, dass sie doch auch einiges falsch gemacht hat. Solche Konstellationen gibt es sicher einige auf der Welt und in unserem Land und ich fand es einfach sehr interessant zu lesen, welche Beweggründe die einzelnen Menschen für bestimmte Dinge haben.

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  • Es geht um die Wurst

    Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
    Estrelas

    Estrelas

    05. October 2014 um 13:58

    Lisa, 25, ist Wurstverkäuferin und lebt auf dem Land. Sie flüchtet aus ihrem monotonen Leben und landet in München. Dort macht sie ihre Erfahrungen mit der Anonymität und Oberflächlichkeit der Großstadt. Die ironischen und teilweise bitterbösen Kommentare der Protagonistin machen diesen Roman aus. Ihr Dorf nennt sie beispielsweise einfach "Shittingen", und gelangweilt von der Arbeit, stellt sie sich vor, in die Auslage zu kacken oder sich an Würsten zu erhängen. Auch wenn das Leben in der Stadt ein krasser Gegensatz ist, geht es Lisa dort nicht unbedingt besser. Schnell wird klar, dass Partys und Shopping nur kurzfristig Abwechslung bieten. Und so geht mit Lisa oft die Fantasie durch, um ihre Umwelt zu verarbeiten. Der Autorin ist es mit diesem Buch gut gelungen, die Selbstfindung einer jungen Frau auf originelle Art darzustellen.

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  • Lustige Geschichte, aber leider nicht das, was ich erwartet hatte ...

    Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
    Die-wein

    Die-wein

    25. September 2014 um 13:00

    Lisa Berner lebt gemeinsam mit ihrem Vater und dessen Mutter in der niederbayerischen Provinz. Die Woche über arbeitet sie als Fleischereifachverkäuferin und macht gemeinsam mit ihrer Freundin Hanna Aufschnittplatten, schneidet Wurst und schnitzt Radieschenschweine. Zu Hause gibt ihre Oma das Kommando und trifft auch sonst alle Entscheidungen. Ihr Vater Erwin sitzt währenddessen tagein tagaus nur stumm auf einem Stuhl in Omas Küche. Nach einem Streit mit der Oma haut Lisa schließlich ab von zu Hause. Einfach nur fort aus dem Scheißkaff, denkt sie sich und lernt unterwegs Marte kennen. Sie nennt sich nun Lola, denn das klingt einfach besser und darf bei Marte in München wohnen. Gemeinsam gehen sie shoppen, auf Partys und genießen ihre große Freiheit, bis Lisa schließlich feststellt, wie oberflächlich das alles ist. Eine lockere und lustige Geschichte über ein junges Mädchen vom Land, das auszieht um ihr Glück in der Großstadt zu suchen. Irgendwie hatte ich dieses Bild vor Augen, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte. Teilweise kam die Geschichte diesem Bild auch sehr nahe, allerdings konnte ich mich mit Lisas Charakter und der rotzigen Sprache nicht so recht anfreunden und das machte das Lesen für mich manchmal eher anstrengend. Der Einstieg in die Geschichte war flott und für mich auch noch sehr realistisch. Lisa wirkte unsicher und naiv und führte ein Leben, das andere für sie bestimmen. Ihre Mutter nahm sich das Leben, als sie noch sehr jung war und sie weiß kaum was über sie. Die Oma sagt ihr was sie zu tun hat und was richtig oder falsch ist, während ihr Vater seit dem Tod der Mutter gar nichts mehr sagt. Als sie dann flüchtet aus diesem öden Alltagseinerlei fand ich das mutig, aber letzten Endes wirkte sie auf mich überhaupt nicht wie jemand, der fünfundzwanzig ist und in München angekommen, übernimmt Marte plötzlich Omas Part und sagt ihr, was richtig oder falsch ist. Mir kam sie ehrlich gesagt eher vor wie eine naive vierzehnjährige, die alles tun würde um anderen zu imponieren oder um dazuzugehören. Der Schreibstil ist rotzig und frech, aber vieles war mir in der Wortwahl dann schon wieder zu heftig. Die Grundidee fand ich gut, aber mir fehlte stellenweise die Leichtigkeit. Insgesamt eine nette Lektüre, die sich gut lesen lässt. Man sollte jedoch diese ruppige Sprache mögen. Als Abwechslung für zwischendurch ist es jedoch durchaus geeignet.

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  • Wie Großtantes üppiger Busen

    Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
    Laupez

    Laupez

    17. September 2014 um 22:20

    Lisa würde lieber Lola heißen. Das ist ganz normal. Ich wollte früher auch lieber Bibi Blocksberg sein. Und Lisa klingt nun wirklich langweilig. Abgesehen davon hat die Protagonistin dieses Romans ganz andere Probleme: Seit ihre Mutter Suizid begangen hat, lebt sie bei ihrer Oma und ihrem psychisch labilen Vater. Das macht auch ohne Taschenrechner 0,0% pädagogisches Talent. Dazu noch in diesem Kaff, wo sich Karrierechancen auf den Titel einer Wurstfachverkäuferin beschränken. Kein Wunder, dass das Mädel eines Tages ausreißt - ohne Plan; ohne die Fähigkeit, Ansätze eines Planes zu entwickeln. Hat das Dorfleben jeden Funken Liebe in Lisas Leben verschluckt? Kann wenigstens eine Großstadt wie München ihr ein ordentliches Bild rosaroter Träume zeichnen? Mein Papa weigert sich, folgende Wahrheit zu akzeptieren: Wenn meine Freunde langhaarig sind, heißt das nicht gleich, dass sie kiffen.Und wenn der Titel eines Buches auf dem Cover schnörkelig ist, dann heißt das nicht gleich, dass es hinter der Fassade auch flauschig und lieb zugeht. So. Der Meister der Weisheiten hat gesprochen. Die junge Autorin zeigt in diesem Werk viele (hoffentlich nicht alle) Facetten ihres Könnens. Dynamische Assoziationsketten, zeitgenössischen Wortwitz, durchdachte Charaktere. Was den Stil des Romans am meisten ausmacht, ist der bitterböse Humor, der es schafft, niveauvoll unter die Gürtellinie zu gehen. Was ich jedoch niveauvoll finde, muss es nicht unbedingt auch sein. Wenn ich derartige Witze in einer Menschentraube mache, schauen mich erst alle Leute erschrocken, dann angewidert an. Und irgendwie werde ich dann aus der Traube hinausbefördert. Als ob die Frucht Stuhlgang hätte - ich in der Rolle des Exkrements. Meistens merke ich das erst im Nachhinein, weil ich in der Regel viel zu sehr mit Lachen beschäftigt bin. Doch plötzlich stehe ich allein da (leises Klaviergeklimper an). Traurig. Über mir die einzige, winzige Regenwolke des warmen Sommertages. Und Tränen auf meiner Wange. Viele Tränen. Wer das liest, muss sich ein abgrundtiefes Seufzen vorstellen, und jetzt (!) vergessen, was er gelesen hat. (denn das war ja offensichtlich übertrieben ... echt! Ach ja: Klaviergeklimper aus) „Eigentlich - wenn ich das mal so formulieren darf - scheiße ich auf meinen Job. Natürlich nur im übertragenen Sinne, denn obwohl ich nicht viel darüber weiß, über meinen Job, meine ich, bin ich mir ziemlich sicher, dass man nicht auf die Wurstauslage kacken sollte.“ [S. 5]Tja. Jetzt ist Festhalten und Anschnallen angesagt, denn: Ich finde den Roman ganz und gar nicht witzig. Nicht, dass ich nicht gekichert hätte. Ich habe sogar sehr viel gekichert, aber irgendwie gehört es sich einfach nicht, über Lisas Schicksal zu lachen. Sie ist emotional gestört und davon überzeugt, dass sie niemals jemand lieben wird. Jäh aufkeimende Hoffnungen werden zerdeppert, bevor sie erst richtig aufkeimen können. Dann dieser nervtötende Charakterzug: Das Schwarzsehen. Nie die Initiative zu ergreifen, und wenn doch, dann jämmerlich scheitern - warum? Weil Lisa klammert. Dieser Mix aus Klammern und Wegwerfen ist bisweilen zu viel für einen armen, psychologisch ungeschulten Leser. Und auch meine geliebten Assoziationsketten und Perspektivwechsel, diese ganzen rhetorischen Spielereien können einen überrennen wie eine Horde Ochsen. Was der eine originell findet, kann den anderen schnell erdrücken wie Großtantes üppiger Busen. Oder umhauen wie ihr miefiger Atem. Da hätte man sich tatsächlich ein wenig zurückhalten können. Nicht müssen. Mich hinterließ dieses Buch jedenfalls fasziniert, deprimiert, frustriert. Erleichtert und bemitleidend. Einerseits mit einem blinkenden Fragezeichen über dem Kopf, andererseits ... Nein, das kann ich so nicht weiterführen. Ich meine, wer hat schon ein Semikolon oder einen Doppelpunkt ... Die Charaktere sind zum Verrücktwerden. So, wie echte Menschen. Die Geschichte trägt einen starken Sarkasmus, oft auch schon Zynismus auf der Oberfläche, wie es mit manchen Personen ist, die im Inneren tieftraurig sind. Ich merke schon, dass die Stimmung an irgendeiner Stelle eingefroren sein muss. Zum Schluss also ein paar tröstende Worte an Lisa höchstpersönlich: Lisa. Kopf hoch! Lola klingt wirklich besser. Aber du heißt nun einmal Lisa, bis du deinen Namen offiziell geändert hast. Aber das macht gar nichts. Ich bleibe auch ich. Nicht, weil ich nicht Bibi Blocksberg sein könnte, sondern, weil ihre Stimme so nervig ist (in beiden Varianten). Außerdem findet sich immer wer, der auf Großtantes üppigen Busen steht. Großonkel, zum Beispiel. Und es gibt Leute, die lassen sich von Ochsen nicht so einfach umrennen. Die schwingen sich auf deren Rücken und reiten sie. So. Der Meister der Weisheiten hat gesprochen - und verschwindet in einer türkisen Rauchwolke, mit einem omnipräsenten, zarten, magischen Plöppen.

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  • Shittingen ist nicht München aber München auch nicht Shittingen

    Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. September 2014 um 23:05

    Ein kleines Dorf und mitten im Metzgerladen arbeitet Lisa. Sie kann den Tagesablauf im Schlaf und findet ihr Leben irgendwie langweilig. Zu Hause lebt sie mit ihrer Oma, die einfach immer der Boss ist und mit ihrem Vater, der nach dem Tot der Mutter nur noch auf diesem einen Stuhl sitzt und sich nicht mehr bewegt. Lisa ist es satt, soll es wirklich immer so weiter gehen? Nach einem riesen Krach mit der Oma haut sie ab und will in die weite Welt, egal wo hin nur weg von Shittingen, weg von all dem was Lisa aus macht.  Und so landet sie in München. Lisa ist nun Lola, und gemeinsam mit Marte, ihrer neuen Freundin taucht sie ein, in ein Lola Leben. Hausmann entführt den Leser in das Leben eines Landmädchens das sich Traumschlösser gebaut hat. Teils kann Lisa sehr ausfallend werden, was gewöhnungsbedürftig ist, jedoch zu ihr passt. Lisa möchte von ihrem alten Leben und ihrer Vergangenheit weg, lernt aber mit der Zeit, dass auch als Lola das Weglaufen und ignorieren vergangenes nicht einfach streicht. Man begleitet sie und fühlt sich ihr recht nahe. Lola/Lisa landet natürlich wieder zu Hause, doch die Reise hat etwas bewirkt und das nicht nur bei ihr. Es ist lesenswert, etwas für zwischendurch, kopfschütteln und schmunzeln inbegriffen. 

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  • Rezension zu "Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt"

    Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
    MrsAmy

    MrsAmy

    14. September 2014 um 07:47

    Lisa heißt eigentlich Lola – dumm nur, dass das die anderen entweder nicht wissen oder schlichtweg nicht interessiert. So muss die 25-Jährige eben doch als Lisa ihr Leben im beschauliches niederbayrischen Shittingen fristen. Gemeinsam mit ihrem Vater wohnt sie seit dem Freitod ihrer depressiven Mutter bei Oma. Oder besser bei Tyrannin Oma, denn diese regiert mit eiserner Hand und Lisa hat sich zu fügen. Ansonsten hat das Leben nichts weiter zu bieten, beruflich schneidet Lisa Wurst, und freitagabends geht sie mit ihrer besten Freundin Hannah in die Kneipe Apfelbaum. Pünktlich halb elf geht es natürlich mit dem letzten Bus zurück zu Oma. Eigentlich überflüssig zu sagen, dass all das Lisa ankotzt. Als es schließlich wieder einmal zum Streit mit Herrscherin Oma kommt, packt Lisa kurzentschlossen ihre Sachen und haut ab. An einer Raststätte lernt sie Marte kennen. Gemeinsam mit ihr fährt sie nach München und wird kurzerhand zu Lola. Lolas Leben wird fortan bestimmt von Partys, schicken Klamotten und oberflächlichen Gesprächen. Sie hat nun alles, was sie immer wollte, aber warum nur, will sich das Gefühl des Glücksseins einfach nicht einstellen? Romy Hausmann hat mit „Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt“ einen Roman geschrieben, wie man ihn nicht alle Tage findet. Am beeindrucktesten ist sicherlich Lisas derbe Sprache, die jedoch nicht aufgesetzt wirkt, sondern den Charakter der Protagonistin erst richtig vervollständigt. Durch diese Sprache wird erst deutlich, wie sehr sie ihr Leben hasst, wie sehr sie es sich wünscht, endlich ausbrechen zu können. Sie möchte weg aus dem kleinen Dorf, weg von ihrem Vater, der seit dem Tod der Mutter nur noch stumm auf einem Stuhl sitzt, weg von der tyrannischen Oma und weg von ihrer Kindheit, die alles andere als rosig war. Schließlich schafft sie es und doch wieder nicht – denn vor seiner Vergangenheit kann man nicht fliehen. Sie ist nun Lola. Mir wurde die Protagonistin mit zunehmender Seitenzahl ein wenig unsympathisch. Sie ist eben keine typische Romanheldin, sondern oftmals einfach eine Rotzgöre, die sich miserabel und ungerecht verhalten kann und dabei immer noch glaubt, sie sei die einzig wahre Superlola. Die anderen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, haben je alle ihre Besonderheiten. Der Handlungsverlauf ist logisch, die Story gleicht einer Achterbahnfahrt und doch ist sie an manchen Stellen ein wenig zäh. Kurzum vergebe ich für diesen Roman vier Sterne.

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  • Lasst euch nicht vom süßen Cover blenden - der Stoff ist hammerhart

    Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
    Fadenvogel

    Fadenvogel

    03. September 2014 um 20:37

    Okay, also: Lisa ist 25 Jahre als und verkauft in Shittingen Wurst. Jeden Tag Wurst. Sie ist Fleischfachverkäuferin in einem Nest irgendwo in Bayern. Nein, nicht im Speckgürtel von München, ich meine: im echten Bayern. Das ohne die Alpen. Das ohne die Touristen. Sie spült regelmäßig ihren Kopf in der Stammkneipe mit ordentlich Schnaps durch, das muss sie auch. Lisa hatte es nicht gerade gut im Leben. Eigentlich ist ihr Leben auf dem Nullpunkt und es gibt kein Vor und Zurück. Eines Tages fährt sie Hals über Kopf nach München, nennt sich Lola und strandet in dieser Stadt. Sie wird von einem Glitzermädchen aufgegabelt, trinkt jetzt im Pascha und wird immer wieder aufs Neue mit dem gleichen Mist konfrontiert. Bis sie eines Tages aufhört mit allen und sich ihren persönlichem Kopfkino endlich stellen muss. Die 10 goldenen Regeln für dieses Buch: 1. Sei ein Freund von Fäkalsprache. Wenigstens ein Buch lang. 2. Steigere dich nicht zu sehr in die Hauptfigur rein, sonst möchtest du sie erwürgen. 3. Ja, diese Stadt kann schon so sein. Glaube es. 4. Ich kenne auch jemanden mit einem Free-Huggs-Schild. Das kann auch wirklich so sein. Meine Freundin ist ein Hippie und macht das. Allerdings glaube ich auch, dass es für Lola genau so wirken kann. Sorry, Julia. 5. Lies es zu Ende und frag dich dann: wie abgedreht, ich habe das echt in einem Coffeeshop mitgenommen. War das wirklich ein Meeting in einem echten Verlag oder hat es die Barista selbst drucken lassen? Ich muss die mir das nächste Mal genauer ansehen… 5. Wenn du die Fäkalsprache überwunden hast, ist es echt gut geschrieben. Tolle Bilder, tolle Metaphern, aber nichts für schwache Nerven… 6. Lass dich vom Cover nicht täuschen, dieses Buch ist keine Zombie-erholung, es ist anstrengend und ich hätte fast geweint. (Ich muss an meinem öffentlichen Bild arbeiten, ich weine echt fast nie…wirklich) 7. Verschenke es nicht, wenn du es nicht gelesen hast. Könnte äußerst missverständlich sein….könnte Freundschaften beenden. 8. Es gibt einen Hänger in der Mitte. Wenn Lola anfängt, mit ihrem imaginären Penner-Freund zu sprechen, lies immer weiter. Romy hat da mal zwei oder drei Seiten lang an Schwung verloren. Es wird aber wieder. 9. Wenn du gar nicht verstehst, was mit Lola los ist, dann hattest du eine gute Kindheit oder du hast eine gute Kindheit gehabt, aber dir fehlt ein gutes Stück Empathie. Deinen E-Q also bei Unverständnis überprüfen lassen… 10. Liebe Romy, bitte schreibe das nächste Mal über etwas, von dem du offensichtlich was verstehst: Massenmörder, Psychopathen, kleine Jungen, die neugeborene Katzen im Brunnen ertränken…aber tarne diesen Psycho-alptraum doch nicht mit diesem niedlichen kleinem Koffer-Cover…Mal einen Zombie drauf und schreibe einen Titel wie: “Aus Shittingen” oder “Horror in München” oder “Glitzermädchen killen nicht, sie saugen dir nur den Augapfel raus…” egal, auf jeden Fall etwas, das annähernd den Ernst der Lage beschreibt und nicht “Lisa heißt jetzt Lola…” Dieser Satz hat eine Dimension, die einem erst sehr sehr spät von hinten den Kopf abschlägt… Ausführlicher auf meinem Blog <>

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  • Rezension zu "Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt" von Romy Hausmann

    Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
    dorli

    dorli

    Die 25-jährige Lisa Berner lebt in dem Dorf „Shittingen“ und arbeitet als Fleischereifachverkäuferin. Zuhause schwingt ihre herrische Oma das Zepter. Seit dem Selbstmord ihrer Mutter vor vielen Jahren spricht Lisas Vater kaum noch ein Wort, sondern hockt trauernd in der Ecke. Abends geht es mit Kollegin und Freundin Hanna per Bus in die wenige Kilometer entfernte Kneipe „Apfelbaum“. Tagein tagaus das Gleiche - mit dieser nervigen Eintönigkeit soll jetzt Schluss sein - Lisa, die sich schon lange sicher ist, dass sie in Wirklichkeit Lola heißt, macht sich auf, ein neues Leben für sich zu finden… Ich war von der ersten Seite an mittendrin im Geschehen, denn Romy Hausmann beschreibt die Situation, aus der Lola ausbrechen möchte, sehr anschaulich. Die Autorin hat der Ich-Erzählerin Lola dafür eine herrlich direkte Sprache mit auf den Weg gegeben. Die Ausdrucksweise ist witzig und frech, die Wortwahl manchmal fast schon derb. Lola erzählt offen und ehrlich aus ihrem Leben, ihre Gedanken zu allen sind nachvollziehbar, ihre Beschreibungen lassen mich immer wieder schmunzeln. Lola ist intelligent, heißhungrig auf Leben, neugierig auf die Welt – leider sitzt sie in „Shittingen“ fest und ist von ihrem Alltag gefrustet. Ich kann gut verstehen, dass Lola dem Dorf den Rücken kehren möchte. Nachdem sie sich zum Aufbruch in ein neues Leben entschlossen hat, ist es der Zufall in Person von Marte, der Lola nach München bringt. Marte lebt fröhlich in den Tag hinein. Finanziert von ihrem Vater, sind Shoppen und Party die Dinge, die sie interessieren. Langeweile und Monotonie kennt sie nicht. Romy Hausmann lässt ihre Protagonistin ins kalte Wasser plumpsen – Lola gerät von einem Extrem ins andere, denn in München heißt es plötzlich für sie: Leben auf der Überholspur. Alles ist anders und nicht unbedingt einfacher. Aber Lola stellt sich der Herausforderung, sie lernt und macht viele neue, ganz unterschiedliche Erfahrungen. Die Erlebnisse bringen ihr Gedanken- und Gefühlskarussell mächtig in Schwung, immer schneller rotiert es, droht sogar, sie abzuwerfen. Doch Lola hat mir von Anfang an vermittelt, dass sie willensstark ist und ihren Weg machen wird. Und so schiebt sie auf der Suche nach dem Glück emsig Stein für Stein beiseite… „Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt“ hat mich durchweg begeistert – die Geschichte ist sehr humorvoll, gleichzeitig aber auch tiefgründig und zum Nachdenken anregend. Ein tolles Leseerlebnis.

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    • 2
    Floh

    Floh

    27. August 2014 um 04:26
  • Erfrischend witzig!

    Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
    Line1984

    Line1984

    19. August 2014 um 08:46

    Klappentext: Was nützt es, wenn man clever und neugierig ist, aber in der niederbayerischen Provinz lebt? Nichts, denkt sich Lisa und lässt alles hinter sich. Die Oma, den frustrierenden Job, den Vater, der seit Jahren um ihre Mutter trauert. Seit deren Selbstmord vegetiert die gesamte Familie in einem grauen Einerlei dahin. Aber damit ist nun Schluss. Lisa zieht nach München und nennt sich fortan Lola. Party, Sex und große Freiheit – warum wollen nur die alten Wunden nicht verheilen? Meine Meinung: Die 25 jährige Lisa ist Fleischereifachverkäuferin und fristet ein tristes Leben, mitten in der niederbayerischen Provinz deshalb nennt sie ihr Heimatdorf auch liebevoll “Shittingen”. Sie lebt gemeinsam mit ihrer herrischen Oma und den stillen Vater unter einen Dach. Lisas Mutter begann Selbstmord und noch immer trauert ihr Vater im seine große Liebe! Kein Wunder das sich Lisa mehr wünscht von ihren Leben, sie hat es so satt! Deshalb ist es auch kein Wunder das sie sich wünscht Lola zu heißen, sie wünscht sich nichts sehnlicher als die große weite Welt zu entdecken. So kommt es das es Lisa das Landei nach München verschlägt.... Dies ist der Debüt Roman von der Autorin Romy Hausmann. Ich muss sagen ich war ziemlich neugierig und gespannt auf dieses Buch. Und ich muss sagen meine Erwartungen wurden noch übertroffen. Der Schreibstil ist einfach klasse so das man nur so durch die Seiten fliegt, witzig und erfrischend nimmt uns die Autorin mit auf Lisas Reise, doch es gelingt ihr geschickt auch ernste Töne zu schreiben, so kommt es das sie Lisa ziemlich viel zumutet. Als ich mit den lesen begann konnte ich einfach nicht mehr aufhören, innerhalb weniger Seiten ist man in Lisas Geschichte abgetaucht. Lisa hingegen war mir sofort sympatisch, ich konnte sie sofort verstehen das sie am liebsten aus ihren tristen und eintönigen Leben ausbrechen möchte. Kurz gesagt eine erfrischende Story, die sich fast zu einen kleinen Roadtripp mausert, trotzt der Witzigkeit und des Humors, gelingt es der Autorin aber auch mit Ernsthaftigkeit zu überzeugen! An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei dem Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken! Das Cover: Das Cover ist schlicht, aber dennoch ist es sehr passend gewählt. Mir gefällt es richtig gut! Fazit: Mit "Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt" ist der Autorin ein erfrischendes Debüt gelungen! Witzig, spritzig aber dennoch auch ernst nimmt sie den Leser mit auf Lisas Reise! Daher ganz klar 5 von 5 Sternen.

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  • Derb, frech, ernsthaft – ein außergewöhnlicher Roman

    Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt
    Fannie

    Fannie

    11. August 2014 um 04:42

    Lisa Berner – nicht gerade ein Name wie Donnerhall. Und auch alles andere in Lisas Leben ist wenig glamourös: Als Fleischereifachverkäuferin fristet die 25-Jährige ein bemitleidenswertes Dasein in einem niederbayerischen Dorf, das sie “Shittingen” nennt. Gemeinsam mit ihrer herrischen Oma und dem schweigsamen Vater lebt sie unter einem Dach, seit sich ihre Mutter vor zwanzig Jahren das Leben nahm. Kein Wunder, dass Lisa davon träumt, Lola zu heißen und die Welt zu entdecken. Und so verschlägt es das Landei eines Tages urplötzlich nach München… “Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt” ist der Debütroman der Autorin Romy Hausmann. Und was für einer: Derb und frech erzählt sie eine rasante Geschichte – beinahe eine Art bayerisches Roadmovie – und steigt doch dank der Tiefe in ihrer Erzählung elegant über das Etikett “unterhaltsame Frauenliteratur” hinweg. Denn trotz allen Humors, der auch gerne ins Satirische gleitet, schlägt Romy Hausmann auch ernsthafte Töne an und mutet Lisa einiges zu. Die Figuren ihres Romans sind mindestens so unterhaltsam wie die ganze Geschichte: Romy Hausmann zündet ein wahres Feuerwerk aus skurrilen Protagonisten, die man einfach mögen muss. Allen voran natürlich Lisa, die aus ihrer Sicht mit ziemlich derben Worten gleichzeitig die Erzählerin des Romans ist. Der Name des ersten Kapitels, “Von der Groben”, trifft die Beschreibung der Hauptdarstellerin hervorragend. Lisa würde wohl sagen: “Das passt wie Arsch auf Eimer.” :-) Ja, ich bin wirklich begeistert von diesem erfrischend anderen Roman und empfehle ihn nur zu gern allen Leserinnen und Lesern, die starke Charaktere mögen, deftigen Humor zu schätzen wissen und bereit sind, in einer temporeichen Story mit einem guten Schuss Ernsthaftigkeit regelrecht zu versinken. Romy Hausmann schreibt außergewöhnlich – außergewöhnlich gut und herrlich unterhaltsam. Ich hoffe inständig, dass diese Autorin auch in Zukunft noch ganz viele wunderbare Geschichten erzählt!

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