Romy Wolf Die Partitur der Gewalt

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Inhaltsangabe zu „Die Partitur der Gewalt“ von Romy Wolf

Tommy Kennedy ist einer von vielen Amerikanern, die in der Zeit der Wirtschaftskrise keine Arbeit finden. Daher kehrt er nach New York zurück, in die Stadt seiner Kindheit. Doch auch dort erweist es sich als unmöglich, eine Anstellung zu finden. Ein alter Bekannter führt Tommy schließlich in die düsteren Kreise von Hell's Kitchen ein. Dort trifft er auf den Barpianisten Mischa, einen begnadeten Musiker, der etwas Verstecktes in Tommy auslöst. Eine zarte Liason entwickelt sich - und macht beide Männer angreifbar. Ein Roman zwischen Verzweiflung und Selbstfindung, Kriminalität und Moral, garniert mit dem einmaligen Flair des New York der 30er Jahre.

Spanndendes und unheimlich gefühlvolles Drama, das vor allem die leisen Töne auf eine unheimlich eindringliche Art spielt.

— Lothen
Lothen

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  • Sehr authentisch und gut recherchiert

    Die Partitur der Gewalt
    Koriko

    Koriko

    05. January 2017 um 20:35

    Story:USA, 1931 – der 22-jährige Tommy kehrt aus dem mittleren Westen zurück nach New York, in der Hoffnung dort Arbeit zu finden. Doch die Wirtschaftskrise hat auch die Metropole gebeutelt und er ist nur einer von vielen Hungernden, die auf einen Job hoffen. Nach Wochen des Suchens trifft er in einer Armenspeisung auf Dodge, den er noch aus Kindertagen kennt. Dodge verschafft Tommy Arbeit bei Lucky Brian, dem zwielichtigen Unterweltboss von Hell’s Kitchen. Zunächst nur als Kellner und Aushilfe angestellt, rutscht er schnell tiefer in einen Sumpf aus Gewalt, Korruption und Verbrechen. Einzig der Pianist Mischa, den er in einem Club spielen hört, hellt Tommys Leben auf. Als dieser seine Anstellung verliert, bietet Tommy ihm Platz in seiner Wohnung und seinem Herzen. Doch Lucky Brians Aufträge werden immer brutaler und schon bald hat Tommy Probleme seine schrecklichen Taten vor Mischa zu verstecken, der offen ausspricht, was er über Lucky Brian denkt …Eigene Meinung:„Die Partitur der Gewalt“ ist der letzte Roman, der im Incubus Verlag erschienen ist. Die Geschichte um Tommy und Mischa stammt aus der Feder Romy Wolfs, die bereits kleinere Veröffentlichungen (u.a. beim Weltenschmiede Verlag) vorweisen kann. Sie entführt den Leser in die 30er Jahre, mitten in die Weltwirtschaftskrise und Prohibition als Unterweltbosse wie Al Capone ihre Blütezeit hatten und das organisierte Verbrechen an der Macht war.Die Geschichte ist sehr authentisch und realistisch umgesetzt – Romy Wolf hat sich sehr akribisch mit der damaligen Zeit, den Sorgen und Problemen der Menschen und den politischen Hintergründen auseinandergesetzt – man merkt es auf jeder Seite und bei jeder Beschreibung. Das ist durchaus positiv, denn es vermittelt ein stimmiges Bild der damaligen Zeit und sorgt dafür, dass man die 30er Jahre in New York miterlebt, statt nur passiv den Text zu überfliegen. Andererseits sorgt es für einige Länge, die der Geschichte gerade am Anfang den Schwung nehmen. So toll und realistisch Tommys Leben auf der Straße und der Suche nach Arbeit beschrieben ist, es zieht sich in die Länge, da nur wenig passiert. Fast 50 Seiten wartet man darauf, dass etwas passiert - definitiv zu lange für ein 280 Seiten Roman. Auch sonst verläuft der Roman eher in ruhigen Bahnen, denn Romy Wolf vermeidet Action und lässt Tommy die Dinge rund um Lucky Brian eher passiv erleben. Dies liegt natürlich auch an Tommys Natur, ist er doch eher ruhig, introvertiert und sehr zurückhaltend. Daher kommt „Die Partitur der Gewalt“ wesentlich ruhiger als man es bei einem Zeitkolorit der 30er Jahre angenommen hat. In diesem Zusammenhang fällt der Verzicht expliziter, erotischer Szenen positiv ins Gewicht, denn Sexszenen hätten zu diesem Buch überhaupt nicht gepasst – die Andeutungen zwischen Tommy und Mischa genügen vollkommen und passen zur drückenden Atmosphäre, die sich nach und nach aufbaut.Die Charaktere sind ebenso authentisch und gut durchdacht wie die Geschichte. Tommy ist ein sehr stiller Mann, der es gewohnt ist sich unterzuordnen und Befehle zu folgen. Er macht sich selten Gedanken über seine Taten und rechtfertigt sie damit, dass er keine andere Wahl habe und es sinnlos sei sich gegen Regeln aufzulehnen. Er ist ein typischer Mitläufer, der es sich zur Gewohnheit gemacht hat, den leichten Weg zu gehen und möglichst nicht anzuecken. Das macht ihn einerseits sehr realistisch und lebendig, andererseits tut man sich als Leser schwer Sympathien für ihn aufzubringen. Der junge Pianist Mischa ist das schon aus anderem Holz geschnitzt – offen, ehrlich und bereit seine Meinung frei kundzutun. Leider bleibt er ein wenig blass, da man nur wenig über ihn erfährt und seine Gedanken und Gefühle im Dunkeln bleiben. Man begleitet Tommy und Mischa zwar eine ganze Weile, doch man hat nicht das Gefühl sie wirklich kennenzulernen, als hätte Romy Wolf eine unsichtbare Mauer zwischen dem Leser und ihren Figuren errichtet.Die übrigen Figuren sind ebenfalls sehr lebendig und stimmig in Szene gesetzt – seien es Dodge, Lucky Brian, Rose oder all die schillernden Besucher der Nachtclubs und Bars – sie passen zu den 30er Jahren und spiegeln das Leben in New York sehr gut wieder.Stilistisch gibt es wenig zu bemängeln – Romy Wolf hat einen sehr schönen Stil, der durch Authentizität und tolle Beschreibungen besticht. Hin und wieder sind diese etwas überschwänglich und ausufernd, so dass man zwar ein tolles Bild von New York und Hell’s Kitchen im Kopf hat, aber die Spannung mitunter auf der Strecke bleibt. Nichtsdestotrotz lohnt sich „Die Partitur der Gewalt“, denn spätestens ab der Hälfte wird es mitreißender, auch wenn man Tommy mehr als einmal in den Hintern treten möchte.Fazit:„Die Partitur der Gewalt“ ist ein lohnenswertes Buch, das durch tolle Beschreibungen, eine sehr authentische Geschichte und realistische Charaktere besticht. Man spürt, wie intensiv sich Romy Wolf mit der Zeit und den gesellschaftlichen Hintergründen beschäftigt hat, was ein großer Pluspunkt ist und den Roman so lebendig wirken lässt. Dadurch verliert man zwar die Bindung zu den Figuren und bleibt ihnen ein wenig fremd, doch das fällt nur störend ins Gewicht, wenn man eine reine Liebesgeschichte erwartet hat. Wer jedoch spannende, historisch korrekte Lektüre aus Hell’s Kitchen inklusive finsterer Unterweltbosse und gnadenloser Verbrechergangs, der ist bei „Die Partitur der Gewalt“ richtig. Zu empfehlen.

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  • Partitur und Ambivalenz

    Die Partitur der Gewalt
    athorn

    athorn

    05. July 2016 um 23:44

    Erklärung vorab: eigentlich möchte ich für diesen Roman 3,5 Sterne vergeben, leider ist hier diese differenzierte Darstellung nicht möglich! ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Gerade habe ich Die Partitur der Gewalt von Romy Wolf zu Ende gelesen und überlege nun, wie ich meine Eindrücke formulieren soll. Das Buch, übrigens das allererste Werk, welches ich von dieser Autorin gelesen habe, hat bei mir einen ambivalenten Eindruck hinterlassen. Ambivalent deshalb, da ich für mich nicht genau sagen kann, was das Buch letztendlich ist. Ein historischer Roman? Ja. Sorgfältig recherchiert, in düsteren Bildern glaubwürdig und detalliert erzählt. Die allgemeine Depression und individuelle Verzweiflung der einzelnen Charaktere wirkt glaubwürdig, ihre Handlungen sind logisch nachvollziehbar. Ein gay historical romance Roman? Ein bisschen. Allerdings steht die Beziehung zwischen Tommy und Mischa nicht im Vordergrund dieser Geschichte, sondern eher der Werdegang Tommys. Und Mischa, der Pianist, ist ein Mann, dem Tommy auf seinem Weg begegnet. Wenn die beiden Männer miteinander interagieren, so beschreibt Romy Wolf es mit leiser Zurückhaltung, ja, manchmal etwas oberflächlich. Mitunter hatte ich während des Lesens das Gefühl, als scheue sich die Autorin davor, bei den Begegnungen zwischen Mischa und Tommy in medias res zu gehen. Explizit beschriebene Liebeszenen gibt es in dem Buch nämlich nicht. Früh, für meinen Geschmack zu früh, zieht sich die Autorin von ihren Charakteren zurück. Das kleine bisschen mehr hätte meiner Meinung nach der Geschichte gut getan. Für zukünftige Geschichten, die Romy Wolf vielleicht in diesem Genre schreiben möchte, wünsche ich ihr ein bisschen mehr Mut zur Erotik und dies auch einmal (oder zweimal) beherzt auszuformulieren. Empfehlen kann ich das Buch, auch wenn mich die Geschichte nicht so richtig gepackt und gefesselt hat, dennoch für all' diejenigen, die einen gut geschriebenen historischen Roman über die Zeiten der Prohobition und die Auswirkungen der Weltwirtschaftskriese in Amerika der 1930er Jahre, in die eine zarte Liebesgeschichte eingewoben ist, lesen möchten. Dreieinhalb Sterne von mir. P.s.: Da dieses Buch in allen gängigen Formaten erhältlich ist, gebe ich dafür 5 Sterne. Das sollte nicht unerwähnt bleiben, denn es ist heuzutage keine Selbstverständlichkeit (mehr), ein Buch jedem interessierten Leser zugänglich zu machen. Vielen Dank dafür an Romy Wolf und den Incubus Verlag

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