Ron Corbett

 4,3 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Preisgegeben.

Lebenslauf von Ron Corbett

Ron Corbett ist Autor, Journalist und Rundfunksprecher. Er lebt seit seiner Geburt in Ottawa und reist oft in den Algonquin Park, um zu angeln und zu campen. Zuerst als kleiner Junge und jetzt als Vater von vier Kindern. Er unterrichtete Journalismus an der School of Journalism der Carleton University und gewann zahlreiche Auszeichnungen, darunter zwei National Newspaper Awards. Er gibt zu, ein armer oder konsequent unglücklicher Angler zu sein. Als Autor von sieben Fachbüchern ist dies nun sein erster Roman. „Ragged Lake“, der Erste in der Frank Yakabuski Serie erhielt begeistertes Lob und eine Edgar Allan Poe Nominierung der Mystery Writers of Amerika für das beste Original-Taschenbuch. Ron Corbett ist mit der preisgekrönten Fotografin Julie Oliver verheiratet.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Preisgegeben (ISBN: 9783948392048)

Preisgegeben

 (3)
Erschienen am 01.03.2020

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Rezension zu "Preisgegeben" von Ron Corbett

In den Wäldern Kanadas.
Gulanvor 6 Monaten

Niemand aus Ragged Lake besuchte die Familie, und nachdem Five Mile Camp schon lange vergessen war, kam auch kaum jemand an der Hütte vorbei. Sie lag an keiner Schneemobilroute. […] Die Hütte war von anderen Menschen und ihrem Alltag so weit entfernt wie eine archäologische Ruine, die erst entdeckt werden musste.
Aus diesem Grund konnte keiner aus Ragged Lake mit Sicherheit sagen, wann die Familie ermordet worden war. (S.13)

Im waldreichen Norden Kanadas liegt der kleine Ort Ragged Lake. Einst eine Siedlung für Holzfäller und die Arbeiter einer Papierfabrik. Doch nach dem Niedergang der Fabrik ist der Ort heute weitgehend verlassen. Erst recht im Winter. Ganz in der Nähe in einem ehemaligen Holzfällercamp hat eine kleine Familie sich ein windschiefes Holzhaus gebaut und lebt dort einsam und abgeschieden. Eines Tages durchstreift ein Schlagauszeichner des Holzunternehmens die Wälder und trifft auf die Hütte. Dort findet er Mann, Frau und Kleinkind ermordet auf.

Aus der fernen Großstadt Springfield macht sich der Detective Frank Yakabuski mit zwei Deputys mit Schneemobilen auf ins entlegene Ragged Lake. Die Ermittlungen sind naturgemäß schwierig, da es kaum Anhaltspunkte gibt. Wo liegt das Motiv, diese Familie zu ermorden? In einer Lodge am See sind drei Angestellte und fünf Bewohner und Gäste versammelt. Ist der Mörder einer von ihnen? Oder doch jemand von außen? Als Yakabuski und seine Männer die Gegend durchkämmen, finden sie heraus, dass sich doch noch mehr Personen in Ragged Lake aufhalten. Danach überschlagen sich die Ereignisse und in einem aufziehenden Sturm spitzt sich die Lage zu.

„Preisgegeben“, im Original „Ragged Lake“, ist der Debütroman des Kanadiers Ron Corbett. Corbett lebt in Kanadas Hauptstadt Ottawa und ist erfolgreicher Journalist. Nach mehreren Sachbüchern hat er sich dem Krimigenre verschrieben und wurde mit „Ragged Lake“ direkt für einen Edgar in der Kategorie „Original Taschenbuch“ nominiert. Das vorliegende Buch ist der Auftakt für eine Serie um den Detective Frank Yakabuski. Dieser hat nach einer Dienstzeit bei den Spezialkräften der Armee den Polizeidienst eingeschlagen. Dort genießt er hohen Respekt, seit er mit einem Undercover-Einsatz eine Biker-Gang ausgehoben hat. Von seinem Privatleben erfährt man nicht viel. Er lebt mit seinem Vater, Ex-Cop, zusammen, der sich nur langsam von einer Schußverletzung erholt. Yakabuski ist ein eher wortkarger Einzelgänger, als Cop beharrlich und nervenstark. Die Schauplätze im Roman sind übrigens fiktiv, wenngleich an die Region der nördlichen Wasserscheide in Kanada angelehnt.

Der Warrant Officer hatte dem jungen Leichtinfanteristen den Arm um die Schulter gelegt und mit fröhlicher Stimme gesagt, es sei manchmal gar nicht der Job eines Soldaten, andere zu retten.
Manchmal sei der Job von Soldaten bloß, es den Mistkerlen heimzuzahlen. (S.31)

Die Ausgangssituation lässt auf einen klassischen Whodunit schließen – mit einer begrenzten Verdächtigenzahl in isolierter Lage. Doch so konventionell lässt es der Autor nicht kommen. Er bricht die Erzählweise, lässt Yakabuski im Tagebuch der ermordeten Frau lesen und trägt so deren ganze traurige Geschichte vor. Hier ist dieser Roman wohl am meisten noir: Lucy Whiteduck, eine Cree, erzählt ihre Lebensgeschichte. Eine deprimierende Erzählung, vermutlich typisch für die Probleme der First Nations heute. Die Hoffnung nicht verlierend gründet Lucy eine Familie mit dem Kriegsveteran Guillaume und lässt sich am hinterletzten Ort nieder – und findet trotzdem den Tod. Am düstersten dabei der Tod des kleinen 2jährigen Mädchens Cassandra. Dazwischen weitet sich die Geschichte in Ragged Lake zu einem veritablen Actionthriller aus – mit ganz schön hohem Blutzoll.

Nebenbei, in die Geschichte eingeflochten, erfährt man auch einiges über den Niedergang des kleinen Ortes, eine typische Geschichte von Kolonisierung der Ureinwohner, vom kurzzeitigen Hoch durch die Papierindustrie und dem folgenden Niedergang. Das Vakuum wird nun von anderen Personen besetzt, die auch nichts Gutes im Schilde führen. Insgesamt ist das eine sehr abwechslungsreiche und spannende Geschichte, die bis zuletzt noch eine Überraschung bereithält. Ein wirklich guter Noir aus den tiefen Wäldern Kanadas.

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