Ron Hall , Nicholas Tomalin Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst

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Inhaltsangabe zu „Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst“ von Ron Hall

Herbst 1968, vor der Küste Südwestenglands: Donald Crowhurst sticht als einer von neun Teilnehmern des »Golden Globe Race« in See, um als Erster ohne Zwischenstopp die Welt zu umrunden. Trotz mangelnder Segelerfahrung scheint er am schnellsten voranzukommen, und die Öffentlichkeit feiert ihn bereits als Sieger. Doch acht Monate später wird sein verlassener Trimaran auf dem Atlantik entdeckt. Nur die Log- und Tagebücher befinden sich noch an Bord. Wer war dieser Mann, dessen Aufzeichnungen ein dunkles Geheimnis bergen? Und was ist auf See geschehen, dass er für immer verschollen blieb? Ron Hall und Nicholas Tomalin haben die letzte Fahrt des Donald Crowhurst sowie seine Vorgeschichte fesselnd rekonstruiert. Ein journalistisches Meisterstück über Genie und Wahnsinn – und einen unglaublichen Betrugsversuch.

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    Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst

    storiesonpaper

    12. September 2016 um 09:51

    „Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst“, das bei Malik erschienen ist, haben die beiden Autoren Ron Hall und Nicholas Tomalinversucht, diese anhand von Aufzeichnungen und Logbucheinträgen Crowhursts nachzustellen. Der Ingenieur bricht Ende 1968 zu einer von der Sunday Times ausgeschriebenen Weltumseglung auf, doch trotz der eigentlich siegreichen Berichte während der Fahrt wird das Segelboot acht Monate später verlassen aufgefunden, von Crowhurst fehlt jede Spur. Hall und Tomalin begeben sich auf Spurensuche und konstruieren so nach und nach einen riesigen Betrug, der Crowhurst das Leben kostete. „Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst“ ist die wahre Geschichte eines Mannes, dessen Wille stärker war als sein Verstand. Donald Crowhurst will die Segelregatta um jeden Preis gewinnen und bricht trotz des schlechten Zustandes seines Bootes und seiner (für diese Strecke) mangelnden Segelerfahrung völlig überstürzt auf. Was denkt und fühlt jemand, der monatelang komplett auf sich alleine gestellt ist, noch dazu in einer nur wenige Quadratmeter großen Kajüte? Die beiden Autoren verweisen von Anfang an auf die Tatsache, dass diese Situation als Außenstehender nicht nachzuempfinden ist, wodurch die Geschichte mögliche Fiktion mit klaren Fakten mischt. Hierbei ist anzumerken, dass es von klarem Vorteil ist, sich ein wenig in der Segelsprache auszukennen. Durch mein fehlendes Fachwissen musste ich einige Passagen überspringen, in denen es um die Defekte an Bord ging, die mir leider gar nichts sagten. (Die Hauptaussage, dass das Segelboot beschädigt war, hat hier aber glücklicherweise als Information gereicht.) Die langen Monate auf dem Meer werden für Crowhurst vom ersten Tag an zu einem Kampf – gegen sich selbst, seine Unterstützer, das Wetter und die Presse. Es ist der verzweifelte Versuch eines Selbstbetrugs, der Crowhurst dazu bringt, an seine Grenzen zu gehen, denn ihm ist klar, dass er nicht gewinnen kann.  Alle lassen sich von ihm täuschen und fast niemand zweifelt an seinem Erfolg, wenn er tagelang Geschwindigkeitsrekorde bricht. Es ist schwer, dieses Buch zu beschreiben, ohne zu viel über die Handlung zu verraten. „Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst“ vermittelt eine große Einsamkeit und Verzweiflung, die man während des Lesens spüren kann. Die Erzählung nahm allerdings für mich erst dann richtig an Fahrt auf, als Crowhurst sich passenderweise ebenfalls auf die offene See begeben hatte. Zogen sich die ersten hundert Seiten etwas, wurde ich anschließend schnell in die Geschehnisse und in den Wahnsinn Crowhursts gezogen. Halls und Tomalins Buch ist definitiv nicht nur etwas für Fans des Segelns – sie schaffen eine tragische Erzählung, die mich überzeugen konnte und die ich gerne weiterempfehle. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und die Freude auf die für 2017 geplante Verfilmung von James Marsh mit Rachel Weisz und Colin Firth.

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  • "Es ist zu spät. Ich kann jetzt nicht mehr zurück."

    Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst

    R_Manthey

    31. August 2016 um 10:37

    Es gab Zeiten, da konnte man mit einer Weltumseglung noch zum Nationalhelden werden. Zumindest in England. Der zum Ritter geschlagene Francis Chichester schaffte 1966, sechs Jahre vor seinem Tod im Alter von 65 Jahren die Reise von Plymouth nach Sydney als Einhandsegler in 107 Tagen. Da er sich mit dieser Reise nicht nur unsterblich machte, sondern auch noch reich wurde, rief sie Nachahmer auf den Plan. Und tatsächlich veranstaltete eine englische Zeitung ein paar Jahre später die Golden Globe Race rund um die Welt. Einer ihrer Teilnehmer war der unglückselige Donald Crowhurst. Man fand seinen Trimaran Teignmouth Electron, mit dem er am 31 Oktober 1968 gestartet war, am 10. Juli 1969 verlassen, aber segeltüchtig im Atlantik mehr als 3000 Kilometer von England entfernt. Nach den Regeln dieser Regatta hätte Crowhurst nur noch zu Ende segeln müssen, und er hätte locker gewonnen. Alle anderen Kandidaten waren entweder ausgeschieden, weil sie beim einsamen Segeln einen anderen Lebenssinn entdeckt hatten und nicht mehr nach England zurückwollten oder weil sie zu langsam waren, aufgegeben hatten oder weil sie (wie der letzte Konkurrent Crowhursts) in Führung liegend mit einem überforderten Boot untergingen. Crowhurst aber wollte zum Schluss gar nicht mehr siegen. Er war ein Betrüger, denn er hatte den Atlantik nie verlassen und weder Kap Horn noch das Kap der Guten Hoffnung je umschifft. Außerdem war er in Argentinien heimlich gegen die Regeln dieser Regatta an Land gegangen, weil sein Boot ein Leck hatte und so die wilde See bei Kap Horn niemals überlebt hätte. Er erreichte danach noch die Falklandinseln und drehte dort wieder nach Norden. Allerdings hatte er zwischendurch andere Mitteilungen an die Organisatoren gefunkt, die eine Weltumseglung vortäuschten. Das alles wäre zweifelsfrei später ans Licht gekommen, denn Skeptiker gab es inzwischen durchaus. Unter ihnen war auch Francis Chichester höchstselbst. Dieses Buch, das bereits kurze Zeit nach diesem Drama erstmals erschien, wurde nun zum zweiten Mal in einer deutschen Fassung veröffentlicht. Inzwischen sind etliche Jahre vergangen. Aber das Lesen lohnt immer noch. Nicht nur, weil es ein Klassiker des wahrscheinlich inzwischen ausgestorbenen investigativen Journalismus ist, der neutral und vor allem fair versucht, den wahren Geschehnissen auf den Grund zu gehen, sondern vor allem, weil es ein menschliches Drama nachzeichnet, das nicht nur Psychologen interessieren sollte. Crowhurst war schon vor seiner Teilnahme ein oftmals gescheiterter Mensch mit einem unwiderstehlichen Drang zum Drama. Aber er konnte offenbar auch andere Menschen überzeugen. Vielleicht gerade deshalb, weil es Menschen oft schwer fällte, Zeitgenossen realistisch einzuschätzen, die weit weg vom normalen Maß des Verhaltens agieren. Wer besonders überzeugend und mit genug Selbstbewusstsein auftritt, dem müssen die Dinge einfach gelingen, denn selbst würde man nie so auftreten können, wäre man sich seiner Sache nicht völlig sicher. Das ist das Geheimnis der Erfolge von Hochstaplern. Aber Crowhurst war kein Hochstapler. Er wusste um sein Unvermögen, konnte es aber sich selbst und anderen gegenüber nur nicht offen zugegeben. Stattdessen setzte er nach jedem Scheitern die Latte noch höher. Als Offizier hatte er versagt, und seine Firma ging gerade den Bach hinunter. Was konnte er nun tun, um sich eine noch schwierige Aufgabe zu suchen, die von seinem Versagen ablenken würde? Eine Weltumseglung kam dem Freizeitsegler da gerade recht. Die beiden Autoren beschreiben Crowhursts völlig chaotische Vorbereitung in allen Details. Eigentlich war zu dieser Zeit schon völlig klar, dass er mit dem in letzter Minute fertiggestellten, nie wirklich in allen Einzelheiten getesteten Trimaran, eher untergehen als ankommen würde. Seine Ausrüstung war völlig ungeeignet, planlos zusammengestellt, mangelhaft und unvollständig. Die Technik des Bootes, die er teilweise selbst ausgeklügelt hatte, funktionierte nur unzureichend und hätte wahrscheinlich um Kap Horn seinen Untergang bewirkt. Für alle an den Irrwegen der menschlichen Seele interessierten Leser, ist dieses Buch eine Offenbarung. Einerseits wusste Crowhurst sehr genau, wie es um ihn und seine Ausrüstung wirklich bestellt war. In seinen Logbüchern findet man sehr realistische Einschätzungen seiner Lage. Nach außen jedoch stellte er das völlig anders da. Crowhurst hatte sich völlig in die Enge manövriert. Er wollte am Ende gar nicht mehr gewinnen, weil dann sein Betrug entdeckt mit Sicherheit worden wäre. Und das nach all den Ehrungen, die ihm wahrscheinlich vorher zuteil geworden wären. Diesem offenkundigem Versagen konnte er auch nicht mehr mit einer höheren Aufgabe begegnen. Was sollte das denn sein? Doch gerade als er auf den zweiten Platz als Ausweg zusteuerte, versank das führende Boot seines Konkurrenten im Atlantik. Das Schicksal hatte ihm den Weg versperrt. Es folgte der seelische Zusammenbruch, wohl in einer paranoiden Schizophrenie und dem Suizid endent. Zur Ironie dieses Schicksals zählt wohl auch, dass er gerade durch dieses Ende die Berühmtheit erlangte, die ihm sonst wohl verschlossen geblieben wäre. Bis auf die letzten hundert Seiten, in denen sehr ausführlich aus den wirren Aufzeichnungen des geisteskranken Crowhurst seitenlang zitiert wird, ist dieses Buch leicht lesbar. Vielleicht ist es an manchen Stellen zu ausführlich. Das aber ist wohl dem Bemühen der Autoren geschuldet, allen Seiten dieses Dramas gerecht zu werden. Dies ist ihnen so auch hervorragend gelungen. "Es ist zu spät. Ich kann jetzt nicht mehr zurück." Das sind Sätze, die Crowhurst lange vor seinem Aufbruch von sich gab. Sie beweisen, dass er sich irgendwo in seinem Inneren sehr wohl dessen bewusst war, dass er wahrscheinlich scheitern wird. Aber in seinem Kopf war auch das Bild des zukünftigen Siegers. Es ist deshalb sehr gut möglich, dass die Schizophrenie, die die beiden Autoren am Ende bei ihm diagnostizieren, in Wirklichkeit schon lange vorher in ihm war und ihn erst in diese verhängnisvolle Lage brachte, statt am Ende nur die Folge seiner verfahrenen Situation zu werden.

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