Die Welt war so groß

von Rona Jaffe 
4,2 Sterne bei37 Bewertungen
Die Welt war so groß
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

tardys avatar

Eine schöne Reise in die 50er Jahre

takabayashis avatar

4 Studentinnen im Amerika der 50erjahre: spannender Gesellschaftsroman, der die Entwicklung der Frauenrolle im Lauf der Zeit verdeutlicht

Alle 37 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Die Welt war so groß"

Rona Jaffe: die große Wiederentdeckung

Sie waren völlig verschieden, aber das Abenteuer Erwachsenwerden schweißte sie auf dem College zusammen: die bildhübsche Daphne, die schüchterne Emily, die selbstbewusste Chris und die lebenslustige Annabel. Es ist das Jahr 1957, als ihre Reise ins richtige Leben beginnt, und zwanzig Jahre später, zum Klassentreffen 1977, ist die Welt eine andere. Und auch im Kleinen, Persönlichen hat sich viel geändert, Ehen wurden geschlossen und geschieden, Kinder geboren, Träume gelebt und Alpträume durchlitten. Das Wiedersehen weckt bittersüße Erinnerungen an die Wünsche von einst. Und die Frage, ob man nicht noch einmal ganz von vorne anfangen soll…

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548290256
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:528 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:07.09.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,2 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne15
  • 4 Sterne19
  • 3 Sterne1
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern1
  • Sortieren:
    tardys avatar
    tardyvor 5 Tagen
    Kurzmeinung: Eine schöne Reise in die 50er Jahre
    Die Welt war so groß

    Amerika in den 50er Jahren. Daphne, Emily, Chris und Annabel haben es geschafft. Sie studieren am bekannten Radcliffe College, für Frauen zu damaliger Zeit nicht der normale Werdegang, sondern fast nur den wohlhabenden Kreisen zugänglich. Normalerweise gab es für eine Frau nur eine Karriere als Hausfrau und Mutter. Und auch diese vier jungen Damen sehnen sich, trotz aller Möglichkeiten, vor allem nach einer Familie und sehen die Collegezeit nur als letzte Freiheit und die Suche nach dem passenden Heiratskandidaten. Nach zwanzig Jahren treffen sie sich die Vier bei einem Klassentreffen wieder. Haben sich ihre Träume erfüllt?

    Rona Jaffe, Jahrgang 1932, hat ihren Roman bereits vor über 40 Jahren geschrieben, aber trotzdem ist er in meinen Augen immer noch aktuell. Er wirkt weder altbacken, noch antiquiert und liest sich wunderbar modern. Ich habe die Lebensgeschichten der vier Frauen sehr gerne gelesen und wurde in dieser Zeitreise in eine mir unbekannte Welt entführt. Auch das wunderbare Cover strahlt diese große Lebensfreude aus, die man in jungen Jahren noch uneingeschränkt spürt und die auch ganz deutlich in diesem Buch zu finden ist. Jedes dieser vier Mädchen hat seine eigenen Träume und Wünsche und seine kleinen Geheimnisse. Welche dieser Träume dann letztendlich in Erfüllung gehen ist fraglich. Auch diese vier Frauen müssen das erkennen und in ihrem Leben einige Kompromisse schließen.

    Die Autorin beschreibt die Lebenswege sehr authentisch und mit einer schönen, fast poetischen Sprache, die sich herrlich leicht lesen lässt. Man fühlt sich, als wäre man direkt dabei gewesen.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    takabayashis avatar
    takabayashivor 9 Tagen
    Kurzmeinung: 4 Studentinnen im Amerika der 50erjahre: spannender Gesellschaftsroman, der die Entwicklung der Frauenrolle im Lauf der Zeit verdeutlicht
    Vier Töchter der 50er Jahre

    Annabel, Daphne, Emily und Chris gehören zu der Elite, die es schafft, im Jahr 19953 am renommierten Radcliffe College - einer Erweiterung der Harvard Universität, an der damals nur männliche Studenten zugelassen waren - einen Studienplatz zu ergattern.
    Für Frauen war ein Universitätsstudium damals keine Selbstverständlichkeit. Und auch sind die Mädchen so erzogen, dass sie die vier Unijahre als einen letzten Freiraum betrachten, bevor der Ernst des Lebens mit Ehe und Familiengründung beginnt. Die Uni ist für sie der perfekte Heiratsmarkt. Und auch unsere 4 Protagonistinnen, so verschieden sie auch sind und so unterschiedliche Probleme sie auch haben, streben letztendlich vor allem nach Ehemann und trautem Heim.
    Aus heutiger Sicht ist es ziemlich haarsträubend, wie damals gedacht wurde und wirkt fast ein wenig, wie eine ethnologische Studie über eine seltsame Spezies.
    Die Themen gehen von Jungfräulichkeit vor der Ehe über Homosexualität, Antisemitismus bis zur Angst, einen Makel (in diesem Fall eine schwere Krankheit, nämlich Epilepsie), eine Abweichung von der Norm einzugestehen.
    Annabel die Südstaatenschönheit lässt bei den Männern nichts anbrennen und wird schließlich von den anderen Studenten als "Hure" gebranntmarkt und gemieden. Die schüchterne Emily aus (neu)reicher jüdischer Familie ist die erste aus ihrer Familie, die studiert und hat große Wunschträume für ihre berufliche Zukunft (Kinderärztin), die sie dann jedoch zugunsten der Familiengründung und ihren Status als Arztgattin aufgibt. Chris entstammt einer dysfunktionalen Familie und schämt sich dafür, dass ihre Mutter Alkoholikerin ist. Und dann verliebt sie sich in einen jungen Mann, der homosexuell ist, es aber nicht zugibt. Die wunderhübsche Daphne, das sogenannte "Golden Girl", ist nach außen hin perfekt, verbirgt aber ihre Epilepsie, sogar vor ihrem geliebten Ehemann, aus Angst, dass er sie verlassen würde.
    1957 ist das Studium abgeschlossen und wir folgen den Lebensläufen bis zur 20jährigen Jubiläumsfeier, auf der alle 4 unabhängig voneinander Entscheidungen treffen über ihr zukünftiges Leben und den Leser mit einem kleinen Hoffnungsschimmer entlassen. Alle haben sie aus ihren Fehlern gelernt und sind nun bereit, die Weichen neu einzustellen.
    Das Alles liest sich sehr flüssig und spannend, weckt Anteilnahme an den Schicksalen der jungen Frauen, auch wenn man sich manchmal die Haare raufen möchte. Besonders gegen den Strich ging mir der Fall von Emily, einer sehr intelligenten, ambitionierten Frau, die bemerkt, dass das Dasein als Hausfrau und Mutter sie nicht ausfüllt und dann die entstandenen Aggressionen gegen sich selbst richtet und psychisch krank wird. Es erschien mir unplausibel, dass sie keinen anderen Ausweg finden kann. Nichtsdestotrotz eine spannende und unterhaltsame Lektüre, im Grunde schon ein historischer Roman. Mich hat er auch stark an den ca. 15 Jahre früher entstandenen Roman "Die Clique" von Mary McCarthy erinnert, einem in den 60er Jahren skandalumwitterten Werk.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Nina2401s avatar
    Nina2401vor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Sehr angenehmer Schreibstil, aber leider mit einigen Längen. Dennoch fand ich die Geschichte der 4 Mädels mitreißend
    Vier Lebenswege

    Ich hatte mich zunächst in das Cover verliebt, es strahlt so viel Lebensfreude aus und zusammen mit dem Klappentext hat es mich total neugierig auf das Buch gemacht.

    Das Buch ist in 3 Abschnitte gegliedert und jeder Abschnitt umfasst ein Jahrzehnt, wobei die Fünfziger Jahre den größten Teil einnehmen mit fast über 200 Seiten. Die einzelnen Kapitel sind jeweils einer der 4 Freundinnen gewidmet, wobei ich mir unter Freundinnen etwas Anderes vorgestellt habe, denn so eng waren die vier Mädels gar nicht befreundet. Die engste Bindung besteht zwischen Chris und Annabel, aber auch die beiden sind nicht unbedingt die besten Freundinnen. Mir hat der erste Teil am besten gefallen. Ich fand ihn aufregend und mitreißend und war danach sehr gespannt, wie es mit den 4 Mädels weitergeht. Ich begleite sie dann ja noch 2 weitere Jahrzehnte, aber da schlich sich dann ein bisschen Langeweile ein.

    Die Weichen wurden sehr früh gestellt und alle vier haben letztendlich das bekommen, was sie wollten. Ob sie damit auch glücklich und zufrieden waren, ist eine andere Frage. Ich fand es schon recht interessant, die Vier auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Jona Raffe hat ihnen abwechselnd ein Kapitel gewidmet. So konnte ich konstant verfolgen, was in ihrem Leben passierte. Das war nicht immer viel und so zogen sich manche Kapitel arg in die Länge. Ich hatte nicht das Bedürfnis, immer weiter lesen zu wollen und habe oft nach einem oder zwei Kapiteln eine Pause eingelegt. Auf den im Klappentext angekündigten Showdown habe ich vergeblich gewartet. Ohne allzu viel vorweg zu nehmen, kann ich aber sagen, dass das Wiedersehen sehr unspektakulär war.

    Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und überhaupt nicht altbacken oder altmodisch. Ganz im Gegenteil, Jona Raffe hat mich mit ihrem Wortwitz und auch mit ihren Schlussfolgerungen bestens unterhalten.

    Aber letztendlich wurden meine Erwartungen, die ich zu Beginn an das Buch hatte, nicht erfüllt. Ich kann es empfehlen, aber nicht uneingeschränkt.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    N
    Nela77vor 13 Tagen
    Rückblick auf das bisherige Leben

    Daphne, Emily, Chris und Annabel gingen in den 50er Jahren zusammen aufs College. Trotz aller Unterschiede hielten sie zusammen und wurden Freunde. Im Jahr 1977 findet das Klassentreffen statt und die ehemaligen Freundinnen treffen wieder aufeinander. Was haben sie inzwischen erlebt? Wie ist es ihnen ergangen und konnten sie ihre Träume erfüllen?

    Es handelt sich hier um die Neuausgabe eines 1979 erschienenen Romans, der 1981 bereits unter dem Titel „Die Schulfreundinnen“ erschienen ist.

    Das Buch geht ausgehend vom Klassentreffen in die 50er Jahre zurück, um über die 60er und 70er Jahre wieder beim Treffen zu enden. Es behandelt ausführlich die Rolle der Frau in diesen Jahren. Eine Zeit, die vielen Lesern sicher fremd, dadurch aber umso interessanter ist. Vieles ist für uns heute kaum noch vorstellbar. Die vier Frauen sind schön beschrieben. Ihre Gefühle und Gedanken sind nach wie vor aktuell. Gerade der Rückblick auf das bisherige Leben ist zeitlos. Rona Jaffe hat einen sehr schönen Erzählstil mit wenigen kleinen Längen.

    Fazit: Ein sehr schönes Buch, das Lust auf die Fortsetzung „Diese wilden, wunderbaren Jahre“ macht. 

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Leseratte61s avatar
    Leseratte61vor 20 Tagen
    American Way of Life?

    Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit. In den fünfziger Jahren war es nur den höheren Töchtern vorbehalten, die Uni zu absolvieren. Auch war es in der Zeit üblich, sich beizeiten nach dem richtigen Mann umzuschauen. Beide Punkte unterscheiden sich stark von dem Leben heutiger junger Frauen und auch von ihren Wünschen und Träumen. Ich dachte, mir wird mehr vom damaligen Leben über den Zeitraum von den Fünfzigern bis zu den Siebzigern erzählt.

    Leider wurde ich ziemlich enttäuscht, da sowohl die Protagonistinnen als auch die Handlung für mich zu flach blieben. Nichtigkeiten und Belanglosigkeiten wurden endlos in die Länge gezogen, so dass viele Momente auftraten, in denen ich mich zum Weiterlesen fast zwingen musste. Schade, da das Thema sehr viel Potential gehabt hätte. Es fehlte mir an vielen Stellen einfach die Tiefe und ich konnte mich mit keiner der Personen identifizieren. 

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    J
    Johennivor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Die Geschichte von vier starken Frauen
    Eine Zeitreiseder besonderen Art

              Ich finde das Cover stark und für mich passt es gut zu dem Buch. Der Schreibstil ist schön, angenehm zu lesen und man bemerkt gar nicht, wie die Zeit vergeht.
    Eine sehr besondere Reise in eine Zeit, die für Frauen nicht einfach war. Mir haben die Protagonistinnen sehr gefallen, obwohl ich finde, das Ihnen ein bisschen die Tiefe fehlt. Da muss ich mich einigen Kritiken anschließen.
    Trotzdem war es für ein besondere Roman, der sehr schön geschrieben ist und mich ein Stück mehr verstehen lässt, warum die Frauen, es damals nicht leicht hatten. 
    Es gab so viele gesellschaftliche Zwänge und dann ist ein Frau, dafür da um dem Mann den Rücken freizuhalten. Ich bin froh in der heutigen Zeit zuleben. 
    Aber trotzdem gilt den Frauen mein Respekt, es erfodert Mut sich dem Leben so zustellen, wie es einige der Protagonistinnen es getan haben.
    Ich konnte am wenigsten mit Daphne anfangen weil sie so glatt war, die anderen drei haben mich auf Grund ihrer Entscheidungen beeindruckt. 
    Ich finde auch das Max und Alexander Respekt gebührt!
    Fazit für mich ein toller Roman mit Zeitreise, die es in sich hat.  
            

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    SeitenHiebes avatar
    SeitenHiebevor 22 Tagen
    Kurzmeinung: 4 ganz unterschiedliche Frauen, die auf die letzten zwanzig Jahre ihres Lebens zurück blicken. Mit viel Liebesdrama und Freundschaft.
    Klassentreffen

    Ein Klassentreffen nach zwanzig Jahren, das alles verändert! Vier völlig unterschiedliche Frauen, die eins verbindet: Das Erwachsenwerden. 1957 beginnt alles auf dem College. Erwartungen - die erfüllt werden wollen. Einstellungen - die sich ändern. Selbstständigkeit - die zu Problemen führen kann. Freundschaft, Liebe, Sehnsucht, Geheimnisse, Sexualität und die Stellung der Frau zwischen den 50‘er und 70‘er Jahren beschreibt Rona Jaffe in „Die Welt war so groß“. Das Buch erschien erstmals im Jahr 1981. Aber trotzdem ist es keinesfalls altbacken! Die Charaktere in diesem Roman beschäftigen sich mit ihrem Leben und was sie noch damit vor haben. Mich haben die einzelnen Geschichten und Schicksale gepackt! Man kann die Veränderungen über zwanzig Jahre beobachten und man wird mit ganz viel Liebesdrama konfrontiert! Und dabei sind die Protagonistinnen ganz normale Frauen mit normalen Problemen. Mir sind die Charaktere ans Herz gewachsen und ich werde definitiv den Folgeband lesen.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    N
    N_Wvor 24 Tagen
    Vier Frauen, vier Geschichten, eine Zeit.

    Die Welt war so groß
    Rona Jaffe
    Neuausgabe im Ullstein Taschenbuch, September 2018

    "Die Welt war so groß" erschien erstmals 1981 im Rowohlt Verlag, unter dem Titel "Die Schulfreundinnen. Ein Klassentreffen nach zwanzig Jahren"

    Der Roman ist in drei Teile gegliedert. Er umfasst die 50er, 60er und 70er Jahre in denen das Leben der Protagonisten geschildert wird.
    Als Rahmen dienen Prolog und Epilog, die das Klassentreffen nach zwanzig Jahren schildern. Hier treffen die vier unterschiedlichen Frauen wieder aufeinander.
    Alle haben ihre Erfahrungen gemacht, haben sich dem Leben gestellt und sind auf die eine oder andere Weise mit Schicksalsschlägen konfrontiert worden. Sie haben in den letzten zwanzig Jahren die unterschiedlichsten Dinge erlebt und sie sind alle an ihren Erfahrungen gewachsen.

    Der Stil ist sehr empfindsam und klar. Man taucht schnell in das Geschehen ein und durchlebt mit den Figuren, die Höhen und Tiefen des Lebens. Vorallem die Emanzipation der Frauen steht immer wieder im Zentrum der Erzählung.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    L
    Leserin3vor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Genauso geht es im Leben meistens zu: Wenig von dem, was wir erwarten, trifft ein.
    Die Seifenblasen der Erwartungen

    Das erste Zusammentreffen von Chris, Daphne, Emily und Annabel findet 1957 im Radcliff College statt, wo sie nicht nur Zimmernachbarinnen, sondern auch Freundinnen werden. Jede von ihnen hat etwas Belastendes zu verbergen. Ihr oberstes Ziel: bis zum Abschluss möglichst den idealen Mann zu ergattern. Im Vergleich zu heute waren damals die Erwartungen der Mädchen (und ihrer Eltern) sehr eng gesteckt. Doch auf die Zeit nach den Uniträumen und Hoffnungen folgt das reale Leben, das allerdings so ganz anders verläuft, als jede der vier es sich vorgestellt hat.

    Die Siebzigerjahre bringen schliesslich ein erstes Klassentreffen, wo jede im Rückblick Bilanz ziehen muss, ob sie will oder nicht. Waren ihre damaligen Entscheidungen richtig? Welchen Verlauf hätte ihr Leben genommen, wenn sie sich für das Gegenteil entschieden hätten? Haben sie beim Erkennen ihres Scheiterns eine Kehrwendung wenigstens versucht?

    Am Beginn des Buches gelingt es der Autorin ausgezeichnet, ein Netz zu spinnen, in das nach und nach die vier Protagonistinnen eingewoben werden. Plastisch und farbig sind die vier Charaktere geschildert, dazu die ihrer jeweiligen Partner. Trotz der vielen Personen bewahrt man aber gut den Überblick. Auch die zeitliche Einteilung der einzelnen Kapitel ist günstig gelegt.

    Über einige Strecken herrscht eine recht gedrückte Stimmung. Zwar kommen einige Längen vor, die dem Drive der Handlung aber nicht wirklich schaden, und der Spannungsbogen hält bis zum Schluss. Der schlichte, süffige Schreibstil erleichtert es dem Leser zudem, den teils komplizierten Verflechtungen und Entwicklungen mühelos zu folgen. Man ahnt, wie das Buch enden wird, dennoch gibt es bis zum Ende viele Überraschungen.

    Zwar war meine Hochschulzeit etwas später, doch habe ich mich in vielem wiedergefunden und kann nachvollziehen, warum die vier Frauen so und nicht anders gehandelt haben. Sooo viel anders war es 20 Jahre später bei uns auch nicht.

    Der nächste Band, "Diese wilden, wunderbaren Jahre", ist bereits erhältlich. Den muss ich unbedingt auch lesen!

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Barbarella1209s avatar
    Barbarella1209vor einem Monat
    Kurzmeinung: Die Idee war klasse und hätte wirklich groß werden können, aber leider sind da diese mir teilweisvöllig unsympathischen Charaktere. Schade!
    DIe Welt hätte so groß sein können...

    Rezension: DIe Welt war so groß - Rona Jaffe


    Gestaltung: 

    Obwohl mir zunächst weder Titel des Buches noch der Name der Autorin bekannt waren, ist mir, einem absoluten Schaukelkind, das Buchcover direkt ins Auge gesprungen. Im Mittelpunkt stehen zwei junge Mädchen, die sich, das eine sitzend, das andere stehend, auf einer Schaukel direkt über die Skyline schwingen. Der Hintergrund ist in Grau und Schwarz gehalten, während der Titel und die beiden Mädchen in dezenten Rosa- und Blautönen die Szene in Farbe bringen. Schlüpft bei vielen sicherlich schon als reiner Coverkauf in den Einkaufskorb. 

    Inhalt:

    1957 - Viele Neuankömmlinge treten ihr Studium am renommierten Radcliffe College in Cambridge an. Darunter vier junge Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und von denen jede für sich mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen hat.

    Da ist zunächst die jüdische Emily - am College aufgenommen, um die Zulassungsquote von Minderheiten zu erfüllen  die sich nur zwei Dinge wünscht, nämlich dazuzugehören und Medizin zu studieren. Doch beide Wünsche scheinen nicht recht in Erfüllung gehen zu wollen.

    Dann haben wir da Daphne, die hinter der schönen Fassade des allseits beliebten und bewunderten Golden Girls, ein Geheimnis verbirgt, das ihr, wenn es ans Licht geraten würde, sowohl ihren Ruf perfekt zu sein als auch die Chance auf eine gute Ehepartie zunichte machen würde. 

    Chris, die Dritte im Bunde, ist ein Mauerblümchen unter lauter Snobs, das sich sowohl optisch als auch charakterlich von den ganzen anderen Püppchen am Campus unterscheidet. Doch dann trifft sie auf Alexander, der zum neuen Mittelpunkt ihrer Welt wird.

    Zuletzt Annabel - ebenso schön wie Daphne, jedoch bei Weitem nicht so diszipliniert, was die sexuelle Enthaltsamkeit betrifft. Mit ihren Männergeschichten bringt sie die Gerüchteküche regelmäßig zum Überkochen. Doch in einer Zeit, in der Sex vor der Ehe noch als unmoralisch gilt, wird sie schon bald von ihren weiblichen Kommilitionen gemieden und beschimpft. Allein in Chris und dem charmanten Max findet sie Freunde, die ihr auch Jahre später noch zur Seite stehen werden.

    1977 - Emily, Daphne, Chris und Annabel kehren zum 20. Jubiläum ihres College-Abschlusses zum Klassentreffen an den Ort des Geschehens zurück. Was ist aus den vier jungen Frauen geworden? 
    Konnten sie sich ihre Träume und Ziele erfüllen oder sind sie gescheitert?

    Auch wenn mir der Schreibstil und die Idee hinter der Geschichte wahnsinnig gut gefällt, tröstet all dies leider nicht über die Tatsache hinweg, dass mir keine der vier Hauptpersonen wirklich sympathisch war. 
    Daphne wirkt auf mich kühl und arrogant. Emily selbstgefällig und um Aufmerksamkeit heischend. Annabel reduziert sich selbst auf die Wirkung, die sie auf Männer hat, ist im Kern aber tot langweilig. Und von Chris war ich am meisten enttäuscht. Anstatt ihr Leben in die Hand zu nehmen, rennt sie mehr als 20 Jahre einem Typen hinterher, der ihr nie ganz gehören wird.

    Ich habe mir eine Geschichte à la "Mona Lisas Lächeln" erhofft, was ich bekommen habe, war aber leider das Gegenteil. Den vier Hauptpersonen liegt mehr daran, eine gute Partie zu machen, als ihre eigenen Träume in Erfüllung zu bringen. In unterschiedlichen Situationen vergessen sie das eigenständige Denken und verlassen sich auf die Entscheidungen, die andere für sie treffen. 

    Wahrscheinlich ein durchaus realistischeres Frauenbild, als der Hollywood-Film mit Julia Roberts vermittelt. Doch da das Buch optisch und dem Titel nach nur so nach Freiheit, Unabhängigkeit und Selbsterfüllung geschrien hat und die Leseprobe so vielversprechend war, habe ich mir starke Frauencharaktere erhofft, die ich meiner Auffassung nach jedoch nicht bekommen habe.

    Besonders die letzten Seiten des Buches haben mich traurig gestimmt, weil ich das Gefühl hatte, dass mir nicht nur der einzig sympathische Charakter im ganzen Buch genommen wurde, sondern auch, weil keine der Frauen mit ihrer jeweiligen Lebenssituation so richtig zufrieden scheint. Alle scheinen an einem gewissen Punkt in ihrem Leben gescheitert: Eine landet in der Nervenheilanstalt, die Andere gibt ihr behindertes Kind auf Drängen des Mannes fort. Die Nächste gibt sich selbst komplett auf, um einen Mann glücklich zu machen, der nur am anderen Geschlecht interessiert ist und die Letzte schlägt sich nach einer gescheiterten Ehe mit einer aufmüpfigen Teenager-Tochter herum. Insgesamt realitätsnah, aber niederschmetternd.

    Kommentieren0
    0
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    Ein Klassentreffen nach zwanzig Jahren ...

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks