Ronald Dworkin Religion ohne Gott

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Inhaltsangabe zu „Religion ohne Gott“ von Ronald Dworkin

Das Zentrum wahrer Religiosität, so der bekennende Atheist Albert Einstein, sei die Ehrfurcht vor den Mysterien des Universums, "deren höchste Weisheit und strahlende Schönheit wir mit unseren matten Erkenntnisvermögen nur rudimentär begreifen können". In diesem Sinne sei er, Einstein, ein tiefreligiöser Mensch. Aber was ist religiös an einer solchen Haltung, in der Gott offensichtlich keine Rolle spielt? §Mit dieser Frage beschäftigte sich Ronald Dworkin in seinen Einstein-Vorlesungen, die er bis kurz vor seinem Tod zu diesem Buch ausgearbeitet hat. Religion, so seine Antwort, bezeichnet eine Sicht auf die Welt, die von einem tiefen Glauben an objektive Werte getragen wird etwa daran, dass Geschöpfe eine Würde haben, dass ein Leben erfüllt oder verfehlt sein kann oder dass Schönheit, die uns den Atem raubt, sich nicht als pures Produkt unserer Sinnesorgane erklären lässt. Auch Theisten teilen diese Werte, meinen aber, sie seien gottgegeben. Für Dworkin verhält es sich genau umgekehrt: Die Idee eines Gottes rührt daher, dass es diese Werte wirklich gibt. Und an Gott (oder Götter) zu glauben ist eine Weise, dies auszudrücken, aber nicht die einzige. §Von der Physik über die Politik bis hin zum Recht erkundet "Religion ohne Gott" den Perspektivwechsel, der mit einem solchen gottlosen Verständnis von Religion verbunden ist. Das Buch, das mit einer eindrucksvollen Reflexion über Tod und Unsterblichkeit schließt, ist das Vermächtnis eines bekennenden religiösen Atheisten. Es weitet den Blick für das, was wichtig ist.

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  • Inneliegende Transzendenz

    Religion ohne Gott
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    06. June 2014 um 09:59

    Inneliegende Transzendenz Was ist es, dass, unabhängig von der konkreten Ausgestaltung durch „Heilige Bücher“, Tradition, Dogmen und kultureller Entwicklung die „Religionen“ in ihrem Kern „im Menschen“ miteinander verbindet und aussöhnt? Wobei unter „Religion“ durchaus auch der Atheismus mit erwähnt wird. Alle inneren Haltungen dem „Höheren“ gegenüber sind es letztlich, die Dworkin in diesem Buch miteinander in „Aussöhnung“ bringen möchte. Und dabei im Kern auf die Transzendenz verweis. Auf das „innere Erleben“ des Menschen (jedes Menschen), das „über sich hinaus weist“ und im Menschen den Eindruck des „Heiligen“ erweckt. „Religion ist etwas Tieferes als Gott“, so formuliert es Dworkin und führt damit die verfassten „großen und kleinen“ Religionen nicht ad absurdum, sondern verweist auf das, was in seinen Augen „hinter“ all diesen konkreten Ausprägungen von Religionen in ihrem ja je auch kulturellen Kontext zu finden ist. „Der Glaube an einen Gott ist nur eine der möglichen Manifestationen oder Konsequenten dieser tieferen Weltsicht“ (dass es ein ordnendes Prinzip, einen objektiven Wert „hinter den Dingen“ der Welt und des Lebens gibt). Wobei ein „personales“ Denken über Gott in Dworkins Augen dabei deutlich zu kurz greift (wie er in Bezug auf das Nicht-Personale Verständnis durch Verweise auf u.a. Tillich und Spinoza verdeutlicht). Im Kern kann man Dworkin daher zunächst in der Tradition vor allem Tillichs versehen, der Gott nichtpersonal als „“Erfahrung des Numiniosen“ kennzeichnet. Durch die „Ahnung des Heilligen“ beim Menschen tritt dieses „Numinose“ dann in Interaktion, wird fühlbar „in der Welt“. Gefüllt wird das „Numinose“ bei Dworkin in seiner sehr ruhigen, sehr überzeugenden Darlegung durch „Sinn“. Der Kosmos, das Universum, deren „Erhabenheit“ der Mensch in „Empfindungen des Heiligen“ ahnt und spürt, sind „sinnhafte Gebilde“. Im (eher indirekten) Rückschluss bedeutet dies für den Menschen eine ihm selber inne liegende „Sinnhaftigkeit“, die in die Verantwortung für das eigene Leben, die eigene Entwicklung und eben diesen eigenen „Sinn in der großen Sinnhaftigkeit“ ruft. Trotz der sehr klaren und damit sehr verständlichen Fragen, es sind hochkomplexe Zusammenhänge, die Dworkin in seinen Gedanken zum Ausdruck bringt. Gedanken, die tatsächlich alle Religionen und jeden Atheismus in jenem „Numinosen“ zusammenführen. Ein intelligentes, auf die „Tiefe“ verweisendes Zusammenspiel von Einstein und Tillich, von „einfacher Gefühlsreligion“ und Volksglaube und dem, was als Kern hinter allen Religionen als „Erfahrungen des Erhabenen“ im nicht-personalen Sinne seit ehedem emotional bewegt, aber nur in einfachen Chiffren „hinkend“ in Sprache gefüllt werden kann. Eine Sprache, vom Volksglauben bis zur Dogmatik, die im Lauf der jeweiligen religiösen Traditionen (leider) als das dann „Eigentliche“ angesehen werden, da das wirklich dahinterliegende nicht konkret zu fassen ist. Eine interessante, anstoßende theologisch-philosophische Lektüre.

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