Karolinas Töchter

von Ronald H. Balson 
4,7 Sterne bei54 Bewertungen
Karolinas Töchter
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Birkel78s avatar

Gut und spannend geschriebenenes Buch über ein jüdisches Schicksal im zweiten Weltkrieg.

sandra97s avatar

Ein Buch, dass sehr berührend und gleichzeitig fesselnd ist.

Alle 54 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Karolinas Töchter"

Aus Verzweiflung gab sie einst ein Versprechen. Nun ist es an der Zeit, es zu erfüllen.

Chicago, 2013: Die hochbetagte Lena macht sich auf die Suche nach den Töchtern ihrer Freundin, die seit dem Zweiten Weltkrieg verschwunden sein sollen. Doch warum beginnt sie ihre Suche erst jetzt? Was für ein Geheimnis verbirgt sie?

Polen, 1939: Lenas Vater kämpft gegen die deutschen Besatzer – bis er mit der ganzen Familie verhaftet wird. Nur die Tochter Lena bleibt zurück, gemeinsam mit ihrer Freundin Karolina kämpft sie fortan im Ghetto ums Überleben. Doch während Lena sich dem Widerstand anschließt, verliebt sich Karolina – in einen Deutschen.

»Leser, die auf mehr Bücher wie Kristin Hannahs Die Nachtigall warten, werden begeistert sein.« Booklist

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746632971
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:Aufbau TB
Erscheinungsdatum:18.08.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 18.08.2017 bei Audible Studios erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Yvo3vor einem Tag
    Auf der Suche nach Zwillingsmädchen

    Lina, 89 Jahre, beauftragt einen Dedektiv und eine Anwältin 2 Mädchen zu suchen, die im Krieg als Babys abhandengekommen sind. Sie hat damals ihrer besten Freundin Karolina das Versprechen gegeben, die Mädchen zu suchen und will nun 70 Jahre später das Versprechen einlösen. Das gestaltet sich allerdings schwierig.

    Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal berichtet Lina, wie sie den Krieg als Jüdin überlebt hat und auf der anderen Seite sind wir in der heutigen Zeit. Der Schreibstil ist sehr flüssig und anschaulich. Die Geschichte geht einem unter die Haut. Erschreckend, was Juden damals wiederfahren ist. Der Spannungsbogen war gut aufgebaut und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Eine absolute Empfehlung von mir.

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    Isadors avatar
    Isadorvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr bewegender Roman, der aufzeigt, was die Juden im zweiten Weltkrieg alles ertragen mussten.
    Sehr bewegend

    Im Jahre 2013 betritt eine hochbetagte Dame das Büro eines Privatdedektivs in Chicago. Sie bittet ihn darum, die Zwillingstöchter einer Dame ausfindig zu machen, die sie zuletzt im zweiten Weltkrieg gesehen hat. Es kommt die Frage auf, warum sie sich erst jetzt, nach 70 Jahren, auf die Suche  macht. Auch ihr Sohn Arthur ist nicht begeistert von der Suche, und versucht den Auftrag zu verhindern.


    Der Detektiv Liam beschließt gemeinsam mit seiner Frau Catherine, einer Anwältin, den Auftrag anzunehmen. Und so lassen sie sich in mehreren Sitzungen das Leben der Lena Woodward schildern.


    So erfahren wir die ganze Geschichte einer fiktiven Familie in Polen, die von den Deutschen gejagt wird, und wo nur einer Person es schafft zu überleben.


    Der Roman hat mich zutiefst berührt. Es ist für mich unvorstellbar, was die Menschen seinerzeit alles erleben mussten.


    Die Geschichte ist fesselnd bis zum Schluss und ich empfehle sie unbedingt weiter. In mir wirkt sie noch sehr stark nach und sie ist mir volle 5 Sterne wert!

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    Blausterns avatar
    Blausternvor 8 Monaten
    Karolinas Töchter

    Lena Woodward ist nun schon 89 Jahre alt, als sie sich an ein altes Versprechen macht. Ihre beste Freundin Karolina musste während des 2. Weltkrieges aufgrund der Judenverfolgung ihre Zwillingsmädchen zurücklassen und bat Lena darum, sie ausfindig zu machen. Ihre Freundin ist lange tot, und es sind 70 Jahre vergangen. Lena hat keine Anhaltspunkte und beauftragt den Privatdetektiv Liam Taggart und seine Frau, Rechtsanwältin Catherine Lockhart, damit. Die Suche gestaltet sich jedoch noch schwieriger, denn Lenas Sohn Arthur schmeißt ihr noch einen Knüppel zwischen die Beide und geht mit ihr vor Gericht, weil er sie entmündigen will, sieht er doch sein Erbe schwinden.
    Zwei Perspektiven wechseln. Zum einen spielt die Handlung in Chicago im Jahre 2013 mit der 89 Jahre alten Lena auf der Suche und mit dem Prozess des Sohnes, und zum anderen wird der Hauptteil aus Lenas Leben während der Kriegstage im Jahre 1939 erzählt. Sehr anschaulich und authentisch wird hier von der jungen Jüdin berichtet, wie ihre Familie ausgelöscht wurde und sie mit ihrer Freundin Karolina zu überleben versuchte. Dabei tritt das Grauen dieser Zeit aus jeder Zeile. Die beiden Frauen sind so stark und so mutig, man muss sie einfach bewundern, und man bangt auch richtig mit ihnen. Schicksale, die einen tief berühren und Menschen verschiedener Herkunft, die gut und schlecht sind. Der Schreibstil ist einfach und liest sich gut.

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    KerstinThs avatar
    KerstinThvor 8 Monaten
    Sehr schöner, berührender Roman – klare Leseempfehlung

    Lena Woodward ist Ende achtzig und lebt mittlerweile in Chicago. Sie will endlich ihr Versprechen einlösen, dass sie 1943 ihrer besten Freundin Karolina in einem Zug in Polen auf dem Weg zum Lager Groß-Rosen gab. Sie muss ihre beiden Töchter finden. Dazu engagiert sie nun, siebzig Jahre später einen Privatdetektiv, der die Mädchen finden soll. Doch auf dem Weg dahin gibt es einige Hürden. So zum Beispiel Lenas Sohn, der seine Mutter vor Gericht zieht und meint, sie würde sich die Existenz der Kinder und Karolinas nur einbilden. Doch was ist nun die Wahrheit? Das möchte die Anwältin Catherine Lockhart herausfinden und lässt sich von Lena ihre Geschichte erzählen. Wie sie als jüdisches Mädchen in Chrzanów aufwuchs. Wie ihre Familie deportiert wurde und Lena sich auf dem Dachboden versteckte. Sie ging in den Widerstand und verlor nie den Glauben, dass alles wieder gut werden wird.

    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Die Kombination aus dem aktuellen Prozess und Lena Geschichte ist sehr gelungen. Vor allem Lenas Vergangenheit wurde sehr bildlich und lebendig geschildert. Man hatte das Gefühl von „Kino im Kopf“ und fühlte sich versetzt ins Polen der vierziger Jahre. Mir war Lena sehr sympathisch und ich habe mit ihr mitgelitten.

    Wie Lena da auf dem Dachboden lebt, das erinnerte schon stark an Anne Frank oder auch ein anderes Buch das ich mal gelesen habe (Anita Lobel: Das Versteck auf dem Dachboden). Als sie endlich zu den Nachbarn flieht, denkt man gut, geschafft, jetzt wird es besser. Und dann geht sie freiwillig zurück. Bewundernswert, wie stark Lena mit ihren noch nicht einmal 20 Jahren war. Nach dem Lesen des Nachworts weiß man, dass die gesamte Handlung zwar so wie sie aufgeschrieben ist Fiktion ist, dennoch sind die einzelnen Geschichten wirklich passiert. Zwar nicht dieser Lena Woodward, aber einer anderen jungen Frau. Das macht das Ganze noch authentischer.

    Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Er ist leicht zu lesen. Und wie oben schon geschrieben, sehr bildlich. Noch dazu wirkt die gesamte Geschichte sehr schlüssig.

    Sehr geschickt fand ich, dass sich der Bericht über die aktuelle Suche nach Karolinas Töchtern immer wieder mit Lenas Berichten abwechselt. Lena berichtet über ihre Wege und Liam, der Privatdetektiv, beschreitet selbst gerade diese Wege.

    Schön fand ich auch, dass nicht alle Deutschen als schlecht dargestellt wurden. Es gab durchaus auch „nette“, die selbst gegen die Vernichtung von Menschen waren und endlich das Ende des Krieges herbeigesehnt haben, hier zum Beispiel Oberst Müller. Oder die netten polnischen Nachbarn, die Lena bei sich versteckten. Natürlich gab es auch genug andere, die Juden und ihre Helfer verraten haben.

    Ich habe an diesem Buch nichts Großes auszusetzen und es wird mir sicherlich noch etwas im Gedächtnis bleiben. Ich kann eine klare Leseempfehlung aussprechen. Ich vergebe volle fünf von fünf Sternen.

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    tinstamps avatar
    tinstampvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Eine berührende Geschichte über das Schicksal einer polnischen Holocaustüberlebenden. Leider wegen einiger Recherchefehler keine 5 Sterne
    Das Versprechen an Karolina

    Die bereits 89jährige Lena Woodward, eine Holocaustüberlebende, kommt eines Tages zu Detektiv Liam Taggert, mit der Bitte Nachforschungen über ihre Freundin Karolina und deren Zwillingstöchter anzustellen. Sie möchte ihr Versprechen einlösen die Mädchen ausfindig zu machen, die Karolina Rachel und Leah benannt hat. Allerdings gestaltet sich die Sachlage alles andere als einfach, denn die Kinder wurden während des Zweiten Weltkrieges geboren. Lena weiß weder, ob sie überlebt haben, noch wie sie möglicherweise heute heißen und wo sie sein könnten. Keine gute Ausgangslage für Liam und seine Frau Catherine, eine Anwältin, die er um Hilfe bittet. Außerdem stellt sich die Frage, warum Lena erst jetzt nach Karolina und ihren Töchter sucht und dies nicht schon bei Kriegsende getan hat.
    Noch bevor die beiden den Auftrag annehmen, erhalten sie vom Anwalt des Sohnes eine Klage. Das weckt die Neugierde von Liam und Catherine, denn Arthur möchte seine Mutter entmündigen und sie als demenzkrank erklären lassen. Er hält ihre Idee als krankhaft und die Suche als eine Wahnvorstellung.

    Die Rahmenhandlung spielt in der Gegenwart, während der Hauptanteil des Buches sich um die Lebensgeschichte von Lena dreht. Die historischen Hintergründe werden mit Lenas Schicksal sehr gut zusammengeführt. In einem Handlungsstrang erfährt der Leser nun, wie sich Liam auf die Suche macht und Arthur alles versucht die Nachforschungen zu stoppen. Währendessen erzählt Lena Catherine von ihrem Leben während des Zweiten Weltkrieges.
    In diesem zweiten Handlungsstrang erfahren wir von der jungen Jüdin Lena Scheinemann, geboren in Chrzanów in Polen. Ihre Eltern und ihr kleiner Bruder Milosz, der mit vier Jahren an Kinderlähmung erkrankte und seitdem im Rollstuhl sitzt, wurden 1939 deportiert und ermordet. Sie ist die einzige Überlebende in ihrer Familie. Bei ihrem Versuch zu überleben, findet sie Arbeit in der nahen Fabrik, die Kleidung für die Deutschen herstellt. Dort trifft sie ihre Freundin Karolina wieder. Gemeinsam erleben sie die Verfolgung der Juden, die im Warschauer Ghetto zusammengetrieben werden, bis hin zur Deportation nach Ausschwitz. Lena und Karolina sind zwei sehr starke und mutige Frauen. Lena begibt sich sogar für kurze Zeit in den Untergrund. In Ausschwitz angekommen, liegt das Hauptaugenmerk nur mehr darauf zu überleben. Nach und nach erfährt der Leser das Geheimnis um Karolina und ihre Töchter...

    Der Autor schafft es, seine Figuren nicht einseitig darzustellen, wie ich es schon des öfteren in Geschichten rund um den Holocaust gelesen habe. Es gibt sowohl bei den Deutschen, den Polen, als auch bei den Juden gute und böse Menschen, die Lenas Weg kreuzen. Die wirklich interessanten und berührenden Erzählungen aus dem Warschauer Ghetto und anschließend aus Ausschwitz haben mich aufgewühlt und erschüttert. Den Mut und die Kraft von Lena habe ich wirklich bewundert.
    Interessant fand ich auch die Ausführung des Autors, warum die Alliierten Ausschwitz und die anderen Konzentrationslager nicht bombardiert haben, obwohl sie bereits von der Endlösung wussten.

    Den vielen 5 Sterne Rezensionen kann ich mich leider trotzdem nicht anschließen. Dazu habe ich einige Kritikpunkte!
    Besonders im Vergangenheitsstrang fielen mir einige Recherchefehler und Ungereimtheiten auf. Das beginnt damit, dass 1943, als die Menschen nicht nur in Polen hungerten, wohl kaum jemand Bananen zur Verfügung hat und diese austeilt - nicht einmal auf dem Schwarzmarkt. Ebenso gibt es im Winter im Ghetto keine Kohle zum Heizen. Lena und Karolina erhalten von einem deutschen Soldaten eine kleine Ration davon. Ich finde es allerdings unvorstellbar, dass niemand bemerkt, dass plötzlich in einem einzigen Haus im Ghetto Rauch aufsteigt!
    Das KZ Mauthausen lässt der Autor zwar in Österreich angesiedelt, allerdings liegt es plötzlich nördlich von Chrzanów....hm...
    Liam sucht nach einem Mann namens Müller in Deutschland - und wird fündig! Ist ja ein sehr seltener Name *Sarkasmus aus*
    Ein weiterer Kritikpunkt war für mich die plötzliche Wandlung einer Figur zum Ende hin, die ich nicht nachvollziehen konnte. Diese ändert sich auf wenigen Seiten wirklich um 180 Grad - für mich absolut unvorstellbar!
    Ihr seht, die Kritikpunkte häufen sich leider. Trotzdem kann ich sagen, dass der Roman mich trotzdem nicht kalt gelassen hat und so einige Überraschungen bereit hält.

    Die Lebensgeschichte von Lena Scheinemann/Woodward hat der Autor in Anlehnung an das Leben von Fay Scharf Waldman geschrieben - in Gedenken an die unzähligen Opfer des Holocaust.

    Schreibstil:
    Der Schreibstil von Ronald H. Balson hat mir anfangs ein bisschen Mühe bereitet. Die kurzen und eher einfachen emotionslosen Sätze haben mich nach dem Lesen eines Buches, das mich zuvor total vereinnahmt hat, anfangs eher unzufrieden zurückgelassen. Erst mit der Zeit fand ich in die Geschichte hinein, die mich dann allerdings - bis auf die Recherchefehler - doch noch abholen konnte.

    Fazit:
    Eine interessante und berührende Geschichte über das Schicksal einer polnischen Holocaustüberlebenden, die allerdings wegen einiger Recherchefehler (obwohl der Autor bereits mehrere Romane zu diesem Thema geschrieben hat) keine fünf Sterne mehr von mir erhält. Für alle, die kleine Recherchefehler nicht so ernst nehmen wie ich, kann ich den Roman auf alle Fälle empfehlen!

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    SigiLovesBookss avatar
    SigiLovesBooksvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein weiterer literarischer Stolperstein - authentisch und spannend geschrieben! 4 *
    Karolinas Zwillinge

    "Karolinas Töchter" von Ronald H. Balson basiert auf einer wahren Geschichte und erschien (2017, broschiertes TB) im Aufbau-Verlag. Im Original ist der Titel ""Karolinas Twins"; der Roman wurde aus dem Amerikanischen übersetzt von Max Stadler.
    Der Autor ist selbst Rechtsanwalt und es geht um ein Versprechen, das Lena Woodward, geb. Scheinmann, einst einer Freundin gab.

    "Chicago, 2013:
    Die hochbetagte Lena macht sich auf die Suche nach den Töchtern einer Freundin, die seit dem Zweiten Weltkrieg verschwunden sein sollen. Doch warum beginnt sie ihre Suche erst jetzt? Was für ein Geheimnis verbirgt sie?

    Polen, 1939:
    Lenas Vater kämpft gegen die deutschen Besatzer - bis er mit der ganzen Familie verhaftet wird. Nur die Tochter Lena bleibt zurück, gemeinsam mit ihrer Freundin Karolina kämpft sie fortan im Ghetto ums Überleben. Doch während Lena sich dem Widerstand anschließt, verliebt sich Karolina - in einen Deutschen."(Quelle: Buchrückentext)

    Lena Woodward, geb. Scheinmann, wendet sich vertrauensvoll an die Rechtsanwältin Catherine und ihren Partner Liam, der Privatdetektiv ist, da sie von beiden über einen Freund hörte: Sie möchte ein Versprechen einlösen, das sie einst Karolina, ihrer besten Freundin gab - und die beiden Mädchen wiederfinden, die gegen Ende des 2. Weltkrieges verschwunden sind.
    Um zu klären, ob Catherine sich dem Fall der alten Dame widmen kann und Liam in die Ermittlungen einsteigt, erzählt Lena die ganze Geschichte, die sie über Jahrzehnte in sich vergraben hatte: Es entwickelt sich mehr und mehr ein sehr freundschaftliches Verhältnis zwischen Lena und Catherine, die ein Kind erwartet - das einzig von Arthur Woodward, dem Sohn Lenas und Erben des großen Vermögens, das der Vater hinterließ, gestört wird: Dieser behauptet, dass seine Mutter an Demenz leidet und an Wahnvorstellungen leidet, da er die reale Existenz der Geschichte um die beiden Töchter Karolinas anzweifelt. Damit wird es ein juristischer Fall und Lena bleibt nicht viel Zeit, um ihre Geschichte Catherine anvertrauen zu können.....

    Lena erzählt in der Ich-Form vom Erstarken des NS-Regimes und dem Einfall der Deutschen in Polen (1.9.1939); sie möchte ihren Vater ehren, der Widerstandskämpfer war und engagiert sich ebenfalls im Widerstand: Als Näherin arbeitet sie in einer Fabrik, bis diese geschlossen wird und die weiteren Stationen kann man sich vermutlich vorstellen, die hier historisch belegt beschrieben werden: Deportationen; das Glück von Lena, nicht selektiert zu werden, da sie arbeitsfähig ist, die Lügen der Umsiedlung der Juden; die Exekutionen und all das Grauen, das dieses dunkelste Kapitel deutscher Geschichte und den Holocaust in die Welt brachte: Ich habe kürzlich Sam Pivniks "Der letzte Überlebende" gelesen und viele weitere Romane und Sachbücher zu der NS-Zeit: Diesen Roman und die Geschichte Lenas, die stellvertretend für so viele Opfer steht, würde ich ebenfalls in die Reihe der literarischen "Stolpersteine" stellen - und finde ihn sehr aktuell, da in ganz Europa der Rechtspopulismus erstarkt. 

    Der Stil des Autors ist flüssig zu lesen; die historischen Hintergründe in der Erzählung Lenas fließen in den Roman mit ein und die Stärke, die Lena in all der schrecklichen Zeit besitzt, wird glaubhaft beschrieben: Nicht alle Juden ließen sich wie Opferlämmer zur Schlachtbank führen; auch in den deutschen Reihen gab es Kollaborateure, die teils mit ihrem Leben bezahlten. Leider gelang es anderen, sich mit neuen Identitäten jahrzehntelang in z.B. Südamerika zu verstecken, wie man seit den Recherchen Beate Klarsfelds weiß.

    Fazit:

    Ein sehr lesenswerter Roman, der auf wahren Fakten beruht und dem ich sehr gerne eine absolute Lese- und Weiterempfehlung gebe.



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    HibiscusFlowers avatar
    HibiscusFlowervor 8 Monaten
    Ein Abtauchen in die Vergangenheit

    Klappentext des Verlages:
    Chicago, 2013: Die hochbetagte Lena macht sich auf die Suche nach den Töchtern ihrer Freundin, die seit dem Zweiten Weltkrieg verschwunden sein sollen. Doch warum beginnt sie ihre Suche erst jetzt? Was für ein Geheimnis verbirgt sie?
    Polen, 1939: Lenas Vater kämpft gegen die deutschen Besatzer – bis er mit der ganzen Familie verhaftet wird. Nur die Tochter Lena bleibt zurück, gemeinsam mit ihrer Freundin Karolina kämpft sie fortan im Ghetto ums Überleben. Doch während Lena sich dem Widerstand anschließt, verliebt sich Karolina – in einen Deutschen.


    "Ich habe in meinem ganzen Leben niemanden je so geliebt wie diese Frau. Es gab nichts, was sie nicht für mich getan hätte. Sie rettete mir das Leben. Ich schulde es ihr,..."
    (S. 148 - Lena Woodward)

    Die neunundachtzigjährige Lena Woodward, eine Überlebende des Holocaust, bitten den Detektiv Liam Taggert und die Anwältin Catherine Lockhart, ihr bei der Suche nach den Zwillingsmädchen ihrer Freundin Karolina behilflich zu sein.
    Um den beiden das Geschehen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges so nah wie möglich zu bringen, erzählt diese Catherine chronolisch von 1924, dem Jahr ihrer Geburt in Chrzanów, Polen an bis hin zu ihrer Ankunft im Jahr 1949 in Chicago aus ihrem bewegten Leben.
    Währenddessen ist Liam den wenigen Details und erwähnten Personen auf der Spur, die die Geschichte von Lena bestätigen und das Auffinden der Mädchen nach siebzig Jahren erleichtern sollen.

    Etwas unsanft aus dieser Vergangenheitsbewältigung wird man durch der Strang der Gegenwart herausgerissen, bei dem der zweiundsechzigjährige Sohn von Lena alles daran setzt, diese entmündigen zu lassen. Arthur hält die Suche für eine Wahnvorstellung und will seinen Mutter vor sich selbst schützen, indem er nicht einmal davor zurückschreckt, diese als Opfer der Demenz hinstellen zu wollen. Und natürlich möchte er nicht, dass Lena auch noch Geld für diese Hirngespinste an Lockhart und Taggert verschleudert.

    Es gibt so viele Schicksale aus dieser schrecklichen Zeit, von denen jedes eine ganz eigene Geschichte erzählt, die von undenkbaren Entscheidungen, unmenschlichen Handeln, Ausweglosigkeit, Entbehrungen und großen Verlusten berichten.
    Das Leben von Lena Scheinmann Woodward basiert auf einer wahren Geschichte, von der der Autor in seiner Danksagung berichtet. Und doch habe ich ein wenig das Gefühl, als hätte sich Balson zu sehr auf seine fiktive Figur und ihre Geschichte konzentriert, sodass ich bei dem Drumherum etwas vermisst habe und das Buch - das die schrecklichen Bilder dieses Krieges ungeschönt hervorruft und die Recherchen des Autors erkennen lässt; das mich schockieren, aber im Gegensatz dazu leider nur sporadisch berühren konnte - im Gesamten als nicht durchweg überzeugend und mitreißend empfinde, was ich dem Geschehen in den Gegenwart zuschreibe.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich das Buch gern gelesen habe, allein schon weil ich sowohl Lena wie auch Catherine und Liam mochte. Jedoch mag ich die Kleinigkeiten nicht ausblenden, die mich davon abgehalten haben, emotional mehr eingebunden zu sein.

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    sollhabens avatar
    sollhabenvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: 5 Sterne reichen für dieses Buch nicht! Lass euch auf Lena und Karolinas Geschichte ein.
    Eine Geschichte, die unendlich berührt

    Chicago 2013:
    68 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs möchte Lena Woodward, geborene Scheinmann endlich ein Versprechen einlösen. Sie will Karolinas Zwillinge finden. Dazu sucht sie sich Hilfe beim Ermittler Liam Taggart und seiner Frau, der Anwältin Cathrine Lockhart. 


    Stück für Stück erzählt Lena ihre Geschichte, die in Polen in den 30iger Jahren beginnt. Sie berichtet, wie Deutschland Polen überrollt und unter seine Kontrolle bringt. Da die Familie dem jüdischen Glauben angehört, gelten für sie auch alle Gesetze, die gegen jüdische Menschen erlassen werden. Als die Familie aus ihrem Haus vertrieben und auseinander gerissen wird, muss Lena jeden Tag aufs Neue Entscheidungen treffen. Eine Jugendliche, die bisher behütet aufgewachsen ist und nun alleine in den Wirren des Krieges gefangen ist. Die Bedingungen verschärfen sich und gemeinsam mit Karolina, ihrer Freundin aus Kindheitstagen kämpft sie ums Überleben. Als Karolina schwanger wird und Zwillinge zur Welt bringt, wissen beide, dass den zwei Mädchen wahrscheinlich kein langes Leben beschert sein wird.

    Wie hat es mir gefallen?

    Mir fehlen die richtigen Worte. Ich befürchte, ich kann niemals genau beschreiben, warum ich diese Geschichte so beeindruckend fand. 

    Ein kleiner Exkurs:
    Ich bin 1971 in Österreich geboren und 1988 war das Gedenkjahr „50 Jahre Einmarsch Hitlers in Österreich“ ein großes Thema. Meine Generation, ist die erste, die über den 2. WK unterrichtet wurde. Das Land begann damals seine Rolle neu zu überdenken. Neue Informationen über Mitläufer und Täter kamen ans Licht.

    Da meine Mama aus Frankreich stammt, durfte ich noch eine andere Sichtweise kennenlernen. Gleichzeitig unterrichtete sie Geschichte und somit waren meinem Wissensdurst keine Grenzen gesetzt. 

    Ich wollte unbedingt wissen, warum es soweit kommen konnte, dass normale Menschen zu Monstern wurden und warum, die Bevölkerung sich nicht gegen dieses Regime auflehnte. Ich las unzählige Tatsachenberichte und auch Romane. Ich ging sogar soweit, in den Tiroler Archiven zu forschen, um Überlebende des Holocaust zu finden. Ich durfte ein paar persönlich kennen lernen und habe Geschichten gehört, die mich entsetzt, berührt und betroffen gemacht haben. 

    In dieser Zeit gab es auch jede Menge Dokumentationen! Was Schilderungen und Beschreibungen nicht erfassen konnten, ergänzten Bilder. Das war eine ganz neue Dimension der Grausamkeit. 

    Damals glaubte ich noch daran, dass die Menschheit aus ihrer Geschichte lernen kann, als es dann während des Jugoslawien-Kriegs wieder Konzentrationslager gab, schloss ich vorübergehend dieses Kapitel ab. 

    Erst langsam traute ich mich wieder an dieses emotionale Thema heran. Nach dem Roman „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak begann ich mit „Sarahs Schlüssel“ von Tatjana de Rosnay wieder über diese Zeit zu lesen. Als ich in Paris war, musste ich mich auf die Spuren von „Rafle du Vélodrome d’Hiver“ begeben. Am 16. Und 17. Juli 1942 wurden die Juden Paris in dem Velodrom zusammen gepfercht und mussten dort tagelang ohne Versorgung aushalten, bevor sie in Vernichtungslager im Osten verfrachtet wurden. Unverhältnismäßig viele Frauen und Kinder fielen der Razzia zum Opfer. Die französische Polizei half tatkräftig mit. Ein Kapitel in der Geschichte Frankreichs, das niemand gerne erwähnt.

    Ihr seht, ich befasse mich schon recht lange mit dem Holocaust und dem 2. WK, jedoch nur mehr in geringen Dosen, denn es erschüttert mich auch heute, über diese Zeit zu lesen. 

    Mit „Karolinas Töchter“ fand ich ein Buch, das ein wahrer Schatz in meinem SuB war.

    Das Augenmerk liegt natürlich auf Lena und ihrer Geschichte rund um ihre Freundin Karolina. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt oder die Sprache auch im Original eher einfach ist. Damit meine ich, dass es keine, unendlich langen, in einander verschachtelte Sätze gibt. Diese direkte Schreibweise unterstreicht die Erzählung und die Eindringlichkeit der Ereignisse. Jeder überlebte Tag ist ein Erfolg und Widerstand gegen die Nazis. 

    Doch in der Grausamkeit des Alltags gibt es auch winzig kleine Lichter der Hoffnung. Ein Gebet mitten in der Hölle, ein Stück Obst von einem jungen Mann oder ein angebotener Schlafplatz in einer kleinen Nische. 

    Die Suche nach Karolinas Töchter nimmt auch den größten Teil der Geschichte ein. Liam und Cathrine werden schnell von Lenas Erzählungen in den Bann gezogen. Zwar ist die Dame bereits 89 Jahre alt, aber ihr Gedächtnis scheint völlig in Ordnung zu sein. Ihr Sohn Arthur zweifelt ihre geistige Gesundheit jedoch stark an und glaubt, sie leide an Altersdemenz. Auf seine eigene Art und Weise möchte er seine Mutter beschützen, aber manchmal hätte ich ihm liebend gerne eine Kopfnuss verpasst. So beginnt auch noch ein Wettlauf gegen die Zeit, um die Entmündigung Lenas zu verhindern.

    Mit diesen zwei Handlungssträngen, die sich abwechseln, hält Ronald H. Balson die Spannung ständig aufrecht. Denn Liam und Cathrine fühlen sich für Lena verantwortlich. Sie versuchen alles, dass sie ihr Versprechen halten kann. Aber die Zeit drängt gnadenlos. So viele Jahre nach Ende des Kriegs wird es fast unmöglich, Beweise und Hinweise zu finden. 

    In seiner Widmung bedankt sich der Autor bei Fay Scharf Waldman, deren Geschichte er in diesem Roman erzählt. Einzig die Ereignisse in Chicago sind erfunden und haben mit Fay überhaupt nichts zu tun.

    Wer „Die Nachtigall“ von Kristin Hannah mochte, wird dieses Buch genauso gerne lesen. Wobei „gerne“ nicht das passende Wort ist. Ich lege es euch ans Herz. Lasst euch auf Lena und Karolinas Geschichte ein.

    www.mariessalondulivre.at

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    dorlivor 9 Monaten
    Rezension zu "Karolinas Töchter" von Ronald H. Balson

    Chicago 2013. Die 89-jährige Lena Woodward bittet den Privatdetektiv Liam Taggart und die Anwältin Catherine Lockhart ihr bei der Suche nach den während des Zweiten Weltkriegs in Polen verschollenen Zwillingstöchtern ihrer längst verstorbenen Freundin Karolina zu helfen. Liam und Catherine nehmen den Auftrag an und lassen sich Lenas Geschichte erzählen…

    Die 1924 geborene Lena wächst als Tochter des wohlhabenden jüdischen Kaufmanns Jacob Scheinmann im polnischen Chrzanów auf. Das Leben des fröhlichen, aufgeweckten Mädchens ändert sich jäh, als ihre Heimatstadt am 4. September 1939 von deutschen Truppen besetzt wird. Lena und ihre Familie versuchen, sich der neuen Situation so gut es geht anzupassen, doch nur anderthalb Jahre später bricht Lenas bisherige Welt völlig zusammen: ihre Familie wird abgeholt und umgesiedelt, während sie selbst sich auf Geheiß ihres Vaters auf dem Dachboden ihres Hauses versteckt hält…

    Ronald H. Balson erzählt diesen auf wahren Begebenheiten beruhenden Roman sehr eindringlich. Seine Beschreibungen und Schilderungen sind detailreich und präzise, sie sind mitreißend und haben mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.

    Es gelingt dem Autor ganz hervorragend, die Lage in dem vom Krieg zerrütteten Polen darzustellen und die vorherrschende Stimmung in Chrzanów sowie in den Lagern der Konzentrationslager Groß-Rosen und Auschwitz-Birkenau wiederzugeben. Besonders die Skrupellosigkeit der Besatzer und die unwürdigen Bedingungen, denen die polnische Bevölkerung damals ausgesetzt war, werden intensiv geschildert, so dass man als Leser eine recht genaue Vorstellung davon bekommt, was die Menschen alles durchmachen mussten.

    Ronald H. Balson zeichnet das Bild einer mutigen jungen Frau, die als Näherin in einer Kleiderfabrik arbeitet und sich gemeinsam mit ihrer Freundin Karolina durch die Kriegsjahre kämpft. Es geht für die beiden einfach nur darum, die Schrecken und das Leid zu überleben. Auch als Karolina schwanger wird, halten sie zusammen und kümmern sich nach der Geburt gemeinsam um die Zwillinge Rachel und Leah. Als das jüdische Ghetto in Chrzanów aufgelöst wird und ihre Deportation erfolgt, lassen Lena und Karolina die Kinder zurück, um deren minimale Überlebenschance zu wahren.

    Neben dem historischen Geschehen hat auch die aktuelle Handlung in Chicago einiges an Spannung zu bieten. Nicht nur, dass Lenas Sohn Arthur absolut gegen die Suche nach den Zwillingen ist und nicht davor zurückschreckt, einen Prozess gegen seine Mutter anzustrengen, um sie entmündigen zu lassen, auch über die Glaubwürdigkeit ihrer Geschichte sowie über die Frage, warum Lena so viele Jahre mit ihrer Suche nach den Kindern gewartet hat, wird diskutiert.

    „Karolinas Töchter“ lässt mich tief beeindruckt zurück. Diese mitreißend erzählte Mischung aus Historie und Fiktion hat mich durchweg fest im Griff gehabt und mir nicht nur Einblicke in ein dunkles Kapitel europäischer Geschichte gewährt, sondern mich zudem intensiv an dem Schicksal der Akteure teilhaben lassen. Absolute Leseempfehlung!

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    MissNorges avatar
    MissNorgevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein tief bewegender Roman, eines meiner Buch-Highlights 2017 ...
    Stell Dich dem Leben

    Kurz zur Geschichte
    (lt. Verlagsseite)
    Aus Verzweiflung gab sie einst ein Versprechen. Nun ist es an der Zeit, es zu erfüllen.

    Chicago, 2013: Die hochbetagte Lena macht sich auf die Suche nach den Töchtern ihrer Freundin, die seit dem Zweiten Weltkrieg verschwunden sein sollen. Doch warum beginnt sie ihre Suche erst jetzt? Was für ein Geheimnis verbirgt sie?

    Polen, 1939: Lenas Vater kämpft gegen die deutschen Besatzer – bis er mit der ganzen Familie verhaftet wird. Nur die Tochter Lena bleibt zurück, gemeinsam mit ihrer Freundin Karolina kämpft sie fortan im Ghetto ums Überleben. Doch während Lena sich dem Widerstand anschließt, verliebt sich Karolina – in einen Deutschen.

    Meine Meinung
    Ein Buch, das ich nach gut 20 Seiten schon nicht mehr aus der Hand legen konnte und somit zu einem meiner Roman-Highlights des Jahres zählt.
    Eine Geschichte so einfühlsam, tiefgehend, berührend, schockierend und gleichzeitig mit extrem viel Gefühl ausgestattet, habe ich lange nicht gelesen. Als Leserin nimmt man direkt am Leben von Lena und Karolina teil, man wähnt sich neben ihnen im Krieg und möchte ihnen zurufen, bitte haltet durch, es werden auch wieder bessere Zeiten kommen, auch wenn es noch einige Jahre dauern wird. Sehr mitgenommen haben mich die Abschnitte als Karolina in den Wirren des Krieges Zwillinge zur Welt bringt. Die beiden Mädchen, Leah und Rachel werden in eine Zeit geboren, in denen sie kein normales Leben erwarten wird. Ich habe richtig mit gelitten, mich mit gefreut, aber auch eine große Traurigkeit gespürt. Dieser Roman basiert auf historischen Fakten und Ronald H. Balson hat mich mit der Geschichte drumherum extrem beeindruckt. Ein wundervoller Schreibstil, die lebendigen und oftmals grausamen Beschreibungen in der Zeit des Holocaust lassen einem den Atem stocken und man denkt, wie grausam können Menschen sein. Wie kalt, wie gefühllos und berechnend. Schrecklich, aber sehr gut umgesetzt vom Autor.
    Mit Lena Woodward hat der Autor eine Frau erschaffen, die durch die Kriegswirren in Polen erst ihre ganze Familie verliert, die eine Arbeit als Näherin annimmt um überhaupt zu überleben und die dann auch noch das KZ-Lager in Groß-Rosen bzw. Auschwitz ertragen muss. Kurz vor´m weinen war ich, als Lena, Karolina und die Baby´s auf dem Weg zum Lager waren und sie merkten, das ihnen die Kinder dort weggenommen werden. Doch Karolina will selbst entscheiden was mit ihren Baby´s passiert, das sie überleben und sie entscheidet sich zu einem Entschluss, der die ganze Geschichte des Buches beeinflussen wird. Lena erweist sich gegenüber ihrer Freundin Karolina als größte Stütze, doch diese kann irgendwann nicht mehr, versucht aus dem Lager zu fliehen und wird von Wachmännern erschossen. Nun ist Lena ganz allein auf der Welt und versucht sich immer wieder Mut zu machen, das es doch irgendwann einmal wieder besser werden muss. Dieses unerträgliche Nicht-Wissen, wann der Krieg endet, wann wieder die Sonne scheinen wird, wann man wieder frei und ohne Zwang leben kann, diese Gedanken sind über die ganze Geschichte zu spüren und lassen Lena doch noch an Frieden und Sicherheit glauben.
    Der Aufbau der Story hat mir sehr gut gefallen, nämlich das Lena als 89 jährige zu Catherine Lockhardt kommt, die als Anwältin arbeitet und ihr die ganze Lebensgeschichte aus dem Krieg erzählt, in der Hoffnung das Catherine´s Mann, Liam, als Privatdetektive die Zwillinge von Karolina findet und das nach über 70 Jahren. Wird es gelingen, die Töchter von Karolina zu finden?

    Fazit
    Eine sehr traurige Geschichte, die mich tief bewegt und berührt hat. Lena als starke Frau, die sich ihrem Leben stellt, wenn auch erst 70 Jahre später.
    Eines meiner Buch-Highlights des Jahres 2017 und ich kann es jedem nur empfehlen, der gerne Geschichten mit historisch wahren Fakten aus dieser Zeit liest. 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    aufbauverlags avatar
    Aus Verzweiflung gab sie einst ein Versprechen. Nun ist es an der Zeit, es zu erfüllen.

    Chicago, 2013: Die hochbetagte Lena macht sich auf die Suche nach den Töchtern ihrer Freundin, die seit dem Zweiten Weltkrieg verschwunden sein sollen. Doch warum beginnt sie ihre Suche erst jetzt? Was für ein Geheimnis verbirgt sie? 

    Polen, 1939: Lenas Vater kämpft gegen die deutschen Besatzer – bis er mit der ganzen Familie verhaftet wird. Nur die Tochter Lena bleibt zurück, gemeinsam mit ihrer Freundin Karolina kämpft sie fortan im Ghetto ums Überleben. Doch während Lena sich dem Widerstand anschließt, verliebt sich Karolina – in einen Deutschen. 

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    Letzter Beitrag von  Isadorvor 7 Monaten
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