Ronald Reng Robert Enke

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Inhaltsangabe zu „Robert Enke“ von Ronald Reng

Robert Enke war eine außergewöhnliche Persönlichkeit im deutschen Tor. Mit 20 berufen, für den  legendären FC Barcelona zu spielen, war er mit 25 ein vergessenes Talent. Als es schon fast zu spät schien, etablierte er sich doch noch als Weltklassetorwart. Ronald Reng – Journalist, Torwart und ein Freund Enkes – schildert Erfolge und Misserfolge, aber vor allem erzählt er die Geschichte hinter dem öffentlichen Menschen, von seinen Hoffnungen und Schicksalsschlägen. Enkes Selbstmord berührte und erschütterte Deutschland weit über die Welt des Fußballs hinaus.

#Unvergessen

— Lyrical
Lyrical

Traurig und deprimierend

— hymo
hymo

Sehr bewegend!

— Leseherz
Leseherz

Eine eindrucksvolle Biografie über den letztlich vergeblichen Kampf gegen die Depression.

— Gulan
Gulan

Ein eindrucksvolles Buch, nicht nur für Fußballfans!

— Lesehimmel
Lesehimmel

gut geschriebene Biographie, die die Krankheitsgeschichte gut in Einklang bringt mit dem Lebensverlauf

— himmelspirat
himmelspirat

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  • Depression

    Robert Enke
    hymo

    hymo

    26. May 2016 um 09:25

    Einleitung Robert Enke war eine außergewöhnliche Persönlichkeit im deutschen Tor. Mit 20 berufen, für den  legendären FC Barcelona zu spielen, war er mit 25 ein vergessenes Talent. Als es schon fast zu spät schien, etablierte er sich doch noch als Weltklassetorwart. Ronald Reng – Journalist, Torwart und ein Freund Enkes – schildert Erfolge und Misserfolge, aber vor allem erzählt er die Geschichte hinter dem öffentlichen Menschen, von seinen Hoffnungen und Schicksalsschlägen. Enkes Selbstmord berührte und erschütterte Deutschland weit über die Welt des Fußballs hinaus.   Depression Das Buch hat mich sehr bewegt. Nicht nur dass ich ein großer Fan des Fußballclubs Hannover 96 bin und somit damals schockiert war, als ich von dem Selbstmord gehört hatte, sondern dass ich selbst betroffen bin. Es hat mich schockiert, wohin die Depression Robert Enke gebracht hat. Ich war zum Glück 12 Wochen in der Klinik und Robert war auch so kurz davor. Das Buch ist toll geschrieben und man hofft auf ein Happy-End. Leider war es die Realität. Große Bewunderung habe ich für Terese Enke. Sie ist und war eine starke Frau. Sie hat viel ermöglicht in der schweren Zeit. Es kostet sehr viel Kraft und Nerven mit einen „Depri“ zusammen zu leben. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, da meine Frau viele schwere Stunden mit mir hatte. Es geht aber nicht um mich sondern um Robert. Mir hat das Buch sehr gut gefallen (wenn man sowas schreiben darf). Ich gebe 5 Sterne für das Buch, obwohl dafür wahrscheinlich 5 Tränen besser gewesen wären.

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  • Der vergebliche Kampf gegen den schwarzen Hund.

    Robert Enke
    Gulan

    Gulan

    Teresa hat noch an die Kraft der Poesie geglaubt, als ihn die Depression im Spätsommer 2009 erwischte. „Schreib mir doch mal wieder ein Gedicht“, sagte sie ihm am Telefon, als er Anfang September in Köln auf einem Lehrgang der Nationalmannschaft im Hotelzimmer lag und die Angst vor dem neuen Tag, die Furcht, irgendjemand erwarte irgendetwas von ihm, ihn nicht aus dem Bett kommen ließ. Abends schob er einen Stuhl auf den Balkon seines Hotelzimmers, im Hintergrund leuchtete der Kölner Dom, und Robert Enke dichtete wieder auf dem Handy: „Sitze auf dem Balkon, mein Kopf ist ein Ballon, so schwer wie Blei und Stein, das kann doch so nicht sein“ (S.14) Im Herbst 2009 scheint Fußballtorwart Robert Enke auf seinem Karrierehoch zu sein. Er ist ein angesehener Bundesligatorwart, Mannschaftskapitän von Hannover 96. In der Nationalmannschaft genießt er bei Torwarttrainer Andreas Köpke hohes Ansehen, er hat gute Chancen, bei der kommenden Weltmeisterschaft in Südafrika die Nr.1 im deutschen Tor zu werden. Doch nur wenige Menschen wissen von Enkes Ängsten, Selbstzweifeln und von diesen ahnt keiner an diesem 10.November, wie sehr die Depression Enke im Griff hat. Seiner Frau erzählt er morgens von Sondertrainingseinheiten mit dem Torwarttrainer von Hannover 96, er sei gegen halb sieben wieder zu Hause. Der Journalist Ronald Reng ruft ihn mittags an, doch Enke wimmelt ihn ab, man könne doch am Abend telefonieren. Kurz nach sechs versuchen ihn seine Frau und sein Berater zu erreichen, doch da hat er sein Handy bereits ausgeschaltet. Gegen 18:15 Uhr wirft Robert Enke sich an einem Bahnübergang in Eilverse vor einen Zug. Sportjournalist Ronald Reng hatte ersten intensiveren Kontakt zu Robert Enke in seiner Zeit beim FC Barcelona. Geprägt von gegenseitiger Sympathie entsteht die Idee, dass Enke mit Rengs Unterstützung zum Karriereende eine Autobiografie schreibt. Dadurch bleibt die beiden über die Jahre in freundschaftlichem Kontakt. Dass es am Ende eine Biografie werden würde, ist die Tragik der Lebensgeschichte Robert Enkes. Reng begleitet Robert Enkes streng chronologisch durch sein Leben und seine Karriere. Diese beginnt in seiner Geburtsstadt Jena bei Carl Zeiss, er wechselt zu Borussia Mönchengladbach, macht dort seine ersten Bundesligaspiele. Von Beginn an scheut er die Härte und Rivalität des Profifußballs. Er wechselt zu Benfica Lissabon, spielt dort drei Jahre, die wohl schönsten seiner Karriere. Doch seine Ängste und Selbstzweifel nehmen nicht ab. Bei einem Pokalspiel seines neuen Clubs FC Barcelona gegen einen Drittligisten sorgen unter anderem seine Fehler für eine blamable Niederlage. Enke wird dafür hauptverantwortlich gemacht und stürzt in eine erste tiefe depressive Krise. Auch die private Seite ist von ständigen Hochs und Tiefs geprägt. Seine Frau Teresa begleitet ihn durch alle Phasen. Ihre gemeinsame Tochter Lara wird 2006 mit einem schweren Herzfehler geboren und stirbt im Alter von zwei Jahren. Dennoch gibt es auch immer wieder glücklichen Momente, in denen die Depression überwunden scheint. Doch sie kehrt schließlich mit aller Macht zurück. Viele Zeitungen schrieben danach fälschlicherweise von einem Freitod. Der Tod eines depressiven Menschen ist niemals eine freie Entscheidung. Die Krankheit verengt die Wahrnehmung so sehr, dass der Leidende nicht mehr versteht, was es heißt zu sterben. Er glaubt es hieße nur, die Krankheit loszuwerden. (S.423) Sehr intensiv und mit einer großen Nähe begleitet Ronald Reng den Menschen und Torwart Robert Enke. Seine engsten Angehörigen und Freunde kommen zu Wort, er darf auch auf Material aus Enkes Tagebuch zurückgreifen. Er zeichnet ist ein intensives Porträt eines zurückhaltenden, höflichen und kameradschaftlichen Mannes. Darüber hinaus gibt er einen Eindruck einer heimtückischen Krankheit und nicht zuletzt von der unerbittlichen und unsentimentalen Mechanismen des Profisports.

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    • 10
  • Ein Muss für jeden Buchliebhaber!

    Robert Enke
    Leseherz

    Leseherz

    07. January 2016 um 17:04

    Wie tief Depressionen gehen können, ist für Außenstehende sehr schwer. Immer heißt es "Reiß Dich zusammen!", "Nun stell Dich nicht so an, Augen zu und durch."! Aber auf Dauer kann dies ins Gegenteil umschlagen. Ronald Reng schreibt über die privaten Einblicke, wie tief Robert Enke fiel, wie sehr er kämpfte, wie er aber auch andere hinters Licht führen konnte - nicht um die Menschen zu verletzen, die er liebt. Man schauspielert einfach, andere im Glauben zu lassen, dass es einem gut ginge.  Das Buch zeigt seine Karriere, seine Kindheit und seine große Liebe Teresa (die er immer Terry nannte), aber auch den Lebenskampf mit Lara, die durch einen Herzfehler verstarb. Das es weh tut, einen geliebten Menschen zu verlieren, kennen wir alle. Aber wenn da ein Topf auf dem Herd ist und dieser eingeschaltet ist und immer mehr Hitze hinzu kommt, kocht es über und das geschah bei Robert. Auch wenn er mit Teresa eine Adoptivtochter bekamen, so kann diese Wunde bzw. die Lücke die Lara hinterlassen hatte, nicht schließen! Trotzdem liebte er Layla.  Enke kennen wir alle als Torhüter von Hannover 96 und als Ersatztorhüter der WM 2006. Beliebt, von Fans vergöttert... Aber von Depressionen eingefangen mit unsichtbaren Fesseln hilflos. Robert wollte mit Ronald zusammen, Passagen von seinem Tagebuch in dieses Buch rein bringen - den privaten Robert Enke zeigen. Leider waren die Dämonen der Depressionen zu stark, dass er das Licht, was sich Leben nennt, nicht mehr erkannt hatte. Und somit wissen wir auch nicht, welche Texte er veröffentlichen wollte. (Vielleicht ein kleiner Appell und vielleicht auch deswegen, weil ich selber Angehörige bin: Depressionen sind behandelbar! Sehr gut sogar!)

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  • Rezension: ROBERT ENKE - Ein allzu kurzes Leben von Ronald Reng

    Robert Enke
    Briana

    Briana

    23. December 2013 um 00:34

    Der Autor Ronald Reng, hat das Leben und das Schicksal Robert Enke einfühlsam erzählt. Man erfährt von seiner Kindheit und dem Beginn der Fußballkarriere. Die Stationen in seiner Laufbahn, den Tod seiner Tochter, das Familienleben der Enkes und über die Höhen und Tiefen seiner Krankheit, die dann schließlich zu seinem Tod führte. Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen. Nicht zuletzt, weil ich einige Freunde habe die zum Kreis der Erkrankten gehöre und vielleicht auch Antworten zu finden auf die Frage nach dem Warum. Was man zu lesen bekommt, erschüttert einen natürlich. Mitzubekommen wie seine Frau Teresa Enke um ihn gekämpft hat. Wie seine Freunde zu ihm standen und doch den Freund Robert vom Selbstmord nicht abhalten konnten macht einen betroffen. Es zeigt auf, wie heimtückisch die Krankheit Depression ist. Wie sie dazu führt, dass die Patienten nichts, aber auch gar nichts mehr fühlen, außer Angst, Schmerz, Trauer, Hoffnungslosigkeit. Mit diesem Buch wird Robert Enke unvergessen bleiben. Ronald Reng hat es geschafft ein warmherziges Buch über einen Menschen mit Charakter, der als Vorbild galt zu schreiben. Ich hoffe, dass dieses Buch etwas ändern wird und die Öffentlichkeit wach rüttelt, empfänglicher macht für die Anzeichen einer Depression. Es bleibt zu hoffen, aber ich glaube nicht wirklich daran. Das Buch lässt mich sprachlos zurück, sehr betroffen, traurig, nachdenklich. Es ist ein sehr wichtiges Buch über ein wichtiges Thema. Ich danke Ronald Reng für diese gelungene, einfühlsame Biografie.

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  • Unfassbar berührend

    Robert Enke
    tanteruebennase

    tanteruebennase

    16. October 2013 um 16:24

    Diese Biographie hat es geschafft, dass ich zu gleichen Teilen das Buch absolut nicht aus der Hand legen wollte um zu erfahren wie es in Robert Enkes Leben weiterging, und auch Pausen einlegen MUSSTE, um das Gelesene sacken lassen zu können - um irgendwo auch verstehen zu können dass das eben nicht einfach so geschrieben, sondern das tatsächliche Leben eines Menschen ist. Ronald Reng hat den meiner Ansicht schwierigen Spagat zwischen Fakten und Emotionen wunderbar gemeistert. Sowohl die Fans des Torwarts Robert Enke als auch die am Menschen Enke interessierten Leser, die mehr über das Leben mit Depressionen erfahren möchte, werden in keinster Weise enttäuscht. Für mich als großen Fussballfan hat diese Biographie das geschafft, was sie laut Teresa Enke zeigen sollte: den Menschen Enke von allen Seiten. Vor seinem Selbstmord kannte man nur den erfolgreichen Torwart, danach redete man nur noch über seine Depressionen. Das Buch aber zeigt alle Seiten: Das Auf und Ab, die fröhlichen und traurigen Seiten ohne dieses Vorher/Nacher-Denken...Ein absoluter Gewinn!

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  • interesante einblicke

    Robert Enke
    werderaner

    werderaner

    13. September 2013 um 21:54

    Interesante einblicke hinter die Kulissen . Manchmal schon ziemlich erdruckend wie Robert seine krankheit verheimlichen muss. Sehr bewegend geschrieben.

  • Emotionaler Einblick in ein bewegstes Leben

    Robert Enke
    Rebel_Heart

    Rebel_Heart

    18. August 2013 um 15:00

    Das Buch, dass Robert Enke selbst schreiben wollte. Das Buch, dass sein Leben auf so .. wunderbar ehrliche Art und Weise Revue passieren lässt, mit allen Höhen und jeder Menge Tiefen. Robert Enke war ein Ausnahmetalent im Fussball, so manch einem ist er ein Begriff und welcher doch ganz anders war, als man ihn "gekannt" hat. Schon mit 20 wurde er in den Kader des legendären FC Barcelona berufen, war jedoch keine 5 Jahre später schon fast wieder ein vergessenes Talent.  Privat wie beruflich erlebte er Höhen und Tiefen, Tiefen, die ihn letztendlich in die Depression abrutschen ließen, aus welcher er Jahre später nur einen einzigen Ausweg sah..  Der Schreibstil des Autors, welcher jahrelang mit Robert Enke befreundet war, beschreibt in seinem Buch das Leben des Robert Enke, wie es wirklich war.  In Zusammenarbeit mit dessen Witwe Teras Enke beschreibt er die Stationen des Lebens eines Mannes, welcher weitaus mehr zu erleiden hatte, als im Nachhinein bekannt war. Das Buch ist sicherlich nicht nur für diejenigen unter uns etwas, die Robert Enke als Fussballer kennen. Es wird auch für diejenigen interessant sein, die sich mit dem Menschen hinter dem Fussballer auseinandersetzen wollen. Oft übernimmt der Autor Worte Robert Enkes, die er selbst noch zu ihm gesagt hat, während ihrer jahrelangen Freundschaft. Fast hautnah erlebt er damit mit, wie der junge Fussballer in die Depression abrutscht. Eine Krankheit, welche noch heute nicht als solche angesehen wird.Gerade für Personen, die selbst mit dem Thema in Verbindung gekommen sind - und zu denen gehöre ich, was das private Umfeld angeht - wird dieses Buch interessant sein. Man wird sich vielleicht sogar.. sagen wir damit identifizieren können.    Ein Buch, welches mir zwar keine tränennassen Wangen beschert, mich aber doch sehr berührt hat und  seine 5 Sonnenblumen definitiv verdient hat.

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  • Tolles Buch für einen ganz einzigartigen Menschen

    Robert Enke
    Engelchen07

    Engelchen07

    08. July 2013 um 21:09

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Man sieht auch mal wie "Stars" unter der schrecklichen Krankheit "Depression" leiden und was es für Auswirkungen auf die Mitmenschen hat.

    Das Buch hat mich sehr fasziniert, weil man hier einfach auch mal den Menschen Robert Enke kennengelernt hat und er war sicherlich ein ganz einzigartiger Mensch.

    Schade dass er viel zu früh von uns gegangen ist...

  • Rezension zu "Robert Enke" von Ronald Reng

    Robert Enke
    halbkreis

    halbkreis

    28. September 2012 um 10:53

    Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.

    Mehr muss man nicht wissen: Lesen! (Ausreden wie "Ich interessiere mich aber gar nicht für Fußball" zählen nicht - als Leser muss man sich nur für Menschen interessieren).

  • Rezension zu "Robert Enke" von Ronald Reng

    Robert Enke
    Traenenherz

    Traenenherz

    29. March 2012 um 02:43

    Das Buch, welches Ronald Reng für Robert Enke geschrieben hat, ist absolut berührend. Da ich selbst schon mit dieser Krankheit mehrfach in Kontakt gekommen bin, kann ich natürlich um so besser nachvollziehen was in Robert Enke all die Jahre vor sich ging. Ich hatte das Gefühl, dass er nie wirklich frei von Depressionen war, auch wenn der Autor so schreibt als hätte er nur 2003 und 2009 eine richtige Depression gehabt. Auch die Jahre zwischendurch hatten immer mal wieder tiefere Täler, die nur nicht ganz so tief waren. Dieses Buch zeigt die bittere Realität, und ich finde es gut, dass nach dem Ableben von Robert Enke doch noch damit an die Öffentlichkeit gegangen wurde. Wer weiss wie viele Menschen sich durch das Leben quälen, die Hilfe bräuchten, und wo keiner etwas merkt? Ich wünsche mir, dass es viel mehr gibt die sich raus wagen aus ihrem Schneckenhaus, allerdings ist und bleibt dieses Thema scheinbar immer noch ein Tabuthema, denn es kommt grad in den Profisportbereichen immer wieder vor, dass die Menschen dem Druck schlicht weg nicht gewachsen sind. Aber auch in allen anderen Bereichen unserer Gesellschaft, ob arm ob reich, es kann jeden von uns treffen. Ich finde es bewundernswert wie Teresa Enke all die Jahre ihrem Mann beigestanden hat, und selbst auch immer weiter gekämpft hat, selbst als ihre erste Tochter Lara starb, was Robert vermutlich auch sehr zugesetzt hat. Mein Fazit ist, ein sehr gut geschriebenes Buch über das Leben des Robert Enke von dem Punkt an als er zum Fussball kam. Selbst für Nichtfussballfans wie mich ist dieses Buch sehr interessant gewesen, denn es dient auch zur Aufklärung. Sehr empfehlenswert für alle Interessierten. Für Menschen die grad selbst in einer schweren Depression festhängen würde ich es nicht empfehlen, da das Ende ja bereits bekannt ist, und dies nur zu Nachahmungstaten führen könnte, das ist mit dem Buch nicht gewollt worden.

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  • Rezension zu "Robert Enke" von Ronald Reng

    Robert Enke
    MichaelSterzik

    MichaelSterzik

    08. January 2012 um 11:13

    Es ist zwei Jahre her, seit dem Tod des Hannoveraners und Nationaltorhüters Robert Enke. Doch das Thema Depression wird seit seinem Selbstmord sensibler und offener diskutiert. In unserer Leistungsgesellschaft, die durch das Streben nach mehr Erfolg und öffentlicher Selbstdarstellung dominiert wird, sind persönliche Schwächen oder gar psychische Krankheiten ein Tabuthema. Schwäche ist gleichbedeutend mit der Aura des inakzeptablen Versagens. Auch im Leistungssport sind psychische Krankheiten - Depressionen, Angstzustände, Burn-out anzutreffen. Auch Profisportler sind nur Menschen, ihr Geld, ihr Vermögen, schützt sie nicht vor dem Druck zu versagen. In der Dunkelheit werden auch ihre inneren Schreie heller und die Einsamkeit ist trotz Erfolg, Geld, Ruhm eventuell immer einen Schritt voraus. Der vorliegende Roman zeigt nicht nur Einblicke in das Profifußballgeschäft, sondern auch das Leben mit einer Depression. Doch nicht nur Robert Enke ist bzw. war ein Opfer seiner Depression, auch seine Frau Theresa litt, kämpfte und sorgte sich um ihn. Ihre Kraft muss enorm gewesen sein und ihr Arrangement nach dem Selbsttod ihres Mannes selbstlos und bewundernswert. Die Angst vor dem persönlichen Versagen Das Buch beginnt mit der chronologischen Laufbahn eines talentierten jungen Mannes, der den Schritt wagt und ins Profigeschäft einschlägt. Anfangs ein Kind voller Lebensmut und Optimismus, bei jedem beliebt und nichts konnte ihn aus der Ruhe bringen. Ein starker Charakter, so scheint es, doch die Vorboten der Schatten hatten ihn schon in Griff. Als 16-Jähriger im Fußballmagazin "Kicker" als Jugendfußballer vorgestellt. Nur ein Jahr später der Profivertrag bei Carl Zeiss Jena. Immer schon wollte er der perfekte und fehlerlose Torwart sein, ein Vorbild, ein Idol - diesen Anspruch an sich selbst konnte er nicht erfüllen. Immer höher hinaus, immer schneller an Reaktionen und Reflexen, niemals dem Gegner oder sich nur einen Hauch von Angst zeigen oder spüren lassen. Zwar entwickelte Enke zu diesem Zeitpunkt einen inneren Schutzmechanismus, doch frei von Ängsten und Sorgen wurde er nie. Die Angst einfangen oder weglaufen? Schwierigen Situationen geht man gerne aus dem Weg oder man stellt sich ihnen. Es gibt kaum eine andere Alternative. Als Robert Enke bei Benifica Lissabon unterschreibt, wollte er wenige Stunden später alles hinwerfen. Seine persönlichen Stärken und Erfolge übersah er, als wären sie niemals dagewesen. Die Ängste beherrschten ihn völlig und letztlich gewannen sie immer wieder mehr Schlachten um die Seele des jungen Mannes. 2003 kommt die erste Depression durch. Theresa und Robert Enke hatten eine glückliche Zeit in Lissabon. Ein Transfer nach Barcelona beendete diesen Zustand schnell. Sein Selbstbewusstsein schwand von Tag zu Tag, oftmals hatte er Schwierigkeiten, sich auf einen geregelten Tagesablauf einzustellen. Seine Trainingseinheiten beim Königsclub Barcelona waren desaströs. Vor Angst gelähmt, wurde er schnell den Ansprüchen seines Trainers und des Vereins nicht gerecht. Er suchte sich professionelle Hilfe, nicht zuletzt haben ihm seine Frau und sein bester Freund dazu geraten. Entgegen seiner innerlichen Überzeugung wechselte er nach Istanbul und nach zwei Spielen löste er seien Vertrag auf. Die ersten Selbstmordgedanken kamen an die Oberfläche und er erkannte, dass er eine Therapie machen muss, wollte er nicht alles verlieren - auch nicht seine liebende Frau Theresa, die zeitweise immer wieder am Ende ihrer Kräfte war. Als seine Tochter Lara geboren wurde, verlagerten sich seine Prioritäten. Tragisch wurde es allerdings für die Enkes, als bei Lara ein Herzfehler diagnostiziert wurde. Trotzdem ist seine Tochter der Lebensmittelpunkt für ihn und selbst beim zweitklassigen Verein Teneriffa findet er den notwendigen Halt. Der Wechsel nach Hannover, zurück nach Deutschland, ist für die junge Familie der notwendige Schritt und Rückhalt für sie durch Familie und Freunde. Bei Hannover 96 wird er zum Medienliebling und zum Starspieler. Durch seine brillanten Leistungen wird er in die Nationalmannschaft gerufen. Der Druck, der damit auf ihm lastet, lässt seine Ängste wieder aufleben. Die Angst davor, dass seine Krankheit entdeckt wird, verschlimmert die Situation. Den Tod seiner Tochter Lara verkraftet er letztlich vielleicht nur durch die Hilfe seiner Frau. Auch die Überlegung, sich stationär behandeln zu lassen, lässt er fallen, denn das wäre dann auch das eventuelle Ende seiner Karriere. Nur durch Einnahme von Antidepressiva funktioniert er bei Einsätzen in der Bundesliga. Innerlich zieht er sich immer mehr und mehr zurück - und tötet sich wenig später. Kritik In dem Buch "Ein allzu kurzes Leben" geht es nicht darum, von dem Fußballer und Torhüter Enke zu berichten. Sein Freund Ronald Reng erzählt die Geschichte eines Mannes, der an dem beständigen Druck zugrunde gegangen ist. Dem Leser fällt es schwer zu begreifen, warum Ronald Reng und Robert Enkes Frau Theresa es nicht schaffen konnten, Robert zu helfen. Doch durch die persönliche Nähe und Freundschaft fehlte eventuell auch die Distanz, unkonventionelle Wege zu gehen. Ronald Reng verschönert oder idealisiert nichts, sondern setzt sich kritisch mit dieser Krankheit Depression auseinander. Durch die persönlichen Einblicke in Robert Enkes Tagebücher und Notizen und vielen, intensiven Gesprächen mit seiner Familie und Freunden, zeigt sich Robert Enke von seiner menschlichen, verletzten Perspektive. Doch immer wieder sieht man auch, wie verantwortungsvoll und stark Robbi Enke auch war. Wie hilfsbereit er zu Kollegen und Nachbarn gewesen ist. Er beteiligte sich nicht an Intrigen oder Machtspielen innerhalb des Vereins, er wollte immer nur über Leistung überzeugen. Fazit Ein allzu kurzes Leben von Ronald Reng und Robert Enke ist ein Testament, ein berührendes Plädoyer für das Verstehen und Begreifen dieser Krankheit, die auch erfolgreiche Menschen zerstören kann und in unserer Gesellschaft noch viel zu sehr tabuisiert ist. Es ehrt den Menschen Robert Enke, aber es ist auch ein Vermächtnis, eine Mahnung zu kämpfen. Nicht nur der Patient, auch die Angehörigen sind von dieser Krankheit betroffen. Ein allzu kurzes Leben ist nicht nur Fußballern zu empfehlen, sondern insgesamt ein sensibles Buch, das aufklärt und zu verstehen hilft. Großartig! Autor Ronald Reng, geboren 1970 in Frankfurt, lebt als Sportreporter und Schriftsteller in Barcelona. Sein Bestseller »Der Traumhüter«, das glänzende Porträt eines unbekannten Torwarts, erreichte über die Fußballgemeinde hinaus eine große literarische Leserschaft. Für Reportagen über Robert Enke wurde er mehrmals mit dem Großen Preis der Deutschen Sportjournalisten ausgezeichnet. Zuletzt erschien sein Roman »The Funny German« Taschenbuch: 432 Seiten Verlag: Piper Taschenbuch (November 2011) Sprache: Deutsch ISBN-13: 978-3492273169 www.piper-verlag.de Michael Sterzik

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  • Rezension zu "Robert Enke" von Ronald Reng

    Robert Enke
    Elvelynn

    Elvelynn

    28. November 2011 um 15:48

    Absolut bewegendes Buch, vorallem wenn man selbst schon mit dem Thema Depressionen in Kontakt gekommen ist.

  • Rezension zu "Robert Enke" von Ronald Reng

    Robert Enke
    rkuehne

    rkuehne

    19. October 2011 um 13:56

    Überschäumende Euphorie und Lobhudelei laufen durchaus Gefahr, auf der Gegenseite genau gegenteilige Gefühle, also Vorsicht, Scheu und Missgunst zu generieren, aber bei diesem Buch kann man einfach nicht anders, als es über alle Maßen zu loben. Ich erinnere mich noch genau an den 10. November 2009, daran wie ich (Journalist) während einer Spätschicht in der Redaktion saß, den Feierabend schon im Auge als plötzlich der Rechner piept. Eilmeldung. In jenen Tagen hieß ein solches Piepen einer Eilmeldung oft irgendeine unverständliche Weiterentwicklung der Opel-Krise. Ich war also nicht besonders gespannt und als ich las „Robert Enke ist tot“ wie paralysiert. Es war einfach, und blieb es auch, einfach nicht zu fassen. Ronald Reng, Journalist, Fußballfanatiker und ein Freund Enkes, legt hier ein derartig komplettes, warmherziges, wichtiges, nachvollziehbares, nahes Porträt Enkes und seiner Krankheit vor, die einem den Atem raubt. Die einen aber sehr viel lehrt. Natürlich ist auch dieses Reng-Buch ein tiefer Einblick in die Normalitäten und hinter die Kulissen des Fußballgeschäftes, vor allem aber eine ganz wichtige und gute Hilfe für alle, die mit Depressiven zu tun haben. Wie er die Krankheit erklärt, die einzelnen Stufen, das Umgehen von Enkes Umfeld mit der Krankheit und ihren Auswirkungen, das bleibt haften und hängen und lehrt uns auch, unsere Umgebung vielleicht noch ein wenig mehr in Augenschein zu nehmen und den Menschen um uns herum noch ein wenig genauer zuzuhören. Vielleicht auch besonders dann, wenn sie nichts sagen. Gerade die Angehörigen sind im Fall einer Depression oft ratlos, hilflos und schwer mitbetroffen und all jene finden in diesem Buch eine große Stütze. Ein ganz wunderbares Buch.

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  • Rezension zu "Robert Enke" von Ronald Reng

    Robert Enke
    Buecher_und_Meer

    Buecher_und_Meer

    15. May 2011 um 18:35

    ein Buch, das lange nachwirkt... . "Der Gedanke, einmal in einem Buch von seinem Leben zu erzählen, bedeutete Robert sehr viel. Er hoffte, seine Autobiografie gemeinsam mit Ronald Reng schreiben zu können. Nun hat Ronald Reng dieses Buch allein geschrieben. Er erzählt darin von Roberts sportlicher Karriere, von den Extremen seiner Laufbahn, und sieht dabei immer auch den Menschen, den Ehemann, den Vater. Er schreibt von unserem Kampf gegen die Depressionen und vergisst nicht die vielen Glücksmomente, die es gab." (Teresa Enke) . Dies ist kein Buch, was man mal eben nebenbei wegliest, ich brauchte mehrere Wochen dafür, immer wieder musste ich es beiseite legen, durchatmen, nachdenken. Ronald Reng trug den Inhalt des Buches aus vielen Gesprächen mit Roberts Familie, seiner Frau, seinen engsten Freunden, sportlichen Wegbegleitern und nicht zuletzt Robert selbst zusammen. Auch Tagebucheinträge und Notizen von Teresa und Robert Enke werden einbezogen. Dabei herausgekommen ist keine schnöde Erzählung eines Sportlerlebens unter Hervorhebung der sportlichen Erfolge, sondern ein sehr einfühlsames und nahegehendes Werk. Man erfährt nicht nur viel Interessantes aus der Welt der Profisportler, wie z.B. vom Leben abseits der glamourösen Turniere und Meisterschaften, man liest auch viel von Erfolgsdruck, knallharten Vertragsverhandlungen, erhält zahlreiche Blicke hinter die Kulissen des Profisports, bei denen man nur den Kopf schütteln kann. . Man erfährt aber auch sehr viel über den Menschen Robert Enke, die unerschütterliche Liebe seiner Frau Teresa, das kurze Leben seiner Tochter Lara, über seine zweite Tochter Leila und.....die Selbstzweifel. Schonungslos ehrlich wird über seine Krankheit erzählt, er litt an Depressionen. Einiges macht einen fassungslos, anderes traurig. Halbwegs verstehen kann man diese Krankheit sicher nur, wenn man selbst daran leidet, aber es gelingt Ronald Reng sehr eindrücklich einen Einblick in die Gedankenwelt eines Depressiven zu erhalten. Das Thema sollte kein Tabuthema sein, nach dem Tod Enkes wurde viel geschrieben und doch geriet es in Vergessenheit. Sehr traurig, denn die Krankheit kann JEDEN treffen, auch die auf den ersten Blick so perfekten und sorglosen Profisportler. Vielleicht hätte ein öffentliches Bekennen zu der Krankheit sein Leben retten können...aber er hatte zu Recht Angst vor den Reaktionen... Ich sehe diesen ganzen "Zirkus" nun mit anderen Augen... . Das Buch ließ mich sprachlos zurück, sehr betroffen, traurig, nachdenklich...Es ist ein sehr wichtiges Buch über ein wichtiges Thema. Ich ziehe meinen Hut vor Ronald Reng für diese gelungene, einfühlsame Biografie. . Und ich ziehe meinen Hut vor Teresa Enke, sowie seiner Familie und Freunden, die jederzeit zu ihm hielten, ihn unterstützten und nun ohne ihn leben müssen.

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  • Rezension zu "Robert Enke" von Ronald Reng

    Robert Enke
    Anahid

    Anahid

    17. April 2011 um 12:52

    Ein Mensch Ein Ehemann Ein Papa Und zufällig Torwart Einer der Besten Bei Hannover Denn sonst hätten wir nie davon erfahren, was es heißt Depressionen zu haben Ich habe ihn spielen sehen, vor ein paar Jahren Hannover gegen Schalke. Niemand ahnte, dass wir irgendwann um ihn trauern werden. Er war immer der Torwart mit dem konzentrierten Blick, der alles hielt. Aber trotzdem irgendwie nie so richtig im Rampenlicht stand. Was sagte mein Freund: „Irgendwie habe ich ihn nie als so einen guten Torwart gesehen!“ Aber eigentlich ist das falsch. Denn vor allem, war er ein Mensch hinter dem Torwart. Einer der trauern musste um seine Tochter. Einer der schon früh merkte, dass der Druck im Fussball nicht gering ist. Robert Enke, der der den Jüngeren half, in dem er anrief und sagte: „Die Tore waren nicht deine Schuld. Nimm es dir nicht zu Herzen!“ Viele andere haben ihn besser kennen gelernt als wir Leser. Nur weil wir dieses Buch nun gelesen haben, kann keiner sagen:“ Ich kenne Robert Enke.“ Aber dadurch, dass Ronald Reng so ein wunderbares, menschliches Bild von ihm gezeichnet hat, kann man nachvollziehen, was die Menschen an ihm verloren haben. Damals als ich las, er hätte sich selbst umgebracht, wollte oder konnte ich es nicht glauben. Ich war betrübt, weil man so etwas nicht jeden Tag hört, vor allem als kleiner Hannover-Fan. Trotzdem war ich auch geschockt, dass so viel Wirbel um ihn gemacht wird. Zum einen, weil seine Angehörigen Ruhe verdient hätten zum anderen weil viele Menschen Selbstmord begehen und sie nie diese Aufmerksamkeit erfahren werden. Denn eins ist klar, Depression ist eine Krankheit, die nicht nur Fußballer und Schauspieler trifft sondern auch die anderen, die über bleiben, und einfach nur du und ich sind. EIn wunderbares Buch, dass mich zum Weinen, aber auch Lachen gebracht hat. Danke Robert für das Buch und die Einsicht in deine Depressionen, obwohl es mir lieber gewesen wäre, wenn das Ende nicht so gekommen wäre.

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