Ronaldo Wrobel

 4.5 Sterne bei 34 Bewertungen

Lebenslauf von Ronaldo Wrobel

Ronaldo Wrobel, geboren 1968, lebt und arbeitet als Schriftsteller, Journalist und Rechtsanwalt in seiner Geburtsstadt Rio de Janeiro. Er ist Autor mehrerer Kurzgeschichtenbände und Kolumnist des jüdischen Magazins Menorah.

Alle Bücher von Ronaldo Wrobel

Ronaldo WrobelHannahs Briefe
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Hannahs Briefe
Hannahs Briefe
 (34)
Erschienen am 07.11.2014
Ronaldo WrobelTraduciendo a Hannah / Translating Hannah
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Traduciendo a Hannah / Translating Hannah
Traduciendo a Hannah / Translating Hannah
 (0)
Erschienen am 18.09.2012

Neue Rezensionen zu Ronaldo Wrobel

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Rezension zu "Hannahs Briefe" von Ronaldo Wrobel

Bereitete mir ein selten schönes Lesevergnügen
WinfriedStanzickvor 5 Jahren

In seinem ersten in Brasilien schon 2010 veröffentlichten Roman „Hannahs Briefe“ führt der jüdische Schriftsteller Ronaldo Wrobel seine Leser zurück in das Jahr 1935. In Brasilien hat nach einen gescheiterten Revolte das Vargas-Regime einen erbitterten innenpolitischen Kampf aufgenommen gegen alles, was nach Kommunismus riecht.

 

In die Fänge der Vargas`schen Geheimpolizei gerät auch der aus Polen stammende und nach Brasilien geflüchtete Schumacher  Max Kutner. Er wird gezwungen, die auf Jiddisch verfassten Briefe und Botschaften seiner jüdischen Exilgenossen zu lesen, zu übersetzen und sie auf versteckte oder verschlüsselte Botschaften zu untersuchen, die für das Regime von Interesse sind.

 

Eine Tages stößt er auf die Briefe einer Frau namens Hannah, die diese an ihre Schwester Guita schreibt, Max Kutner weiß nicht, wie ihm geschieht, aber von den ersten Zeilen an verliebt er sich in die Schreiberin, und die Gedanken an sie beherrschen seinen Alltag.

 

Als die Frau seiner Träume eines Tages bei ihm im Laden steht, ist die Überraschung groß. Hinter Hannah verbirgt sich eine Edelprostituierte und ein Spionin…

 

Ronaldo Wrobel hat mit diesem Roman  den jüdischen Einwandererstrom nach Brasilien zwischen 1920 und 1940 lebendig werden lassen, eine Immigration, die in der brasilianischen Gesellschaft bis auf den heutigen Tag tiefe und wichtige Spuren hinterlassen hat. (vgl. auch Michel Laub, Tagebuch eines Sturzes, Klett-Cotta 2013)

 

Seine Lektüre war nicht nur hoch interessant , sondern bereitete mir ein selten schönes Lesevergnügen.

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irishladys avatar

Rezension zu "Hannahs Briefe" von Ronaldo Wrobel

Hannahs Briefe
irishladyvor 5 Jahren

In Hannahs Briefe beschäftigt sich Ronaldo Wrobel mit Rio de Janeiro in den späten 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Max Kutner, Schuhmacher und Besitzer eines kleinen Ladens, soll für die brasilianische Polizei jiddische Briefe übersetzen und Auffälligkeiten sofort melden. Der Antisemitismus und die Judenfeindlichkeit haben auch in diesem Land Eingang gefunden. Bei einem dieser Briefe, liest Max etwas von Hannah, die mit ihrer Schwester kommuniziert. Max ist immer mehr an Hannah interessiert und versucht sie, kennenzulernen, was leichter gesagt als getan ist. Doch dann steht sie irgendwann bei ihm im Geschäft....

Hannahs Briefe handelt von den politischen Geschehnissen in Brasilien, handelt von Max und Hannah und handelt von dem Mensch an sich: Wie weit geht man? Inwieweit würde man einen anderen verraten? Wäre man selber nur auf seinen eigenen Profit bedacht und würde man dafür über Leichen gehen?
Das sind zumindest die Fragen, mit denen ich mich beschäftigt habe.
Ronaldo Wrobel schreibt literarisch gut. Sein Sprach- und Schreibstil haben mir gut gefallen. An manchen Stellen etwas verwirrend war für mich die Geschichte, die sich nur manchmal innerhalb der Leserunde für mich geklärt haben.
Bei diesem Buch muss man ganz klar sagen: Es ist kein Buch für nebenbei! Als Leser muss man sich konzentrieren, um der Geschichte folgen zu können.
Ich hätte mir auch gewünscht bzw. vielleicht waren meine Erwartungen da zu hoch, dass etwas mehr von der Geschichte Brasiliens in dieser Zeit berichtet wird. Die kam mir doch etwas zu kurz...
Ich werde das Buch noch ein zweites Mal lesen, mit mehr Zeit und Konzentration. Vielleicht kann ich mich dann den überschwänglichen Rezensionen anschließen. Bisher bleibt es bei mir aber bei 3 Punkten!

Kommentare: 1
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Alexandra_vom_Buecherkaffees avatar

Rezension zu "Hannahs Briefe" von Ronaldo Wrobel

Ein Buch, dass definitiv fasziniert!
Alexandra_vom_Buecherkaffeevor 5 Jahren

Ein kleiner Einblick:
Rio de Janeiro 1935, kurz vor Beginn des zweiten Welrkrieges. Der jüdische Schuhmacher Max Kutner, der in Polen zur Welt kam, zieht sich nach Brasilien zurück, da er einfach nur seine Ruhe haben möchte. Für Politik interessiert er sich nicht sehr, er möchte einfach nur Schuhe reparieren und lebt still und unscheinbar im jüdischen Viertel um die Praça Onze. Als die Polizei ihn plötzlich vorlädt, ahnt er nichts Gutes, hat er doch selbst einen nicht legalen Weg gewählt, in Brasilien einreisen zu können. Aber der Staat verlangt etwas ganz anderes von ihm: Er soll die hiesige Polizei der Jagd auf Kommunisten unterstützen und abgefangene Post vom Jiddischen ins Portugiesische übersetzen, deren Inhalt womöglich eine Gefahr für das von Vargas geführte Brasilien werden könnte. Er fügt sich, da ihm keine Wahl bleibt und stößt so auf die Korrespondenz zwischen Hannah und ihrer Schwester Guita. Die Briefe prägen sich in sein Gedächtnis und er beschließt, dass er Hannah unbedingt finden und kennenlernen muss. Der Inhalt der Briefe gibt ihm Hinweise, wo er suchen könnte, doch immer vergebens - bis sie eines Tages plötzlich in seiner Werkstatt steht, um Schuhe reparieren zu lassen. Max steht vor einer wunderbar aussehenden Frau, die aber sonst in keiner Weise seiner romanischen Vorstellung entspricht, die er aufgrund der schon fast poetisch angehauchten Briefe von ihr hegte. Denn wie sich herausstellt, ist Hannah eine Edelhure - und noch dazu Spionin. Seit sie in Max' Leben getreten ist, erlebt dieser ein Wechselbad der Gefühle und sein sonst so bescheidenes Leben nimmt eine rasante Wendung.

"Ich kann niemanden lieben, weil ich eine Hure bin"
"Oder bist du eine Hure, weil du niemanden lieben kannst?"
Seite 176

Meine Gedanken zu dem Buch:

Ronaldo Wrobel hat mit "Hannahs Briefe" ein Werk geschaffen, welches mich schlichtweg begeisterte! Um was geht es in diesem so bewegenden Roman? Der Autor gewährt uns einen Einblick in das Brasilien der 20er und 39er Jahre - der jüdische Einwandererstrom aus Europa, der zu dieser Zeit nicht abzureissen schien, hat tiefe Spuren in der brasilianischen Gesellschaft hinterlassen und das Land geprägt, einen neuen Charakter verliehen. Jüdische Viertel wie das um die Praça Onze in Rio de Janeiro, in dem unser Hauptprotagonist Max Kutner lebt und friedfertig seinem Schuhmacher-Handwerk nachgeht, gab es viele - aber hier in diesem Viertel hält sich Ronaldo Wrobel auf und lässt uns teilhaben an Max Kutner's berührenden Geschichte um "Hannahs Briefe". Denn genau diese Briefe veränderten alles in seinem Leben. Max gerät in einen Strudel voller neuer Erfahrungen und Verstrickungen und dabei wollte er einfach nur Schuhe reparieren!

"Für den Großvater erklärte sich der Beruf aus dem Los der Familie als ewig herumirrender Juden:
Gute Schuhe bezwangen Kälte und Entfernungen. Und was anderes hatten die Juden denn in den letzten Jahrtausenden gemacht, als durch die Weltgeschichte zu irren und der nächsten Vertreibung zuvorzukommen?"
Seite 6

Wer glaubt, dass es in diesem Buch nur um eine Liebesgeschichte der 20er Jahre geht, der irrt! Dieses Buch hat so viel mehr zu bieten. Vor schon fast exotischer Kulisse wurde ich geradezu hineingezogen in die damaligen Geschehnisse. Mehrere Handlungsstränge laufen parallel ab und ich lernte viele Personen aus den verschiedensten Ländern kennen. Und doch haben alle auf irgend eine Weise miteinander zu tun. Die Handlungen laufen alle in Brasilien zusammen und mehr als einmal staunte ich über die plötzlichen Wendungen der Geschehnisse. Manches schockierte / bedrückte mich, aber Krieg, Bespitzelung und auch Prostitution im grossen Stil gehörten leider zu dieser Zeit. Aber vieles berührte mich auch und Max Kutner selbst faszinierte mich auf eine ganz besondere Art und Weise. Der Autor lässt Max so lebendig erscheinen, sein Charakter, seine Einstellung zu den Dingen, die um ihn herum geschehen, lassen ihn sehr authentisch wirken. Er fabuliert gerne über das Erlebte, über seine Erfahrungen und es ist eine wahre Lesefreude, an seiner Seite durch Rio zu wandern. Politische Sticheleien, hintergründige Humor und eine Portion Sarkasmus würzen diese Geschichte, während der Erzählstil schon fast poetisch erscheint. Hannahs Briefe, die sie an ihre Schwester schreibt und die Max so faszinieren und ihn bewegen, sind im Buch immer in einer kursiven, leicht geschwungenen Schrift wiedergegeben und sie stecken voller tiefgründiger Gedanken, voller Poesie, manchmal auch voller Selbstzweifel und Kritik.

"Es ist leicht, zu urteilen, ohne zu verstehen, Guita.
Schwer ist es, zu verstehen, ohne zu urteilen."
Hannah
Seite 31

Mit viel Feingefühl brachte der Autor mir die Stimmung der damaligen Zeit näher, machte mich mit diversen politischen Fakten vertraut und zeigte mir auf, was in den Menschen dieser Zeit vorging, welche inneren Kämpfe sie zu fechten hatten im großen Kampf um Liebe, Macht und politische Intrigen. Auch zum Ende hin hält der Autor nochmals eine überraschende Wendung für uns bereit und als ich das Buch zu schlug, tat ich es trotz manch beklemmender Vorkommnisse mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

Lesen, lesen, lesen! - Dieses Buch ist einfach eine absolute Buchperle, die ich in meinem Bücherregal definitiv nicht mehr missen möchte! Ein Buch, dass unglaublich viel Tiefe aufweist, dass berührt, dass nachdenklich stimmt und emotional packt und dass einen lange nach dem Lesen noch nicht loslassen mag. Und doch ist es so leicht zu lesen, fast wie eine Feder ... Ich bin so begeistert vom Stil des Buches, von der Handlung, der Schreibweise, der Darstellung der Charaktere - ein rundum gelungenes Werk! ich hoffe sehr, dass ich bald mehr von Ronaldo Wrobel lesen kann und darf.



© Rezension: Alexandra
buecherkaffee.blogspot.de

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Gespräche aus der Community

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aufbauverlags avatar
Eine Liebe, in der sich sich Weltgeschichte spiegelt. ... Mit dem wunderbaren Mikrokosmos des jüdischen Viertels um die Praça Onze lässt Ronaldo Wrobel in "Hannahs Briefe" einen Moment der Geschichte Rios lebendig werden, der zugleich Weltgeschichte ist: Der jüdische Einwandererstrom aus Europa in den 1920er und 1930er Jahren, der tiefe Spuren in der brasilianischen Gesellschaft hinterlassen hat. Der hintergründige Humor, die Nostalgie und die Fabulierlust des Erzählers machen das Buch zu einem echten Lesevergnügen.

"Wrobels Roman weist der zeitgenössischen brasilianischen Literatur einen neuen Weg. Ein Meisterwerk, klug und bewegend. Ein wunderbares Lesevergnügen!" (Peregrina Cultural)

Kurz zum Inhalt: Rio de Janeiro am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Nach der gescheiterten Revolte von 1935 eröffnet das Vargas-Regime eine Hexenjagd auf Kommunisten. Der Schuhmacher Max Kutner, ein polnischer Jude, muss im Auftrag der Geheimpolizei auf Jiddisch verfasste Korrespondenz etlicher Exilgenossen übersetzen und nach verschlüsselten Botschaften durchsuchen. Dabei stößt er auf die Briefe einer gewissen Hannah an ihre Schwerer Guita. Hals über Kopf verliebt sich Max in die unbekannte Schreiberin und beginnt, sie fieberhaft zu suchen - bis sie eines Tages in seinem Laden steht und er sie an ihrer Handschrift erkennt. Doch die wirkliche Hannah ist nicht die Traumfrau aus den Briefen: Sie arbeitet als Edelprostituierte, und gleichzeitig als Spionin.

Noch immer nicht überzeugt? Hier geht´s zur Leseprobe.

Wenn Ihr bei der Leserunde dabei sein wollt, dann bewerbt Euch bis einschließlich 3. März für eines von 25 Freiexemplaren. Wir sind gespannt auf Euch und freuen uns, dieses Buch gemeinsam mit Euch zu lesen.

Brit vom Aufbau-Verlag
irishladys avatar
Letzter Beitrag von  irishladyvor 5 Jahren
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auf 20 Wunschlisten

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