Ronen Steinke

 4,4 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor von Fritz Bauer, Der Muslim und die Jüdin und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ronen Steinke

Ronen Steinke ist Redakteur und Autor der Süddeutschen Zeitung. Seine juristische Doktorarbeit über Kriegsverbrechertribunale von 1945 bis heute wurde von der FAZ als »Meisterstück« gelobt. Im Piper Verlag erschien seine Biografie über Fritz Bauer, den mutigen Ermittler und Ankläger der Frankfurter Auschwitz-Prozesse, die mit »Der Staat gegen Fritz Bauer« 2015 preisgekrönt verfilmt und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Im Berlin Verlag erschien 2017 das hochgelobte Buch Der Muslim und die Jüdin. Die Geschichte einer Rettung in Berlin. 

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ronen Steinke

Cover des Buches Fritz Bauer (ISBN: 9783492055901)

Fritz Bauer

 (7)
Erschienen am 01.10.2013
Cover des Buches Der Muslim und die Jüdin (ISBN: 9783492314244)

Der Muslim und die Jüdin

 (6)
Erschienen am 01.03.2019
Cover des Buches Terror gegen Juden (ISBN: 9783827014252)

Terror gegen Juden

 (2)
Erschienen am 06.07.2020
Cover des Buches Antisemitismus in der Sprache (ISBN: 9783411743759)

Antisemitismus in der Sprache

 (2)
Erschienen am 07.09.2020
Cover des Buches Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich (ISBN: 9783827014153)

Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich

 (0)
Erscheint am 27.01.2022

Neue Rezensionen zu Ronen Steinke

Cover des Buches Antisemitismus in der Sprache (ISBN: 9783411743759)Schnicks avatar

Rezension zu "Antisemitismus in der Sprache" von Ronen Steinke

Sehr interessante Streitschrift
Schnickvor 5 Monaten

Es handelt sich bei dem Büchlein - so gibt der Autor Ronen Steinke selbst zu - um eine Streitschrift. 

8 Euro für 64 Seiten. Das klingt erst einmal nach viel Geld. Ist es ja auch. Aber die 8 Euro lohnen sich. Denn obwohl ich daran arbeite, eine bessere - weil weniger diskriminierende, rassistische und/oder antisemitische - Sprache zu verwenden, so bin ich natürlich nicht allwissend. Und da sind solche Büchlein wie dieses von Herrn Steinke ungemein hilfreich. 

Die Streitschrift ist kurz, man kann sie schnell gelesen. Da bleibt viel Raum, über das Gelesene nachzudenken. Dass das Buch so dünn ist, ist auch hilfreich, um es immer mal wieder in die Hand zu nehmen. 

Das Buch lädt zum Nachdenken ein, aber eben auch dazu, sich mit den Inhalten auseinander zu setzen und gegebenenfalls zu widersprechen. Mich hat es vor allem eingeladen, meine Wortwahl in Teilen noch einmal zu überdenken und zu ändern. Ich lerne gerne dazu, ich möchte meinem Gegenüber respektvoll begegnen - und das beginnt eben ganz oft mit Sprache. 

Was ich an dem Büchlein noch bemerkenswert finde, ist die unterhaltsame Art, mit der Steinke es geschrieben hat. Ich denke, selbst jemand, der sich sonst nicht unbedingt mit (politisch korrekter) Sprache befasst, wird "Antisemitismus in der Sprache: Warum es auf die Wortwahl ankommt" einiges abgewinnen können. 

Falls jemand Sorge hat, das Buch sei womöglich langweilig oder moralinsauer, den kann ich beruhigen. Ich habe es gern gelesen. Es ist kurz, es ist super und verständlich geschrieben und es ist auf Augenhöhe mit seinen Leser*innen geschrieben. Man muss kein*e Akademiker*in sein, um dem Buch etwas abgewinnen zu können.

Aber natürlich: Man kann sich am Ende der Lektüre - wenn man unbedingt will - über das Gendersternchen empören (wie es einige Amazon-Rezensenten tun), statt sich mit den Inhalten zu beschäftigen. Ist ja viel einfacher, als die eigene Sprache zu hinterfragen. ;-)

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Cover des Buches Der Muslim und die Jüdin (ISBN: 9783492314244)ingaburgs avatar

Rezension zu "Der Muslim und die Jüdin" von Ronen Steinke

Ägyptischer Arzt rettet Jüdin
ingaburgvor 6 Monaten


 

Klappentext:

Als jüdischer Teenager überlebte Anna Boros den Holocaust mitten in Hitlers Hauptstadt – dank eines tapferen Arabers. Es war ein ägyptischer Arzt namens Mohammed Helmy, und er vollbrachte ein wahres Husarenstück, um die Gestapo auszutricksen. Als einziger Araber ist er dafür von Yad Vashem geehrt worden.

 

Meine Meinung:

Dieses Buch über die Jüdin Anna Boros und den Arzt Mohammed Helmy hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht, denn dass ein Moslem im Dritten Reich eine Jüdin in Berlin beschützt und rettet, ist nicht besonders bekannt.

Was Ronen Steinke beschreibt, beruht auf einer gründlichen Recherche, was man an den Anmerkungen, die 31 Seiten umfassen, erkennen kann.

Das Buch gefällt mir auch sehr gut, weil es mit einem Blick auf das alte arabische Berlin der Weimarer Republik beginnt. In den Goldenen Zwanziger Jahren war Berlin auch für die arabische Welt ein attraktiver Ort. Später stellten sich einige Araber in den Dienst des NS-Regimes, andere hingegen bildeten einen Teil des deutschen Widerstands gegen den NS-Terror. Während überall in Deutschland Massendeportationen der Juden stattfanden, hat der muslimische Arzt die Jüdin Anna Boros vor den Augen der Gestapo versteckt. 

Die Geschichte ist lebendig und spannend erzählt und man hält immer wieder die Luft an, wenn jemand an der Tür klingelt, die gefälschten Pässe vorgezeigt werden oder die Muslimin „Nadja“ zwischen den Nazis steht.

 

Fazit:

Eine unglaublich packende Geschichte mit sehr viel Hintergundinformation. Unbedingt lesen!!!

 

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Cover des Buches Terror gegen Juden (ISBN: 9783827014252)E

Rezension zu "Terror gegen Juden" von Ronen Steinke

Eine Anklage gegen das Nichtstun
evaczykvor einem Jahr

Das vielleicht schlimmste an den Anschlägen von Halle und Hanau, außer dem Verlust von Menschenleben, war vielleicht: Keiner, der schon eine Weile mit dem Problem rechtsextremistischer Gewalt zu tun hatte, war überrascht. Die Gewalt, der Terror - sie kamen nicht unerwartet, nicht für viele jüdische oder muslimische Gemeinden, nicht für Migrantenorganisationen, nicht für die Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer oder antisemiticher Gewalt. Sie hatten sich schon seit langem die Frage gestellt, ob solche Taten in Deutschland möglich seien, sondern wo und wann. Dass sie nicht aus dem Nichts kamen, das macht auch Ronen Steinkes Buch "Terror gegen Juden" deutlich, das im Untertitel deutlich macht, was es ist: Eine Anklage.

Denn an den Text schließt sich eine rund 100-seitige Chronik antisemitischer Gewalttaten zwischen 1945 und Anfang 2020 an. Wohlgemerkt - hier geht es um Gewalttaten, um Angriffe auf Menscheb, Synagogen, Gemeindezentrum, nicht um Beleidigungen, Hetze, antisemitische Witze. Dann wäre das Buch deutlich umfangreicher und ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit geraten. Doch selbst der Vergleich über die Jahre zeigt: Es ist mehr geworden, und es ist schlimmer geworden, das verdeutlicht die Zahl körperlicher Angriffe in den vergangenen Jahren.

Für seine Recherchen hat Steinke mit Juristen gesprochen, mit Rabbinern, mit Staatsschützern, mit jüdischen Menschen, die teils im öffentlichen Leben stehen, teils ihr Judentum bewusst "diskret" behandeln.

Anklagend ist der Ton gerade, wenn es um den Anschlag von Halle geht: Wäre die Tür nicht so massiv gewesen, nichts hätte den Täter an dem beabsichtigten Blutbad ausgerechnet an Yom Kippur, also dem höchsten jüdischen Feiertag, verhindert. Einem Tag also, an dem die Synagoge voller ist als sonst, ähnlich wie christliche Kirchen an Weihnachten oder Moscheen zum Ende des Ramadan. Und trotzdem war keine Polizei vor Ort. Und auch vorher hatte es keinen Polizeischutz gegeben, mangels Staatsvertrag zwischen dem Land und den jüdischen Gemeinden. Die Tür war eine Spende einer Organisation aus Israel gewesen.

Wer in Berlin, Frankfurt oder München lebt, kennt die schwer bewaffneten Polizeiposten, die rund um die Uhr Synagogen und Gemeindezentren bewachen, die israelischen Wachleute, die im Inneren Dienst tun, die Betonpoller, die Sprengstoffanschläge mit Autos verhindern sollen. In Halle hat es all das nicht gegben - kein Einzelfall, gerade in kleinen Gemeinden außerhalb der Metropolregionen, die in der Regel zudem nicht das Geld haben, die vom zuständigen LKA empfohlenen Schutzmaßnahmen umzusetzen - und wo sich das jeweilige Bundesland mangels entsprechender Verträge nicht in der Pflicht sieht.

Die "nie wieder"-Reden an den einschlägigen Gedenktagen kosten nichts - bei Maßnahmen zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland fühlen sich die Gemeinden, das zeigt das Buch, vielfach allein gelassen. Das gelte auch dann, wenn Juden angegriffen werden - man solle doch nicht so empfindlich sein, bekommt danach manches Opfer zu hören. Sei doch alles nicht so gemeint. Das erinnert an die Erfahrungen derjenigen, die sich von Rassismus, Sexismus oder Homophobie betroffen fühlen.

Oder der Umgang mit dem Mord an dem Verleger Shlomo Lewin und seiner Lebensgefährtin im Jahr 1980, wo bevorzugt persönliche statt antisemitischer Tatgründe untersucht wurden. Erinnert an NSU?

Steinkes Buch ist auch eine Abrechnung mit Verharmlosung, eine Absage an die resignative Grundstimmung, dass der Ausnahmezustand der Normalzustand jüdischen Lebens in Deutschland sei und eine Auflistung all jener Umstände, dass Juden vielleicht nicht gerade auf gepackten Koffern sitzen aber doch, wie einer der Gesprächspartner des Autors sagte, schon einmal auf dem Dachboden nach den Koffern sucht. Eine Zustandsbeschreibung, die bitter ist und nicht nur zum Nachdenken, sondern vor allem zum Handeln anregen sollte.

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