Ronja von Rönne

 3.4 Sterne bei 82 Bewertungen
Autorenbild von Ronja von Rönne (©Carolin Saage / Quelle: Aufbau Verlag)

Lebenslauf von Ronja von Rönne

Ronja von Rönne wurde 1992 in Berlin geboren und wuchs in Oberbayern auf. Dort absolvierte sie als letzter G9-Jahrgang 2011 das Abitur und studierte anschließend an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Theaterwissenschaften, Publizistik und Rechtswissenschaften. Die Studiengänge schloss sie jedoch nicht ab, auch aufgrund von Depressionen und Angstzuständen. 2013 begann sie erneut ein Studium an der Universität in Hildesheim für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, das sie jedoch ebenfalls nicht beendete. Seit 2012 betreibt Rönne den Blog "Sudelheft" und ist seit 2015 bei der "Welt" als Journalistin angestellt. Sie nahm 2015 am Wettbewerb zum "Ingeborg-Bachmann-Preis" in Klagenfurt teil und trug den Text "Welt am Sonntag" vor. Anfang 2016 veröffentlichte sie ihren ersten Roman: "Wir kommen".

Alle Bücher von Ronja von Rönne

Cover des Buches Wir kommen9783746633596

Wir kommen

 (64)
Erschienen am 04.12.2017
Cover des Buches Wir kommen9783945733189

Wir kommen

 (7)
Erschienen am 04.03.2016

Neue Rezensionen zu Ronja von Rönne

Neu

Rezension zu "Wir kommen" von Ronja von Rönne

Sprachwitz ja, Handlung leider nein
Forsokervor 3 Monaten

Meistens fängt man Rezensionen ja mit einer kurzen Zusammenfassung des Inhalts an, aber hier gibt es quasi keinen Inhalt. Höchstens Folgendes: Die Hauptfigur hat Panikattacken und ist deshalb in therapeutischer Behandlung. Sie schreibt auf, was ihr so passiert. Und das ist verdammt wenig.

Ronja von Rönne finde ich spannend. Ich habe sie bei ein paar Fernsehauftritten gesehen und sie war so humorvoll und erfrischend anders, dass ich mir "Wir kommen" gekauft habe. Und dann habe ich echt gestaunt, wie langweilig eine so spannende Frau schreiben kann. Klar, ab und zu hat der Text den Sprachwitz, den wir aus Ronja von Rönnes Artikeln kennen. Aber irgendwann hatte ich fast den Verdacht, dass der Verlag gesagt hat: Mensch, Ronja, du hast doch so tolle Aphorismen in deinen Artikeln. Bau doch mal eine Handlung drumrum und wir nennen das Ganze Roman. Der guten Ronja ist dann leider keine Handlung eingefallen, aber der Verlag hat den Roman trotzdem gedruckt. Fazit: Wer Ronja von Rönnes Artikel liest, hat wahrscheinlich mehr davon als die Leser von diesem Buch.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Wir kommen" von Ronja von Rönne

Die Abgründe hinter den hübschen Fassaden
Buchstabenliebhaberinvor 2 Jahren

Nora ist so passiv, dass es weh tut. Dass ich sie schütteln möchte. Ich mag solche Menschen nicht, die immer abwarten, was andere sagen, die ihr Fähnchen in den Wind hängen, die mitmachen, die reagieren. Die niemals agieren, vorangehen, eigene Entscheidungen treffen. Furchtbar!


"Wir kommen" ist aus der Sicht von Nora geschrieben. Nora arbeitet beim Fernsehen, ist jung, erfolgreich, attraktiv. Sie ist etwas besonderes, denn sie lebt polyamor mit Karl, Jonas und Leonie. Eine Viererbeziehung. Allerdings nicht ihre Idee, Karl ist der Macher, die treibende Kraft und Kontrollinstanz dieser Beziehung. Die drei anderen trudeln mit. Aber irgendwie ist die Luft raus. Ein Aufenthalt im Haus am Meer soll frischen Wind in die angeschlagene Beziehung bringen.

"Selbst das Strandhaus versprach nichts, als wir schließlich ankamen, sondern stierte uns nur ratlos an."(S.59)

"Der Tag lag leer vor mir herum, nur notdürftig strukturiert von Grundbedürfnissen."(S.132)

Parallel dazu erzählt Ronja von Rönne Szenen aus Noras Kindheit, ihre Freundschaft mit der wilden Maja, die Farbe und Action in ihr schon damals sehr ödes, stilles Leben bringt. Maja, Tochter einer alleinerziehenden Alkoholikerin, schlägt ständig böse über die Stränge und weiß genau, was sie will. Nora folgt ihr, dankbar, dass endlich jemand Leben in ihr Leben bringt.

Später löst der Junge Karl Maja ab, bis Leonie in Karls junges Erwachsenenleben tritt. Karl beschließt allerdings, dass er beide Frauen behalten will, und die beiden ordnen sich unter. Für Nora wird der missmutige Jonas hinzugefügt, der aber lieber mit Leonie und ihrem Kind Emma-Lou seine Zeit verbringt. Kein idealer Zustand, aber besser als nichts, außerdem lässt sich diese Konstellation als außergewöhnlich und besonders verkaufen. Keine gewöhnliche, langweilige Zweierbeziehung, hurra. Und gegen die Langeweile wird eine große Party ausgerichtet, um sich und den anderen zu beweisen, wie toll man doch ist.

Ronja von Rönne beschreibt das Innenleben von Nora auf eine fantastische Art und Weise. Als Paniktagebuch. Jede Nacht wird Nora von der Panik geweckt. Kein Grund für sie, nicht wie gewohnt weiterzumachen, etwas anderes hat sie nie kennen gelernt. Einfach abwarten, ob sich etwas von alleine ändert oder ein anderer die Richtung ändert. Das gesamte Buch wartet sie auf eine Nachricht von Maja - obwohl sie weiß, dass keine kommen wird? Oder doch?

Ich mag es, wenn mir die Protagonistin so zutiefst unsympathisch ist. Wenn mir jemand Charaktere und deren Beweggründe (tolles Wort für passive Menschen!), die herrlich idiotisch und sich selbst in die Tasche lügend sind, so begreiflich machen kann. 


Kommentieren0
32
Teilen

Rezension zu "Heute ist leider schlecht - Beschwerden ans Leben" von Ronja von Rönne

Ein grobkörniges Analysieren feiner Dinge.
Anne-Sophie_Fuchsvor 2 Jahren


„Die Frage nach der Generation Y ist so langweilig wie ein Töpferkurs ohne Ton, bei dem dann auch noch alle anderen Teilnehmer absagen, weil sie doch lieber Stehpaddeln lernen wollen.“

Nicht schon wieder ein Generationen-Kritik-Pamphlet! – ist das, was ihr jetzt vielleicht denkt. Was sicher viele denken, die wie ich angeblich genau zu der Generation zählen, die Ronja von Rönne in ihrem zweiten Buch mal ordentlich in die Mangel nimmt. Zum Glück macht sie es so ironisch und messerscharf, dass wir Yler am Ende gar nicht anders können, als uns von Seite zu Seite kräftig durch die Nase auszulachen.

„Also plant man die Horizonterweiterung, man könnte mit dem Rucksack durch Südostasien trampen, mit Finnen in die Sauna und mit Zweiflern den Jakobsweg gehen, Reisen ist billig, und was möglich ist, muss erledigt werden. Das Leben ist kurz und das absolute Maximum die Minimalanforderung.“

Eingeteilt ist das knapp 200-seitige Werk in drei große Teile. Warum es schlimm ist, Wo es schlimm ist und Was gegen das Schlimme hilft. Auch, wenn der Untertitel „Beschwerden ans Leben heißt“, meckert Frau von Rönne nicht in einer Tour. Generell ist es weniger ein Meckern als ein grobkörniges Analysieren feiner Dinge. Dinge, die sich in ihr, um sie herum und wegen ihr abspielen.

„Ich bin neidisch auf sie, wer so lange überlegt, ob ihm noch etwas zum Glück fehlt, und dem dann lediglich eine Postfiliale einfällt, hat alles richtig gemacht.“



Irgendwo am Ende der Mitte hing es etwas. Umso bissiger und witziger ging es nach dem inhaltlichen Mini-Löchle weiter. „Heute ist leider schlecht“ trifft sehr, sehr genau meinen Humor und spricht mir nicht selten volle Kanne aus meiner einfühlsamen, kritischen, menschenhassenliebenden Seele. Eine kurzweilige Lektüre, die die Sicht der eigenen Dinge teils ein paar Zentimeter zur Seite rückt, oder ihnen punktuell die Lupe rüberhält.

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Ronja von Rönne wurde am 16. Januar 1992 in Berlin (Deutschland) geboren.

Ronja von Rönne im Netz:

Community-Statistik

in 128 Bibliotheken

auf 38 Wunschlisten

von 3 Lesern aktuell gelesen

von 4 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks