Roope Lipasti Ausflug mit Urne

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Inhaltsangabe zu „Ausflug mit Urne“ von Roope Lipasti

Ein lakonischer Roadtrip durch Finnland, bei dem hinter jeder Kurve etwas Unvorhergesehenes passiert.

Teemu und Janne, zwei ungleiche Brüder, machen sich mit der Asche ihres Stiefgroßvaters Jalmari auf den Weg ins ostfinnische Imatra. Dort soll der letzte Wille des Verstorbenen verkündet werden. Teemu, der als Versicherungsmathematiker arbeitet, und Janne, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, hoffen auf ein üppiges Erbe. Die Reise quer durch Finnland, auf der die Brüder die Lebensstationen Jalmaris abklappern, ist gleichzeitig eine Reise in ihre Vergangenheit. Zwischen den beiden flammen seit Langem schwelende Konflikte wieder auf, doch Schlägereien, schlechter Sex, verrückte Verwandte, bekiffte Tramper und schließlich die Liebe zu einer Frau machen den beiden deutlich, dass sie trotz allem im selben Boot sitzen.

Ein humorvoller und scharfsinniger Roman über geplatzte Illusionen, über das Älterwerden und darüber, wie unterschiedlich Menschen sein können, selbst wenn sie dieselben Eltern haben.

seltsame Geschichte - absolut witzig und unterhaltsam erzählt

— Petra54

Charmante Story-Idee, aber echt schlecht umgesetzt. Belanglos, langweilig, NICHT lustig (für mich). Ich war sehr enttäuscht.

— letusreadsomebooks

Ein gutes Buch!

— lenasbuecherwelt

Witzig und humorvoll schildert der Autor die Reise zurück in die Vergangenheit des Verstorbenen und wie zwei Brüder sich wieder näherkommen.

— ginnykatze

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    Ausflug mit Urne

    Petra54

    14. July 2017 um 16:37

    Ich mag die skandinavische Art zu erzählen und hatte bisher fast immer Glück mit der Auswahl besonders norwegischer und in diesem Fall finnischer Literatur. Der seltsame Titel animierte mich keineswegs zum Kauf, doch schon die erste Leseprobe bereitete mir großes Vergnügen, das schließlich bis zum Ende anhielt. Die wunderbare Sicht der Dinge ist es, die mich so amüsiert und fesselt. Zwei Brüder reisen durch Finnland und bringen eine Urne zu einem fernen Ort, wo der letzte Wille des Verstorbenen verkündet werden soll. Während der Fahrt geschehen allerlei ungewöhnliche Missgeschicke. Der Schluss passt zur Geschichte, doch er gefällt mir nicht. Dafür gefällt mir die wunderbar lockere Art des Erzählers, die mich von der ersten bis (fast) zur letzten Zeile köstlich amüsierte.

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  • Völlig belangloser Roadtrip durch die Abgründe der Langeweile

    Ausflug mit Urne

    letusreadsomebooks

    23. June 2016 um 20:32

    Als ihr Stiefgroßvater stirbt, beschließen die beiden ungleichen Brüder Teemu und Janne, sich mit der Urne auf einen Roadtrip durch Finnland zu begeben. Sie wollen in verschiedenen Städten Halt machen, in denen ihr Großvater einmal gelebt hat – und am Ende seine Asche verstreuen und das Erbe kassieren. Doch die Reise ist kein Zuckerschlecken. Unfälle, Prügeleien und eine von beiden Männern geliebte Frau erwarten die beiden Streithähne und erschweren ihnen den Trip. Die Geschichte klingt erst mal sehr cool, ist sie aber nicht. Ich hatte mich auf einen verrückten Roadtrip gefreut, der aus dem Ruder läuft. Aber das einzige, was wirklich passiert, ist, dass sich die Beiden ständig zanken und gegenseitig die Schuld für Dinge zuweisen, die irgendwann einmal in ihrer Kindheit und Jugend passierten. Ausflug mit Urne war mein erster finnischer Roman und vielleicht wird es auch erst einmal mein letzter bleiben. Stilistisch ist der Roman seinen schwedischen Artgenossen gar nicht so unähnlich. Die Schreibweise ist recht schlicht, ohne großes Tamtam, ohne bildgewaltige Schachtelsätze, die sich über ganze Seiten ziehen. Dadurch lässt sich das Buch sehr schnell und einfach runterlesen, was leider einer der einzigen beiden Pluspunkte ist. Was den Humor betrifft, bin ich anscheinend nicht besonders anfällig für die finnische Art. Oder liegt das nur an Lipasti? Vielleicht fände ich andere Autoren zum Schreien komisch, wer weiß. Ich habe an vielen Stellen gemerkt, dass sie lustig sein sollen, allerdings ist der Humor nie bei mir angekommen. Ich habe eher betroffen gedacht, ¨Oh, hier versucht der Autor gerade, einen Witz zu machen.¨ Ich gebe zu, ich bin nicht ganz einfach zufriedenzustellen, was Humor in Romanen angeht, aber zumindest drei, vier mal auf den 320 Seiten hätte mich Lipasti doch mal zum Schmunzeln bringen können. Interessanterweise wird auf dem Buchrücken jemand zitiert, der sich am liebsten ganz viele Sätze angestrichen hätte. Dieser Person muss man ziemlich viel Geld für dieses Statement gezahlt haben. Besonders schön war kein Satz, auch nicht weise oder erinnerungswürdig. Die Art, mit der Lipasti berichtet, ist genau so belanglos wie das, worüber er berichtet. Spätestens ab Seite 70 stellt man mit Entsetzen fest, dass es auch jetzt immer noch nicht besser wird und man wünscht sich eigentlich nur, dass bald endlich, endlich alles vorbei ist. Ich wollte das Buch unzählige Male aus der Hand legen und nie wieder anrühren, aber ich habe mich durchgequält – und es bereut. Selten (oder sogar nie?) hatte ich das Gefühl, dass ein Buch so sehr meine Zeit verschwendet hat wie dieses. Ganz schrecklich fand ich auch das Ende. Die Überraschung, mit der die beiden Brüder konfrontiert werden, ist an sich ja in Ordnung, aber die Art, wie die zwei mit dieser umgehen, ist völlig hirnrissig. NIEMAND würde in einer solchen Situation so reagieren. Das Ende war somit für mich noch einmal ein krönender Abschluss im negativen Sinne. Öde, blöde, belanglos, zum Einschlafen, zum in-die-Tonne-werfen: das waren meine Eindrücke von Roope Lipastis Ausflug mit Urne. Der Autor hatte eine wirklich charmante Grundidee für die Story (deshalb und für den gut lesbaren Stil auch immerhin 1,5 Sterne), nur leider konnte er diese überhaupt nicht umsetzen. Man möchte eigentlich lieber weinen als lachen.

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  • Lena 13 J. rezensiert Ausflug mit Urne

    Ausflug mit Urne

    lenasbuecherwelt

    09. November 2014 um 19:34

    Mit einer Urne in der Tasche... Machen sich zwei Brüder... Auf eine Reise... Teemu und Janne sind Brüder und total verschieden. Schon lange haben sie sich nicht mehr gesehen, beide sind nun um die 40 Jahre alt und haben ihr eigenes Leben, doch als ihr Stiefgroßvater Jalmari stirbt, beschließen die beiden, vor der Testamentsverkündung im ostfinnischen Imatra noch einige Orte aufzusuchen, an denen Jalmari früher einmal gelebt hat. Und das sind viele, um die 50x ist der Stiefgroßvater schon umgezogen. Auf der Reise erleben die beiden Brüder viele Überraschungen und treffen auf völlig verschiedene Menschen. Und nicht zu letzt lernen Teemu und Janne sich auf der Fahrt noch einmal ganz neu kennen, erzählen sich Dinge, die der andere nie gewusst hatte und merken, dass Familie trotz allem sehr wichtig ist.. Teemu und Janne sind zwar Brüder, doch komplett verschieden. Teemu ist der ordentliche Geschäftsmann, der keine Überraschungen mag. Janne ist das Gegenteil, aufgeweckt, lebensfroh, chaotisch und doch charmant. Nachdem die Mutter der beiden gestorben ist, haben die Brüder sich aus den Augen verloren und lange nichts mehr miteinander zu tun gehabt. Bis der 2. Mann ihrer Oma stirbt und sie sich mit der Urne, in der die Asche des Stiefgroßvaters Jalmaris ist, auf den Weg zur Testamentsverkündung machen. Teemu und Janne erhoffen sich viel Geld, immerhin waren Jalmaris Taschen immer voll davon und engstehendere Verwandten gibt es doch nicht, oder? Die Geschichte wird aus der Sicht von Teemu, dem älteren Bruder erzählt, stellenweise in der Gegenwart und stellenweise in der Vergangenheit, sodass man praktisch 2 Geschichten liest. "Ausflug mit Urne" ist ein besonderes Buch über zwei Brüder, die zwar die gleichen Eltern haben, aber doch komplett verschieden sind. Die Geschichte ist fast durchgängig spannend und das Ende ist überraschend. An manchen Stellen habe ich den roten Faden der Geschichte nicht mehr gefunden, immer wieder ist der Autor vom Weg abgekommen, was mich doch gestört hat.

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  • „Mit meinen Verbänden wirkte ich vermutlich wie die Mumie eines zum Frühsport auferstandenen Pharaos

    Ausflug mit Urne

    ginnykatze

    „Mit meinen Verbänden wirkte ich vermutlich wie die Mumie eines zum Frühsport auferstandenen Pharaos“. Zum Inhalt: Jalmari hat ein gutes und ereignisreiches Leben geführt. Er stirbt im hohen Alter und hinterlässt den beiden ungleichen Brüdern Teemu und Janne sein Vermächtnis. Um seinen letzten Willen zu erfahren, müssen sich die Beiden zusammenraufen und quer durch Finnland reisen, um dann nicht nur an der Testamentseröffnung teilzunehmen, sondern auch die Urne beizusetzen. Sie fahren alle Orte an, in denen Jalmari gelebt hatte. Und das waren sehr Viele. Teemu und Janne verstehen sich nicht wirklich, sind schon als Kinder nicht gut klar gekommen, aber jetzt und gerade wegen Jalmari´s Wunsch, treten sie die Reise an. Es fängt aber schon damit an, wo in Hergotts Namen man die Urne in einem alten Renault verstauen kann. Im Laufe der Reise erfahren wir auch immer mehr über den Verstorbenen selbst. Jalmari war reich und hat das Geld mit vollen Händen ausgegeben. Wieviel ist noch übrig davon, fragen sich die Beiden immer wieder? Reicht es, um ein Leben lang davon zu leben? Auch über die Kindheit und Jugend der Brüder erfahren wir eine Menge. Kann diese Fahrt gutgehen? Aber eins ist klar, die Urne muss an den Ort gebracht werden, den Jalmari sich gewünscht hat. In jedem Dorf, in das die Beiden einkehren, tragen sie die Urne umher und verabschieden sich so im Namen des Verstorbenen von seinem vorgefundenen Zuhause. Diese und noch ganz viele andere Fragen werden gestellt und beantwortet. Auch Jannes´s Exfrau Elli ist dann in Imatra und nun wird es interessant, denn sie hat einen Schlüssel, der zu dem Schatz von Jalmari´s Vermögen führen könnte. Wer wissen möchte, wie die Geschichte dann zu Ende geht, sollte das Buch lesen, denn mehr werde ich jetzt nicht verraten. Fazit: Der finnische Autor Roope Lipasti schreibt hier wirklich eine tolle Geschichte. Sofort bin ich bei ihm und fahre im Auto mit und wandere durch die verschiedenen Ortschaften, die allesamt das Zuhause des Verstorbenen gewesen sind. Der Schreibstil ist gut und lässt sich flüssig lesen. Immer wieder habe ich ein Lächeln auf den Lippen, denn der doch recht witzige und humorvolle Ton macht hier die Musik. Ich kann nur sagen, es hat Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Die Charaktere beschreibt Roope Lipasti sehr genau und verleiht Jedem hier ein eindeutiges Gesicht. Mir haben die unterschiedlichen Brüder Teemu und Janne hier am besten gefallen. Sie werden toll beschrieben und ich habe sofort ein Bild von ihnen vor meinen Augen. Auch der Verstorbene selbst bekommt hier eine große Rolle, das hat mir sehr gut gefallen. Alles in Allem ein wirklich gutes Buch, das ich mit viel Begeisterung gelesen habe. Hier kommen von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung vergebe ich hier gern.

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    • 3

    Seehase1977

    30. October 2014 um 15:40
  • eine witzig-tiefgründige Familiengeschichte

    Ausflug mit Urne

    HeikeM

    06. October 2014 um 11:35

    Wo bringt man in einem alten Renault am besten eine Urne unter? Mit diesem Problem haben sich Teemu und Janne zu Beginn des Buches auseinandersetzen. In der Urne befindet sich die Asche von Jalmari, dem Lebensgefährten ihrer Großmutter. Jalmari führte ein unruhiges Leben, mehr als fünfzigmal zog er um. Nun machen sich seine „Stiefenkel“ auf den Weg nach Imatra zur Testamentsvollstreckung. Auf dem Weg dorthin pilgern sie an die Orte, an denen Jalmari gelebt hat und spekulieren über ihr mögliches Erbe. Es ist für sie auch eine Reise in die Vergangenheit, bei der alte Konflikte wieder aufbrechen und sie letztlich doch trotz allem Trennenden Gemeinsamkeiten entdecken. Nach und nach erfährt der Leser Episoden aus dem Leben der Brüder, aber auch das von Jalmari setzt sich langsam wie ein Puzzle zusammen. Diese unterhaltsame, teils abstruse, teils skurrile Geschichte wird von Teemu, dem Ich-Erzähler, auf lakonisch-bildhafte Art erzählt. Die Gedanken darüber werden Bilder und im Kopf läuft beim Lesen gefühlt ein Road-Movie ab. Sprachlich finde ich „Ausflug mit Urne“ sehr gelungen, es vereint amüsante Unterhaltung und gedankliche Tiefe. Die Zahl der Charaktere im Roman ist überschaubar, diese sind aber so gut gezeichnet, dass man als Leser schnell den Eindruck hat, alte Bekannte auf ihrer Tour zu begleiten. Das Beste allerdings kam für mich zum Schluss – ein absolut nicht vorhersehbares Ende. „Ausflug mit Urne“ ist für mich eine echte Neuentdeckung. In Finnland ist Roope Lipasti als Autor einer Kolumne längst kein Unbekannter mehr. Sein Roman über zwei so unterschiedliche Brüder, über eine Reise in die Vergangenheit, über das Älterwerden, über das Leben ist eine erfrischende, witzige und doch tiefgründige Familiengeschichte, die ich mit Freude und Begeisterung gelesen habe.

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  • Erfrischend trocken erzählt mit überzeugenden Figuren

    Ausflug mit Urne

    michael_lehmann-pape

    09. September 2014 um 11:49

    Erfrischend trocken erzählt mit überzeugenden Figuren Zunächst stellt sich die nicht unerhebliche Frage, wie in diesem leicht heruntergekommenen, einfach ausgestatten Automobil die Urne Jalmaris für die Reise befestigt werden könnte. Natürlich findet ein Platz. Wie es Jalmari entsprochen hätte. „Er war eher ein Mann von Welt gewesen, kein typisch finnischer Mann, der vor seiner Familie oder sich selbst in seine Garage, sein selbst geschaffenes Minireich, flüchtet“. Jalmari war eine unruhige Seele mit unzählbaren Wohnsitzen und der Lebensgefährte der Mutter der Brüder Janne und Teemu. „Die Urne lag im Kofferraum……… ideal als Jalmaris letzte Ruhestätte….. Jalmari könnte so ständig unterwegs sein“. Die nun die Überreste des Mannes zu seiner letzten Ruhestätte bringen werden. Nicht ohne auf dem Weg dahin eine ganze Reihe der ehemaligen Wohnsitze des Mannes aufzusuchen. Beileibe nicht nur als Trauerarbeit ist diese Reise gedacht, irgendwo müsste da vielleicht gar noch ein Tresor stehen mit dem, hoffentlich nicht unerheblichen Barvermögen des Verblichenen. Zumindest am Ende der Reise, bei der Eröffnung des Nachlasses, spätestens, werden die Brüder sich um einiges Reicher hoffentlich wiederfinden. Ein stückweit erschwert wird dies alles zudem durch die Unterschiedlichkeit der Brüder. Die einerseits dem Leser vergnügliche Momente mit trockenem Humor beschert, die andererseits das Ziehen an einem Strang allerdings oft hindert. „Wie kann man die Gesamtschule besuchen, ohne zu wissen, wo Karelien liegt?“, fragt sich Teemu schon zu Beginn der Reise, wohlwissend, dass „der Bildungsweg meines Bruders nicht ganz gradlinig verlaufen ist“. Andererseits, die lange Fahrt wird sicher auch Gelegenheit bieten, das ein oder andere informativ im Kopf des Bruders zu verankern. Wie auch der Leser zunehmend mit auf eine Reise auch in die Vergangenheit genommen wird, in der auch das nicht einfache Leben und Schicksal des verstorbenen Mannes zur Sprache kommt. Einer, der seine Mutter vor einem Erschießungskommando erleben musste vor den blutüberströmten Leichen der schon Erschossenen in der Grube. Eine Kindheit in Armut und Gefahr, einer, der doch immer wieder die Lücke gefunden hatte, seinen Weg unter die Füße zu nehmen. Und mehr und mehr lässt Roope auch die weitere Geschichte Jalmaris einfließen, die ja späterhin auch ein Teil der Familiengeschichte der beiden Brüder war. Eine Reise, die zwischen den Brüdern und manches Mal dann auch von außen angestoßen, einen anderen Blick auf die eigene Geschichte eröffnet, den Bruder je und je in neuem, anderen Licht erscheinen lässt und ebenso die eigene Person, die eigene Reflexion befördern wird. Mitsamt der unterschwelligen Verwicklungen der Gegenwart, die zwischen den Brüdern vorhanden ist. Der ruhige Teemu, der ständig überaktive Janne, die Geschichte des Lebens des Toten, die eigene Familie, all das bildet in einem trockenen, flüssig erzählten Sprachstil immer mehr eine ineinander verzahnte Gemengelage, die dem Leser die Ereignisse und die Charaktere der Figuren aus vielen Perspektiven hin vor Augen führt. Perspektiven neben dem roten Faden der Fahrt, der Binnengeschichte der Brüder und der teils überraschenden Wendungen, die geschehen werden (was den Nachwuchs der Familie betreffen wird), die aber auch verwirren können, die teils zu nahtlos ineinander übergehen und damit die Orientierung im Buch nicht immer einfach machen. Dennoch, ein anders anmutender, interessanter Stil und eine tiefgründige Geschichte hinter der scheinbar klaren Oberfläche der Personen, die das Lesen lohnt und die aufzeigt, wie komplex das Leben hinter all den vordergründigen, alltäglichen Fassaden ist.

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  • Zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten

    Ausflug mit Urne

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    25. August 2014 um 08:11

    Die Brüder Teemu und Janne machen sich mit einer Urne auf den Weg. In der Urne befindet sich die Asche von Jalmari, dem 2. Mann ihrer Großmutter. Da Jalmari keine Kinder hat, wollen sie die Asche ins Meer zu streuen und anschließend zur Testamentseröffnung. Jalmari hatte immer viel Geld bei sich und die Brüder rechnen mit viel Geld, das sie erben können. Bis sie sich jedoch mit dem Nachlassverwalter treffen, haben sie noch ein paar Tage Zeit. Die wollen sie damit verbringen, indem sie sich einige Orte ansehen wollen, wo Jalmari irgendwann einmal gewohnt hatte. Er soll an die 50 x umgezogen sein, aber die sind natürlich nicht zu schaffen, so dass sie sich auf ein paar konzentrieren, die auf ihrem Weg liegen.  Die beiden Brüder waren sich ein paar Jahre lang fremd, hatten wenig bis keinen Kontakt. Ihre Mutter lebt nicht mehr, die immer zwischen ihnen geschlichtet hat. Diese Fahrt unternehmen sie nun nach langer Zeit gemeinsam. Sie lernen sich neu kennen, erfahren Dinge über den anderen, der ihnen fremd geworden war. Es ist aber auch eine Fahrt in die Vergangenheit, in die immer wieder eingetaucht wird. Obwohl die Brüder die gleichen Eltern haben, sind sie so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Teemu, der 2 Jahre ältere, war ruhig und somit das genaue Gegenteil von Janne, der auch von seiner Mutter immer beschwichtigt werden musste, weil niemand den Nerv hatte, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Jeder der beiden sah die Geschehnisse aus einem anderen Blickwinkel. Vieles wird beleuchtet und heute aus einer anderen Sicht gesehen. Janne ist auch heute noch der lebenslustige Typ, der mit der Damenwelt gut kann. Er war 10 Jahre verheiratet, die Ehe wurde geschieden. Konflikte waren vorprogrammiert, denn auch Teemu begehrte Elli, Jannes Frau. Es ist eine Reise, in der vergangenes aufgearbeitet wird. Die Brüder lernen sich neu kennen. Das Ende ist absolut nicht vorhersehbar. Welche absonderlichen Wege der Autor zum Ende hin noch gegangen ist, um es noch einmal richtig spannend zu machen, ist genial. Ein wenig zu kämpfen hatte ich jedoch mit dem Schreibstil des Autoren. Wenn man sich die Geschichte wie eine gerade Linie vorstellt, so ist er während seines Romans ständig vom Wege abgekommen und verästelte sich nach rechts und links. Die Ausflüge in die Vergangenheit oder Gedanken wurden nicht in einem separaten Kapitel geschrieben, sondern rutschten immer mit in den Lesefluss hinein. Das hat mich persönlich ein wenig gestört, so dass ich hier auch ein Pfötchen abziehe. Es ist ein Buch über zwei total verschiedene Brüder, die sich nach langer Trennung wieder neu kennenlernen und ein Tripp in die Vergangenheit.

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