Soweit die Knie tragen

von Rory Stewart 
4,2 Sterne bei5 Bewertungen
Soweit die Knie tragen
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Karin_Kehrers avatar

Interessanter Reisebericht, bei dem der Autor leider auf Distanz bleibt!

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Inhaltsangabe zu "Soweit die Knie tragen"

Tausend Kilometer zu Fuß von Herat nach Kabul: Der junge Historiker und Diplomat Rory Stewart suchte sich für seine Wanderung ausgerechnet Afghanistan aus – im tiefsten Winter, kurz nach dem Einmarsch der internationalen Truppen – und schrieb ein ungeschönt ehrliches, ernsthaftes und komisches Buch darüber.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492254229
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:396 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:17.07.2009

Rezensionen und Bewertungen

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    Karin_Kehrers avatar
    Karin_Kehrervor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Interessanter Reisebericht, bei dem der Autor leider auf Distanz bleibt!
    1000 Kilometer durch Afghanistan

    Tausend Kilometer zu Fuß wandert der Historiker Rory Stewart durch Afghanistan, auf den Spuren des ersten Großmoguls von Indien. Er bricht unmittelbar nach dem Sturz der Taliban auf – ein lebensgefährliches Unternehmen in jeder Hinsicht. Denn er macht – genau wie sein historisches Vorbild – die Reise im Winter. Begleitet von einem zahnlosen Kampfhund lernt er die einzigartige Landschaft und ein von Krieg und Unruhen geprägtes Land kennen.

    Der 1973 geborene Historiker und Journalist Rory Stewart legte bereits mehr als 10.000 Kilometer zu Fuß zurück und lernte den Iran, Pakistan, Indien, Nepal und schließlich Afghanistan auf intensive Weise kennen.
    Der Leser darf ihn auf diesem gewagten Abenteuer begleiten, aber leider sprang bei mir der Funke nur teilweise über. 
    Zwar schildert der Autor politische Verhältnisse, Geschichte und Landschaft sehr treffend und lässt auch teilhaben an den mehr oder wenigen gefährlichen und skurrilen Begegnungen mit den Menschen. Aber über ihn selbst erfährt man wenig. Seine Motivation, diese Reise überhaupt zu machen, bleibt unklar, er schleppt sich – so scheint es – mehr oder weniger apathisch von Dorf zu Dorf, erzählt über diverse Krankheiten, die ihn heimsuchen und über die zum Teil fürchterlichen hygienischen Bedingungen, denen er ausgesetzt ist. 
    Nur ab und zu fließt so etwas wie Bewunderung für die archaische Landschaft ein, meist bleibt es aber bei bloßen Beschreibungen. 
    Schade, mit etwas mehr Gefühl wäre dies ein toller Bericht geworden!


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    P
    pfudelvor 2 Jahren
    Abenteuerbericht vs. Literatur

    Zwischen Taliban, Landminen und Durchfall, muss der Autor vor allem mit Machtspielchen hochnäsiger Militärangehöriger und Warlords, marodierenden Kinderbanden und zornigen Hundemeuten kämpfen. Dennoch zeigt uns Stewart ein Afghanistan fernab von Kriegen, Anschlägen und Entführungen. Überrascht über den Besucher aus einer anderen Welt und sein Vorhaben, wird Stewart beinahe immer gastfreundschaftlich von der Bevölkerung aufgenommen. Großzügig werden die wenigen vorhandenen Lebensmittel mit dem Gast aus Schottland geteilt. Sein gut fundiertes Wissen über Afghanistan und ausreichende Persischkenntnisse helfen Stewart nicht nur in der Sozialisierung, sondern auch brenzlige Situationen zu meistern. 

    Wer von diesem Buch einen Abenteuerbericht erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Rory Stewarts Fußmarsch durch Afghanistan ist eine Ansammlung von geschichtlich fundierten Erläuterungen zur Kultur dieses zerrüttelten Landes. Authentisch, intelligent, informativ, ehrlich und aus anthropologischer Sicht sehr interessant. Eine ordentliche Portion aus Mut, Kraft, Wille und Glück lassen den jungen Mann schließlich sein Ziel - Kabul - erreichen, wo er später eine NGO zur Erhaltung des kulturellen Erbes Afghanistans gründet.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Soweit die Knie tragen" von Rory Stewart

    Wenn es ein Reiseland gibt, das schon seit Jahren ganz weit unten auf der Hitliste des Otto-Normaltouristen steht, so ist das sicherlich Afghanistan. Rory Stewart ist jedoch mitnichten Otto-Normaltourist, denn da er sowieso schon zu Fuß durch Asien (inkl. Iran, Pakistan, Nepal) unterwegs ist, wollte er Afghanistan nicht alleine schon deswegen auslassen, weil gerade die Taliban gestürzt worden waren und – gelinde gesagt – unsichere Zustände herrschten.

    Stewart war natürlich auch gut vorbereitet: Als Historiker mit profunden Kenntnissen über die Region und nicht zuletzt die Sprache(n), die die Menschen dort sprechen, konnte er zumindest die gröbsten Fallstricke vermeiden. Trotzdem nötigt seine Entscheidung, innerhalb von zwei Monaten von Herat im Westen nach Kabul im Osten zu wandern, Respekt ab – oder nur ein Kopfschütteln, je nachdem.

    Stewart bricht im Januar 2002 auf – es liegt Schnee, es ist kalt und auf seinem Weg muss er auch Gebirge durchqueren. Anfangs wird er von zwei Soldaten begleitet, später dann von einem großen, zahnlosen Hund namens Babur. Er trifft manchmal auf Gastfreundschaft, manchmal aber auch auf das Gegenteil (Menschen, die selbst nur das Nötigste zum Essen haben, sind schließlich nicht sonderlich scharf drauf, noch einen Besucher zu bewirten), manchmal gerät Stewart sogar in brenzlige Situationen, wobei ihm aber wider Erwarten nie etwas Schlimmes passiert. Die damals aktuellen politischen Entwicklungen – das Bombardement der USA und ihrer Verbündeter in der Folge des 11. September – werden eher am Rande gestreift, der Krieg ist jedoch als Kulisse immer präsent.

    Über seine Reise hat er diesen sehr lesenswerten Bericht geschrieben. Sehr angenehm und auch angemessen fand ich, dass er sich selbst extrem zurücknimmt und dadurch seinen Beschreibungen über Landschaft, Menschen, Sitten und Gebräuche umso mehr Raum gibt. Dieser Stil hat mir enorm gut gefallen – es nervt mich, wenn Leute so eine Reise machen, dann aber in ihren Berichten vor allem um die eigenen Befindlichkeiten kreisen.

    Obwohl er die Sprache meist versteht, so erschließt sich Stewart nicht immer alles, was er erlebt. Er kommentiert dies, ohne zu verklären – mal ironisch, mal mit einem Augenzwinkern, mal aber auch sehr ernst und kritisch. Er berichtet von brenzligen Situationen genauso ehrlich wie von irgendwelchen Skurrilitäten, die ihm auf dem Weg begegnen. Nur manchmal was mir der Schreibstil etwas zu inkonsistent: er springt von Personenbeschreibungen zu historischen Abhandlungen und dann weiter zu Landschaftsbeschreibungen. Hier hätte man etwas mehr Feintuning reinstecken sollen, so dass die Geschichte wirklich immer flüssig zu lesen bleibt.

    Um es ganz ehrlich zu sagen: Irgendwie näher gekommen bin ich Afghanistan durch dieses Buch nicht. Es lag vielleicht daran, dass Stewart durch eine extrem arme und rauhe Gegend gewandert ist, wo es wenig anderes gibt als ein paar abgelegene Lehmhütten und Männer mit Kalaschnikows. Und das ist eine komplett fremde Welt, in die man sich nur schwer hineinversetzen kann, wenn man sie nicht kennt. Überhaupt: Stewart bewegt sich in einer Welt nahezu ohne Frauen. Er kommentiert das auch des Öfteren selbst, aber es ist schon auffällig und sorgte bei mir für ein ziemlich beklemmendes Gefühl – ich will hier gar nicht darüber philosophieren, was es bedeutet, wenn die Hälfte einer Gesellschaft letztlich unsichtbar bleibt.

    Alles in allem ein sehr interessantes, außergewöhnliches und lesenswertes Buch.

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    Liisas avatar
    Liisa
    A
    andreas1986vor 8 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

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