Rosa Ananitschev

 4,9 Sterne bei 14 Bewertungen
Autorin von Andersrum, In der sibirischen Kälte und weiteren Büchern.
Autorenbild von Rosa Ananitschev (©Privat)

Lebenslauf

Rosa Ananitschev (geb. Schütz) erblickte das Licht der Welt 1954 in einem deutschen Dorf in Westsibirien (Gebiet Omsk). 1992 kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Von Beruf ist sie Bibliothekarin (letzte Beschäftigung in der Stadtbücherei der Stadt Lüdenscheid) und befindet sich seit Dezember 2019 im Ruhestand. Veröffentlichungen: „Andersrum“ (Sarturia, 2014):  eine Novelle, die sich mit dem Thema Kindesmissbrauch befasst. Neuausgabe: ePubli, 2018. „In der sibirischen Kälte: Autobiografisches“ (Karina-Verlag, 2016). Außerdem ist Rosa Ananitschev Mitautorin in mehreren Sammelbänden. Die letzten zwei: „Über Mut - Über Leben: vom Opfer zum Helden“ (Q5 Verlag, 2019), Beteiligung mit „Offener Brief“; „ZwischenHeimaten“ (ostbooks, 2019), Beteiligung mit einem Auszug aus ihrem autobiografischen Buch.

Alle Bücher von Rosa Ananitschev

Cover des Buches Andersrum (ISBN: 9783746741130)

Andersrum

(9)
Erschienen am 10.07.2018
Cover des Buches In der sibirischen Kälte (ISBN: 9783903056855)

In der sibirischen Kälte

(3)
Erschienen am 02.05.2016
Cover des Buches Frauen schreiben wundervoll (ISBN: 9783981876819)

Frauen schreiben wundervoll

(2)
Erschienen am 26.10.2017
Cover des Buches Ehrlich: Ein Brief an meine Schwester (ISBN: 9783730957257)

Ehrlich: Ein Brief an meine Schwester

(0)
Erschienen am 24.10.2013
Cover des Buches Frauen schreiben wundervoll (ISBN: 9783981876826)

Frauen schreiben wundervoll

(0)
Erschienen am 27.11.2017
Cover des Buches In der sibirischen Kälte (ISBN: 9783730955109)

In der sibirischen Kälte

(0)
Erschienen am 14.10.2013

Neue Rezensionen zu Rosa Ananitschev

Cover des Buches In der sibirischen Kälte (ISBN: 9783903056855)
Enyaks avatar

Rezension zu "In der sibirischen Kälte" von Rosa Ananitschev

Enyak
Berührend und fesselnd zugleich

In ihrer Autobiografie "In der sibirischen Kälte" führt uns Rosa Ananitschev nach Russland, in das Dorf Schönfeld, wo sie mit sechs Geschwistern aufwuchs. Die Eltern waren strenggläubige Baptisten, was sich in der Erziehung widerspiegelte. Alles Fröhliche war nicht erwünscht.

Von Seiten der Mutter gab es wenig Wärme und offene Zuneigung, was aber die kleine Rosa so sehr gebraucht hätte. Sie war ein stilles Kind, schon in sehr frühen Jahren depressiv, was aber damals niemand erkannte. Dennoch suchte sie stets den Kontakt zu anderen Menschen, vermutlich, um der Trostlosigkeit und Enge des Elternhauses zu entfliehen. Als Rosa in die Schule kam, entdeckte sie die Welt der Bücher und ihr Talent zum Schreiben, beides ist ihr bis heute geblieben.
 

Sehr berührend schildert die Autorin in Momentaufnahmen Begebenheiten aus ihrer Kindheit und Jugend und schließlich ihr Ankommen in Deutschland,  Erinnerungen, die sich zu einem Ganzen konstituieren. Als Leserin kommt mir Rosa sehr nah. Ich erlebe ihre Ängste, ihre Traurigkeit, aber auch die kleinen schönen Augenblicke. Erlebe den Schock, als ein in früher Kindheit erfolgter und zunächst verdrängter Missbrauch an die Oberfläche kommt.
Beim Lesen von Rosas Geschichte wird deutlich, wie stark sie im Grunde ist, eine Kämpfernatur, die immer wieder die Hand ergriff, die das Leben ihr zuweilen hingestreckt hat. Es war ein langer Weg, doch heute ist Rosa Ananitschev eine Frau, die bei sich angekommen ist. Die ein gutes Leben mit ihrer Partnerin hat, wenngleich auch die alten Wunden nicht völlig verheilt sind.

Es ist kein leichtes Buch, es stimmt sehr nachdenklich, ruft Emotionen wach.
Alles das, was die Autorin beschreibt, hat mich stark berührt, auf sehr subtile Weise hat mich Rosa Ananitschev mitgenommen und durch ihr Leben geführt. Bewundernswert empfinde ich den Schreibstil. Mit ihrer ausdrucksvollen, zum Teil poetischen Sprache versteht sie es, Gefühle und Erlebnisse darzustellen, ohne zu überborden.
Diese Autobiografie birgt zudem viel zwischen den Zeilen, bricht mit dem Schweigen, legt dar, was man lieber nicht sehen möchte. Ein Buch, das Anerkennung und Aufmerksamkeit verdient.
 Von mir eine absolute Leseempfehlung.

Cover des Buches Andersrum (ISBN: 9783746741130)

Rezension zu "Andersrum" von Rosa Ananitschev

Ein LovelyBooks-Nutzer
Jeder braucht einen "Duh"!

Liest man von einer großen dunklen Gestalt, die sich in der Nacht auf das Bett eines schlafenden sechsjährigen Kindes setzt, greift sich vermutlich jeder zu Tode erschrocken ans Herz. Es ist der Albtraum aller Eltern, wenn es real geschieht und der Schrecken aller Kinder, deren Fantasie unheimliche Wesen unter ihrem Bett, im Schrank oder hinter der Tür vermuten lässt, sowie die Dunkelheit der Nacht alles zu grauen Schemen werden lässt.

Doch Lisa fürchtet sich nicht, sie vertraut der gesichtslosen Gestalt, denn der Fremde ist einfühlsam und versteht das Sehnen des Mädchens. Duh, so stellt er sich vor, verspricht ihr die Erfüllung ihrer Wünsche und schenkt ihr Lebensfreude. 

Duh erzählt Lisa von ihrer Seelenverwandten Asil auf einem fernen Planeten, auf den Duh wieder zurückkehren muss. Als ihn Lisa Jahre später in größter Not wiedersieht, gesteht sie ihm ihre größte Angst, ihre tiefste seelische Verletzung, ihr Trauma. Er bleibt an ihrer Seite, steht ihr bei und hilft ihr, sich einer abscheulichen Wahrheit vorsichtig zu nähern.

Es scheint fast, als seien Kinderseelen in der Lage, einen Kontrapunkt zur Bewältigung ihres Alltags zu erschaffen. Bedrohliche Monster, Projektionen ihrer Ängste, entstehen, um sie bewältigen zu lernen, aber auch erflehte Superhelden, die in echter Not ein wenig Beistand, Mut und Kraft schenken können, wo Eltern das Leid nicht bemerken können oder wollen. 

Diese zarte Novelle hat mir einmal mehr deutlich vor Augen geführt, dass jeder von uns ein Duh sein kann, nein, muss, wenn es gilt, Missbrauch an Kindern zu verhindern, ihnen beizustehen und ihnen unbedingtes Vertrauen zu schenken, wenn wir dabei versagt haben.

So leise und einfühlsam wie Rosa Ananitschev die Geschichte erzählt, kennt sie Duh persönlich und ich hoffe von Herzen, er konnte so lange wie nötig an ihrer Seite bleiben!

Cover des Buches In der sibirischen Kälte (ISBN: 9783903056855)
Martikats avatar

Rezension zu "In der sibirischen Kälte" von Rosa Ananitschev

Martikat
Kein bequemes, aber ein ehrliches und wichtiges Buch.

Rosa Ananitschev spricht in ihrem Buch Themen an, über die andere oft schweigen. Mich hat es sehr betroffen gemacht, aber auch zum Nachdenken gebracht. Es ist nicht einfach, über die Themen, über die sie schreibt zu sprechen, denn in der russlanddeutschen Community bevorzugt man oft über sie zu schweigen. Rosa ist nicht nur talentiert, sie ist auch mutig. Ich wünsche mehr Bücher, und vor allem, mehr von solchen mutigen Autorinnen wie Rosa. 

Gespräche aus der Community

So manches Mal kann es passieren, dass Verdrängtes plötzlich wieder an die Oberfläche gelangt und den Betroffenen zuweilen fassungslos zurücklässt. Vergessenes bleibt nicht immer vergessen, mag die Erinnerung an etwaig Schreckliches auch oft recht lange in uns schlummern; eine Handbewegung vielleicht oder ein unbedachtes Wort vermögen sie unversehens zu wecken und dann zeigen sie, dass sie nichts von ihrer Kraft eingebüßt haben.
Rosa Ananitschev versteht es meisterhaft, den Leser an der Hand zu nehmen und behutsam in die dunklen Erinnerungen eines Kindes hineinzuführen. Erinnerungen, die spät erst anklopfen und Einlass begehren. Doch auch Erinnerungen, die – so schmerzlich sie auch sein mögen – durch die Hand eines Freundes zum Verschwinden gebracht werden können. Aber wer, bitteschön, sollte dieser Freund denn sein …?

(Aus "Making of - Andersrum" des Verlages)

Verlost werden 5 Taschenbuchausgaben von "Andersrum"



116 BeiträgeVerlosung beendet
britta70s avatar
Letzter Beitrag von  britta70
Mein Buch mit der netten Widmung ist auch da. Herzlichen Dank! Ich poste in Kürze :-)

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