Rosa Berg

 4.4 Sterne bei 11 Bewertungen

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Teddybär, Teddybär, dreh dich um ...

Teddybär, Teddybär, dreh dich um ...

 (11)
Erschienen am 27.07.2015
Der rote Faden

Der rote Faden

 (0)
Erschienen am 15.11.2017

Neue Rezensionen zu Rosa Berg

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Rezension zu "Teddybär, Teddybär, dreh dich um ..." von Rosa Berg

Packend ab der ersten Seite
gaby2707vor 10 Monaten

Von ihrer Mutter Elisabeth finanziert, lebt die dicke, ungepflegte 26-jährige Hanna Malchau im Wohnwagen als Dauercamperin auf dem Campingplatz. Hannas geistig behinderte Tochter Tonja wird indes von Elisabeth aufgezogen. Als Hanna immer wieder Teddybären mit verstörenden Nachrichten vor ihrem Wohnwagen findet, meint sie ihre Tochter entführen und so schützen zu müssen.

Kommissarin Nina Hecker und ihr Kollege Thilo Sander, der Hanna als ehemaliger Streetworker kennengelernt hat, ermitteln in diesem Entführungsfall und dringen immer weiter in die familiären Verhältnisse ein und bringen Scheußlichkeiten ans Tageslicht, mit denen sie nie gerechnet hätten...


Rosa Berg schafft es in ihrem Debütthriller von Anfang an ein düsteres Szenario zu schaffen, das sich verdichtet, je näher man der Lösung des Falles kommt. Eingestreute Textpassagen, die auf häuslichen Missbrauch schließen lassen und die ich erst zum Schluss richtig deuten konnte, fachen die Spannung weiter an und bringen Unglaubliches ans Tageslicht.


Hannas Welt, geprägt von Alkohol, Zigaretten, auch Drogen und Diebstählen für den täglichen Bedarf, stellt sie ganz an den Rand unserer Gesellschaft. Beim Blick in ihren Wohnwagen hat es mich geschüttelt. So sollte kein mensch leben müssen. Es war schwer, Sympathie für sie zu entwickeln. Aber je weiter die Handlung fortschreitet, umso vertrauter wurde sie mir, hatte ich Mitleid mit ihr. Schlimm für sie fand ich die Erkenntnis, dass sie ihre Tochter trotz all der Liebe, die sie für sie empfindet, nicht versorgen kann.

Auch die anderen Charaktäre machen es mir schwer sie zu mögen. Ausser Thilo Sander – der Kommissar und ehemalige Streetworker geht so ganz anders an den Fall heran. Bei ihm bin ich mir sicher, der schafft das schon. Im Gegensatz zu seiner Kollegin, die hier und da überreagiert, gerne mal die Waffe zückt und ich immer gehofft habe, dass sie sich dann doch noch zusammenreißen kann. Aber mit der Zeit kam ich auch mit ihr zurecht und habe teilweise verstanden, warum sie tut, was sie tut.


Der Schreibstil ist fesselnd und spannend und die Seiten fliegen nur so dahin. Spuren tun sich auf, halten aber einer Prüfung nicht stand. Ich kann gut miträtseln und mitfiebern, bin immer sehr nahe an den Kommissaren dran, was auch an den vielen Dialogen liegen mag. Ich schaue in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele und frage mich, wie ein Mensch das alles verkraftet.


Ein verstörender Psychothriller mit kleinen Schwächen, aber viel Potential für die neuen Ermittler.

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Rezension zu "Teddybär, Teddybär, dreh dich um ..." von Rosa Berg

deprimierend
fredhelvor 3 Jahren


Der hier vorliegende Roman ist eine sehr beklemmende Darstellung von sozialem Abstieg und Inzest.
Elisabeth stammt aus einer guten Familie, doch als sie sehr früh schwanger wird, drängt ihr Vater sie zu einer Heirat mit einem Kraftfahrer seiner Spedition. Elisabeths Tochter Hanna gerät dann schon früh in den Teufelskreis von Drogen und Prostitution, wird ebenfalls als Teenie schwanger und bringt eine behinderte Tochter zur Welt. Weil sie das Baby in den Müll geworfen hat, darf sie das Kind nur noch selten, und dann auch nur unter strengster Aufsicht des Jugendamtes treffen.
Doch Hanna wird gestalkt. Vor der Tür ihres baufälligen Wohnwagens findet sie immer wieder Teddys und Fotos mit Morddrohungen, die ihre Tochter zeigen. In einer Kurzschlusshandlung entführt sie ihr eigenes Kind. Es wird schön beschrieben, wie groß ihre Mutterliebe ist, die ebenso erwidert wird, aber auch, wie Hanna an der Realität scheitert. Sie kann ihr Kind nicht versorgen und auch trotz aller Liebe nicht mit ihr umgehen.
Man braucht starke Nerven für dieses Buch, denn es reißt den Leser in die unterste Schicht menschlichen Daseins. Überleben ohne Geld, wohnen in Exkrementen. Die Handlung an sich bietet eine gewisse Spannung, doch ist die ermittelnde Kommissarin ein cholerischer Widerling. Sie handelt gegen das Gesetz und gegen besseren Wissens. Sie ist eine Gefahr für sich und alle um sie herum. Ich finde ihren Charakter einfach nur unrealistisch.
Mich hat dieser Krimi stellenweise abgestoßen und hinterher sehr deprimiert zurückgelassen. Andere Leser sollten wissen, worauf sie sich einlassen.

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Rezension zu "Teddybär, Teddybär, dreh dich um ..." von Rosa Berg

Ein Teddybär, der Angst macht…
janakavor 3 Jahren

Hanna Malchau ist mit ihren 26 Jahre eine Außenseiterin, die gelegentlich Drogen und Alkohol zu sich nimmt. Würde ihre Mutter ihr nicht die Miete für einen Wohnwagen auf einem Campingplatz zahlen, würde sie als Obdachlose ihr Dasein fristen. Ihre Tochter Tonja darf sie nur unter Aufsicht des Jugendamts sehen. Einzig zu Nachbar Oskar hat sie näheren Kontakt.
Und dann tauchen auf einmal Teddybären und Grablichter vor ihrem Wohnwagen auf, sie fühlt sich und das Leben von Tonja bedroht. Um sie zu schützen entführt Hanna ihre Tochter…
Kommissar Thilo Sanders und sein Kollegin Nina Hecker ermitteln in diesem Fall und bringen Grausames ans Tageslicht.
In einem zweiten Erzählstrang berichtet ein kleines Mädchen von ihrer großen Angst, wenn der Teddybär auftaucht. Hier geht es um Kindesmissbrauch… wer ist dieses kleine Mädchen?

"Teddybär, Teddybär, dreh dich um" von Rosa Berg ist ein gelungenes Debüt und spannend von Anfang an. Die Autorin baut gleich am Anfang eine düstere Grundstimmung auf, die einen guten Hintergrund zu dieser traurigen und grausamen Geschichte bildet.
Der Schreibstil ist fesseln und spannend, immer wieder fließen kleine Andeutung der Autorin ein, dass man gut miträtseln kann. Aber vorsichtig, manche Hinweise sind auch nur Ablenkungen.

Die Charaktere sind authentisch und wecken nicht nur Sympathien in mir. Einzig Thilo Sander ist eine Person, die ich von Anfang an mag, und ich konnte mich gut in ihn hineinversetzen. Seine Kollegin Nina Hecker hat manchen "Wutausbruch" in mir hervorgerufen, wobei ich sie nach und nach auch verstehe und ihr wohlgesonnener bin. Hanna hat mir einfach nur Leid getan, sie hatte nie eine Chance, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Durch ihr liebloses Elternhaus hat sie ein Trauma erlitten, was nie richtig aufgearbeitet wurde.

Fazit:
Dieses spannende Debüt kann ich nur jeden Thriller-Leser empfehlen, denn hier ist eine düstere Stimmung mit einem mysteriösen Fall und interessanten Ermittlern vereint.

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Gespräche aus der Community

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Liebe Leserinnen und Leser,
heute laden wir euch ein, mit uns in menschliche Abgründe abzutauchen und den Thriller „Teddybär, Teddybär, dreh dich um ...“ von Rosa Berg zu lesen.

Zum Inhalt:

Es gibt nur zwei Menschen im verpfuschten Leben von Hanna Malchau, die ihr etwas bedeuten: Ihre Tochter Tonja, die sie nicht sehen darf, und Otto, der im Wohnwagen nebenan lebt. Wenn er unter Hannas Bettdecke kriecht, um sich zu wärmen, achtet er darauf, dass ihn niemand beobachtet, denn Hanna ist ein Outlaw, sogar auf dem Campingplatz.

Als Hanna Morddrohungen erhält, weiß sie sich nicht anders zu helfen, als sich an Kommissar Jan Sander zu wenden, der sie wegen kleinerer Delikte schon mehrmals festgenommen hat, aber Sander kann nichts für sie tun, denn es gibt keine Beweise. Möglicherweise hat Hanna sich alles nur ausgedacht? Er schenkt ihr erst Glauben, als sie Amok läuft und ihre Tochter entführt.

http://www.ksb-media-thrill-horror.de/thriller.html

Wir verlosen 10 Exemplare unter allen, die uns folgende Frage beantworten:

Wie heißt Hannas Tochter?

Die Bewerbungsfrist endet am 4. November 2015.

Für die Teilnahme an der Leserunde ist es verpflichtend, eine Rezension zu schreiben.

Wir freuen uns auf euch und diese Leserunde!
Euer KSB-Team

Letzter Beitrag von  KSB_MediaGmbHvor 3 Jahren
Eine tolle Rezension - wir haben zu danken!
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