Rosa Ribas , Sabine Hofmann Die große Kälte

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Inhaltsangabe zu „Die große Kälte“ von Rosa Ribas

Dunkel wie der Winter. Kalt wie der Schnee. Barcelona, 1956: Ausgerechnet im kältesten Winter seit Jahrzehnten wird die junge Journalistin Ana Martí in ein entlegenes Bergdorf in Aragonien geschickt, um über ein Mädchen mit Stigmata an Händen und Füßen zu berichten. Von den Dorfbewohnern wird die kleine Isabel wie eine Heilige verehrt. Ana hingegen ist skeptisch. Aber noch ehe sie dem Geheimnis der Wundmale auf die Spur kommt, wird auf dem schneebedeckten Waldboden die Leiche eines anderen Mädchens gefunden. Offenbar nicht das erste Kind, das in Las Torres unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen ist. Der neue Fall für die Journalistin Ana Martí, die im Spanien der Franco-Zeit ermittelt: spannend, voller Atmosphäre und von archaischer Kraft.

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    Die große Kälte

    Girdie

    27. May 2016 um 12:08

    Schnee und Eiseskälte in Katalonien im Winter 1956 spielen direkt in die Handlung des Romans „Die große Kälte“ von Rosa Ribas und Sabine Hofmann hinein. Denn die in Barcelona lebende junge Journalistin Ana Marti wird in das kleine Dorf Las Torres in den Bergen Aragoniens geschickt. Der dortige Pfarrer hat sich bei der Zeitung, bei der Ana beschäftigt ist, gemeldet und davon erzählt, dass dort seit geraumer Zeit ein Mädchen Stigmata an Händen und Füßen aufweist. Für die Bewohner ist das ein Wunder, doch Ana glaubt nicht an so was. Sie macht sich auf die Reise mit dem festen Entschluss, den Schwindel aufzudecken. Im Ort stößt sie bei ihren Fragen nur auf Schweigen. Nachdem sie gerade beschlossen hat, wieder nach Barcelona zurück zu kehren, wird ihr über Nacht wegen erneuten starken Schneefalls der Weg abgeschnitten. Dann stirbt ein Kind und es ist nicht das erste in den letzten Jahren. Ana wird dadurch veranlasst, nicht aufzugeben. Wird sie die Geheimnisse um die Wundmale und den Tod der Kinder lüften können?Ana, die unter Pseudonym schreibt, weil weibliche Journalistinnen zur damaligen Zeit nicht gern gesehen sind, fühlt sich der Wahrheit und seriöser Berichterstattung verpflichtet. Es ist für sie nicht leicht, mit den Menschen in Las Torres zurecht zu kommen. Zu tief sind hier Glauben und Gemeinschaft verankert. Tonangebend sind der Bürgermeister, der Pfarrer und vor allem ein Großgrundbesitzer und Unternehmer. Ihren Worten beugen die Einwohner sich, weil sie sonst mit Benachteiligungen für sich und ihre Familie rechnen. Ihre Armut verbunden mit Unkenntnis und der Abgeschiedenheit des Ortes bringen sie in eine nicht revidierbare Abhängigkeit. Politisch stehen sie hinter der Herrschaft Francos, Aufwiegler werden gemeinschaftlich verfolgt. Größere Probleme und Sorgen werden hinter verschlossenen Türen diskutiert, kommen aber unterschwellig ans Tageslicht und manifestieren sich in Sprüchen und Kinderliedern. Als Prolog und zwischen den Kapiteln finden sich immer wieder kurze Einschübe in kursiver Schrift. Sie geben die Gedankengänge eines der Charaktere wieder und stärken den Eindruck des Lesers, dass neben dem Mysterium der Stigmata ein weiteres Geheimnis über allem liegt. Die Begründungen für die Handlungsweisen der einzelnen Charaktere fand ich glaubwürdig. Das Wunder der Stigmata könnte aus dem unbedeutenden Dorf einen bekannten Wallfahrtsort machen, was gewisse Vorteile für unterschiedliche Personen bringt. Steht im ersten Teil des Romans die Enttarnung des vermuteten Schwindels im Vordergrund ändert der Tod eines Mädchens alles. Ana kommt ein ungeheuerlicher Verdacht, ein Geheimnis das scheinbar jeder im Ort kennt, aber niemand ausspricht. Immer mehr gelingt es Ana hinter die Fassade des Schweigens zu schauen. Doch von denjenigen, von denen sie Unterstützung erhält und die ihr langsam sympathisch werden, wird sie teilweise enttäuscht.Der Erzählstil ist angenehm, die Handlung fließt eher ruhig, meiner Meinung nach im mittleren Teil ein wenig sehr gemächlich. Die Autorinnen bauen mit den unterkühlt wirkenden Figuren und der Eiseskälte des Winters einen passenden Rahmen für ihre mysteriöse Geschichte. Ana muss förmlich in jeder Richtung das Eis brechen. Das von allen vertuschte Geschehen wird bereits am Beginn des Romans angedeutet und erst nahezu am Ende des Buchs aufgedeckt. Wer einen gut konstruierten, ansprechenden Roman lesen möchte, ist hier richtig. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.

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  • Stigmata

    Die große Kälte

    serendipity3012

    25. May 2016 um 08:28

    Stigmata Barcelona, 1956: Ana Martí ist Journalistin und wird von Barcelona aus in ein abgelegenes Dorf geschickt, da dort bei einem jungen Mädchen Stigmata, die Wundmale Jesu, aufgetaucht sein sollen. Ana ist skeptisch, an ein Wunder glaubt sie nicht. Im Dorf allerdings trifft sie erst einmal auf Schweigen: Der Frau aus der Großstadt möchte man zunächst ungern Auskunft geben und Ana muss das Vertrauen der Dorfbewohner erst einmal gewinnen. Sie kommt in einer Pension bei der Witwe Aurelia unter, die nicht nur ihren Mann, sondern auch ihre Tochter verloren hat. Diese war ungefähr so alt wie Isabel, das Mädchen mit den Stigmata. Sollte es einen Zusammenhang geben? Es dauert, bis Ana Isabel endlich besuchen darf und der Lösung um das Rätsel der Wunden des Mädchens schließlich näher kommt. Ungewöhnlich niedrige Temperaturen und anhaltender Schneefall führen schließlich dazu, dass Ana festsitzt und letztendlich selbst in Gefahr gerät.„Die große Kälte“ der beiden Autorinnen Rosa Ribas und Sabine Hoffmann ist der zweite Teil einer Reihe um die Journalistin Ana Martí. Beide schreiben Teile der Geschichte in ihrer Muttersprache und jede übersetzt dann aus der anderen Sprache in die eigene, so dass dann eine spanische und eine deutsche Version vorliegen.Schon der erste Teil „Das Flüstern der Stadt“ war eine atmosphärische Kriminalgeschichte, die von ihren Charakteren lebte und sich Zeit nahm, diese zunächst vorzustellen und dann nach und nach die gelegten Fährten zu verfolgen und das Rätsel letztendlich zu lösen. Nun hatte das erste Buch aber auch ca. 200 Seiten mehr Umfang, der unter anderem dafür genutzt wurde, in die Geschichte einzuführen und mehr Handlungsstränge einzubinden. „Die große Kälte“ konzentriert sich im Gegensatz dazu sehr auf Ana und ihre Recherchen, auf das Leben im Dorf, ihre Beobachtungen und den Fall und ist in dieser Hinsicht eher fokussiert. Es ist natürlich Geschmackssache, ob man den Roman vorzieht, der öfter mal zur Seite blickt, bei dem man beim Lösen spezieller Probleme dabei ist (in „Das Flüstern der Stadt“ war es die Sprachwissenschaftlerin Beatriz, deren Arbeit der Leser genau verfolgen konnte) und der sich auch auf Nebenschauplätze begibt. Oder ob man den neuen, zielstrebiger erzählten Fall bevorzugt.Wenn ich einen Krimi lese, dann interessieren mich vor allem zwei Dinge: Zunächst einmal die Menschen und ihre Befindlichkeiten, ihre Gefühle, die am Ende dazu führen können, dass sie einen Mord begehen. Ihre Beziehungen. Und zweitens mag ich es, den Ermittlern beim Lösen des Rätsels zuzuschauen, beim Folgen der Fährten, auch der falschen, beim Ausknobeln. Ich mag es außerdem, wenn Ermittler ein Privatleben haben und echte Menschen sind, nicht nur Kommissare oder andere Ermittler, die nur aus dieser einen Eigenschaft zu bestehen scheinen. Ein guter Krimi soll mehr sein als sein Kriminalfall. Nichts davon spricht gegen „Die große Kälte“. Der Roman ist unterhaltsam, die Protagonistin sympathisch, die Lösung des Falls ist aber nicht eben besonders überraschend oder innovativ, insgesamt ist der Krimi eher solide. Die Abgeschnittenheit von der Außenwelt etwa ist ein Motiv, das zwar Spannung erzeugt, neu ist es natürlich ganz und gar nicht. Leider spielen Anas Cousine Beatriz und ihre linguistischen Kenntnisse hier nur eine geringe bzw. gar keine Rolle. Das Franco-Regime, das herrscht, bringt sich nur dann in Erinnerung, wenn es darum geht, was Ana schreiben darf und was nicht. Es gibt nur einen Handlungsstrang. Leider fehlen bei „Die große Kälte“ all jene Attribute, die mich bei „Das Flüstern der Stadt“ so begeistert haben. Hoffentlich darf Beatriz im dritten Band der Serie wieder mitermitteln, hoffentlich gibt es dort wieder mehrere Handlungsfäden. „Die große Kälte“ ist ein solider, durchaus atmosphärischer Krimi ohne allzu große Überraschungen, reicht an seinen Vorgänger aber leider nicht heran.

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