Rose Hajdu , Dietrich Heißenbüttel Theodor Fischer. Die Stuttgarter Jahre

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Inhaltsangabe zu „Theodor Fischer. Die Stuttgarter Jahre“ von Rose Hajdu

Die Publikation „Theodor Fischer. Die Stuttgarter Jahre“ will das Werk des bedeutenden deutschen Architekten und Städtebauers in der Periode seiner größten Wirksamkeit wieder ins Bewusstsein rücken und auf seine Aktualität befragen. In der frühen Moderne, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, gab es kaum einen einflussreicheren Architekten als Theodor Fischer. Keiner hat so schnell alle neuen Entwicklungen der Zeit, von der Gartenstadtbewegung bis zum englischen Landhaus, das neue Material Stahlbeton, die Kirchen- und Schulreform aufgegriffen, eigenständig verarbeitet, aber auch ganz eigene Impulse gesetzt. Als „eigentlicher Erzieher einer ganzen Architektengeneration“ (Fritz Schumacher) hat er die frühe Entwicklung der Moderne wie kein anderer Baumeister geprägt. Zu seinen Schülern gehörten nicht nur die Architekten der „Stuttgarter Schule“, unter anderem Paul Bonatz und Martin Elsaesser, sondern auch eminente Vertreter der Moderne wie Bruno Taut, Ernst May, Erich Mendelsohn oder Hugo Häring. Die Stuttgarter Jahre: 1901 kam Theodor Fischer nach Stuttgart. Es war der Beginn seiner Lehrtätigkeit und für seine Entwicklung als Architekt die fruchtbarste Zeit, nachdem er zuvor schon als Stadtplaner in München die Leitlinien entwickelt hatte, nach denen sich die bayrische Landeshauptstadt im nächsten halben Jahrhundert entfalten sollte. Mit fast jedem neuen Bau schlägt der Architekt in seiner Stuttgarter Zeit neue Seiten auf. Im Gegensatz zur vorangegangenen historistischen Architektur, aber auch zum Jugendstil, der ihm als bloß dekorativ nicht ausreicht, plant Fischer, von den jeweiligen Anforderungen ausgehend, immer von Grund auf neu: In Gaggstatt gelangt er zu einer völlig neuen Organisation des Kirchenraums. Die Heusteigschule hat weit über Stuttgart hinaus vorbildlich gewirkt. Die Reutlinger Arbeitersiedlung Gmindersdorf lässt sich als erste Gartenstadt Deutschlands begreifen. Eine heute weitgehend zerstörte Lagerhalle in der Stuttgarter Talstraße war einer der ersten Stahlbetonskelettbauten. Fischer begnügte sich nicht damit, Aufträge anzunehmen. Er schrieb den Aufsatz: „Was ich bauen möchte“ und fand einen Mäzen in Louis Laiblin, dem Erben eines Pfullinger Papierfabrikanten, und einen weiteren in Gustav Siegle aus Stuttgart. So entstanden die Pfullinger Hallen, der Schönbergturm, Laiblins Residenz Erlenhof, in beiden Orten Arbeiterhäuser und in Stuttgart das Gustav- Siegle-Haus. Als Fischer Stuttgart 1908 wieder verließ und nach München zurückkehrte, war er Vorsitzender des neu gegründeten Deutschen Werkbunds. Aktuell wie nie: Fischers Werk seiner Stuttgarter Jahre ist nie angemessen gewürdigt worden: Der nachfolgenden Generation war er zu wenig radikal. Den Nationalsozialisten setzte er beherzt seine eigenen Ansichten entgegen. In der Nachkriegszeit galt seine Architektursprache bereits als veraltet. Erst Winfried Nerdinger hat sein Gesamtwerk 1989 wieder in den Blickpunkt gerückt. Dabei ist Fischer heute so aktuell wie nie. Seine Kritik an den Reißbrettplanungen der Investoren, seine Betonung von Maßstäblichkeit und Ortsbezug können, richtig verstanden, heute unvermindert als vorbildlich gelten. Eine Bestandsaufnahme in Fotografien von Rose Hajdu und Texten von Dietrich Heißenbüttel: Verglichen mit seiner späteren Tätigkeit in München hat Theodor Fischer in seiner Stuttgarter Zeit nicht sehr viel gebaut. Zum Teil kaum bekannt, wie zwei Wohnhäuser in Tübingen oder die Arbeiterhäuser im Stuttgarter Leonhardsviertel, sind viele seiner Bauten jedoch erstaunlich gut erhalten, einige wurden nach dem Krieg in veränderter Form von seinen Schülern wieder aufgebaut. Drei Kirchen, drei Schulen, zwei sogenannte Volkshäuser, vier Unternehmer-Villen, Arbeiterwohnhäuser in Reutlingen-Gmindersdorf, Stuttgart und Pfullingen sowie solch einzigartige Bauwerke wie der Schönbergturm bei Pfullingen, genannt „Pfullinger Onderhos“, und das Stuttgarter Kunstgebäude wird dieses Buchprojekt in Fotografien von Rose Hajdu vor Augen führen, erläutert in fachkundigen Texten von Dietrich Heißenbüttel. Sie zeigen, wie Theodor Fischer die verschiedenen Bauaufgaben bearbeitet hat. Eine Bestandsaufnahme, die nicht nur dem lange vergessenen Baumeister der frühen Moderne Gerechtigkeit widerfahren lässt, sondern darüber hinaus seine Lehren für die heutige Zeit fruchtbar machen will. Die Autoren: Rose Hajdu, freie Fotografin mit den Schwerpunkten Architekturfotografie, Denkmalpflege, Archäologie und Kunst, war 1978–81 Amtsfotografin des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg. Sie ist zuletzt mit drei Bänden über die Fischer-Schüler Paul Bonatz und Martin Elsaesser hervorgetreten. Dietrich Heißenbüttel, freiberuflicher Kunsthistoriker, Journalist und Dozent der Universität Stuttgart hat sich zuerst 2012 anlässlich des 150. Geburtstags von Theodor Fischer mit dem Werk des Architekten beschäftigt und darüber in der Schwäbischen Heimat publiziert. Er schreibt regelmäßig zu Themen der Architektur und Kunst, u.a. für die Stuttgarter Zeitung, die Esslinger Zeitung, die Kontext:Wochenzeitung und eine Reihe von Zeitschriften. Die Publikation erscheint in Kooperation mit dem Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg (www.fotomarburg.de) und wird von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg unterstützt. Sie ist allerdings zudem auf das Engagement weiterer Sponsoren oder auf andere Formen der Unterstützung wie Anzeigen und Buchbestellungen angewiesen. Interessenten wenden sich bitte an den Ernst Wasmuth Verlag.

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