Rose Kleinknecht-Herrmann Frust, Revolte und Normalitaet: Die Leiden des Lehrers Wolfgang Fink

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Inhaltsangabe zu „Frust, Revolte und Normalitaet: Die Leiden des Lehrers Wolfgang Fink“ von Rose Kleinknecht-Herrmann

Schulroman "Ich selbst könnte nur stockend vorbringen, was mich bedrückt, am allerwenigsten wortreich am Bildschirm vor einem Interviewer. Meine Rede wäre mit Angst durchsetzt, zögernd, farb- und glanzlos und unscheinbar. Ich trage keine Plakate vor mir her, meine Befindlichkeit ist nicht werbewirksam, ich kann nicht demonstrieren für mehr Rechte. Ich teile mich ja niemandem mit und äußere mich höchstens über mein Unterbewusstsein in Form von Angstschreien, die meine Frau bereits aus dem gemeinsamen Schlafzimmer vertrieben haben."

spannend, interessant und schockierend

— Anneja
Anneja

Interessante Auseinandersetzung mit dem Schulsystem der 60er, 70er und 80er Jahre.

— Lilith79
Lilith79

Starker Charakter!

— romi89
romi89

Ein ungewöhnliches Buch, das anspruchsvoll zu lesen ist und zum Nachdenken anregt.

— catly
catly

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  • Die Lasten eines Lehrer´s

    Frust, Revolte und Normalitaet: Die Leiden des Lehrers Wolfgang Fink
    Anneja

    Anneja

    25. January 2017 um 18:25

    Wenn man an die Schule denkt fallen einen sofort 2 Wörter ein, Lehrer und Ferien. Das erste war verhasst und das andere geliebt. Doch warum hatten wir gegen einige Lehrer etwas, verspotteten sie sogar? Während wir andere Lehrkräfte förmlich vergötterten und es uns nicht mit ihnen verscherzen wollten. War es ihr Auftreten oder war es weil er einfach ein langweiliges Fach lehrte?Dies muss wohl jeder für sich wissen.Schon nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, begann ich ein schlechtes Gewissen zu bekommen, welches sich bis zum Ende hinzog. Denn das Gelesene zeigte mir wie viel Kraft ein/-e Lehrer/-in heute aufbringen muss überhaupt den Unterricht ohne Ängste durchzustehen. Die Jugend von heute wird nicht leichter und auch der Umgang miteinander wird immer rauer. Wer nicht up to date ist fliegt bei den Schülern raus und kann nicht mal etwas dagegen machen.Auch zeigte mir das Buch wie viele Regeln ein Lehrer gegenüber den Schülern hat. Die Liste ist lang und wird je nach neuen Paragraphen nur noch länger. Hin gegen haben die Schüler kaum noch Regeln. Außer der Pflicht anwesend zu sein, interessiert es die wenigsten was vorne an der Tafel geschieht. Dies klingt alles sehr weit hergeholt, sind aber Eindrücke die ich durch das Buch gewann.Nun zu Wolfgang Fink, dessen Leben wir verfolgen dürfen. Wir erleben ihn als einen Schatten, der sich an die Masse angepasst hat und gar nicht mehr auffällt. Doch wie kommt es dazu das ein Lehrer den Spaß am Lehren verliert und ihm selbst seine Freizeit zuviel wird. Die Antwort lautet Stress. Denn sein Leben ist nicht gerade einfach. Da wären die vermögenden Freunde mit eigener Sauna, seine Frau die dazu gehören will und seine Arbeit als Lehrer. Wir dürfen erleben wie Herr Fink immer mehr zu Grunde geht, bis er zudem wurde was er jetzt ist. Ein Schatten seiner Selbst.Ich hatte eine sehr grobe Schreibweise erwartet, wurde aber mit einer zugänglichen und detailreichen mehr als überrascht. Teilweise so sehr das mich die Gefühle überrannten und ich für den einen oder anderen Lehrer, aus meiner Vergangenheit, eine Träne vergoss. Auch die Abwechslung der Sichtweisen war verblüffend und schockierend zu gleich. Egal ob vom Spitzen-Lehrer bis zum Direktor, über alle erfährt man etwas.Ein sehr berührendes Buch, das einen klar macht das Lehrer auch nur Menschen sind und das man das Schulsystem in das 21.Jahrhundert holen sollte. 

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  • Aussergewöhnlicher Titel, außergewöhnliches Buch

    Frust, Revolte und Normalitaet: Die Leiden des Lehrers Wolfgang Fink
    Lilith79

    Lilith79

    27. November 2016 um 16:55

    Auf das Buch "Frust, Revolte und Normalität - Die Leiden des Lehrers Wolfgang Fink" von Rose Kleinknecht-Herrmann bin ich vor allem durch das Cover und den doch eher außergewöhnlichen Titel aufmerksam geworden. Das Buch ist von Rose Kleinknecht-Herrmann, die selbst von 1946 bis 1985 in Paris und Stuttgart unterrichtet hat, aus Sicht des alternden Lehrers Wolfgang Fink geschrieben. Fink erzählt in der Ich-Perspektive über sein Berufs-Privatleben als Lehrer an einem Gymnasium. Wann genau die Ereignisse spielen ist dabei nicht immer ersichtlich, insgesamt deckt das Buch aber wohl das System von den 60ern bis 80ern ab. Wolfgang Fink ist dabei kein übermäßig sympathischer Ich-Erzähler, er ist frustriert, demotiviert und auch in seine Ehe mit Ehefrau Ute hat sich Frust und Resignation eingeschlichen, ebenso in das konfliktbehaftete Zusammenleben mit seinen beiden Kindern im Teenager Alter. Fink kann wohl durchaus als "gescheiterte Existenz" beschrieben werden, der durch den Jahrzehntelangen Schulbetrieb so zermürbt ist, dass er einen damals noch vollkommen unbekannten "Burnout" erleidet. Mitgefühl für ihn zu empfinden fällt einerseits durchaus sehr leicht, beschreibt er sein Leiden doch so glaubhaft, dass man durchaus "mit leidet", andererseits ist es doch fast unmöglich seine Sicht auf die Welt und seine Mitmenschen nachzuvollziehen, denn Wolfgang Fink sieht sich eigentlich immer als Opfer der Umstände, des Systems und sein Blick auf seine Mitmenschen ist auch oft eher grausam und lieblos, zumindest schonungslos. Eine ambivalente Gestalt und damit ein hervorragender Protagonist, wenn auch eher ein Anti-Held. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, man lernt sehr viel über das Schulsystem und gesellschaftliche Fragen aus der Generation, die knapp vor meiner Schulzeit lag (ich bin erst 1979 geboren), aber auch über die Probleme bei der Aufarbeitung des Nationalsozialismus im Schulbetrieb, vor allem was Lehrer angeht, die die damalige Zeit noch miterlebt haben. Ein Roman ist das Buch wohl eher nicht, eher eine Geschichte die schildert, wie einer an seiner Umwelt scheitert. 4 Sterne gibt es von mir lediglich deswegen, weil ich die ersten zwei Drittel geringfügig besser fand als das Ende, das sich ein bisschen im Sande verläuft.

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  • Starker Charakter - ausßergewöhnliches Werk!

    Frust, Revolte und Normalitaet: Die Leiden des Lehrers Wolfgang Fink
    romi89

    romi89

    15. November 2016 um 15:47

    Der Roman "Frust, Revolte und Normalität: Die Leiden des Lehrers Wolfgang Fink" ist ein sehr emotional und authentisch geschriebenes Werk.Die Hauptfigur Wolfgang Fink schildert in der Ich- Perspektive ehrlich und offen - wenn auch oft etwas mürrisch und pessimistisch - seinen Alltag mitsamt seiner inneren Zerissenheit bezüglich seiner Gedanken und Gefühle betreffend die Gesellschaft in der er lebt und das Schulsystem, in dem er arbeitet. Man fühlt sich schnell ein in seine Sicht auf die Dinge - kann manches sehr gut nachvollziehen, anderes weniger (bspw. seine teilweise abwertende Art seiner Umgebung gegenüber).Trotz allem empfand ich ihn als sympathischen Zeitgenossen mit "typischen" Pädagogenproblemen.Sprachlich ist die Story gehoben, aber gut verständlich niedergeschrieben. Oft muss man auch schmunzeln über die wunderbaren Beschreibungen.Ich fühlte mich vielfach an meine eigene Schulzeit erinnert. Man reflektiert automatisch das Gelesene mit den eigenen Erfahrungen.Alles in allem ist das Buch ein wertvolles Stück Literaturgeschichte mit sehr interessantem und realitätsnah dargestelltem Inhalt!

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  • Lehreralltag

    Frust, Revolte und Normalitaet: Die Leiden des Lehrers Wolfgang Fink
    catly

    catly

    02. November 2016 um 20:45

    Das Buch ist einzigartig. Am Anfang bin ich ihm eher mit gemischten Gefühlen entgegengetreten, aber nun da ich fertig bin, kann ich sagen, dass es wirklich außergewöhnlich und gut gelungen ist. Der Lehrer Wolfgang Fink beschreibt seine Gedanken und detailgenauen Beobachtungen der Gesellschaft, des Schulsystems und der Menschen seiner Umgebung aus der Ich-Perspektive. Daher kann man sich sehr gut in ihn hineinversetzen. Manche seiner Stellungen habe ich als Leser hinterfragt und anders gesehen, aber alles in allem versteht man seine Person sehr gut. Obwohl er bemitleidenswert ist und teilweise abwertend seiner Umgebung gegenüber, fand ich ihn meist sympathisch. Das die Autorin selbst unterrichtet hat und laut ihrer Aussagen die Personen in dem Roman mehr oder weniger aus dem wahren Leben gegriffen hat, macht die Geschichte noch authentischer und stellt einen guten Realitätsbezug her. Die gehobene Sprache und der mit einigen Fremdwörtern durchsetzte Text, kombiniert mit den ernsten Hintergrundthemen, erfordern einige Konzentration und viel Aufmerksamkeit beim Lesen. Aber der gewählte, literarisch hochwertige Sprachstil passt meiner Meinung nach hervorragend zum Thema des Buches. Besonders gefallen haben mir die genaue Beobachtung und die Gedanken zur gesellschaftlichen Entwicklung und des Schulsystems, die mich über einiges zum Nachdenken gebracht haben (zum Beispiel über die schon früh unterstützte Sexualität der Jugend oder das Verhalten der Jugend gegenüber den Älteren). Mit dem Thema Nachkriegszeit und Kriegstraumata konnte ich persönlich nicht so viel anfangen, da dies meine Generation nicht mehr direkt betrifft. Auch an meine eigene Schulzeit und das dortige Verhältnis zu den Lehrern musste ich denken. Fazit: Ein anregendes Buch für alle, die eine Lektüre abseits den gewohnten Genres suchen.

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  • Aus dem Leben eines Lehrers

    Frust, Revolte und Normalitaet: Die Leiden des Lehrers Wolfgang Fink
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    25. October 2016 um 18:07

    Dies ist ein eher ungewöhnliches Buch und eine Bewertung ist mir nicht ganz leicht gefallen, dennoch kann ich am Ende sagen, dass es die 5 Sterne voll und ganz verdient hat.Es geht um den Lehrer Wolfgang Fink und sein Leben. Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird, gelingt es dem Leser gut, sich in Wolfgang hineinzuversetzen. Da der Schreibstil meiner Meinung nach allerdings etwas ungewöhnlich ist, braucht man etwas länger um durch das Buch zu kommen. Es ist eine eher gehobene Ausdrucksweise. Außerdem kommt hinzu, dass die Seiten sehr voll beschrieben sind.Mir hat dieses Buch ob seiner Ungewöhnlichkeit sehr gut gefallen. Ich mochte die Geschichte rund um Wolfgang Fink sehr gerne und fühlte mich teilweise an meine Schulzeit erinnert. Das Buch weckt also auf jeden Fall Erinnerungen. Über Sympathie lässt sich streiten, aber eines mochte ich an Herrn Fink besonders: wie er seine Umgebung beobachtet und dem Leser so einen Blick durch seine Augen ermöglicht.Gerne empfehle ich dieses Buch allen weiter, die mal ein Buch fernab des Mainstreams und der Genre-Grenzen lesen möchten.

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  • Leserunde zu "Frust, Revolte und Normalitaet: Die Leiden des Lehrers Wolfgang Fink" von Rose Kleinknecht-Herrmann

    Frust, Revolte und Normalitaet: Die Leiden des Lehrers Wolfgang Fink
    RoseHerrmann

    RoseHerrmann

    Die Hauptfigur, Wolfgang Fink, unterrichtet Geschichte an einem Gymnasium in den sechziger und siebziger Jahren. Nicht nur Desinteresse und Chaos machen ihm zu schaffen. Er erleidet den damals noch namenlosen Burnout:“Woran liegt es, dass ich mir vorkomme wie ein Uhrwerk, das man zerlegt hat und das dennoch funktionieren soll?”Einen Burnout gab es damals noch gar nicht. Man galt in so einem Fall nicht als krank. Und auch die älteren Kollegen, die noch durch den Zweiten Weltkrieg traumatisiert waren, ließ man mit ihren Traumen alleine. Gleichzeitig entfremdet Fink sich immer mehr von seiner Frau Ute und Ute von ihm.”Ich selbst könnte nur stockend vorbringen, was mich bedrückt, am allerwenigsten wortreich am Bildschirm vor einem Interviewer. Meine Rede wäre mit Angst durchsetzt, zögernd, farb- und glanzlos und unscheinbar. Ich trage keine Plakate vor mir her, meine Befindlichkeit ist nicht werbewirksam, ich kann nicht demonstrieren für mehr Rechte. Ich teile mich ja niemandem mit und äußere mich höchstens über mein Unterbewusstsein in Form von Angstschreien, die meine Frau bereits aus dem gemeinsamen Schlafzimmer vertrieben haben.”Wolfgang Fink spricht aus, was niemand wahrhaben möchte. Was man in der Öffentlichkeit lieber verschweigt. Er entblößt ein System ebenso schonungslos wie sich selbst.Meine Tochter hat den Roman vor ein paar Wochen bei Amazon im Selbstverlag herausgegeben, weil ich mich nicht mehr darum kümmern kann. Über Fink sagt sie: „Dieser Wolfgang Fink ist ein ziemliches Ekel, ich musste beim Lesen ständig schmunzeln, trotz der geschilderten Misere. Der Stoff ist authentisch und alles andere als trocken.

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