Rose McGowan

 3.8 Sterne bei 54 Bewertungen
Autor von MUTIG, Brave und weiteren Büchern.

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MUTIG

MUTIG

 (54)
Erschienen am 03.04.2018
Brave

Brave

 (1)
Erschienen am 30.01.2018

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sheena01s avatar

Rezension zu "MUTIG" von Rose McGowan

Biographie einer kämpferischen Frau
sheena01vor 5 Monaten

Inhalt:
„Mutig“ ist die Abrechnung McGowans mit ihrer Vergangenheit, angefangen von ihrer Kindheit, die sie in der Sekte „Kinder Gottes“ in Italien verbrachte, ihrem Leben auf der Straße bis hin zu ihrer Karriere als spätberufene Schauspielerin. Sie zeigt dabei auf, wie Männer, die in ihrem Leben eine Rolle spielten, diese Funktion oftmals missbrauchten, um auf sie einzuwirken.

Handlung:
In dieser Biographie rechnet Rose McGowan schonungslos mit jenen Männern ab, die sie zu dem gemacht haben, was sie heute ist: der Sektenführer in Italien, der von seinen Mitgliedern bedingungslosen Gehorsam verlangte, und dabei auch vor Misshandlungen kleiner Kinder nicht zurückschreckte, ihr manisch-depressiver Vater, zu dem sie ein sehr zweigespaltenes Verhältnis pflegte oder jener bekannte Filmmogul, der sie sexuell missbrauchte. In diesem Umfeld war McGowan zum ständigen Kampf ums Überleben gezwungen, und lernte dadurch schon früh, einen emotionalen Panzer um sich aufzubauen, um sich vor Anfeindungen und Missbrauch zu schützen.

Schreibstil:
Das Buch ist in sehr einfachen Worten verfasst, oftmals erinnert es an einen Schüleraufsatz, in dem sich die Betroffene ihre Wut von der Seele redet. Offensichtlich von ihren Emotionen übermannt, sind ihre Gedankengänge manchmal ein wenig wirr und unkoordiniert, was jedoch bei der Fülle an Negativerfahrungen durchaus nachzuvollziehen ist.

Cover:
Das Cover ziert eine kahlgeschorene Rose Mc Gowan, mit den abgeschnittenen Haaren als Sinnbild für die ihr von der Männerwelt aufoktroyierten Weiblichkeit. Auf der Rückseite des Buches blickt sie den Betrachter kampfeslustig entgegen.

Autor:
Als zweitältestes von sechs Kindern eines Ehepaares geboren, das in Certaldo in der Sekte „Kinder Gottes“ lebte, die Familie verließ Italien jedoch und wanderte in die USA aus. Rose überwarf sich jedoch im Teenageralter mit ihrer Familie, verließ diese und hielt sich nach einer Zeit der Obdachlosigkeit mit diversen Gelegenheitsjobs über Wasser. Recht spät entdeckte sie die Schauspielerei für sich. Im Oktober 2017 gehörte sie zu den ersten Schauspielerinnen, die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen den Produzenten Harvey Weinsteinerhoben und den so genannten „Weinstein-Skandal“ ins Rollen brachten.

Meinung:
Die Geschichte der Rose McGowan ist – ihrer Biographie zufolge – an Dramatik kaum zu überbieten, da schon als Kind war sie gezwungen war, um ihr Überleben zu kämpfen. Beim Lesen konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Schilderungen nicht ein klein wenig medienwirksam aufbereitet worden und aufgebauscht worden sind, so irreal und unglaubwürdig muten diese an. Mag sein, dass ich der Autorin unrecht tue, aber diese Vermutung drängte sich mir beim Lesen einfach auf. Mag sein, dass ich mir unter diesem Werk nach Bekanntwerden des Weinstein-Skandals etwas anderes erwartet hatte, nämlich eher eine Art Enthüllungsbuch zu den Hintergründen in Hollywood denn eine persönliche Aufarbeitung Lebens der Autorin von Kindesbeinen an. Die Biographie ist jedoch nicht uninteressant zu lesen, phasenweise ist sie sehr beklemmend und krass erzählt.

Persönliche Kritikpunkte:
Wenn man sich die persönlichen Seiten der Autorin im Internet ansieht, passen diese nicht ganz zu der hier so kämpferisch zur Schau gestellten Attitüde, mit der sie das instrumentalisierte Frauenbild der heutigen Zeit anprangert. Wenn man sich jedoch die Bilder jener Seiten ansieht, wird dort gerade damit kokettiert. Für mich ist das ein wenig so wie das berühmte „Wasser predigen und Wein trinken“.

Fazit:
Eine Biographie, die sehr spannend zu lesen ist, und die durchaus zum Nachdenken anregt. Wenn man sich dahinter allerdings ein Enthüllungsbuch erwartet, ist man hier definitiv an der falschen Adresse.

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-Anett-s avatar

Rezension zu "MUTIG" von Rose McGowan

Mutig
-Anett-vor 5 Monaten

„  Wenn du für Chancengleichheit bist, gewinnst du deine Menschlichkeit zurück.
Und wenn du deine Menschlichkeit zurück gewinnst, fängst du an zu merken, dass du Einfluss auf die ganze Geschichte hast.“
(Seite 295/296)


Dieses Buch hat es mir wirklich angetan und lange habe ich gebraucht, um die richtigen Worte für diese Rezension zu finden.
Rose McGowan erzählt als erstes von ihrer Kindheit – viel erzählt sie. Und sie hat etwas zu erzählen! Wie sie als Kind in der Sekte „Kinder Gottes“ aufwuchs. Schon allein auf diesen Seiten hätte ich immer wieder schreien können! Wie kann man nur so etwas den Kindern antun? Wie können Eltern ihren Kindern dies antun?
Ich habe mir gleichzeitig die Sekte mal genauer angesehen und verschiedene Artikel darüber gelesen und finde alles nur noch erschreckender! Zum Glück, möchte man sagen, wurde Rose McGowan immer noch zeitig genug da raus geholt, ihr Vater konnte dies wohl alles selbst nicht ertragen, wohin die Richtung geht. Trotz allem war er tyrannisch und herrschsüchtig und auch bei ihm zu leben war alles andere als einfach. Rose lebte dann zeitweise bei ihrer Mutter, was nicht viel besser war, denn die Mutter erwischte wohl immer wieder Männer, die es der jungen Rose nicht leicht machten.

„ Es tut mir leid um das Kleine Mädchen, das ich damals war, das bereits im zarten Alter von drei bis vier Jahren gelernt hat zu ^überleben^. Das Gefühl, sich sicher und geborgen zu fühlen, kannte ich nicht. Stattdessen Druck und Anspannung, eine permanente unterschwellige Angst, die spürbar durch die gesamte Gemeinschaft waberte.“
(Seite 38)

Und so zog sich das Buch weiter, in einem Kampf um Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Als Rose auch nur zufällig nach Hollywood und zum Film kam, war sie einfach nur naiv und hatte niemanden, der ihr irgendwie half. Sie tappte genau in die sexuelle Falle, wie andere vor ihr – und auch nach ihr.
Selbst von ihrer Agentin hörte sie bspw., dass sie lange Haare haben muss!
„ Ich müsse lange Haare haben, hieß es, andernfalls würden die Männer, die in Hollywood Filmrollen vergeben, nicht mit mir schlafen wollen, und wenn sie nicht mit mir schlafen wollen, würden sie mir auch keine Rollen geben.“
(Seite 10)

Also ich fand solche Aussagen mehr als erschreckend! Und natürlich ruft sie dann auch in ihrem Buch auf: natürlich darfst du lange Haare haben aber überlege warum! Trage ich sie, um mit mir selbst im Reinen zu sein, oder um ein Bild wieder zu geben, dass gefordert wird?
Einige Rezensionen, die ich gelesen habe, bemängeln das und ich denke, sie haben die Botschaft einfach nicht verstanden.
Auch fand ich Rose McGowan nicht wirklich verbittert, wie ebenfalls einige schrieben. Wenn man sich überlegt, was diese Frau erlebt hat (und scheinbar hat sie nicht mal alle Erlebnisse im Buch geschildert), dann darf man auch solche Aussagen machen, die sie trifft, dann darf auch ruhig mal richtig geflucht werden!
Auch gefielen mir ihre Worte, zu den verbalen Attacken von Männern, und das den Mädchen zwangsweise beigebracht wird, ihr dürft nicht in kurzen Hosen gehen etc, weil das das Begehren der Männer weckt! Hallo! Natürlich darf ich kurze Hosen anziehen, wieso soll sich deswegen ein Mann genötigt sehen, über mich herzufallen! Was ist das denn für eine Logik. Um mit Rose McGowans Worten zu sprechen:
„ ...erzieht eure Jungs gefällig so, dass sie Mädchen als Menschen ansehen, nicht als Objekte.“
(Seite 88)

Leider tappte auch sie in die Männerfalle, hatte Beziehungen, die ihr nicht gut taten, Männer, die sie verraten haben. Obwohl sie es bei ihrer Mutter gesehen hat und sich immer fragte, wieso merkt die Mutter das nicht? So erging es ihr später ähnlich. Aber zum Glück konnte sie sich daraus befreien und klagte später das Unrecht an.
Viele haben gefragt, wieso sie nie vorher was sagte, wieso sie 10 Jahre ins Land gehen lies, bevor sie den Mund aufmachte. Sicherlich beschreibt sie die Ängste den Job zu verlieren, wieder auf detrasse zu sitzen. Aber ich denke, da steckt auch viel mehr dahinter. Sie war jung und naiv, ihr konnte alles eingeredet werden und sie hatte einfach nur Angst. Jeder geht damit anders um, der eine schreit es gleich heraus, der andere muss es erst selbst nach und nach verarbeiten.
Wer sind wir denn, und an zumaßen, wie sie hätte reagieren sollen? Haben das die Leute, die dies bemängeln selbst erlebt? Keiner kann von sich selbst sagen, wie er in so einer Situation reagieren würde, keiner! Und sie war ja auch nicht die Einzige, der es passiert ist, und keiner hat über Jahre irgendetwas gesagt!

Was ür mich auch ganz schlimm war, war die Beschreibung der Hater im Internet. Ständig sind irgendwo Fotos von Stars zu sehen, und dann gibt es Leute, die sich einfach darüber aufregen müssen: „wie sieht die denn aus?“ „hat die sich operiert?“ „das Kleid geht ja gar nicht“ und bis zu „die ist zu fett!“ und solche Aussagen trieben Rose wieder hin zur Essstörung, die sie schon einmal gut bewunden hatte. Machen sich die Leute auch mal Gedanken, was sie da im Internet von sich geben? Würden sie das auch im realen Leben sagen, wenn sie sich nicht in ihrer Anonymität verstecken können? Unmöglich!

Die Autorin postete später dann auf Twitter immer wieder Situationen, die für Hollywood völlig normal waren, aber genau betrachtet einfach nur sexistisch und frauenfeindlich. So bekam sie mit einem Drehbuch auch gleich gewisse Anweisungen, wie sie zum Vorsprechen zu erscheinen hat:
„ ...schwarzes (oder dunkles) figurbetontes Top, das Dekolleté zeigt, (Push-up-BH empfohlen). Und hautenge Leggins oder Jeans. Nichts Weißes!“
(Seite252)

Erschreckend, oder? Was sagt ihr dazu? Ich bin froh, dass sie dieses Buch geschrieben hat und ich es gelesen habe! Und ich bin froh, dass solche und ähnliche Situationen nun aufgedeckt werden!
Rose McGowan war nicht nur Mutig – sie hat auch Mut gemacht!

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ulrikerabes avatar

Rezension zu "MUTIG" von Rose McGowan

Mutiges Buch mit einigen Schwächen
ulrikerabevor 5 Monaten

Das Leben der Rose McGowan: als Kind in einer Sekte groß geworden, der Vater manisch depressiv, die Mutter immer wieder in Missbrauchsbeziehungen, die junge Rose war Ausreißerin, Freak, Punk, Obdachlose, Junkie. Als junge Frau  Quereinsteigerin in die Schauspielerei lässt sie sich instrumentalisieren, wird magersüchtig, macht sich von Männern abhängig. Ihren Vergewaltiger nennt sie in ihrem Buch nur das Monster. Es ist auch nicht nötig den Namen des Mannes zu erwähnen. Wer den Skandal um den mächtigen Hollywoodproduzenten und die darauffolgende die #metoo Bewegung im Herbst 2017 mitverfolgt hat, weiß genau, um wen es sich handelt. Rose McGowan war eine der ersten Frauen, die diesen Mann entlarvt haben. Viele weitere sollten folgen.

Mutig ist dieses Buch jedenfalls. Mutig in seiner Grundaussage, der ich voll und ganz zustimmen kann. „Frauen, habt eine Stimme, lernt Nein! zu sagen, lasst euch nicht klein, abhängig und wertlos machen. Lasst euch nicht sexualisieren, nicht instrumentalisieren, seid stark, innovativ, kreativ, steht auf und ein für euch selbst“.

Mutig aber auch, weil das Buch stilistisch, sprachlich einfach wirklich schlimm ist. Das ist wohl die Krux vieler dieser Coming Out Bücher. Doch ich musste mich wirklich immer wieder und immer öfter fragen, ob dieses Buch jemals ein Lektorat gesehen. Dabei ist es nicht nur die Schlichtheit der Sprache, die in Schüleraufsätzen schon übertroffen werden könnte. Vieles ist wirr und inkonsequent, widersprüchlich innerhalb weniger Absätze. Das könnte ich ja noch auf unverarbeitete Emotionen der Autorin schieben. Aber wie passt denn nun ein Facebook Titelbild mit großen Glubschaugen und dickem Schmollmund zu der Absage an die „Sekte Hollywood“. Auch Schwimmen gegen den Strom kann man, so scheint es mir, gut vermarkten.

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