Und damit fing es an

von Rose Tremain 
4,1 Sterne bei134 Bewertungen
Und damit fing es an
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (107):
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Ein Buch über das späte Glück und dass es eigentlich ganz nah sein kann

Kritisch (9):
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Ein sehr vielversprechender gefühlvoller Anfang, doch leider verlor die Geschichte immer mehr von ihrer anfänglichen Besonderheit.

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Inhaltsangabe zu "Und damit fing es an"

Und damit fing es an ist ein zarter, bewegender Roman, der davon erzählt, dass es manchmal fast ein ganzes Leben dauert, bis man das Glück findet – in dem einen Menschen, den man zum Leben braucht.
Gustav Perle ist ein zurückhaltender Mann. Schon in den 40er-Jahren, als Kind in ärmlichen Verhältnissen, hat er gelernt, nicht zu viel vom Leben zu wollen. Als Anton in seine Klasse kommt, ein Junge aus einer kultivierten jüdischen Familie, hält mit ihm auch das Schöne in Gustavs Leben Einzug. Seine Mutter Emilie sieht das nicht gerne, aber für Gustav ist Anton alles, was er braucht, um glücklich zu sein. Doch das Leben treibt sie auseinander und es wird lange Jahre dauern, bis beide sich wiedersehen – und erkennen, dass das Glück vielleicht schon immer direkt vor ihnen lag.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458363156
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:330 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:12.12.2017

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Rezensionen und Bewertungen

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    Buecherfreundinimnordens avatar
    Buecherfreundinimnordenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Einblick in die jüngere Schweizer Geschichte
    Der Schatten eine Tragödie

    Gustav hat es schwer, er wächst in der Nachkriegszeit auf, als Halbwaise an der Seite einer offenbar höchst verzweifelten Mutter. Nach und nach enthüllen sich dem Leser die Umstände ihrer unglücklichen Ehe, die - zumindest auch - Opfer politischer Verwicklungen im Zweiten Weltkrieg wurde. Ein interessanter Blick in die jüngere Schweizer Geschichte, zumal man ja allgemein glaubt, die Schweiz hätte im Krieg nicht viel auszustehen gehabt - Hitler hat sie verschont.dass es dennoch jede Menge Konfliktstoff gab, zeigt dieses Buch. Was mich daran störte, war, dass die Autorin meiner Meinung nach ziemlich viel hineinpackt - Erzählsstränge ,die nicht auserzählt sondern nur angerissen wurden. Für mich wäre die Story jeder Generation für sich hier ein eigenes Buch wert gewesen. So ging es oft hin und her und das Ende kam für mich ein bisschen zu überraschend: ein Liebespaar sollen sie also sein, die beiden inzwischen sehr gereiften Herren, die zu Beginn noch Kinder waren? Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, aber so richtig schlüssig schien mir das auch nicht. Ich war nicht ganz überzeugt, von daher „nur“ drei von fünf Sternen.

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    buchstabensammlerins avatar
    buchstabensammlerinvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch über das späte Glück und dass es eigentlich ganz nah sein kann
    Ein Buch über das späte Glück und dass es eigentlich ganz nah sein kann

    Rund ums Buch:
    Titel: Und damit fing es an
    Autorin: Rose Tremain
    Verlag: Insel
    Buch: Taschenbuch
    Seiten: 330
    Erschienen: 08.08.2016
    ISBN: 978-3-458-36315-6
    Preis: 11,00 €

    Cover:
    Zweit Schlittschuhlaufende Jungs... ein schöner Link zum Inhalt.

    Inhalt:
    Gustav wächst in den 40er Jahren mit seiner Mutter in ärmlichen Verhältnissen in einem kleinen Schweizer Ort auf, hilft seiner Mutter, die Kirche zu putzen und lernt eines Tages den gleichaltrigen Anton in seiner Klasse kennen, einen Juden, aus gutem Elternhaus, der Klavier spielt und auch sonst ein gutes Leben führt. Die beiden freunden sich an, Antons Eltern nehmen Gustav am Wochenende mit zum Schlittschuhlaufen und zeigen ihm die schöne Seite des Lebens. Später verlässt Anton Matzlingen, um als Pianist zu arbeiten, Gustav führt ein Hotel. Es dauert, bis beide irgendwann wieder aufeinander treffen und merken, wie nahe sie sich stehen und immer gestanden haben. 


    Meine Meinung:
    Dieses Buch hat mich in seiner ruhigen und feinen Erzählung sehr berührt. Es ist ein Buch über Freundschaft, Liebe, Verzeihen und dem immer währenden Wunsch einfach nur geliebt zu werden. Denn das möchte Gustav, der von seiner Mutter keine Nähe erfährt, die es nicht möchte, dass Gustav mit Anton so viel Zeit verbringt, denn ihr verstorbener Mann hat Juden geholfen und sich strafbar gemacht und dadurch alles verloren. Das macht Gustavs Mutter ihm zum Vorwurf und hadert mit ihrem Leben. Eine furchtbare Geschichte, aber Gustav schafft den Weg zum eigenen Hotel, arbeitet viel, doch immer allein.
    Das Buch besteht aus drei Teilen, das mit dem Kennenlernen der beiden Jungen beginnt. Im zweiten Teil erfährt der Leser dann, warum Gustavs Mutter so negativ und verhärmt ist. Man erfährt die Geschichte über ihr Kennenlernen mit Gustavs Vater und die Ereignisse des Krieges. Im dritten Teil sind Gustav und Anton Männer um die 50 und treffen nach vielen Umwegen wieder aufeinander.
    Mit unglaublich viel Gefühl beschreibt die Autorin die Einsamkeit und Sehnsucht von Gustav und auf der anderen Seite das spätere Leben von Anton. Die Diskrepanzen der beiden, und immer wieder wird das Leid deutlich, die Schwere ihrer beider Leben und die Suche nach Glück, bis sie es endlich doch finden und der Leser zu Tränen gerührt ist.

    Fazit:
    Rose Tremain nimmt den Leser mit, das späte Glück zu erkennen und sich nicht aufzugeben sondern immer weiter zu machen.  

    Kommentare: 1
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    Perles avatar
    Perlevor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Hat mich total gefesselt und mich gefühlsmäßig sehr mitgenommen! Die Gustav-Sonate ist sehr passend!
    Rose Tremain - Und damit fing es an

    Klappentext:

    "Es gibt da diese Straße, Gustav. Das weißt du doch. Und genau diese Straße müssen wir nehmen. Wir müssen die Mensvhen werden, die wir schon immer hätten sein sollen."

    Ein bewegender Roman, der davon erzählt, dass es manchmal fast ein ganzes Leben dauert, bis man das Glück findet - in dem man zum Leben braucht.

    Innentext:

    Gustav Perle ist ein zurückhaltender Mann. Er wuchs in den 1940er-Jahren allein bei seiner Mutter Emilie in ärmlichen Verhältnissen im schweizerischen Matzlingen auf - und schon damals hat er gelernt, nicht zu viel vom Leben zu wollen. Als Anton in seine Klasse kommt, ein Junge aus einer kultivierten jüdischen Familie, hält mit ihm auch das Schöne in Gustavs Leben Einzug. Anton spielt Klavier, und seine Familie nimmt Gustav sonntags mit zum Eis laufen. Emilie sieht das nicht gerne, lebt sie doch in der Überzeugung, dass die Bereitschaft ihres verstorbenen Mannes, jüdischen Flüchtlingen zu helfen, letzlich ihr gemeinsames Leben ruiniert hat. Doch Anton ist alles, was Gustav braucht, um glücklich zu sein ...

    Über die Autorin:

    Rose Tremain, 1943 geboren, wuchs in London auf. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten und Romane, für die sie u. a. mit dem Orange Prize for Fiction ausgezeichnet wurde, schrieb aber auch für Film, Funk und Fernsehen. Ihr Roman Zeit der Sinnlichkeit wurde 1995 mit Robert Downey Jr. (Restoration). Rose Tremain lebt in London und Norwich. Ihre Romane wurden in rund 30 Sprachen übersetzt.

    Christel Dormagen hat unter anderem Bücher von Anne Tyler, Carol Birch und Daphne du Maurier ins Deutsche übersetzt. Sie lebt in Berlin.

    Eigene Meinung:

    Es beginnt mit den Worten bzw. ganz am Anfang der Geschichte:

    Ihr Name ist Emelie, aber alle nannten sie Frau Perle.

    Gustav erklärte dann, er werde wohl nie wieder spielen, weil es ihn an so vieles erinnere, das ihn in seinem Leben terrorisiert habe.

    Gustav habe weiterhin festgestellt, dass die "Krise", die irgendwann jeder in seinem Leben durchmacht, bei vielen Menschen in ihrem fünften Jahrzehnt auftritt. Doch bei Anton und ihm selbst kam sie später, erst 1994, als beide schon zweiundfünfzig waren.

    Und zwei Seiten weiter bekommt man schon einen positiven Tipp als Lebensweisheit:

    "Du siehst also", sagte sie, "du musst wie die Schweiz sein. Verstehst du? Du musst dich zusammenreißen und mutig und stark sein und dich heraushalten. Dann wirst du die richtige Art Leben führen."

    Seine Frau ist Emelie, die dort steht und Schnaps trinkt und weint und von Liebe redet. Das ist sie, die Frau, die da vor ihm steht, in einem Kleid, das zu groß für sie ist, mit einem Körper, so dünn, so verhungert und kummervoll, dass er kaum lebendig zu sein scheint. Wer erlöst mich hiervon? Wer erlöst mich?

    Und dann zog sie bei ihm ein:

    Fast alle Möbel aus der Fribourstraße waren nach Davos transportiert worden, auch der Flügel, auf dem Gustav seinen Freund vor so langer Zeit "Für Elise" hatte spielen hören. Nachdem sie zusammengezogen waren, hatte Anton erst einen großen Bogen darum gemacht.

    Sie wusste natürlich genau, warum sie ihn so sehr liebte:

    "Wenn man in mich dringt, zu sagen, warum ich ihn liebte, so fühle ich, dass sich dies nicht aussprechen lässt, ich antworte denn: Weil er er war; weil ich ich war." (Michel Montaigne, Über die Freundschaft)

    Und am Ende heißt es dann:

    "Oh", sagte Anton, "Das ist nur ein Fragment, etwas das ich in Gent komponiert habe. Es entstand in einer einzigen furchtbaren Nacht, in der ich endlich begriff, wie viele falschen Wege ich in meinem Leben eingeschlagen hatte und dass ich eigentlich viel lieber woanders hätte sein wollen. Das Stück ist unvollendet, wie ihr natürlich gemerkt habt, aber vielleicht beginne ich wieder, daran zu arbeiten. Ich habe es ´Die Gustav-Sonate´ genannt."

    Einfach herrlich! Ich habe mich beim Lesen des Buches sehr wohl gefühlt und mich total reinversetzt und mitgefühlt. Ich las es ca. vom 14.-21. März dieses Jahres. Da war es sehr kalt zu der Zeit. Konnte die letzten 5 Seiten leider nicht mehr lesen, da die Stadtbücherei gerade schloss. Heute konnte ich endlich den tollen Roman beenden und konnte mich noch ziemlich gut an gelesenen Seiten von über zwei Monaten erinnern. Das Buch hat ganze 331 Seiten mit Danksagung noch zwei Seiten mehr. Ich kann es wirklich nur weiterempfehlen - ihr werdet begeistert sein.

    Vergebe hierfür liebend gerne gutgemeinte 5 Sterne.



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    UteSeiberths avatar
    UteSeiberthvor 7 Monaten
    Ungewöhnliche Freundschaft

    Dieser Roman spielt in den 1940-er Jahren in der Schweiz.Der Junge Gustav Perle wächst in ärmlichen Verhältnissen allein bei seiner Mutter auf.Eines Tages kommt der jüdische Junge Anton in seine Klasse und freundet sich mit Gustav an.Durch ihn lernt er die schönen Dinge des Lebens kennen wie Eislaufen und Klavierspielen.
    Doch die Entwicklung der Geschichte treibt sie auseinander und es dauert viele Jahre,bis sich sich wiedersehen.Die liebevolle Beschreibung dieser Freundschaft hat mir sehr gut gefallen,ich kann sie nur weiterempfehlen.

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    fraeulein_lovingbookss avatar
    fraeulein_lovingbooksvor einem Jahr
    Und damit fing es an

    Inhalt

    Gustav Perle ist ein zurückhaltender Mann. Er wuchs in den 1940er-Jahren allein bei seiner Mutter Emilie in ärmlichen Verhältnissen im schweizerischen Matzlingen auf – und schon damals hat er gelernt, nicht zu viel vom Leben zu wollen. Als Anton in seine Klasse kommt, ein Junge aus einer kultivierten jüdischen Familie, hält mit ihm auch das Schöne in Gustavs Leben Einzug. Anton spielt Klavier, und seine Familie nimmt Gustav sonntags mit zum Eislaufen. Emilie sieht das nicht gerne, lebt sie doch in der Überzeugung, dass die Bereitschaft ihres verstorbenen Mannes, jüdischen Flüchtlingen zu helfen, letztlich ihr gemeinsames Leben ruiniert hat. Doch Anton ist alles, was Gustav braucht, um glücklich zu sein. Umso härter trifft es ihn, als Anton – beide sind längst erwachsen – Matzlingen verlässt, weil er seine große Chance als Pianist wittert. Gustav widmet sich seinem Hotel Perle, das er inzwischen mit Erfolg führt – doch er ist einsam und verspürt eine große Leere in seinem Leben. Bis Anton, gescheitert, zurückkehrt – und beide erkennen, dass das Glück vielleicht schon immer direkt vor ihnen lag.
    (Quelle: Amazon )

     

    Meine Meinung

    Gustav wohnt zusammen mit seiner Mutter in einer kleinen Wohnung und wird von ihr auf gutes Benehmen und Stärke gedrillt. In der Schule hat er Schwierigkeiten und es fällt ihm nicht immer leicht. Im Laufe der Zeit werden er und Anton beste Freunde und verlieren sich nie wirklich aus den Augen. Gustav eröffnet gegen den Willen seiner Mutter ein Hotel und seine hohen Ansprüche zahlen sich aus.
    Zu Gustav konnte ich keine Verbindung aufbauen, weil er mich einfach nicht sympathisch wurde. Zusätzlich konnte mich seine Lebensgeschichte auch nicht fesseln.

    Anton kommt mit seiner Familie neu in die Stadt und verweint gleich am ersten Tag in der Schule. Die Lehrerin stellt ihm Gustav an die Seite und dieser weist ihn gleich zurecht: Schwäche zeigt man nicht. Die beiden freunden sich an und die Familie findet Gefallen an Gustav, welcher für Anton eine wichtige Bezugsperson ist, mit der er über alles reden kann. Über die Jahre bleiben die beiden in Kontakt.
    Mit Anton wurde ich überhaupt nicht warm, was mit Sicherheit daran lag, das man keinen Einblick in seine Gefühls- oder Gedankenwelt bekommen hat.

    Emilie ist die Mutter von Gustav, die wir zu Beginn nur als Mutterfigur kennenlernen. Sie hat den Tod des Mannes nicht wirklich verkraftet und lehrt dem Kind immer tapfer zu sein – nie zu weinen oder Schwäche zu zeigen. Sie scheint Juden gegenüber negativ gestimmt zu sein, da diese für den Tod des Mannes verantwortlich. Erst im Laufe der Geschichte erfährt man die wahren Gründe dafür. Im mittleren Bereich erzählt sie die Liebesgeschichte von sich und Erich. Wie sie zusammen gekommen sind und welche Schwierigkeiten sie zu meistern hatten.
    Emilie ist kein einfacher Charakter und ich war mir auch nie sicher, ob ich sie nett oder sonderlich finden soll. Erst als ich ihre Geschichte gelesen habe, konnte ich mir eine Meinung bilden.

    Der Schreibstil ist schlicht und einfach gehalten, sodass man die Geschichte zügig und ohne Verständnisschwierigkeiten lesen kann. Erzählt wird aus der Sicht von Gustav, seiner Mutter Emilie und seinem Vater.

    Ich hatte das Buch im letzten Jahr in einer Lovelybox und ich wusste lange nicht, was ich von dem Buch und dem Inhalt halten soll. Weder das Cover, noch der Titel oder der Klappentext konnten mich überzeugen und es landete auf meinem SuB.
    Jetzt wollte ich dem Buch im Rahmen der Mottochallenge eine Chance geben und ich bin vollkommen ohne Erwartungen und Vorwissen an die Geschichte gegangen, aber mir wurde leider schnell klar, das es nicht mein Buch werden wird.
    Die Lebensgeschichte von Gustav und Anton liest sich unglaublich zäh und durch die distanzierte Erzählweise konnte ich auch keine Verbindung zu beiden aufbauen. Für mich war auch leider innerhalb von ein paar Kapiteln klar, wie die Geschichte bezüglich der „Freundschaft“ enden wird. Irgendwann habe ich die Seiten nur noch quergelesen, weil es jede Kleinigkeit aus dem Leben von Gustav beschrieben wurde und es unglaublich langweilig wurde.
    Mein Highlight des Buches war der Abschnitt aus Emilies und Erichs Sicht. Einzig auf den Seiten konnte ich mich in die Charaktere und ihre Geschichte hineinversetzen. Man spürte die Verzweiflung und den Verrat und hatte das Gefühl direkt daneben zu stehen.

    Von mir gibt´s keine Lese- oder Kaufempfehlung.

     Sterne

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    AlexandraKs avatar
    AlexandraKvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: berührend, berauschend und erschütternd. Eine Nachkriegsgeschichte aus einem ganz anderen Blickwinkel.
    Lesenswert

    Mein zweites Buch aus der Lovelybox "Best of British", die ich letztes Jahr gewonnen habe. Und ich bin sehr froh diese Leseerfahrung nun gemacht zu haben. Wahrscheinlich wäre ich im Buchladen an dem Buch vorbeigegangen. 
    Es ist gegliedert in 3 Teile. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Kindheit von Gustav. Gustav lebt im Mittelland in der Schweiz. 1948 lernt er in der Vorschule gezwungenermaßen Anton kennen. Anton wird sein einziger und bester Freund. Doch da gibt es ein Problem. Anton ist Jude und Gustavs Mutter macht die Juden für den Tod ihres Mannes verantwortlich. Von Anfang an muss die Freundschaft einige Höhen und Tiefen in dieser schweren Nachkriegszeit überstehen. Auf der einen Seite haben wir den kultivierten Anton, der aus einer harmonischen Familie kommt und auf der anderen Seite Gustav, dessen Vater schon früh starb und dessen Mutter ihn nicht liebt, nicht sieht. 
    Allgemein ist Gustavs Mutter eine unfassbar unsympathische Frau. Ihre Naivität und Selbstbemitleidung ging mir sehr stark auf die Nerven.


    Im zweiten Teil des Buches wird erzählt wie Gustavs Eltern sich kennengelernt haben. Der Vater stellvertretender Polizeichef in Matzlingen und die Mutter Zimmermädchen in einem Hotel. Zunächst sieht alles nach heiler Welt aus, doch schnell fängt diese an zu bröckeln. Gustavs Vater, Erich hilft den flüchtenden Juden und verliert seinen Job. Er verfällt in Depression und seine Frau bemitleidet sich selbst für den Verlust ihres Lebensstandards. Mehrere tragische Ereignisse führen dazu, dass Emilie zu ihrer Mutter auf einen ärmlichen Bauernhof flieht. 
    Nach einiger Zeit erkennt sie, dass es auf die Inneren und nicht die äußeren Werte ankommt und kehrt zurück, um es mit Erich nochmals zu versuchen. Derweilen hat dieser in einer Affäre seine große Liebe gefunden, die aber geheim bleiben muss. Trotzdem beschließt er wider willen Emilie zurück zu nehmen und kurz darauf ist Emilie Schwanger mit Gustav. Doch Gustav bringt nicht den gewünschten Effekt. Emilie hat keine Liebe mehr für ihren Sohn übrig.
    Diesen Teil des Buches fand ich am aufwühlendsten. Er hat mich noch lange beschäftigt. Die Stimmung während des Krieges wird sehr gut erfasst und ausgedrückt. Und über die schweizerische Sicht auf den zweiten Weltkrieg habe ich bis jetzt noch nicht gelesen.


    Im dritten Teil des Buches befinden wir uns in den 1990ern. Gustav und Anton sind erwachsen. Doch beide sind immer noch irgendwie auf der Suche, rastlos. Gustav betreibt ein Hotel in Matzlingen und Anton hat sich damit abgefunden kein Starpianist zu werden und gibt jetzt Musikunterricht. Doch dann wendet sich das Blatt. Anton bekommt aus Genf ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann und verlässt Matzlingen und somit auch Gustav. Dieser ist tief verletzt und die Freundschaft hängt am seidenen Faden. Beide sind auf der Suche nach der eigenen Identität. Gustav verbringt freundschaftliche Stunden mit zwei älteren Damen, einerseits um sich abzulenken von Anton, andererseits auch weil er ein eher ruhiger Typ ist. Mittlerweile über fünfzig. Doch ist es erst Antons völliger Absturz, der den Weg dieser beiden Liebenden bereitet für ein gemeinsames Leben. 


    Die Sprache weißt zwar an manchen Stellen Markel auf, jedoch ist sie so mitreißend und empfindsam. Sie wühlt einen auf an Stellen an denen es nötig ist und ist auch gleichsam beruhigend, wenn es denn so sein soll. 
    Ein wirklich gelungenes Buch, welches viele wichtige Themen abdeckt. 

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Von der Sehnsucht

    Das Buch ist in drei – nicht chronologische – Teile gegliedert.
    Im ersten erleben wir Gustav Perle als Kind. Er lebt allein mit seiner Mutter in armen Verhältnissen in einem kleinen Städtchen in der Schweiz und lernt früh, sich zu beherrschen und mit wenig abzufinden. Seinen Vater, der „gestorben ist, weil er den Juden hatte helfen wollen“, hat die Mutter zu einem Helden stilisiert.
    Dass Gustav seine Mutti liebhat, obwohl sie ganz offensichtlich keine positiven Gefühle für ihn aufbringen kann, wird gleich zu Anfang klar. Und so scheint Gustav prädestiniert dafür zu sein, bedingungslos zu lieben – ohne Gegenliebe zu erwarten. Dass er in seinem Leben dennoch der Liebe in verschiedenen Gestalten begegnet, macht es erträglicher, dass er sich lange Zeit der wirklich großen Liebe seines Lebens nicht zu offenbaren wagt.
    Gustav lernt in der Vorschule Anton Zwiebel kennen, der Sohn eines reichen jüdischen Ehepaares. Sofort besteht zwischen den Jungen eine innige Verbindung, die ihr ganzes Leben lang halten soll. Die Freundschaft und Liebe zu Anton ist das Leitmotiv des gesamten Romans, das uns Leser berührt, mitfiebern und hoffen lässt.

    Erst im zweiten Buch-Teil, der vor Gustavs Geburt spielt, erfahren wir, was zwischen Gustavs Mutter und seinem Vater tatsächlich geschehen ist. Ein dramaturgischer Kniff, der viel Spannung aufbaut und unser Verständnis für die gesamte Geschichte weckt. Im dritten Teil, Gustav und Anton sind bereits über fünfzig Jahre alt, werden die beiden ersten Teile zusammengeführt.

    Rose Tremain gelingt es in „Und damit fing es an“ (Originaltitel „The Gustav Sonata“ – sehr viel aussagekräftiger und passender) mit schnörkelloser Sprache die Welt des Schweizer Jungen und Mannes Gustav Perle lebendig werden zu lassen. Seine Gefühle spiegeln sich in der Außenwelt – in der Kälte, die stets in der armseligen Wohnung seiner Mutter herrscht ebenso wie später in seinem eigenen, stets so behaglich warm gehaltenen Hotel. Umso tapferer und herzzerreißender wirkt er auf uns, in seiner überaus liebenswerten Art, den Menschen, die er liebt, die absolute Treue zu halten.
    Die Autorin lässt Leerstellen, die unsere Phantasie füllen darf und zwingt uns ihre Bewertung der handelnden Figuren nicht auf. Die Geschichte rund um Gustavs Vater und seinen Einsatz für die in die Schweiz fliehenden Juden ist an eine reale Begebenheit angelehnt und berührt daher umso stärker.
    Umso bedauerlicher, dass die letzten Kapitel nicht mehr genauso überzeugen können wir der Großteil des Textes. Leider stolpert das Buch am Schluss geradezu in sein Ende, das allzu abrupt und kurz ausfällt, was den Lesegenuss ein wenig schmälert. Dennoch ist „Und damit fing es an“ ein kluges Buch, das seine Leser in gleichem Maße fordert und bewegt.

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    Nadl17835s avatar
    Nadl17835vor 2 Jahren
    Eine Bindung, die das Leben übersteht!

    Eindrucksvoll und sehr emotional erzählt die Autorin drei Geschichten über den Jungen Gustav und die Umstände, in die er hineingeboren wird. Zwischen den Abschnitten gibt es immer wieder Zeitsprünge, sodass die erste Geschichte Gustavs Kindheit widerspiegelt, die zweite Geschichte die Umständen und das Kennenlernen  seiner Eltern beschreibt und die dritte Geschichte ihn in seinen 50 Jahren darstellt, wie er ein kleines Hotel führt. Mitfühlend, aber schonungslos werden die Umstände während des zweiten Weltkrieges in der Schweiz beschrieben, zwischen Angst und Armut zerrissen,  zwischen dem moralisch Richtigen und den Verpflichtungen seinem Land gegenüber gefangen und zwischen der wahren Liebe und den Erwartungen der anderen schwankend, verlieren sich die Protagonisten in ihren Träumen und Hoffnungen. Doch trotz allem können starke Bindungen auch das allerschlimmste Übel überwinden und bestehen bleiben, wie Gustav - gezeichnet durch sein mühseliges Leben - und der aus gutem Hause stammende Anton zeigen. Sie überwindet alle Grenzen und schafft Licht dort wo Dunkelheit herrscht.

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    Aliras avatar
    Aliravor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eindrucksvoll
    Schweizer Lokalkolorit

    Anton ist ein klavierspielendes Wunderkind und kommt aus einer gut situierten jüdischen Bankiersfamilie - Gustav lebt in ärmlichen Verhältnissen bei seiner verwitweten Mutter.

    Im Laufe der lebenslangen Freundschaft dieser beiden Knaben werden Geheimnisse der Vergangenheit gelüftet, es geht um Widerstand im Dritten Reich, um Schuld und um Moral, und wie man sich verhält, wenn man die Zustände nicht (mehr) ändern kann.

    Ein leises Buch über die Einflüsse der Nazis auf die politisch neutral geltende Schweiz, über (fehlende) Mutterliebe, über Freundschaft, Liebe, Leidenschaft und enttäuschte Hoffnungen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Gustav auf der Suche nach Liebe und Freundschaft
    Und damit fing es an

    Gustav Perle ist ein zurückhaltender Mann. Er wuchs in den 1940er-Jahren allein bei seiner Mutter Emilie in ärmlichen Verhältnissen im schweizerischen Matzlingen auf - und schon damals hat er gelernt, nicht zu viel vom Leben zu wollen. Als Anton in seine Klasse kommt, ein Junge aus einer kultivierten jüdischen Familie, hält mit ihm auch das Schöne in Gustavs Leben Einzug. Anton spielt Klavier und seine Familie nimmt Gustav sonntags mit zum Eislaufen. Emilie sieht das nicht so gerne, lebt sie doch in der Überzeugung, dass die Bereitschaft ihres verstorbenen Mannes, jüdischen Flüchtlingen zu helfen, letztlich ihr gemeinsames Leben ruiniert hat. Doch Anton ist alles, was Gustav braucht, um glücklich zu sein.

    Das Buch ist in drei Teile eingeteilt. Im ersten Teil, ab 1947, wird über die Jungen Gustav und Anton erzählt. Wie sie sich in der Vorschule kennenlernen und sich anfreunden. Im zweiten Teil, vor Gustavs Geburt, wird dargestellt, wie Emilie ihren Mann kennenlernt und was alles geschieht, bevor Gustav geboren wird. Diesen Teil fand ich den interessantesten, weil man viele Informationen bekam, die man im ersten Teil hinterfragt hat. Im dritten Teil geht es um die Erwachsenen, 40- und 50-jährigen Gustav und Anton, was sie erreicht haben, wie sie ihr Leben verbringen.

    Gustav tut einem schon im ersten Teil dieses Romans leid. Er buhlt um die Liebe seiner Mutter, tut alles dafür, doch Emilie kann ihrem Sohn nicht die Liebe schenken, die er sich so ersehnt. Sie ist eine kaltherzige und emotionslose Frau, vermutlich da sie selbst in einer kalten und lieblosen Atmosphäre bei einer Mutter aufwuchs, die niemals ein Kind haben wollte. Einen Vater für Emilie gab es nicht, ihr Erzeuger hat früh das Weite gesucht und hinterließ eine verbitterte und wütende Frau, die Mutter von Emilie.

    "Dennoch dachte er sehr oft an seine Kindheit. Und jedes Mal ergriff ihn eine Traurigkeit, die absolut und umfassend zu sein schien - als könne kein Kummer der Welt ihn noch einmal so heftig treffen. Diese Traurigkeit legte sich wie ein grauer Dämmer um seine alte Kindheitsvorstellung, dass er selbst unsichtbar sei: die quälende Erinnerung daran, dass der Knabe Gustav immerzu versucht hatte, sich ins Licht zu rücken, damit seine Mutti ihn besser sah. Aber sie hatte ihn nie wirklich gesehen. Sie hatte sich für die Person, die er war, im Grunde blind gestellt."

    Gustav lernt in der Vorschule Anton kennen. Die beiden freunden sich an und Gustav liebt Anton, wie er selbst betont. Anton möchte ein ruhmreicher und erfolgreicher Pianist werden, seine Eltern und Gustav unterstützen ihn in vollem Maße, aber Anton kann nicht vor großem Publikum spielen, seine Nerven versagen. Anton benutzt Gustav eigentlich auch nur für seine eigenen Zwecke, er ist kein liebender und guter Freund. Aber Gustav hält an Anton fest, auch als dieser in eine andere Stadt geht, um endlich doch noch Erfolg zu haben.

    Der Schreibstil war anspruchsvoll und nicht immer ganz flüssig, dennoch war die Geschichte um Gustav interessant, melancholisch und mitfühlend geschrieben. Sie hat mich sehr nachdenklich gemacht und traurig darüber, dass Menschen ihr Leben lang nach Liebe buhlen, die nicht vorhanden ist und viele Menschen einfach nicht das geben können, was andere sich von ihnen wünschen.

    Fazit:

    Ein sehr schöner, melancholischer und interessanter Roman, der mich sehr berührt und nachdenklich hinterlassen hat.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    »Wir müssen die Menschen werden, die wir schon immer hätten sein sollen.«

    Seid Ihr bereit für einen bewegenden Roman – für Und damit fing es an von der renommierten Autorin Rose Tremain?

    Darum geht’s:
    Gustav Perle wächst in den 1940er Jahren in einem kleinen Ort in der Schweiz auf. Er lebt mit seiner Mutter in ärmlichen Verhältnissen und verlangt nicht viel von seinem Leben. Eines Tages lernt er in der Schule Anton kennen, den Sohn einer kultivierten jüdischen Familie – und entdeckt dort ein ganz anderes Leben kennen. Er hört Anton beim Klavierspielen zu und begleitet die Familie sonntags zum Schlittschuhlaufen. Gustavs Mutter aber sieht diese Freundschaft nicht gern – denn sie lebt in der Überzeugung, dass die Bereitschaft ihres verstorbenen Mannes, jüdischen Flüchtlingen zu helfen, das gemeinsame Leben zerstört hat.
    Nachdem Anton fortgezogen ist, widmet sich Gustav seinem erfolgreichen Hotel Perle – doch irgendetwas fehlt ihm. Als Anton nach vielen Jahren zurückkehrt, erkennen die beiden, dass das Glück vielleicht schon immer direkt vor ihnen lag …

    »Manchmal geschehen Dinge eben erst spät im Leben.«

    Schaut Euch doch kurz den schönen Trailer an:
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    Neugierig geworden? Hier geht’s zur Leseprobe »

    Wir laden Euch ein, Rose Tremains Roman Und damit fing es an im Rahmen dieser Leserunde zu entdecken und freuen uns schon auf Eure Eindrücke und Diskussionen. Bewerbt Euch bis zum 17. August über den blauen „Jetzt bewerben“-Button* und beantwortet uns folgende Frage:

    Welches Bild aus unserem Buchtrailer gefällt Dir am besten oder hat Dich am meisten berührt?

    Über die Autorin: Rose Tremain wurde 1943 in London geboren und studierte in Paris und Norwich Anglistik. Von 1988 bis 1995 war sie Dozentin für kreatives Schreiben. Ihre Romane wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Orange Prize for Fiction und dem Prix Femina Étranger. Tremain lebt zusammen mit ihrem Mann in Norwich und London.

    * Im Gewinnfall verpflichtet Ihr Euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Veröffentlichen einer ausführlichen Rezension auf LovelyBooks.de, nachdem Ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet Ihr vor Eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken.
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