Rosemarie Eichinger Unerlaubt entfernt

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Inhaltsangabe zu „Unerlaubt entfernt“ von Rosemarie Eichinger

In einem Rutsch durchgelesen fesselt der Jugend-Thriller doch, wenn auch nicht so, wie ein Thriller es üblicherweise macht.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

"Komm raus, komm raus, wo immer du bist..." - das Potenzial der Autorin hat sich hier gut versteckt, es wollte partout nicht hervorkommen.

— Krinkelkroken
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  • "Dass Mayer sie bestrafen würde, war klar. Schließlich hatten sie sich unerlaubt entfernt."

    Unerlaubt entfernt

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. January 2014 um 08:37

    Der Klappentext von „Unerlaubt entfernt“ verspricht einen Jugend-Thriller, und auch Leser, die nicht mehr in die Alterszielgruppe (freigegeben ab 14) fallen, erwarten sich Spannung pur. Lucy, Ben, Marie und Daniel haben sich beim Museumsbesuch aus der Gruppe unerlaubt entfernt und mussten von ihrem Lehrer, Herr Mayer, nachträglich abgeholt werden. Eigentlich sollte Mayer seine vier Schüler nach Hause bringen, doch entscheidet er sich voll Wut und Ärger für eine etwas andere Art der Bestrafung. So führt er die vier in eine einsame Hütte im Wald, die einem Freund gehört – sie bekommen zunächst nicht einmal richtig mit, dass ihr Lehrer eine besondere Strafe für sie bestimmt hat. Erst mitten im Nirgendwo realisieren die vier Schüler, dass sie sich vielleicht ihren letzten Stunden gegenüberstehen. Sie setzen sich gegenseitig unter Druck. Spätestens als sie dann Fotos von nackten Füßen entdecken, steht für sie fest: Nichts wie weg von hier! Das nur kurze eBook von Rosemarie Eichinger hält für ältere Hobby-Ermittler, die sich zum Spaß in die Thriller-Welt hinein trauen und fleißig mit raten, nur wenig Überraschung bereit. Dennoch bleibt das etwa 70 Seiten starke eBook ein kurzweiliges Vergnügen: Rosemarie Eichinger schafft es, im nur kurzen Thriller trotz recht stereotypisierter Figuren und einiger erfüllter Klischees, doch Spannung aufzubauen. Es fließt nur wenig Blut, dennoch sind die Psychospielchen, die Herr Mayer mit seinen Schülern spielt, ein Highlight. Der auktoriale Erzähler des Thrillers springt zwischen den verschiedenen Charakteren hin und her und gibt Einblick in ihre Gedankenwelt. Dies macht den Beginn, der aus Sicht des Lehrers beschrieben wird, spannend. Bei den vier Schülern entdeckt man jedoch schnell, dass sich die Autorin hier an vier verschiedenen Klischees bedient: die starke Lucy, das Dummchen Marie, Ben, der nur Mädchen im Kopf hat, und der Streber Daniel bleiben ob der kurzen Geschichte nur vage fassbare Charakter. Drei Laternen für „Unerlaubt entfernt“, denn in einem Rutsch durchgelesen fesselt der Jugend-Thriller doch, wenn auch nicht so, wie ein Thriller es üblicherweise macht. Erika

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  • Unerlaubt entfernt

    Unerlaubt entfernt

    joshi_82

    17. October 2013 um 13:04

    Nach einem Museumsbesuch muss Lehrer Mayer vier seiner Schüler nach Feierabend abholen. Dass er davon nicht begeistert ist, kann man sich denken. Doch dass er seine Schüler in einem versteckt gelegenen Haus festhalten würde, damit war dann doch nicht zu rechnen... Die Grundidee der Geschichte klingt wirklich spannend und hat mich sofort angesprochen.  Die Charaktere sind für die Kürze der Geschichte (ca. 76 Seiten) ausreichend gut ausgearbeitet und kaum einer reagiert in dieser Extremsituation, wie man es eigentlich von demjenigen erwartet hätte. Mayer ist dabei natürlich der interessanteste Protagonist, weil er es gar nicht wirklich als falsch empfindet, was er tut. Seine Empfindungen hat die Autorin gut dargestellt. Die Jugendlichen reagieren stellenweise ein wenig überzogen und auch die Auflösung der Geschichte war für meinen Geschmack zu einfach und abrupt. Da wären ein paar Seiten mehr vermutlich hilfreich gewesen. Der Schreibstil widerrum konnte mich nicht so ganz überzeugen, da er oft ein wenig abgehackt wirkt. Die Autorin beschränkt sich tatsächlich nur auf das Wesentliche. Zwar ist der Erzählstil dadurch recht rasant und dementsprechend passend zum Streßfaktor der Entführten, doch mich hat das in meinem Lesefluß ein wenig ausgebremst.  Auch wirkliche Spannung habe ich hier vermisst, was schade ist, denn bei einer so kurzen Geschichte muss es den Leser einfach direkt packen, um wirklich überzeugend zu sein. Fazit: Wirklich packen konnte mich diese Kurzgeschichte leider nicht, dabei steckt doch soviel Potenzial dahinter. Hier fehlte die nötige Spannung, die für mich zu einem Psychothriller einfach dazugehört.

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  • Jugend-Psychothriller leider ohne echten Nervenkitzel

    Unerlaubt entfernt

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. August 2013 um 15:19

    Nach einem Klassenausflug in ein Museum, wird Lehrer Mayer vom Nachtwächter der Einrichtung verständigt, dass vier seiner Schüler abzuholen seien. Wütend über den vermasselten Abend holt der Lehrer die Schüler vom Museum ab, ärgert sich über deren Grinsen und beschließt auf dem Nachhauseweg, dass es so nicht geht und die Jugendlichen eine Lektion verdient haben. Kurz entschlossen kassiert er die Handys der Teenager ein und fährt mit ihnen in eine abseits gelegene Blockhütte die seinem Freund gehört. Dort angekommen, überlässt er die Schüler zunächst sich selbst, steigert sich immer weiter in seine düsteren Gedanken von seinem vermasselten Leben, an dem vor allem diese dummen, respektlosen Kinder schuld sind. Die vier Jugendlichen hingegen bleiben völlig im Unklaren über die Pläne ihres Lehrers und dessen Verhalten lässt sie schon bald um ihr Leben fürchten. „Unerlaubt entfernt“ ist ein Jugend-Psychothriller, der sich auf knapp 70 Seiten beschränkt und mich mit seiner Kurzbeschreibung und dem dazu passenden Cover direkt angesprochen hat. Schon als Lehrer Mayer sich mit den Schülern auf dem Nachhauseweg befindet, wird einem als Leser klar, dass er in seinem Kopf einen Schalter umlegt, psychisch überfordert ist und sich nach und nach immer weiter in seinen Ausnahmezustand hinein steigert. Er fährt mit den vier Schülern, im dicksten Winter, in die abgelegene Hütte seines Freundes. Er will sie bestrafen, denn sie haben sich unerlaubt entfernt. Dabei hat er gar keinen Plan, lässt sich treiben. Die Schüler Ben, Lucy, Daniel und Marie denken zunächst noch, dass ihr Lehrer müde und überreizt ist und sie aus diesem Grund die Nacht in der Hütte verbringen. Die vier Jugendlichen sind völlig unterschiedliche Typen und wirkten doch recht klischeehaft auf mich. Auch wenn sie sich gegenseitig nicht unbedingt mögen und auch in der Schule nicht mehr als nötig miteinander zu tun haben, so ließen sie sich für meinen Geschmack viel zu einfach und schnell von den psychischen Spielchen ihres Lehrers manipulieren. Schon nach einer Nacht gehen sie verbal aufeinander los und Mayer braucht gar nicht viel zu tun, um die Schüler gegeneinander auszuspielen. Hier und da eine entsprechende Bemerkung und schon kommt der gewünschte Effekt. Das war mir eindutig zu einfach und ich habe mich manches Mal dabei ertappt, wie ich dachte, jetzt passiert aber bitte nicht dieses oder jenes, aber genau das ist dann passiert. Somit war vieles zu vorhersehbar und es kam für mich nicht so die richtige Spannung auf. Das Verhalten der Jugendlichen war zwar aufgrund der psychischen Herausforderung teilweise nachvollziehbar aber oftmals hat mich doch gestört, dass sie nicht in der Lage waren, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und sich schon durch Kleinigkeiten so derart aus der Fassung bringen ließen. Mayer hat mich da schon eher überzeugt. Seine Gedanken, die Unzufriedenheit und der Job der ihn frustriert; aber vor allem auch die Rückblenden in seinem Leben, Dinge die schon früher vorgefallen sind, denen aber niemand so wirklich Beachtung geschenkt hat, das machte ihn zu einem interessanten Charakter. Der Schreibstil von Autorin Rosemarie Eichinger hat mir gut gefallen. Die teilweise sehr kurzen Sätze, die manchmal auch nur aus zwei Worten bestehen, empfand ich als passendes Stilmittel für diesen kurzen Jugend-Thriller und auch, um dem Leser die Figur Mayer mit seinen abstrusen Gedanken näher zu bringen. „Unerlaubt entfernt“ ist ein kurzer Thriller für Jugendliche ab 14 Jahren, dessen Idee mir gut gefallen hat. Ein Lehrer, der durch ein harmloses Versäumnis einiger seiner Schüler einen Schalter in seinem Kopf umlegt und so zum Entführer wird und vier Schüler, die dadurch in eine psychische Ausnahmesituation geraten. Die Umsetzung der Geschichte konnte mich allerdings, auch unter Berücksichtigung der relativ wenigen Seiten, nicht völlig überzeugen und vergebe daher 3 Sterne.

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  • Ein solider Kurzthriller! Ganz nett, aber einfach nichts Außergewöhnliches!

    Unerlaubt entfernt

    Buecherwurm2punkt0

    16. July 2013 um 10:35

    Von Kurzthrillern erwarte ich einen schnellen Einstieg in die Geschichte, schön viel Spannung und wenige beschreibende Worte. Bei "Unerlaubt entfernt" hat mich der Titel irgendwie irritiert. Natürlich ist er passend, denn schließlich handelt es sich um 4 Teenager die sich von der Schülergruppe entfernt haben und anschließend von ihrem Klassenlehrer bestraft werden. Trotzdem stört mich irgendetwas an dem Titel. Für mich klingt er einfach mehr nach dem Klauen von Schokolade aus dem Adventskalender.  Was mich aber zum Lesen bewegt hat, ist die Axt auf dem Cover. Eine Axt im Zusammenhang mit Thrillern lässt bei mir gleich eine Gänsehaut entstehen und ich habe im Kopf schon Bilder von blutigen Massakern. Leider konnte die Autorin Rosemarie Eichinger meine Erwartungen nicht richtig erfahren. In dem Thriller geht es sehr unblutig zu und dafür mit kleinen Psychospielchen.  Die Protagonisten waren für mich teilweise so anstrengend, dass ich sogar verstehen konnte dass der Lehrer Herr Mayer zu einer etwas außergewöhnlichen Bestrafung greift. Daniel war der typische Besserwisser, Marie eingeschüchtert und wollte unbedingt beliebt sein, Ben hat nur an Mädels und vor allem Maries Brüste gedacht und Lucy war einfach nur zickig und pubertär. Dementsprechend schwer ist es mir gefallen, einen Bezug zu der Geschichte zu bekommen und Mitleid mit den Protagonisten zu empfinden. "Unerlaubt entfernt" ist einer dieser Thriller in denen eigentlich nichts richtig passiert. Das meiste Drama entsteht durch die pubertären Spielchen der Protagonisten. Erstaunlicherweise hat die Autorin es trotzdem geschafft, zwischendurch Spannung aufzubauen sodass ich richtig gehend gefangen war. Allerdings wurde diese Spannung so abrupt aufgehoben, dass ich doch etwas enttäuscht war. Kurz danach folgte auch das Ende, das mir viel zu schnell kam. 20 Seiten mehr hätten dem Buch wahrscheinlich gut getan, denn dann hätte die Autorin den Spannungshöhepunkt mehr auskosten können und auch die Hintergründe der Tat und die Beweggründe des Lehrers schlüssiger erklären können. So kam mir die Auflösung sehr fadenscheinig vor, denn ich hätte mir an dieser Stelle mehr emotionale Tiefe erhofft. Fazit: Ein solider Kurzthriller! Ganz nett, aber einfach nichts Außergewöhnliches! 

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  • Gut aber da geht mehr

    Unerlaubt entfernt

    Scathach

    Ein Museumsbesuch mit ungeahnten folgen. Eine schläft in einer Jurte, 2 andere knutschen auf dem Klo und der andere saß in einer Ecke und las ein Buch. Dabei vergisst man schonmal den Anschluss an seine Klasse sowie die Zeit um sich. Gegen Sechs Uhr Abends klingelt das Telefon des Leherers Herr Mayer. Am anderen Ende der Nachtwächter aus dem Museum, der ihn fragt ob er nichts oder neimanden vermisse. Mayer verneinte dies musste aber dennoch von seiner Couch hoch und die Jugendlichen vom museum abholen. Er ist richtig sauer deswegen. Er hat die 4 nun in seinem Wagen aber anstatt sie nach Hause zu fahren, bringt er sie in eine kleine Hütte im Wald. Niemand kann von dort weg, denn es ist alles total zugeschneit. Die Kinder müssen nun zusammenhalten aber das ist alles andere als einfach mit einem Leherer, der offensichtlich den Verstand verloren hat. Dieses Buch hat einen guten Schreibstil, eine interessante Idee und einen bunten Mix an Charakteren. Sei es der Frauenheld Ben, die aufmüpfige Lucy, die Schüchterne Marie oder der toughe Nerd Daniel. Jeder für sich etwas besonderes. Aber das war es leider auch schon. Die Geschichte fängt eigentlich spannend an und bleibt es auch bis zum Schluss...aber mehr kommt dann einfach nicht. Der Klappentext versprach einen "nervenaufreibenden Psychothriller" aber genau dieser fehlte mir. Viele der Sätze waren nur 2 bis 3 Wörter lang und das hintereinander weg. Was mit dem Lehrer nicht ganz stimmt, erfährt man nicht, sondern kann man nur erahnen und die Charaktere lernt man auch nicht so gut kennen. Und zudem hört das eBook an einer Stelle auf, wo für mich ein Thriller erst richtig anfangen würde. Vielleicht mag es auch daran liegen das es nur eine Kurzgeschichte der Autorin ist, aber aus diesem Buch könnte man noch sehr viel mehr heraus holen. Für welche Altersgruppe dieses Buch ist, wurde leider nicht beschrieben aber ich denke mal, da es "kaum" Gewalt, keine Blutigen Szenen oder sexuelle Handlungen gibt, würde ich es für Jugendliche ab 12-16 empfehlen. "Unerlaubt entfernt" von Rosemarie Eichinger ist ein kurzweilig, unterhaltsames Lesevergnügen mit sehr viel Potenzial aus dem man noch sehr viel mehr hätte machen können. Aber für Zwischendurch schon eine kleine Abwechslung. Daher erreichte es von mir leider nur 3 Punkte.

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    • 2
  • Man hätte mehr draus machen können

    Unerlaubt entfernt

    lord-byron

    06. July 2013 um 22:57

    Lehrer Mayer ist stink sauer. Heute hatte er mit seiner Schulklasse einen Ausflug in ein Museum gemacht und gerade hat ihn der Nachtwächter von dort angerufen um ihm mitzuteilen, dass hier noch 4 seiner Schüler seien, die er wohl „vergessen“ hat. Also setzt er sich in sein Auto und fährt bei Eis und Schnee den weiten Weg um diese Gören abzuholen. Auf dem Rückweg gerät er auch noch in einen Stau und da zerbricht etwas in ihm. Er wirft die Handys der 4 jungen Leute aus dem Autofenster und nimmt eine Abzweigung zur Hütte eines Freundes, mitten im Wald. Dort hält er Lucy, Marie, Ben und Daniel gefangen. Was hat er vor mit seinen Schülern? Hat er komplett den Verstand verloren? Der Klappentext hörte sich so toll an und machte mich neugierig auf dieses Buch. Doch etwas ungläubig schaute ich auf die Seitenzahl. Die Geschichte ist nur 102 Seiten lang. Klar, dass sich da keine ausgeklügelte Geschichte vor einem ausbreitet, sondern alles wie im Zeitraffer abläuft. Die Idee war sehr gut und man hätte da richtig viel draus machen können. So war es sehr komprimiert und nur das Wichtigste wurde erzählt. Eine wirkliche Spannung kam da leider nicht auf. Unglaublich fand ich auch, dass ein Lehrer auf der Heimfahrt von einem Ausflug nicht merkt, dass 4 Schüler fehlen. Bei uns wurde immer durchgezählt oder wurde gefragt, ob jeder seinen Nebenmann hat. Aber o.k. Es war eben wichtig für die Geschichte. Und auch warum, die 4 nicht mit nach Hause gefahren sind, war mehr als seltsam. Ben und Marie knutschten auf dem Klo, Lucy war in einer Jurte eingeschlafen und Daniel las in einem Buch. Und als sie dann von ihrem Lehrer festgehalten wurden hielten sie nicht etwa zusammen, nein, sie machten sich noch gegenseitig fertig. Man erfährt ein paar Gedanken des Lehrers, der ja am Anfang auch noch vollkommen normal rüber kommt, aber dann beginnt man doch an seiner geistigen Gesundheit zu zweifeln. So ein normaler Kerl scheint er wohl noch nie gewesen zu sein. Aber alles in allem ist es eine nette Geschichte für Jugendliche und ich fühlte mich gut, wenn auch nur sehr kurz unterhalten. Darum vergebe ich 7 von 10 Punkten und finde es ein wenig Schade, dass die Autorin die Geschichte nicht ein wenig ausgebaut hat, denn sie hatte viel Potenzial. © Beate Senft

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  • „Unerlaubt entfernt“ von Rosemarie Eichinger

    Unerlaubt entfernt

    Krinkelkroken

    05. July 2013 um 14:07

    Vier Jugendliche bleiben aufgrund eigener Verschuldung in einem Museum zurück, während der Rest der Klasse längst nach Hause zurückgekehrt ist. Als Herr Meyer seine Zöglinge abholt, brennt bei ihm eine Sicherung durch. Spontan schmeißt er alle Handys aus dem Autofenster und fährt mit den Schülern in eine abgelegene Hütte im Wald. Denn schließlich haben die Vier sich unerlaubt entfernt und dass sollte bestraft werden... Kommen wir erst einmal zu den positiven Aspekten: Handlung und Setting haben viel Potenzial: Ein Lehrer, der ausrastet, eine einsame Hütte im winterlichen Wald, vier Schüler, die auf sich gestellt sind – das entspricht dem oft erprobten und immer wieder unterhaltsamen Horror-Klischee. Jeder, der sich für Horrorfilme oder Splatterstories begeistern kann, denkt sich bei dieser Kombination also zunächst: „Klassisch. Nicht umwerfend originell, aber vielversprechend.“ Das Ambiente wird von Rosemarie Eichinger dann auch gekonnt in Szene gesetzt und subtiles Grauen gemächlich gesteigert. Dabei wirkt sich die Kürze der Seitengesamtzahl nicht negativ auf das Ergebnis aus, im Gegenteil: Die etwa 100 Seiten werden voll ausgeschöpft. Die Story gerät weder ins Stocken noch wirkt sie langatmig. Wie schon bei Kirsty McKays Pausensnack, bietet diese Ebook-Länge ein kurzweiliges Lesevergnügen, das es in sich hat – und das zu einem erschwinglichen Preis. Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht, aber auf mich wirkt eine hohe Seitenanzahl bei den wenigsten Wälzern im Nachhinein begründet. Es gibt Bücher, von denen man sich wünscht, dass sie nie enden mögen. Und es gibt AutorInnen, die einen Spannungsabfall bei über tausend Seiten vermeiden können. Aber seien wir ehrlich – das ist in den seltensten Fällen der Fall. Die Ebook-Snacks aus dem Hause „Chicken“, einem Gemeinschaftsunternehmen des britischen Verlages „The Chicken House“ und dem deutschen „Carlsen Verlag“, sind für mich jedenfalls willkommene Schmöker-Appetitanregungen, die einen Vorgeschmack auf eventuelle Buchreihen der AutorInnen geben oder auch Kostproben der jeweiligen schriftstellerischen Begabung liefern. Da im Falle von Unerlaubt entfernt die Handlung durchweg konsistent ist und das Spannungniveau gehalten wird, ist gegen die Kürze also nichts einzuwenden. Auch die Covergetaltung ist gewohnt ansprechend. Eine Axt ist in den Titel integriert und verspricht spannende Lesemomente. Leider endet hier mein Lobgesang. Denn das Konzept scheint – abgesehen von der Grundidee – nicht ausgereift zu sein. Der Sprachstil beispielsweise wirkt durchgängig sonderbar; auch nach längerem Lesen ist keine Eingewöhnung in Sicht. Ein personales Erzählverhalten ist erkennbar, kann aber oft nur schwer den einzelnen Personen zugeordnet werden. Meist ist des Lehrers Sicht vertreten, zwischendurch, wenn die Jugendlichen unter sich sind, wechselt die Perspektive im Stakkatoverfahren. Dabei kommt der Leser jedoch nicht immer mit. Verkürzte Zwei-Wort-Aussagen („Keine Frage.“ „In Ruhe.“ „Wieder mal.“) im Jugendjargon wechseln sich mit simpelsten Hauptsätzen, bestehend aus Subjekt-Prädikat-Objekt, ab – jedenfalls wenn überhaupt ein Prädikat vorkommt – und sollen wohl, unterstützt durch eine Erzählung im Präsens, einen „kamerageführten“ Leseeindruck vermitteln. Wenn man die Erzählweise mit einer Kameraperspektive vergleichen sollte, dann fällt mir hier allerdings nur der Film The Blair Witch Project ein: verwackelt, konfus und leicht schwindelerregend. Zwischendurch fallen ironische Kommentare (vom Erzähler?), die nicht zur Stimmung passen. Was will er dem Leser damit sagen? Möchte er sarkastisch wirken und sich über die Teenager lustig machen? Wenn ja, so geschieht das in derart unpassenden Momenten, dass es nicht verwunderlich ist, dass man sich mit niemandem identifizieren mag. Die Figuren sind ebenso klischeehaft wie die Handlung. Das wäre nicht weiter problematisch, wenn irgendjemand sich als witzig, interessant oder identifikationsstiftend herausgestellt hätte. Leider trifft das auf keine der Personen zu. Bis etwa zur Hälfte des Buches hatte ich sogar Mitleid mit dem psychopathischen Lehrer, denn die Teens wirken wahrlich unsympathisch. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto abstoßendere Fakten erfährt man über Herrn Mayer – so dass am Ende alle Protagonisten unsympathisch sind. Die Entwicklung des Lehrercharakters ist nicht ebenfalls nicht durchgängig nachvollziehbar. Anfangs wirkt er überfordert; er könnte unter Burnout leiden. Mit der Zeit erfährt man von seiner latenten Gewaltbereitschaft und seltsamen Vorlieben. Im Laufe der Handlung schwankt er zwischen Aggression und Selbstmitleid, aber die Gefühlsregungen wirken aufgesetzt. Es kann natürlich sein, dass diese Schwankungen gewollt sind und den Eindruck des psychisch kranken Mannes unterstützen sollen. Auf mich macht es aber eher den Eindruck, als hätte die Autorin ihre – durchaus brauchbare – Skizze nicht richtig ausgearbeitet. Dazu kommt, dass sowohl die Gespräche der Jugendlichen als auch die Situationen mit dem Lehrer nicht sehr realistisch erscheinen: Während Herr Meyer seine Schüler axtschwingend in Angst und Schrecken versetzt, freut Ben sich, dass Lucy angeblich auf ihn steht. Marie ist von einem Moment auf den anderen nicht mehr das lebenslang schüchtern-einfältige Mädchen, sondern die abgebrühte Coolness auf zwei Beinen. Ähm, ja. Nochmal: Auch eine völlig an den Haaren herbeigezogene, trashige Geschichte kann witzig sein. Bei Unerlaubt entfernt wirkte die Realitätsferne bedauerlicherweise eher störend. Insgesamt macht der Psychothriller für Jugendliche ab 14 Jahren auf mich den Eindruck eines nicht ganz fertigen oder zumindest etwas übereilt abgeschlossenen Projektes. Schade, schade, schade. Denn Potenzial ist, wie eingangs erwähnt, genug vorhanden – und dass die Autorin es besser kann, hat sie in ihrem Roman Alles dreht sich bewiesen. Unerlaubt entfernt von Rosemarie Eichinger Verlag: Chicken House (Carlsen) Seiten: 102 Erscheinungstermin: Juni 2013 ISBN: 978-3-646-92596-8

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