Rosemarie Marschner Das Bücherzimmer

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Inhaltsangabe zu „Das Bücherzimmer“ von Rosemarie Marschner

Einem unehelichen Kind stehen nicht alle Türen offen in der österreichischen Provinz. Die vierzehnjährige Marie muss froh sein, dass sie Dienstmädchen in der großen Stadt Linz werden darf. Aber am leichten Leben der Stadtmenschen, die ihre Tage mit Zeitunglesen, Tennisspielen und Reisen zubringen, darf das Mädchen nicht teilhaben. Ihr Leben ist von harter Arbeit und strengen Regeln geprägt, die von der betagten Haushälterin eisern durchgesetzt werden. Nur ganz allmählich eröffnen sich Freiräume, nur ganz allmählich zeigen die »gnädige Frau« und der »gnädige Herr« auch einmal menschliche Züge. Und dann beginnt sich der Franz für das junge Mädchen zu interessieren, ein fescher Bursche, der Sohn eines gutverdienenden Bäckers, der sogar ein Motorrad besitzt. Nach zähem Ringen mit den Eltern wird Marie seine Frau. Die Hochzeitsreise führt nach Wien, und nun könnte eigentlich alles gut werden, wenn da nicht die Politik wäre. Man schreibt das Jahr 1938, Österreich ist annektiert worden, in Linz wird ein riesiges Stahlwerk gebaut und alle, die den neuen Herren im Weg stehen, werden beseitigt. Da wird dann auch manche private Rechnung beglichen ...

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  • Marie Zweisam ist ja ganz nett, ...

    Das Bücherzimmer

    enii

    12. May 2016 um 11:58

    ... aber viel mehr fällt mir zu dem Buch jetzt auch nicht ein. Den Schreibstil fand ich angenehm, nicht zu anspruchsvoll, aber auch nicht zu simpel. Ich hätte gerne noch etwas über das Schicksal der Ohnesorgs erfahren - den Teil, den Marie bei der Bäckerfamilie verbracht hat, hätte man dafür kürzen können. Kurze Versöhnung mit ihrem Ehemann, nein doch nicht...dann ein erneuter Versuch, oh jetzt hat sich die Mutter wieder eingemischt. Durch den letzten Teil im Buch hab ich mich mehr oder weniger durchgekämpft - der konnte mit dem Anfang nicht mithalten. Ich bin selbst aus Österreich und würde gern mehr Literatur aus der Heimat lesen - Rosemarie Marschner hat mich aber nicht wirklich überzeugt. Vielleicht versuche ich mich noch an 'Das Jagdhaus'.

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  • Zeitgeschichte kurzweilig

    Das Bücherzimmer

    BrittaRoeder

    Das Bücherzimmer - durch Titel und Cover angelockt griff ich – obwohl ich zuvor noch nichts über Buch oder Autorin Rosemarie Marschner gehört hatte- sehr spontan zur Lektüre. Im Mittelpunkt des Romans steht Marie Zweisam, die zu Beginn der Handlung als Vierzehnjährige ihr kleines Heimatdorf in Österreich verlässt um in der nächsten Stadt, in Linz, als Hausmädchen zu arbeiten. Heimweh, eine erste unglückliche Liebe, harte Arbeit, ungerechte Entlohnung und die Verzweiflung, keine Aussicht auf eine richtige Ausbildung zu haben, markieren ihren frühen Lebensweg. Einen Ausweg aus der sozialen Sackgasse scheint es für Marie nicht zu geben, denn Marie ist unehelich und in den zwanziger Jahres des letzten Jahrhunderts war das durchaus noch ein Grund für lebenslange Diskriminierung. Doch Marie ist überdurchschnittlich klug und ehrgeizig und sie lässt sich nicht unterkriegen. Durch Fleiß und Gradlinigkeit verdient sie sich den Respekt ihrer Umwelt. Sie heiratet und steigt sozial auf. Und bei allem bleibt Marie sich selbst immer treu. Auch als der Nationalsozialismus Einzug hält, steht sie ihren jüdischen Freunden zur Seite und macht aus ihrer kritischen Meinung den neuen Machthabern gegenüber keinen Hehl, wodurch sie selbst in Gefahr gerät... Mit ihrer Hauptfigur hat Marschner eine sympathische Heldin geschaffen, der man gerne durch die Härten der eigenen Biographie und durch die Wirren der Zeitgeschichte folgt. Wobei ich immer den Eindruck hatte, dass der Autorin am Schicksal ihrer Figuren etwas mehr gelegen ist als an der geschichtlichen Darstellung. Dem Unterhaltungswert der Lektüre hat dies aber keinen Abbruch getan. Marschners Sprache ist ansprechend und klar. Sie erzählt gefühlvoll ohne kitschig zu werden. Insgesamt fühlte ich mich sehr gut unterhalten. Zwei Fragen blieben für mich am Ende jedoch offen. Erstens: Wieso heißt dieser Roman 'Das Bücherzimmer'? Vermutlich weil dadurch Leute wie ich dazu verleitet werden ihn zu lesen. Diese Rechnung ist ja auch aufgegangen. Und zweitens: Wieso endet der Roman an einem Punkt der Handlung, an dem der weitere Werdegang der Heldin am meisten interessiert? So entsteht das unschöne Gefühl, die Geschichte sei einfach noch nicht richtig zu Ende erzählt. Doch wenn man einem Buch nach gut 400 Seiten vorwirft, dass es zu schnell endet, ist das ja auch als ein gutes Zeichen zu werten, oder?

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    • 4
  • Ein Stück schmerzhafte Zeitgeschichte

    Das Bücherzimmer

    sursulapitschi

    Dies ist ein Buch, das Spaß macht, auch wenn die Geschichte überhaupt nicht spaßig ist. Marie Zweisam war ihr halbes Leben lang „unpassend“. Erstmal ist sie in den 20er Jahren als uneheliches Kind geboren. Sehr unpassend. Sie wächst auf einem Bauernhof in der Nähe von Linz auf. Die Dorfgemeinschaft beäugt sie und ihre Mutter misstrauisch, fast meint man, sie wären Geächtete. Mit 14 wird sie als Dienstmädchen in die Stadt geschickt. Sie versieht pflichtbewusst ihren Dienst, ist aber eigentlich zu klug, um in die Rolle der devoten Magd zu passen. Sehr ausführlich und einfühlsam wird Maries wechselvolles Leben geschildert. Sie schlüpft in mehrere Rollen, bis sie endlich in dem Leben ankommt, das zu ihr passt. Durch Maries Augen erfährt man anschaulich den Zeitgeist der 30er Jahre in Österreich und erlebt, wie der Nationalsozialismus von Deutschland herüberschwappt und das Land überrollt. Das fand ich besonders interessant, weil man die Nazizeit meistens aus deutscher oder aus "Feindessicht" erzählt bekommt. Hier hat man mal die Sicht des "Verbündeten", der sich verbünden musste, ob er wollte oder nicht. Was das Buch so unterhaltsam macht, ist der Schreibstil. Man ist sehr nah dran am Geschehen und fühlt mit Marie, lernt die unterschiedlichsten Menschen wirklich gut kennen. Gelegentlich durchzieht eine leise Ironie Maries Betrachtungen und man ertappt sich beim Schmunzeln, obwohl es gerade gar nicht lustig zugeht. Dieses Buch erzählt das Leben einer ungewöhnlichen Frau und vermittelt eindrucksvoll ein Stück schmerzhafte Zeitgeschichte.

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    • 3
  • Rezension zu "Das Bücherzimmer" von Rosemarie Marschner

    Das Bücherzimmer

    erika_haidvogl

    04. October 2012 um 22:05

    Berührendes Buch über ein "Einzelschicksal" in der Zeit im 2. Weltkrieg.

  • Rezension zu "Das Bücherzimmer" von Rosemarie Marschner

    Das Bücherzimmer

    gottagivethembooks

    08. August 2011 um 16:40

    Als Marie Zweisam mit 14 Jahren die Möglichkeit bekommt sich als Dienstmädchen in einem vornehmen Haushalt im österreichischen Linz zu verdingen, kann sie sich glücklich schätzen. Denn als unehelich geborenes Kind einer einfachen Bauerntochter vom Dorf stehen ihr nun wahrlich nicht viele Türen offen. Auch ihre hervorragenden schulischen Leistungen konnten daran nichts ändern. Doch ihren Drang nach Wissen kann dem gescheiten Mädchen niemand nehmen und so findet sie immer wieder Wege, ihrem Geist Nahrung zu verschaffen. Als Franz Janus, der Sohn einer angesehenen Bäckerfamilie, beginnt, ihr den Hof zu machen und schließlich um ihre Hand anhält, scheint zunächst alles gut zu werden. Doch eine unvergessene Liebe und die politischen Unruhen durch die Machtergreifung der Nazis scheinen ein Happy End unmöglich zu machen. Packend und einfühlsam erzählt Rosemarie Marschner die eindrucksvolle Geschichte einer Frau vor dem Hintergrund der Nazidiktatur in Österreich. Ein junges Mädchen, das sich weder von seiner Herkunft noch von den verbohrten Vorstellungen und Vorurteilen seiner Mitmenschen seinen Wissensdurst nehmen lässt und das lernt, für sich selbst zu kämpfen und seinen eigenen Weg zu finden. Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet und auch das Gesellschaftsbild Österreichs zur Nazizeit ist überaus überzeugend. Man fühlt die Beklemmung und den Druck, unter dem die Menschen stehen, spürt die konfliktgeladene Stimmung in der Stadt. Ein Hexenkessel, bei dem ein Funke genügt um ihn zum explodieren zu bringen. Auch sprachlich bleiben bei diesem Roman wenige Wünsche offen. Sehr stilsicher gelingen der Autorin ganz wunderbare Szenen: "In der Nacht, wenn Marie im Bett lag und nicht einschlafen konnte, lauschte sie den Geräuschen des Hauses: dem Ächzen der Dachsparren, dem unerklärlichen, leisen Poltern draußen in der Scheune und dem Knarren der Holzstufen. Als sie noch ein Kind gewesen war, hatte ihr die Mutter erklärt, dass sich im Laufe des Tages in den Stufen die Schritte sammelten und sich nachts in umgekehrter Reihenfolge wiederholten und auflösten. Mancher glaube dann wohl, dies seien die Gespenster der Verstorbenen, doch in Wahrheit sei es nur das Echo vom Leben des vergangenen Tages." (Seite 203) Ich fühlte mich beim Lesen stilistisch sogar gelegentlich an Ulla Hahn erinnert, die zwar in erster Linie als Lyrikerin von sich Reden macht, aber für mich auch in der Prosa zu den ganz großen der deutschen Literatur gehört. Rosemarie Marschner ist also unbedingt auf dem richtigen Weg und hat mich mich diesem Roman definitiv von sich überzeugt. Zitate: Wie hätte sie sich je hier zurechtfinden können? Wie sich Achtung erwerben unter diesen Menschen, denen der Schein nicht weniger galt als das Sein? (Seite 78) Alles lag so lange zurück. Und doch war es nicht vergessen. Wie kann es sein, dass Menschen einander solchen Schmerz zufügten? Sogar Menschen, die einander geliebt hatten. Oder gerade sie? (Seite 187) Ein Regime plante, die Welt zu erobern: Aus den Nachrichtenfetzen im Radio, die Marie kaum beachtet hatte, hatte sie dieses eine entnommen und gleich wieder vergessen, weil sie nun in einer Wirklichkeit lebte, die viel kleiner war und in der sich keiner für die Begierden der Mächtigen und der Machthungrigen interessierte. Leben wollte man. Gesund sein wollte man. Und vor allem nicht einsam sein wollte man. Doch Marie war nun einsam. Sie hatte alles verloren. Alles. (Seite 211/212) Auf immer? Während der Wind ihr trauerlose Tränen in die Augen trieb, dachte Marie, dass sie gar nicht wusste, was das war: immer. Kein fester Zustand wohl, sondern eine ständige Entwicklung. Doch wohin führte diese Entwicklung? Was würde in zehn Jahren sein? Oder in zwanzig? Oder gar noch mehr? (Seite 221) Noch immer schien die Sonne, ein mildes Licht des Spätnachmittags, begleitet von einem sirrenden Wind aus der Tiefebene im Osten. Sehnsucht nach Weite schwebte in dieser Luft, nach Unendlichkeit. Sehnsucht nach der Kraft der Gefühle und nach dem Tod. Eine Stadt, zum Weinen schön. In ihrem Lächeln Traurigkeit und in ihrer Trauer Ironie. (Seite 222) Von dem jungen Mädchen, das sich nach Wissen sehnte und vielleicht sogar danach, es später einmal weiterzureichen, auch wenn es sich nicht vorstellen konnte, wie, schien nicht mehr viel übriggeblieben zu sein. Es war wohl verlorengegangen irgendwo im Labyrinth der Straßen […]. Nur in der Nacht, wenn es im Haus so still war, dass man das Rascheln der Mäuse vernehmen konnte, kam es wieder zum Vorschein, hockte wie ein kleines Gespenst aus einer gutgläubigen Vergangenheit am Küchentisch, die Wangen in die Hände gestützt, die Augenwinkel gerötet von der Anstrengung, sich wach zu halten und auf den Buchseiten andere Welten zu entdecken. (Seite 284) “Ich habe noch nie irgendwo dazugehört, Herr Ohnesorg!”, entgegnete sie mit fester Stimme. Noch während sie es sagte, wurde ihr bewusst, wie sehr dies der Wahrheit entsprach. Nirgendwo dazuzugehören – der Schmerz ihres Lebens, aber vielleicht auch seine Chance. (Seite 329) Außer Atem und vom Regen durchnässt, blieb sie stehen. Sie sah nur noch seine Hände, die ihr zuwinkten, bis die Regenschleier alles verhüllten und sie allein zurückließen, den einsamsten Menschen der Welt. (Seite 331) http://gottagivethembooks.wordpress.com

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  • Rezension zu "Das Bücherzimmer" von Rosemarie Marschner

    Das Bücherzimmer

    Cibo95

    10. July 2011 um 13:37

    Ein wunderbares Buch über ein junges Mädchen, das 1918 als "Bankert" (uneheliches Kind) in einem österreichischen Dorf geboren wird. Maries Leben beginnt steinig, ist sie doch die geborene Schande ihrer Mutter ... der Vater ist Sohn reicher Eltern, die nur in den Sommermonaten in das kleine Dorf kommen, Mira, Maries Mutter verliebt sich in den jungen Mann und er sich in sie ... Marie wird in Liebe gezeugt, doch der Vater kann sich nicht dazu bekennen und so wächst Marie "in Schande" auf und wird mit 14 Jahren nach Linz geschickt, um bei der Familie Hohlbach als Zimmermädchen zu dienen. Marie ist sehr intelligent und interessiert sich für die Nachrichten und die Literatur, der alte Notar lässt sich von ihr vorlesen, obwohl sich das "nicht gehört". Bei der Familie begegnet Marie auch zum ersten Mal ihrem leiblichen Vater, doch er kennt sie nicht. Marie ist unglücklich und einsam und findet in Franz Janus, dem Bäckerssohn eine erste Liebe, sie heiraten ... doch werden sie glücklich? Da ist noch Emmi Janus, die karrieresüchtige Schwiegermutter, die Marie das Leben zur Hölle macht. Am interessantesten fand ich an dem Buch die geschichtliche Betrachtung, Marie lebt in Linz vor und während der Machtübernahme der deutschen Nazis. Wie sich das Leben dort verändert, wie die Leute auf die "Retter aus dem Norden" reagieren und wie sich das Leben, besonders für die Juden verändert, ist spannend beschrieben. Einen Punkt Abzug bekommt das Buch von mir, weil so vieles offen bleibt ... als Marie sich endlich befreit und ein glückliches Leben beginnen kann, fängt der zweite Weltkrieg an und ich hätte gern gewusst, wie sie es geschafft hat, den Krieg zu überstehen, ihre Ausbildung zu machen und wie sie dann mit ihrem Retter aus dem Ganzen eine Familie aufbaut. Das bleibt leider offen und so ist das Buch nur ein kurzer Ausschnitt aus dem Leben "der alten Dame" ... ich habe das Buch gern gelesen, aber es bleiben Fragen offen.

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