Rosemarie Marschner Das Jagdhaus

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Inhaltsangabe zu „Das Jagdhaus“ von Rosemarie Marschner

Linz im Jahre 1939. Antonia hat ihrem Mann, dem Rechtsanwalt, zum zweiten Mal eine Tochter geschenkt, Elisabeth soll sie heißen. Die Taufe soll eine freudige Familienfeier werden, doch dann gibt Antonias Vater einen Entschluss bekannt, der ihm nicht leicht gefallen sein dürfte. Als Hochschullehrer in Wien fühlt er sich von den neuen Machthabern bedroht. Er will sich mit seiner Frau nach Italien zurückziehen. Antonia ist entsetzt. Die Zukunft wird sie allein meistern müssen, mit zwei Kindern und einem Mann, der als Rechtsanwalt den Nazis kaum ausweichen kann. Wie sich die Frauen durch das Festhalten an der Familie gegen die Vereinnahmung durch die Nazis gewehrt haben, ist nicht immer heroisch, aber allemal spannend zu lesen.

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    Das Jagdhaus

    engineerwife

    22. December 2015 um 12:39

    In der Tat fand ich dieses Buch sehr spannend zu lesen, obwohl es eigentlich eher leise und einfühlsam geschrieben ist. Frau Marschner hat eine sehr wunderbare Art sich auszudrücken. Obwohl oft die direkten Dialoge fehlen, ist das Buch zu keiner Zeit langweilig. Da ich mich persönlich sehr für Geschichte interessiere, enthielt das Buch für mich genau die richtige Mischung zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Sehr offen geht die Autorin mit dem Thema Großdeutsches Reich um. Aus der Sicht der Österreicher hatte ich die Zeit um den zweiten Weltkrieg noch nie direkt betrachtet. Clever siedelte Hitler seine Nazigrößen auch in den österreichischen Städten an. „Es riecht nach Berlin …“ frotzelten die Österreicher, wenn ihnen mal wieder eine davon unter die Nase kam. Aufgrund des Luftkrieges übersiedelte die Zentrale der NS-Euthanasie von der Tiergartenstraße 4 in Berlin in die Ostmark, welche damals spöttisch gerne als der Luftschutzkeller des Reiches bezeichnet wurde. Hier findet sich auch die Tötungsklinik Hartheim in der Nähe von Linz, in der über 18.000 Personen zu „Untersuchungszwecken“ umgebracht wurden. Auch wurden nicht wenige Rüstungsbetriebe in die Ostmark verlegt. Ein prominentes Beispiel waren die Reichswerke Hermann Göring in Linz. Der fiktive Teil des Romans dreht sich hauptsächlich um Antonia, die Frau von Ferdinand Bellago, einem Anwalt aus gutem Hause, ihren Bruder und ihre Kinder. Immer wieder huscht eine Marie durchs Bild, die Leser des Vorgängerbandes wissen gleich Bescheid. Doch auch für diejenigen, die Marie im ersten Buch nicht nach Linz begleitet haben, werden nicht um die Aufklärung betrogen. Liebevoll beschreibt Frau Marschner die Charaktere … den schüchternen Bruder Peter, den die Eltern in der Obhut seiner Schwester Antonia in Deutschland zurückgelassen haben, die Schwiegereltern sowie Ferdinand und sein Partner Thomas. Das Leben zur Zeit des Naziregimes ist kein leichtes, aber Antonio wächst mit ihren Aufgaben zu einer starken Person heran. Ich bin fast traurig, sie nicht weiter begleiten zu dürfen. Ich würde mich freuen, wenn die Autorin den Faden nochmal aufgreifen würde. Es sind noch viele Fragen offen, besonders über den Verbleib und das weitere Leben von Marie und Thomas hätte ich gerne noch mehr erfahren. Für das Buch inklusive Vorgängerband Das Bücherzimmer möchte ich eine absolute Leseempfehlung aussprechen.   

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  • Rezension zu "Das Jagdhaus" von Rosemarie Marschner

    Das Jagdhaus

    Stephenie

    09. December 2012 um 13:14

    Das zweite Buch das ich von Rosemarie Marschner gelesen habe, aber sicher nicht das letzte. Sie hat eine einfach, klare aber doch so packende Art zu erzählen! Das Jagdhaus ist die etwas zweitversetzte Fortsetzung zu "Das Bücherzimmer", allerdings mit einer anderen Hauptfigur - man kann es auch ohne weiteres als erstes lesen. Das Jagdhaus spielt aber halt über den ganzen zweiten Weltkrieg gehen, daher natürlich auch etwas mehr zum Kriegsgeschehen...

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  • Rezension zu "Das Jagdhaus" von Rosemarie Marschner

    Das Jagdhaus

    tedesca

    01. October 2012 um 16:00

    "Das Jagdhaus" setzt die Geschichte einiger Figuren aus "Das Bücherzimmer" fort, auch Marie Zweisam begegnen wir immer wieder an den unterschiedlichsten Orten. Wir begleiten Antonia Bellago, eine junge Mutter aus sehr behüteten Verhältnissen, deren Eltern dem Naziregime gerade noch entkommen und sie mit der Verantwortung für ihren kleinen Bruder Peter zurücklassen. Das Familienleben geht dahin, um die Versorgung kümmern sich die Dienstboten. Die Ernährung wird bescheidener, von von Knappheit kann lange keine Rede sein. Und trotzdem werden auch die Bellagos vom Geschehen ausserhalb ihrer vier Wände eingeholt. Flüchtlinge im Gartenhaus, die Einberufung für den Ehemann, die Verpflichtung der Dienstboten zum Arbeitseinsatz - und plötzlich steht Antonia alleine da mit ihrer Verantwortung für ihre beiden Kinder. Der letzte Zufluchtsort vor der Bombardierung der Führerstadt Linz ist das Jagdhaus auf dem Land, in dem einst die Geschichte der Marie Zweisam begann. Und so schließt sich der Kreis dieser Erzählung, die uns teilhaben lässt am Leben einer Familie in diesen schwierigen Zeiten. Kraftvoll wie ihre Figuren ist auch der Stil der Autorin, sie hat mit Marie und Antonia zwei starke Frauengestalten geschaffen, die mich zutiefst bewegt haben und mir sicher nicht so schnell wieder aus dem Kopf gehen werden. Ein wunderschönes Buch, das ich nur weiterempfehlen kann!

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  • Rezension zu "Das Jagdhaus" von Rosemarie Marschner

    Das Jagdhaus

    WinfriedStanzick

    18. September 2011 um 10:23

    Der Deutsche Taschenbuch Verlag hat in diesem Herbst in seiner wunderbaren Reihe dtv premium zeitgleich zwei Bücher von österreichischen Autorinnen veröffentlicht, die sich mit der Zeit der Nazi-Diktatur in Österreich befassen. Die Begeisterung und Kollaboration der Bevölkerung einerseits und der stille oder auch manifeste Widerstand von einzelnen Menschen andererseits, die Frage, wie man überleben kann in einer Diktatur und wie man weiterleben nach einer totalen Zerstörung und Desillusionierung, das sind die Themen dieser beiden Bücher. Das erste, Renate Welshs „Die schöne Aussicht“ (unlängst von mir in sandammeer besprochen), reflektiert diese Themen mit einer Hauptfigur aus dem Arbeitermilieu, der ungeliebten und ungewollten Wirtstochter Rosa, die in dieser schrecklichen Zeit alle Wesen und Menschen verliert, die sie liebt, und die dennoch auf ihre Art bis zum Ort ihrer Grabstätte eine Hoffnung lebt, die Mut machen kann. Das zweite, hier zu besprechende Buch ist Rosemarie Marschners „Das Jagdhaus“. Schon mit ihrem 2004 auch bei dtv premium erschienenen Buch „Das Bücherzimmer“ hat sie eine breite Leserschar positiv auf sich aufmerksam gemacht. Auch in ihrem neuen Roman spielt eine Frau die Hauptrolle. Antonia Bellago hat im September 1939 ihrem Mann Ferdinand, einem angesehenen Rechtsanwalt, zum zweiten Mal eine Tochter geschenkt. Bei der Taufe des Kindes, mit deren Schilderung das Buch beginnt, sagt der Pfarrer: „ Dieses Kind ist so alt wie der Krieg.“ Sechs Jahre später, als die Bomben auf Linz fallen, wird sie sich voller Angst und Hoffnung an diesen Satz erinnern. Doch zunächst ist die Tauffeier fröhlich und ausgelassen. Im bürgerlichen Hause Bellago hält man sich raus aus der Politik. Die Nationalsozialisten, ihr Ton und ihr Auftreten widern die Familie an, sie ziehen sich, seit dem „Anschluß“ schon, immer mehr aus dem Linzer Gesellschaftsleben zurück, in dem sie jahrzehntelang eine führende Rolle spielten. Aber sie schweigen und rechnen im Stillen damit, daß dieser unzivilisierte Spuk in einigen Monaten vorüber ist und man an sein früheres Leben wieder anknüpfen kann. Ganz im Unterschied zu Johann Bethany, Antonias Vater, einem Wiener Hochschullehrer für Alte Geschichte und Frühe Demokratien, der sich entsprechende Bemerkungen politischer Art in seinen Vorlesungen nicht verkneifen kann und nun wirklich ernsthaft bedroht ist. Während der Feierlichkeiten zur Taufe seines zweiten Enkelkindes lässt Johann Bethany im Haus von Franz Josef Bellago, Antonias Schwiegervater, die Katze aus dem Sack. Er werde mit seiner Familie emigrieren nach Italien, dem Heimatland seiner Frau. Da sein jüngster Sohn Peter (11) nicht mitwolle, bitte er, ihn im Hause Bellago aufzunehmen, es handele sich sicher nur um eine kurze Zeit. Kurze Zeit später, die Bethanys sind schon Italien, Antonia grollt ihren Eltern über diese Flucht, Peter gewöhnt sich langsam in die neue Familie ein, der Angriffskrieg der Nazis meldet immer neue Eroberungen, da begegnet Antonia zum ersten Mal Marie. Es wird sich im Verlauf des Buches herausstellen, daß sie eine Tochter ihres Mannes Ferdinand ist. Bis diese wahre Identität geklärt ist und die beiden Frauen Frieden miteinander gemacht haben, reflektiert Rosemarie Marschner über ihre Hauptfiguren die Geschichte zwischen 1939 und 1945. Der Leser erfährt Details über politische Vorgänge und Entscheidungen, auch speziell aus österreichischer Sicht, immer gekoppelt mit kritischen Reflexionen der Hauptfiguren. So wie Rosemarie Marschner in einem spannend zu lesenden Familienroman die politischen und geschichtlichen Daten und Fakten und die Gefühle der Menschen, die davon betroffen sind, zusammenbringt, ist meisterhaft. Ihr Buch ist ein Liebesroman, ein Familienroman, ein Geschichtsbuch und ein Buch der Hoffnung. Rosa in Welshs „ Die schöne Aussicht“ verliert alles und behält doch die Hoffnung ins Leben. Antonia Bellagos Mann, ihr Bruder Peter, ihre Schwiegereltern, alle bleiben am Leben, nicht unversehrt, aber fähig, neu zu beginnen. Am Schluß dieser natürlich fiktiven Geschichte habe ich versucht, sie weiterzuspinnen und darüber nachgedacht, was diese allesamt privilegierten Menschen mit diesem Geschenk des Überlebens wohl angefangen haben. Ob sie weiterhin ihre streng konservativ und katholisch geprägte politische Zurückhaltung gepflegt haben, angeblich neutral und doch immer mit den Mächtigen im Bund, oder ob sie gelernt haben und ihr Wissen, ihre Kompetenz und ihren Reichtum für ein anderes, ein demokratisches, nicht fremdenfeindliches Österreich eingesetzt haben. „Sie hatte das Gefühl, sie könnte fliegen.“ So endet das Buch. Was einmal befreite, gerettete Menschen mit einem solchen Zustand wohl anfangen ? Rosemarie Marschner hat ein wunderbares Buch geschrieben, das man besonders den nach 1950 Geborenen ans Herz legen möchte. Ich habe, wie gesagt, selten einen anspruchsvollen Unterhaltungsroman gelesen, der so gut und dennoch leicht als wirklich kritisches Geschichtsbuch daherkommt wie „Das Jagdhaus“. „Die schöne Aussicht“ von Renate Welsh und „Das Jagdhaus“ von Rosemarie Marschner gehören zusammen. Die parallele Lektüre ist sehr zu empfehlen.

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  • Rezension zu "Das Jagdhaus" von Rosemarie Marschner

    Das Jagdhaus

    Corazon

    30. July 2008 um 16:03

    hat mich nach "Das Bücherzimmer" enttäuscht

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