Rosemarie Schmitt

 3.6 Sterne bei 11 Bewertungen

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Rezension zu "Herr Jonathan ... (unbeabsichtigte Erkenntnisse eines ehemaligen Bibliothekars)" von Rosemarie Schmitt

Herr Jonathan ... oder die wichtigen Fragen des Lebens!
Thunderdreamervor 3 Jahren

Die Geschichte beginnt wie ein Krimi ... und ist doch keiner!
In der ersten Szene ertappen wir Jonathan Engel dabei, dass er Mordpläne schmiedet ... An einem Rollstuhlfahrer ... Der letztlich auch zu Tode kommt ... Erst nach und nach erfährt man dann die Hintergründe ...

Nach dem plötzlichen Unfalltod seiner über alles geliebten Frau Irma, mit der er zeitlebens sehr glücklich und harmonisch zusammenlebte, und mit der er alles teilte, wird Jonathan Engel aus der Bahn geworfen.

Zunächst nur ein wenig, denn er arrangiert sich mit seinem Leben, indem er einfach die bislang gewohnten und vertrauten Tagesabläufe beibehält. Zur Zerstreuung sucht sich der Rentner und ehemalige Bibliothekar einen Nebenjob ... Im Büro einer Versicherung. All das klingt wenig aufregend und spektakulär ... Wie viele Menschen mögen das so oder ähnlich halten, nachdem sie einen geliebten Menschen verloren haben? Den Anker in ihrem Leben, denjenigen, mit dem sie alles geteilt haben ... Alles!

Doch dann überstürzen sich die Ereignisse, nachdem er bislang geheime Briefe einer Frau names Elli findet, die an Irma gerichtet waren und die ihm eine ganz andere Seite seiner verstorbenen Frau aufzeigen ... Eine, die ihm vollkommen unbekannt ist und von der er nichts geahnt hat.
Aber auch, weil Jonathan anfängt nach und nach sein gesamtes bisheriges Leben, ja seine komplette Existenz zu hinterfragen und zu überdenken ...
Er verändert sich, wundert sich darüber, registriert plötzlich Dinge, die ihm zuvor nie aufgefallen sind oder gar wichtig waren ...
Er philosophiert über den Glauben, über Homosexualität, Familie, die Menschen an sich, die ihm oftmals seltsam und fremd erscheinen ... Über Wichtiges und Belangloses ...
Doch ich möchte an dieser Stelle nicht mehr verraten ...

Ein sehr unterhaltsam geschriebenes Buch, sprachlich ausgefeilt, mit wundervollen Formulierungen ... Schön, fast schon klassisch ... der Roman erinnert mich irgendwie an Max Frisch (Homo Faber) ... oder etwas in der Art. Komplizierte Dinge auf den Punkt gebracht!
Bravo, Rosemarie Schmitt und danke für diesen Erstlingsroman ... Herr Jonathan wird mir im Gedächtnis bleiben!

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Der Autorin Rosemarie Schmitt, ist mit "Herr Jonathan ..." ein wundervolles Erstlingswerk gelungen. Mit Wortwitz und Charme beschreibt sie das Leben des etwas eigenwilligen, älteren Herren, an dem scheinbar der moderne Lebenstil vollkommen vorbeigezogen ist. Nach dem Tod seiner Frau, muss er sich mit den Aufgaben die das Leben ihm stellt alleine auseinandersetzen, und seine geordnete Sicht auf die Dinge gerät ins Wanken.
Die Autorin greift immer wieder Themen auf, die gerade in der heutigen Zeit brisant diskutiert werden. Themen wie Religion, Homosexualität oder Krebs. Sie schafft es, diese Dinge einfach mit der Geschichte verschmilzen zu lassen.
Der Schreibstil gefällt mir persönlich sehr gut, teilweise klingt die Sprache etwas älter, oder vielmehr reifer.
Beim Ende mögen sich die Geister scheiden, ich finde es klasse. Es ist etwas völlig neues, ein bisschen schräg, etwas, was es in der Literatur (ich wage zu behaupten) so noch nie gegeben hat.
Mit 5 Sternen kann ich "Herr Jonahtan ... " wärmstens empfehlen.

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Rezension zu "Herr Jonathan ... (unbeabsichtigte Erkenntnisse eines ehemaligen Bibliothekars)" von Rosemarie Schmitt

Herr Jonathans Weltanschauung gerät ins Wanken
thora01vor 3 Jahren

Inhalt/Klappentext: Ein Mann verliert seine Frau durch einen tragischen Unfall. Und er verliert damit seinen Halt. Doch dieser Unfall war kein Missgeschick im herkömmlichen Sinne. Die Frau wurde bewusst vor ein Auto gestoßen, von einem Rollstuhlfahrer. Jonathan Engel, so heißt der 69-jährige Witwer wohnhaft in Berlin, trifft jenen Rollstuhlfahrer nach Jahren wieder. Er beschließt sich zu rächen und den Verursacher seines Lebensunglücks umzubringen. Jonathan verstrickt sich in Weltschmerz und Selbstmitleid, sieht die Welt um sich her schlecht und verderbt, findet angebliche Beweise dafür in seiner Umwelt, in der Vergangenheit seiner Familie und seiner Ehe.

Das Buch hat mir ganz gut gefallen. Mit dem Beginn und dem Abschluss kam ich nicht sehr gut zurecht. Der Mittelteil war sehr gut geschrieben. Der Protagonist war sehr facettenreich gestaltet und die Geschichte sehr interessant. Teilweise musste ich über die Ansichten des Herrn Jonathan schmunzeln. Die Entwicklung der Hauptfigur während des Buches hat mir sehr gefallen und ich wurde zum Nachdenken angeregt. Der Schluss wo die Autorin selbst in diesem Werk in Erscheinung tritt hat mich ziemlich verwirrt.

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Gespräche aus der Community

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Jonathan Engel ist 69 Jahre alt, Bibliothekar im Ruhestand, Witwer. Seit 30 Jahren wohnt er in einer Dachgeschosswohnung am Rand Berlins. Wenn er nach seinem Pförtnerjob bei einer Versicherung um 22.30 Uhr nach Hause kommt, zieht er rote Filzpantoffeln an, setzt sich in den Ohrensessel und hört „gepflegte klassische Musik“. Das macht er immer so. Er braucht Ordnung und Regelmäßigkeit, Dinge, auf die er sich verlassen kann.
Jonathan Engel führt ein gediegenes, manche würden sagen: spießiges Leben. Nichts scheint ihn in seinen Grundfesten erschüttern zu können. Nicht einmal der plötzliche Tod seiner über alles geliebten Frau Irma.
Zumindest nicht äußerlich. Er wahrt die Fassung. Innerlich aber
ist er in Aufruhr. In seinem Kopf herrscht Chaos.
...
Letzter Beitrag von  thora01vor 3 Jahren
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Zusätzliche Informationen

Rosemarie Schmitt wurde am 10. August 1960 in Trier (Deutschland) geboren.

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