Ross Macdonald Die Akte Ferguson

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Inhaltsangabe zu „Die Akte Ferguson“ von Ross Macdonald

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    Die Akte Ferguson
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    21. August 2014 um 05:44

    Der Anwalt William Gunnarson wird der Krankenschwester Ella Barker als Pflichtverteidiger zugeordnet. Barker war mit Diebesgut im Pfandladen aufgetaucht und Kriminalleutnant Wills hält sie infolgedessen für eine Schlüsselfigur bei einer Raubserie: "Es ist ein schwerer Fall, Bill - siebzehn Einbrüche mit einer Beute an Geld und Wertsachen im Betrag von fast vierzigtausend Dollar. Ein erster Hinweis, nach fünf Monaten, bot sich mir, als ihre Klientin in Broadmans Laden mit dem Ring von Mrs. Simmons auftauchte." Verständlich, dass Wills bei einem bis dato aussichtslosen Fall an der einzigen Person klebt, die eine offensichtliche Verbindung zum Fall hat. Gunnarson jedoch schätzt seine Klientin nach dem ersten Gespräch völlig anders ein. Er hält sie schlicht für zu naiv und bürgerlich für die Beteiligung an großen Raubzügen und vermutet, dass sie selbst einem Verbrecher auf den Leim gegangen ist. Da der Polizei eine solche Vermutung viel zu dünn ist, sucht Gunnarson selber nach Entlastungspunkten. Ella Barker selbst gibt aus Angst nur wenig Hilfestellung, nennt Gunnarson aber wenigstens zwei Personen aus ihrem Bekanntenkreis. Mit denen setzt sich der Anwalt in Verbindung und trifft im Foothill Club auf einen weiteren Konflikt. Erst als er beide Fälle parallel verfolgt, erkennt er Zusammenhänge. Ihn erwartet eine verwickelte Geschichte, die auch vom Leser ein bisschen Mitdenken erfordert. Bei vielen Beteiligten, die in der Stadt groß geworden sind, gibt es undurchsichtige Abhängigkeiten und Ängste, die seit Jahren das Zusammenleben prägen. Gunnarson wird wenig offen gelegt und er muss viel erahnen. So viel, dass er einige Zusammenhänge zu spät erkennt. Laut Klappentext gilt der Autor als Erbe Dashiell Hammetts und Raymond Chandlers. Von der finsteren Atmosphäre findet man auch bei ihm, bei dem Bekanntenkreis um Broadman, den Bindungen aus der Vergangenheit. Bei Menschen, die sich ihre Kinder verzweifelt schön reden und solchen, die sich seit Jahren verzweifelt aus dem Weg gehen. Was man aber nicht findet, ist der Ermittler als Anitheld. Gunnarson tritt zwar als tougher Anwalt auf, hat daheim aber eine schwangere Frau und ein glückliches Zuhause. Seine selbstbewusste Frau wäscht ihm hin und wieder wegen seines Engagements außerhalb der Bürozeiten den Kopf, aber er findet auch um Mitternacht noch ein Essen, das für ihn bereit gestellt wurde. Gunnarson ist weder verbissen noch hart, dafür aber engagiert und neugierig. Er kann in Menschen lesen und verbarrikadiert sich nicht hinter einer professionellen Mauer. Ross MacDonald ausgebuddelt zu haben, ist definitiv als guter Griff zu verbuchen. Einer, der so manchen modernen Reinfall und Trendkrimi wett macht.

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