Ross Raisin Schöne Gegend

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Inhaltsangabe zu „Schöne Gegend“ von Ross Raisin

„Atmosphärisch beeindruckend, geistreich und gekonnt.“ Colm Toíbín Seit Sam von der Schule geflogen ist, wird er im Ort gemieden. Selbst seine Eltern, auf deren abgelegener Schaffarm er nun mitarbeitet, begegnen ihm mit seltsamer Distanz. Sam zieht sich zurück, unternimmt lange Streifzüge durch die Yorkshire Moors, doch stören ihn dabei zunehmend die Ausflügler aus der Stadt, die die schöne Gegend touristisch erschließen. Nur Josephine, das aufsässige neue Nachbarsmädchen, interessiert sich für den verschrobenen Jungen, und zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Freundschaft. Nach einem heftigen Streit mit ihren Eltern bittet sie Sam, mit ihr abzuhauen. Die beiden schlagen sich tagelang durch die Moors, schlafen unter freiem Himmel, doch Josephine verliert bald die Lust an diesem Abenteuer. Da muss sie feststellen, dass Sam nicht der ist, für den sie ihn gehalten hat. Ein preisgekröntes Debüt, ein subtiler Spannungsroman und das brillante Porträt eines jugendlichen Außenseiters.

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  • Rezension zu "Schöne Gegend" von Ross Raisin

    Schöne Gegend
    mehrsonntag

    mehrsonntag

    26. September 2009 um 10:54

    Das Mädchen. Da ist sie. Sie taucht immer auf, wenn ich sie nicht beobachte. Halb lächelte sie, halb schluchzte sie, eine Stimmung wie ein Regenbogen. Man möchte ihn packen, schütteln, ihm ganz leicht und sehr energisch in seine geschundene Fresse schlagen, ihm sagen, nein, ihm zurufen NEIN, tu das nicht. Ihn an der Hand nehmen. Manchmal muss man hart sein. Man möchte ihm seine Hände fesseln, auf dem Rücken und ihn hinter sich her schleifen. Dann möchte man ihm sagen, ja, das ist gut, ja, jetzt hast du's. Jetzt hast du's raus, Junge. Gut gemacht, Sam. Und ihm zur Belohnung ein Sandwich rüber reichen und ihn angrinsen und ihn ansehen wenn er es heißhungrig in sich rein futtert. Man möchte sich neben ihn setzen, zusehen, in den Moors sitzen und sich von ihm die Gegend erklären lassen. Zeigen lassen, wie man denn mit Gleitcreme das Lamm nun aus dem trächtigen Muttertier rausholt. Dann möchte man Hoppel-Poppel, die Humpeltaube mit ihm füttern, die Essensreste der Touristen aus den Mülleimern am Hafen klauben, das Mädchen berühren. Es so lieb haben, wie er es lieb hat aber doch ganz anders. Die Stimmung kippt, man merkt es kaum, ein Höhepunkt, versteckt, mittendrin. Einfach so und erst mit den kommenden Seiten bemerkt man es. Das ist es. Das war es. Unglaublich. Und jetzt? Nein. Wieder will man rufen. Sam ist 19 und lebt in den Yorkshire Moors, auf einem Hof mit seiner vollkommen überforderten und resignierten Mutter und seinem mürrischen Vater, von dem er sich, weil grad mal ein Lamm stirbt oder die tratschmäulige Nachbarin Schwachsinn erzählt, weil das Fördergeld von der Behörde auch nach Monaten noch nicht da ist, mal wieder eine einfängt. Eine direkte, schnörkellose aber bildreiche Sprache ist es, derer sich Ross Raisin in seinem Debütroman bedient, die den Leser eintauchen lässt in die Atmosphäre der Geschichte. Ein unverstandener Junge, der mit sich selbst und seinen Lebensumständen nur schwer zurecht kommt. Der einfach tut, macht, denkt. Der von vielen Dorfbewohnern, allen voran der schon erwähnten Tratschbase Denton, einfach vorverurteilt wird. Eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel stinkt und ihm doch unabänderbar wie Scheiße an den Schuhen klebt. Ross Raisin baut eine dichte, teilweise unterkühlte Spannung auf, die nie wirklich abflaut. Man ist Beobachter, nie wertend. Man merkt es kaum, schon hat man die Hälfte des Buches gelesen und nur einen Augenblick später ist es durchgelesen und.. gibt es ein größeres Kompliment für ein Buch, als das man ständig denkt, schade, es ist vorbei, schade? Alles Gute, Sam Marsdyke.

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  • Rezension zu "Schöne Gegend" von Ross Raisin

    Schöne Gegend
    Leserrezension_2009

    Leserrezension_2009

    23. September 2009 um 10:36

    Eingereicht von mehrsonntag: Das Mädchen. Da ist sie. Sie taucht immer auf, wenn ich sie nicht beobachte. Halb lächelte sie, halb schluchzte sie, eine Stimmung wie ein Regenbogen. Man möchte ihn packen, schütteln, ihm ganz leicht und sehr energisch in seine geschundene Fresse schlagen, ihm sagen, nein, ihm zurufen NEIN, tu das nicht. Ihn an der Hand nehmen. Manchmal muss man hart sein. Man möchte ihm seine Hände fesseln, auf dem Rücken und ihn hinter sich her schleifen. Dann möchte man ihm sagen, ja, das ist gut, ja, jetzt hast du's. Jetzt hast du's raus, Junge. Gut gemacht, Sam. Und ihm zur Belohnung ein Sandwich rüber reichen und ihn angrinsen und ihn ansehen wenn er es heißhungrig in sich rein futtert. Man möchte sich neben ihn setzen, zusehen, in den Moors sitzen und sich von ihm die Gegend erklären lassen. Zeigen lassen, wie man denn mit Gleitcreme das Lamm nun aus dem trächtigen Muttertier rausholt. Dann möchte man Hoppel-Poppel, die Humpeltaube mit ihm füttern, die Essensreste der Touristen aus den Mülleimern am Hafen klauben, das Mädchen berühren. Es so lieb haben, wie er es lieb hat aber doch ganz anders. Die Stimmung kippt, man merkt es kaum, ein Höhepunkt, versteckt, mittendrin. Einfach so und erst mit den kommenden Seiten bemerkt man es. Das ist es. Das war es. Unglaublich. Und jetzt? Nein. Wieder will man rufen. Sam ist 19 und lebt in den Yorkshire Moors, auf einem Hof mit seiner vollkommen überforderten und resignierten Mutter und seinem mürrischen Vater, von dem er sich, weil grad mal ein Lamm stirbt oder die tratschmäulige Nachbarin Schwachsinn erzählt, weil das Fördergeld von der Behörde auch nach Monaten noch nicht da ist, mal wieder eine einfängt. Eine direkte, schnörkellose aber bildreiche Sprache ist es, derer sich Ross Raisin in seinem Debütroman bedient, die den Leser eintauchen lässt in die Atmosphäre der Geschichte. Ein unverstandener Junge, der mit sich selbst und seinen Lebensumständen nur schwer zurecht kommt. Der einfach tut, macht, denkt. Der von vielen Dorfbewohnern, allen voran der schon erwähnten Tratschbase Denton, einfach vorverurteilt wird. Eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel stinkt und ihm doch unabänderbar wie Scheiße an den Schuhen klebt. Ross Raisin baut eine dichte, teilweise unterkühlte Spannung auf, die nie wirklich abflaut. Man ist Beobachter, nie wertend. Man merkt es kaum, schon hat man die Hälfte des Buches gelesen und nur einen Augenblick später ist es durchgelesen und.. gibt es ein größeres Kompliment für ein Buch, als das man ständig denkt, schade, es ist vorbei, schade? Alles Gute, Sam Marsdyke.

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