Ross Thomas

 4.1 Sterne bei 74 Bewertungen
Autor von Umweg zur Hölle, Voodoo, Ltd. und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ross Thomas

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Umweg zur Hölle

Umweg zur Hölle

 (8)
Erschienen am 01.06.2011
Der achte Zwerg

Der achte Zwerg

 (5)
Erschienen am 01.10.2011
Voodoo, Ltd.

Voodoo, Ltd.

 (6)
Erschienen am 01.10.2009
Porkchoppers

Porkchoppers

 (4)
Erschienen am 01.02.2016
Kälter als der Kalte Krieg

Kälter als der Kalte Krieg

 (4)
Erschienen am 01.04.2011
Gottes vergessene Stadt

Gottes vergessene Stadt

 (4)
Erschienen am 13.09.2006
Die im Dunkeln

Die im Dunkeln

 (4)
Erschienen am 19.10.2005
Am Rand der Welt

Am Rand der Welt

 (4)
Erschienen am 01.09.2008

Neue Rezensionen zu Ross Thomas

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Schurkenblogs avatar

Rezension zu "Dann sei wenigstens vorsichtig" von Ross Thomas

Hardboiled-Crime mit trockenem Humor
Schurkenblogvor 2 Monaten

Ross Thomas ist einer der richtig großen Hardboiled-Klassiker-Autoren. Mit seiner McCorkle & Padillo - Reihe und Wu & Durant -Reihe konnte er schon einige Leser, auch mich, sehr überzeugen.


In "Dann sei wenigstens vorsichtig" geht es weniger politisch zu als anfangs vermutet, denn hier wird im Umfeld eines Politikers schmutzige, familiäre Wäsche gewaschen.

Der Ich-Erzähler Decatur "Deke" Lucas ist ein typischer Hardboiled-Antiheld. Eigentlich ist er Historiker, doch hauptsächlich - zumindest zwischendurch - als Bundesschnüffler unterwegs. Einen Schnüffeljob bekommt er nun auch von dem meistgefürchtesten Mann Washingtons: dem Kolumnisten Frank Size. Der hat über den Senator Robert Ames geschrieben, in dem er ihn der Bestechung bezichtigt. Auch wenn es ihm normalerweise ziemlich egal ist, ob seine Kolumnen der Wahrheit entsprechen oder nicht, dieser Fall hier macht ihn neugierig. Denn der Senator hätte das Geld keinesfalls nötig. Also soll Deke herausfinden, was dahinter steckt.

Hardboiled macht sich nun Deke daran, herauszufinden, was dahinter steckt. Blöd nur, dass seine Zeugen in Rauch aufgehen oder durchlöchert auf dem Asphalt liegen. Deke, der bei diesen Morden selbst Zeuge ist, nimmt das ziemlich gelassen hin. Total ausgekochter Typ, dieser Deke, der natürlich viel trinkt und eine seltsame Nicht-Beziehung führt!

Doch Ross Thomas wäscht hier nicht politisch schmutzige Wäsche, vielleicht nur etwas am Rande, sondern fasst eher familiäre alte Unterwäsche an. Und die haben ziemlich viele Fäden, die erst gegen Ende aufgelöst werden und teilweise ziemlich viel Dreck mit sich ziehen. All das erzählt er in Hardboiled-Manier und würzt mit trockenem Humor die Handlung. Das liest sich gut, wenn auch nicht ganz so gut wie die oben erwähnten Reihen, aber Krimi-Insider werden diesen Hardboiled-Polit-Presse-Krimi mit Genuss lesen.

Ross Thomas ist eine Größe für sich. Und diese Größe darf in keinem Krimi-Liebhaber-Regal fehlen. Ein Krimitipp für Krimi-Insider!

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Gulans avatar

Rezension zu "Porkchoppers" von Ross Thomas

Ganz viel schmutzige Wäsche.
Gulanvor 2 Jahren

Kensington nickte. „Naja, das ist gut, ich meine, es ist gut, daß sie es wissen. Aber es gibt eine Sache an Ihnen, die mir gefällt, Al.“
Etheridge bewegte sich mittlerweile Richtung Tür. „Was?“
„Sie haben mir keinen Vortrag darüber gehalten, daß das Weiße Haus sich nicht in so etwas Mieses verwickeln lassen könnte, wie ich es Ihnen gerade erzählt habe.“
Nein.“
„Wissen Sie, warum mir das gefällt?“
„Warum?“, sagte Etheridge, die Hand am Türknauf.
„Weil ich gerade ein verdammt gutes Frühstück zu mir genommen habe, und ich wollte nicht alles auf den Boden kotzen.“ (S.127)

Bei einer der größten amerikanischen Gewerkschaften stehen die Zeichen auf Wahlkampf. Der amtierende Präsident Donald Cubbin hat erstmals einen ernstzunehmenden Herausforderer, den Schatzmeister Sammy Hanks. Beide sammeln ihre Truppen und Ränkespieler hinter sich und rüsten sich für einen harten, erbarmungslosen Wahlkampf. Und irgendjemand hat einen Killer auf Cubbin angesetzt.

Bei der Fülle an Büchern, die ich so lese, kann man gar nicht zu allen eine Rezension schreiben. So hatte ich eigentlich auch zu „Porkchoppers“ keine geplant. Im Nachhinein war ich aber so angetan, dass ich es schade gefunden hätte, wenn ich gar nichts dazu geschrieben hätte. „Porkchoppers“ erschien erstmals 1972, ein Jahr später um die Hälfte verstümmelt auf Deutsch und nun erstmals komplett im Rahmen des Ross-Thomas-Gesamtwerks beim Alexander Verlag Berlin. Der Begriff „Porkchopper“ kommt übrigens aus dem Gewerkschaftsslang und bezeichnet einen Funktionär, der hauptsächlich vom Eigennutz angetrieben wird.

Thomas erzählt die Geschichte eines Präsidentschaftswahlkampfes einer großen amerikanischen Industriegewerkschaft. Ein alternder Präsident, Alkoholiker, aber immer noch ein exzellenter Schauspieler und Redner und sein jüngerer, manisch-depressiver Herausforderer und ehemaliger Zögling, der dem Alten vorwirft, sich zu weit von Basis entfernt zu haben. Doch vom Malocher am Band sind hier alle Gestalten Lichtjahre entfernt. Es entwickelt sich ein Wahlkampf der schmutzigsten Sorte. Im Nachwort wird erläutert, dass der Autor hier in seinem zehnten Buch zum ersten Mal die Perspektive des Ich-Erzählers verlässt und einen allwissenden, auktorialen Erzähler anwendet. Dadurch wird der Zynismus, die Abgefeimtheit der Figuren nur all zu sehr deutlich: Hier wird auf jede schmutzige Wäsche der Gegenseite nochmal eine Schippe draufgelegt, jeder und alles ist korrumpierbar und Gesetze sind dazu da, um übertreten zu werden. Eigentlich wäre das Buch die ideale Lektüre während des letztjährigen US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes gewesen. Wunderbar lakonisch, mit trockenem Witz und mit brillanten Dialogen seziert der Autor den amerikanischen Politbetrieb.

Ross Thomas war übrigens selbst mal Politikberater und Gewerkschaftsfunktionär – man darf annehmen, dass „Porkchoppers“ nicht nur fiktional ist. Der Plot ist durchaus komplex und voller Nebenfiguren (ohne Personenregister), das heißt, eher was für Politthriller-Profis. Aber die dürften ihre helle Freude daran haben.

Kommentare: 9
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PaulTemples avatar

Rezension zu "Fette Ernte" von Ross Thomas

Geheimtip!
PaulTemplevor 2 Jahren

Es gibt sie noch, die Juwelen unter der großen Flut an Veröffentlichungen auf dem Buchmarkt. Eine davon ist "Fette Ernte", ein Politthriller allererster Güte, der bereits 1975 verfasst wurde und damals nur in einer stark verstümmelten Version in Deutschland erschien. Umso genüsslicher nun die vollständige Version in neuer Übersetzung, die mit sprachlichen Finessen, erzählerischer Tiefe und wirklich erstklassigen Dialogen aufwartet.
Thematisch wird hier ein sehr gut durchdachter Thriller präsentiert, der inhaltlich mit Mord und Spekulationen mit Nahrungsmitteln, sprachlich verbunden mit starken Charakteren, den schon erwähnten superben Dialogen und einer Prise Erotik zu überzeugen weiß.

Definitiv nicht mein letztes Buch von Ross Thomas!

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Ross Thomas wurde am 19. Februar 1926 in Oklahoma City (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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