Ross Thomas Der achte Zwerg

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Inhaltsangabe zu „Der achte Zwerg“ von Ross Thomas

Deutschland, 1946: zerstörte Gebäude, Besatzungsmächte, Schwarzmarkt, Entnazifizierung und untergetauchte Kriegsverbrecher. Minor Jackson hat gerade den Zweiten Weltkrieg überstanden, als ihm 'der Zwerg' Nicolae Ploscaru, kleinwüchsiger rumänischer Adeliger, Genie und gewohnheitsmäßiger Lügner, einen 'fast legalen' Job anbietet: er soll den verlorenen Sohn einer jüdischen Familie aufspüren. Doch was wie eine harmlose Familienzusammenführung klingt, wird zu einem Wettlauf quer durch die Besatzungszonen denn der verlorene Sohn entpuppt sich als professioneller Killer, an dem verschiendene Geheimdienste Interesse haben, Jackson und Ploscaru versuchen, die verschiedenen Gruppen gegeneinander auszuspielen aber kann Jackson dem Zwerg trauen?

Ein grandioses politisches Verwirrspiel in den Besatzungszonen der Nachkriegszeit!

— DunklesSchaf
DunklesSchaf

Atmosphärisch, dicht und anders, trotz der Thematik.

— WolfgangHaupt
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  • Politisches Verwirrspiel im Nachkriegsdeutschland

    Der achte Zwerg
    DunklesSchaf

    DunklesSchaf

    06. May 2015 um 21:02

    Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Minor Jackson auf der Suche nach einer neuen Aufgabe. Als er Nicolae Ploscaru, einen kleinwüchsigen Rumänen, trifft, tun sich beide zusammen, um einen Auftrag zu übernehmen. Von der Familie werden die beiden auf die Suche nach Kurt Oppenheimer geschickt. Der hat sich mittlerweile zum professionellen Killer entwickelt und macht Jagd auf frühere Nazi-Verbrecher. Aber nicht nur seine Familie sucht ihn, sondern auch die verschiedenen Geheimdienste der Besatzer. Doch Oppenheimer weiß sich zu tarnen und zu täuschen und so beginnt eine Jagd durch die Besatzungszonen des Nachkriegsdeutschlands. Obwohl Minor Jackson die Hauptfigur ist, geht er fast unter in dem Geplänkel und Verwirrspiel der verschiedenen Geheimdienste und des Zwergs. Denn ob er Ploscaru trauen kann, ist immer in der Schwebe. Nun ist „Der achte Zwerg“ ja ein Standalone und die einzige Chance Minor Jackson näher kennen zu lernen und doch gelingt einem das kaum. Er hat im Krieg für den OSS (Office of Strategic Service – Vorläufer der CIA) gearbeitet und findet sich zwischen den einzelnen Parteien gut zurecht. Er zeigt ein gesundes Misstrauen zu allen Parteien, doch nicht so offensichtlich wie vermutet. Jede Partei versucht ihn für sich einzunehmen, denn im Gegensatz zum Zwerg – dem alle nicht über den Weg trauen – ist Minor Jackson fast ein unbeschriebenes Blatt. Man weiß nicht, in welche Richtung er tendiert und wem er vertraut bzw. für welche Ziele sein Herz schlägt. Doch Minor bleibt wie gesagt etwas zurück. Man erlebt viele Passagen aus der Sicht der unterschiedlichen Geheimdienste auf ihren verschiedenen verschlungenen Wegen. Die Amerikaner und die Engländer, die offen und auch miteinander agieren, aber durchaus jeder eigene Ziele verfolgt. Die Russen, die mit Spitzeln und verdeckt arbeiten. Die Franzosen halten sich zurück. Ach ja, und dann ist da ja noch Oppenheimers Familie. Die den verlorenen Sohn in den Schoß der Familie zurückholen will. Tja, auch das ist nicht so wie es scheint, denn auch die geliebte Familie hat eigene Ziele. Einzig unbeteiligt und auf keinen Vorteil bedacht – außer vielleicht heil aus der Sache herauszukommen und ein wenig Geld zu bekommen – ist Minor Jackson. Oppenheimers Sicht folgt man auch einige Zeit und es ist schon bewundernswert, wie er sich durchschlägt und nicht ganz so verwunderlich, dass er geworden ist, was er ist. Zumal man ihm als Leser das auch gar nicht übel nehmen kann. Er ermordet einen Fälscher, der Nazi-Verbrechern eine weiße Weste besorgt und klaut dessen Liste, die er beginnt gewissenhaft abzuarbeiten. Hat jemand Mitleid mit den Nazi-Verbrechern? Wohl kaum, doch jeder glaubt zu wissen, wie er Oppenheimer für seine Ziele nutzen kann. Ob das Oppenheimer nun gefällt oder nicht. Die Atmosphäre ist aufgeladen – keiner traut dem anderen, es herrscht Misstrauen, versteckt hinter freundschaftlicher Kameradie. Jeder kocht sein eigenes Süppchen und es gibt einige herrlich komische Stellen, die durch bissige Kommentare und die skurrilen Charaktere leben. In dieser aufgeladenen Atmosphäre gelingt es dem Autor ganz nebenbei das Nachkriegsdeutschland zu verdeutlichen. Schwarzmarkt, versteckte Kneipen, Zigaretten als Zahlungsmittel, Menschen, die alleine in einem Haus leben und es gut haben, Menschen, die dürr sind und in Häusern zusammengepfercht. Nach dem Krieg eben. Puristisch auf der einen Seite, verschwenderisch auf der anderen – auch hier klar getrennt: arm und reich. Und doch ist letztendlich klar, worauf das Verwirrspiel der Besatzungsmächte hinausläuft, wie das Ende sich gestaltet. Ist Euch nicht klar? Ja, dann, dann müsst ihr das Buchwohl auf jeden Fall lesen, herausfinden, warum Ploscaru der achte Zwerg ist und wer am Ende gewinnt und verliert. Fazit: Ein grandioses politisches Verwirrspiel in den Besatzungszonen der Nachkriegszeit, mittendrin Minor Jackson, der keinem trauen kann und natürlich – der achte Zwerg.

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  • Der achte Zwerg

    Der achte Zwerg
    WolfgangHaupt

    WolfgangHaupt

    19. December 2014 um 11:37

    ist der Grund, warum es nur sieben gab. Schnewittchen hätte ihn gehasst und doch attraktiv gefunden. Bestimmt hätte er auch nicht nein gesagt, während er mit einem Zwinkern den anderen das Tellerchen leergegessen hätte. Ein Schlitzohr, das sich seiner Stärken durchaus bewusst ist und bisweilen recht charmant daherkommt. Selbst sein Freund Minor Jackson kann sich dessen Anziehungskraft und der gleichsam ausgeprägten Hinterlist nicht entziehen. Ein Agent oder Ex-Agent des OSS, ein Vorreiter des CIA, so genau wurde mir das nicht klar, den Überblick zu behalten ist gar nicht so leicht. Ab und an verlor ich den Faden zwischen Briten, Russen, Amerikanern, Israelis, Zionisten und den privaten Absichten des Zwergs. Das macht aber nichts, der Autor lässt einen nicht Stich, man findet immer wieder zurück. Nichtsdestotrotz verbirgt sich hinter dem historischen Hintergrund ein besonderer Krimi, erstklassig, derb und düster. Jede Partei verfolgt ihre Interessen, mit einem gewissen Nachdruck, die Hintergründe sind auch bis zum Ende eher mutmaßlicher Natur. Geheimdienstlich, militärisch eben. Wer wen benutzt, verbirgt sich im dem Nebel der jeweiligen Ziele. Vertrauen zu anderen gibt es nicht, man bedient sich der vorhandenen Mittel. Zigaretten und Schnaps sind stabilere Währungen als die Mark, Fleisch ist Mangelware und geheizt wird mit Körperwärme. Gilette-Rasierklingen sind auch kein Fehler, winkt doch der Sozialdruck der Rasur. Thomas Ross gibt Einblick in eine Zeit nach dem Krieg, einer Welt voller Traumen und Verdrängung. Doch zeichnet er auch den Charme, den Aufbruch, das Chaos, und die Erlösung aus einer dunklen Epoche. Ich kannte den Autor zuvor nicht, aber das nächste wartet schon.

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  • Rezension zu "Der achte Zwerg" von Ross Thomas

    Der achte Zwerg
    Pashtun Valley Leader Commander

    Pashtun Valley Leader Commander

    17. January 2012 um 10:25

    2012 gerettet!!!!!! Einer jener scheintoten Tage...das alte Jahr noch nicht wirklich kalt, noch nicht wirklich unter der Erde und die guten Vorsätze hatten sich noch nicht in einen Sintervorhang verwandelt. Ins grosse grosse grosse heilige Köln führte der weite Weg aus der Eifel. Dort am Rande der Innenstadt, ein kleines Ladenlokal, drei Mal umgezogen, von den Mechanismen des Marktes durch die ganze Stadt getrieben, geht ein Kollege seiner Profession nach. Wenn er nicht auf WDR 5 die "Mordsberatung" in einen Diamanten des öffentlich-rechtlichen Hörfunk-Flöz verwandelt unterhält er sich mit seinen Gästen über den Unsinn von Bankenkrisen und verkauft auch das eine oder andere Buch. Gefällig gereihte Buchstaben, in einen hoffentlich sinnhaften Zusammenhang aufgebunden erhalten in der Limburger Strasse beim Manfred Sarrazin eine Seele und wer das "Alibi" so heißt diese Oase in den Wüsten des aufgehübschten und den Bestsellerlisten unterworfenen Geschäftes mit bedrucktem Papier ohne Buch verlässt, ist entweder mit dem Hammer gepeitscht oder sucht einen Regionalkrimi für einen Freund, der Pfarrer ist und in Paderborn wohnt...... Der Herausgeber steht für die Tiefen der menschlichen Psyche und bluttriefende Polars, einer der Übersetzer steht für handwerklich gut gemachte Historienschinken (Entschuldigung Herr Haefs) und ist der Erfinder der GENIALEN Balthasar Matzbachs. Die Handlung? Drei Geheimdienste jagen einen jungen Mann, dessen Profession es ist untergetauchte Kriegsverbecher vom Diesseits in das Jenseits zu befördern. Eine tragende Rolle haben 120cm Gardemass rumänischen Ursprungs! Schnell, schwarz und nach dreissig Jahren immer noch genial Drehen Sie DAS, Herr Tarantino!!!!!!!!

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