Ross Thomas Porkchoppers

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Inhaltsangabe zu „Porkchoppers“ von Ross Thomas

Donald Cubbin, Alkoholiker und Vorsitzender einer der größten Gewerkschaften Amerikas, weiß, dass der Kampf um seine Wiederwahl hart wird. Er weiß, dass sein Assistent mit seiner Frau schläft, dass sein Gegenkandidat ein Psycho ist und dass die Wahlen höchstwahrscheinlich manipuliert werden. Cubbin weiß jedoch nicht, dass jemand einen Killer auf ihn angesetzt hat … Ross Thomas ist »der Mann für die unaufgeregt präsentierte Analyse jener Verbrecherpools, die man Politik, Wirtschaft, Militär und Medien nennt«. Wiglaf Droste Porkchopper n [pork chops, Gewerkschaftsslang für wirtschaftliche Vorteile + -er]: ein Gewerkschaftsfunktionär, der nach Ansicht seiner Kollegen hauptsächlich von Eigennutz motiviert wird. (Webster‘s Third New International Dictionary)

Ein Gewerkschaftswahlkampf mit ganz schmutzigen Tricks und einem Killer. Lakonisch, trockener Humor - ein richtig starker Politthriller.

— Gulan
Gulan

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  • Ganz viel schmutzige Wäsche.

    Porkchoppers
    Gulan

    Gulan

    01. March 2017 um 21:21

    Kensington nickte. „Naja, das ist gut, ich meine, es ist gut, daß sie es wissen. Aber es gibt eine Sache an Ihnen, die mir gefällt, Al.“Etheridge bewegte sich mittlerweile Richtung Tür. „Was?“„Sie haben mir keinen Vortrag darüber gehalten, daß das Weiße Haus sich nicht in so etwas Mieses verwickeln lassen könnte, wie ich es Ihnen gerade erzählt habe.“„Nein.“„Wissen Sie, warum mir das gefällt?“„Warum?“, sagte Etheridge, die Hand am Türknauf.„Weil ich gerade ein verdammt gutes Frühstück zu mir genommen habe, und ich wollte nicht alles auf den Boden kotzen.“ (S.127) Bei einer der größten amerikanischen Gewerkschaften stehen die Zeichen auf Wahlkampf. Der amtierende Präsident Donald Cubbin hat erstmals einen ernstzunehmenden Herausforderer, den Schatzmeister Sammy Hanks. Beide sammeln ihre Truppen und Ränkespieler hinter sich und rüsten sich für einen harten, erbarmungslosen Wahlkampf. Und irgendjemand hat einen Killer auf Cubbin angesetzt. Bei der Fülle an Büchern, die ich so lese, kann man gar nicht zu allen eine Rezension schreiben. So hatte ich eigentlich auch zu „Porkchoppers“ keine geplant. Im Nachhinein war ich aber so angetan, dass ich es schade gefunden hätte, wenn ich gar nichts dazu geschrieben hätte. „Porkchoppers“ erschien erstmals 1972, ein Jahr später um die Hälfte verstümmelt auf Deutsch und nun erstmals komplett im Rahmen des Ross-Thomas-Gesamtwerks beim Alexander Verlag Berlin. Der Begriff „Porkchopper“ kommt übrigens aus dem Gewerkschaftsslang und bezeichnet einen Funktionär, der hauptsächlich vom Eigennutz angetrieben wird. Thomas erzählt die Geschichte eines Präsidentschaftswahlkampfes einer großen amerikanischen Industriegewerkschaft. Ein alternder Präsident, Alkoholiker, aber immer noch ein exzellenter Schauspieler und Redner und sein jüngerer, manisch-depressiver Herausforderer und ehemaliger Zögling, der dem Alten vorwirft, sich zu weit von Basis entfernt zu haben. Doch vom Malocher am Band sind hier alle Gestalten Lichtjahre entfernt. Es entwickelt sich ein Wahlkampf der schmutzigsten Sorte. Im Nachwort wird erläutert, dass der Autor hier in seinem zehnten Buch zum ersten Mal die Perspektive des Ich-Erzählers verlässt und einen allwissenden, auktorialen Erzähler anwendet. Dadurch wird der Zynismus, die Abgefeimtheit der Figuren nur all zu sehr deutlich: Hier wird auf jede schmutzige Wäsche der Gegenseite nochmal eine Schippe draufgelegt, jeder und alles ist korrumpierbar und Gesetze sind dazu da, um übertreten zu werden. Eigentlich wäre das Buch die ideale Lektüre während des letztjährigen US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes gewesen. Wunderbar lakonisch, mit trockenem Witz und mit brillanten Dialogen seziert der Autor den amerikanischen Politbetrieb. Ross Thomas war übrigens selbst mal Politikberater und Gewerkschaftsfunktionär – man darf annehmen, dass „Porkchoppers“ nicht nur fiktional ist. Der Plot ist durchaus komplex und voller Nebenfiguren (ohne Personenregister), das heißt, eher was für Politthriller-Profis. Aber die dürften ihre helle Freude daran haben.

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