Hinter der fantasievollen Erzählung verbirgt sich eine kraftvolle Reise zu sich selbst. Besonders beeindruckend ist, wie die Geschichte zeigt, was verloren geht, wenn man sich selbst aufgibt, um Erwartungen zu erfüllen oder jemand anderes zu sein. Sie erinnert daran, wie wichtig Mut, Identität und innere Wahrheit sind. Ein zeitloses Buch, das weit über ein Märchen hinausgeht und lange nachwirkt.
Roswitha Quadflieg
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Roswitha Quadflieg
Die unendliche Geschichte
Brief an meine Schwester
Das kleine Lumpenkasperle
»Ich will lieber schweigen«
Neun Monate
Ihr wart doch meine Feinde
Alles Gute
Requiem für Jakob
Neue Rezensionen zu Roswitha Quadflieg
Nach dem Tod der Mutter, fand Roswitha Quadflieg, die jüngste von fünf Geschwistern, eine Kiste mit der Aufschrift „Briefe und Kurioses“. Erst Jahre später in der Corona Zeit packte sie diese Kiste aus und fand ein Tagebuch ihres Vaters, Will Quadflieg, aus den Jahren 1945 und 1946, als er von seiner Familie getrennt war. Da sich ihre Eltern scheiden ließen, als sie dreizehn Jahre alt war, kannte sie ihren Vater kaum. Mit dem Tagebuch und den Briefen versuchte sie Antworten auf unbeantwortete Fragen zu finden. Auf welcher Seite stand ihr Vater in Kriegszeiten oder wurde er protegiert, da er zu der Zeit schon ein berühmter Schauspieler war.
Ich fand diese Lektüre sehr interessant. Die Tagebucheinträge wurden immer wieder durch Recherchen oder Inhalte, die in Briefen gefunden wurden, unterbrochen. Passten zum Beispiel die Auftrittsorte, die im Tagebuch standen mit den tatsächlichen Auftritten überein. War manches vielleicht erdacht? Es war schon ein wenig suspekt, wie es einem angesehenen Schauspieler in Kriegszeiten ging im Gegensatz zur restlichen Bevölkerung. Durch das im Krieg befindliche Land zu reisen, um Auftritte zu absolvieren und Essen im Offizierskasino einzunehmen, hörte sich überhaupt nicht nach Krieg an. Es gab zwar auch Szenen im Luftschutzbunker, trotzdem las es sich so „harmlos“. Allerdings habe ich auch schon einige andere Bücher über den zweiten Weltkrieg gelesen, die nicht von prominenten Menschen handelte.
Deswegen fand ich diese Sicht äußerst interessant. Allerdings konnte sich auch die Autorin wenige Fragen beantworten, da dies wohl nur ihr Vater hätte tun können.
Fazit:
Eine äußerst interessante Geschichte aus dem Tagebuch eines Vaters und Schauspielers.
Die unendliche Geschichte ist für viele ein Stück Kindheit und trotzdem ein Buch, das auch Erwachsene noch fesseln und zum Nachdenken bringen kann. Michael Endes Klassiker entführt in die Welt von Phantásien, die vom geheimnisvollen „Nichts“ bedroht wird. Der schüchterne Junge Bastian taucht in ein Buch ein und findet sich selbst mitten in dieser Welt wieder. Gemeinsam mit Atréju, Fuchur und vielen anderen fantastischen Wesen erlebt er ein Abenteuer voller Mut, Freundschaft, Verantwortung und der Frage, was Fantasie wirklich bedeutet.
Besonders eindrucksvoll ist Bastians Entwicklung. Anfangs ist er ein unsicherer Außenseiter, verwandelt sich im Laufe der Geschichte in jemanden, den man kaum wiedererkennt. Er ist arrogant, selbstsüchtig, fast unsympathisch. Gerade das macht seine Wandlung so spannend, auch wenn man beim Lesen manchmal frustriert oder wütend auf ihn wird. Am Ende findet Bastian wieder zu sich selbst zurück, gereift und selbstbewusster. Atréju hingegen wächst einem sofort ans Herz. Er ist mutig, loyal und ein echter Freund. Und Fuchur, der Glücksdrache, ist für mich ohnehin der heimliche Lieblingscharakter.
Die Erzählweise ist poetisch, detailreich und voller Symbolik. Phantásien wird bildhaft lebendig, die vielen Wesen und Orte sprühen nur so vor Fantasie. Gleichzeitig nimmt sich der Autor viel Zeit für Details. Gerade in der zweiten Hälfte, wenn Bastian einen Wunsch nach dem anderen erfüllt. Diese Episoden wirken manchmal lose aneinandergereiht und etwas zäh, doch der rote Faden, nämlich Bastians schleichender Erinnerungsverlust, bleibt bestehen.
Inhaltlich ist Die unendliche Geschichte viel mehr als ein Kinderbuch. Es geht um Fantasie und ihre Macht, um Selbstfindung, Verantwortung und auch um die Schattenseiten von Illusionen und grenzenloser Macht. Die Geschichte verschwimmt geschickt zwischen Realität und Fantasie und spricht somit verschiedene Altersgruppen an.
Trotz kleiner Schwächen im Mittelteil und einem etwas schnell abgehandelten Ende bleibt Die unendliche Geschichte ein Klassiker, der berührt, überrascht und lehrt. Sie zeigt, dass man sich selbst nicht vergessen darf, dass Freundschaft Vertrauen braucht und dass man mit seinen Wünschen vorsichtig sein sollte.
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