Roxane Gay

 4 Sterne bei 44 Bewertungen
Autorin von Bad Feminist, HUNGER und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Roxane Gay

Die Stimme der Frau: Roxane Gay, geboren am 15. Oktober 1974 in Omaha, Nebraska, ist eine US-Amerikanische Herausgeberin, Englischprofessorin und Autorin haitianischer Abstammung. Ihr Studium fing sie an der Yale University an. Nach einer Pause, in der sie nach Arizona zog, machte sie schließlich ihren Abschluss in Kreativem Schreiben an der University of Nebraska-Lincoln. Nach ihrer Promotion an der Michigan Technological University arbeitete sie zunächst einige Jahre als Aushilfsprofessorin und lehrte Englisch an der Eastern Illinois University. In den darauf folgenden Jahren unterrichtete sie an verschiedenen Universitäten wie der Purdue University in Indiana und an der Yale University. Zu dieser Zeit fing sie dann an eigene Kurzgeschichten, Romane und Essays zu verfassen. Ihren Durchbruch als Autorin verzeichnete sie im Jahr 2014 mit ihrer Essay-Sammlung Bad Feminist. Wie in allen Werken behandelt sie auch hier wichtige Themen wie Popkultur, Feminismus, Abstammung, sexualisierte Gewalt, Gewicht und den weiblichen Körper. So wurde das Buch in kürzester Zeit zum New York Times Bestseller. Darüber hinaus ist Gay Herausgeberin von Anthologien und arbeitet als Kommentatorin für renommierte Zeitungen wie dem Guardian und der New York Times. Für ihre herausragende Arbeit wurde die Autorin schon mit dem Lambda Literary Award für Bisexual Nonfiction für Hunger ausgezeichnet.

Alle Bücher von Roxane Gay

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Buchformat:
Cover des Buches HUNGER (ISBN:9783442758142)

HUNGER

 (13)
Erschienen am 22.04.2019
Cover des Buches Bad Feminist (ISBN:9783442717811)

Bad Feminist

 (13)
Erschienen am 13.05.2019
Cover des Buches Tage der Furcht (ISBN:9783404172900)

Tage der Furcht

 (8)
Erschienen am 10.12.2015
Cover des Buches Bad Feminist (ISBN:9783945550144)

Bad Feminist

 (7)
Erschienen am 01.12.2015
Cover des Buches HUNGER: Die Geschichte meines Körpers (ISBN:B07RG3G8LG)

HUNGER: Die Geschichte meines Körpers

 (1)
Erschienen am 03.05.2019
Cover des Buches HUNGER (ISBN:9783954716661)

HUNGER

 (0)
Erschienen am 22.04.2019
Cover des Buches Not That Bad: Dispatches from Rape Culture (ISBN:9780062413512)

Not That Bad: Dispatches from Rape Culture

 (2)
Erschienen am 01.05.2018
Cover des Buches An Untamed State (ISBN:9780802122513)

An Untamed State

 (0)
Erschienen am 06.05.2014

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Neue Rezensionen zu Roxane Gay

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Rezension zu "HUNGER" von Roxane Gay

So viel mehr als nur Hunger
LimitLessvor 7 Tagen

In ihrem Buch Hunger erzählt Roxane Gay ihre persönliche Geschichte. Vor allem die Geschichte ihres Körpers und ihres Hungers. Gay ist besonders dick und sie hat hier niedergeschrieben, warum sie so dick geworden ist, welche Gründe sie für das viele Essen hat, wie die Gesellschaft auf sie reagiert, welche Probleme mit dem Dicksein entstehen können. Sie beschreibt schonungslos, was sie erlebt hat, sie schreibt schonungslos über ihre Gefühle, ihr Verhalten, ihre Beziehungen.

Ich bewundere sie für ihren Mut, sich quasi durch ihre Geschichte nackt vor uns zu zeigen. Ihr Körper ist eben permanent Thema. Und wie stark muss sie sein, wenn sie es geschafft hat, so ein Buch zu veröffentlichen. Sie sagt selbst, dass das keine Erfolgsgeschichte ist, aber trotzdem ist es eine Geschichte, die erzählt werden muss. Und das stimmt. Das viele Essen ist für sie so viel mehr als nur reiner Hunger und um das zu verstehen, muss man eben die ganze Geschichte kennen.

 Es gibt ein Davor und ein Danach und sie gliedert ihr Buch auch irgendwie so. Die Umsetzung hat mir nicht immer so gefallen. Für mich war es ein bisschen wirr zu lesen. Nicht immer ist es chronologisch, sie spart Namen und Ortsnamen aus, um der Anonymität gerecht zu werden. Sie beschreibt auf erdenklich viele Arten oft das Gleiche. Und es wiederholt sich dadurch eben. Vielleicht ist es notwendig, auf so viele unterschiedliche Weisen und auch oft weit ausholend das Gleiche auszudrücken, damit man es auch aus jedem Blickwinkel versteht, mir war es etwas zu viel und dadurch etwas langatmig. Ihre Gedankengänge waren auch oft sehr widersprüchlich, aber das kann ich noch nachvollziehen, da das Leben oft aus Widersprüchen besteht und man diese auch braucht.

Ihr Schreibstil ist sehr einfach gehalten, nur leider wiederholt sie ihre einfachen Sätze immer und immer wieder. Das ist sehr öde. Ich bin selbst nicht von der Krankheit betroffen und Gay hat mir sehr viel an Verständnis für einen dicken Körper vermittelt, aber ihre Selbstdarstellung stieß bei mir auch oft auf gewisse Widerstände bei mir selbst. Ich kann es selber nicht so ganz einordnen, was das war. Trotzdem hat sie viele Wahrheiten erkannt, Schönheitsideale verdammt, gesellschaftliche Systeme, Normen, Ansichten kritisch hinterfragt und deswegen ist dieses Buch auch ein wichtiger Beitrag zu einem absolut notwendigen Umdenken.

Fazit

 Sich in seinem Körper wohlzufühlen, ist das Um und Auf für ein erfülltes Leben. Sich in seiner Umwelt wohlzufühlen genauso. Roxane Gay schreibt mit ihrem Buch gegen Vorurteile gegenüber dicken Menschen an. Sie versucht durch ihre eigene Geschichte, die von traumatischen Erlebnissen, sozialer Abschottung, verkorksten Beziehungen erzählt, für andere Menschen augenöffnende Beispiele zu finden, wie ein Leben aussehen kann, wenn Menschen verabscheungswürdige Dinge tun, wenn die Gesellschaft ihre steinharte Seite zeigt und man selbst es nicht schafft, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Eine Leseempfehlung, die ich trotz der erwähnten Kritikpunkte gerne ausspreche!

 

 

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Rezension zu "HUNGER" von Roxane Gay

Bewegende, intime Geschichte über das Sein, die Leere und den Hunger nach Leben.
Marina_Nordbrezevor 12 Tagen

Roxane Gay gilt als eine der wichtigsten US-amerikanischen Stimmen zu gesellschaftlichen Themen und ist mir bisher aber nur über ihre Bücher "Hunger" und "Bad Feminist" (welches noch auf der Merkliste steht) bekannt. Um mich also einmal der Person Roxane Gay zu nähern, habe ich vor einer Weile "Hunger" gelesen. Ein sehr persönliches Buch, in dem die Autorin über ihren Körper spricht und über das, was ihrem Körper passiert ist.

Mit zwölf wurde Roxane Gay von einer Gruppe von Jungs vergewaltigt. In "Hunger" erzählt sie, wie diese Tat ein Loch in ihr bis dahin wohlbehütetes Leben gerissen hat und wie sie versucht, dieses Loch auszufüllen – mit Essen. Roxane Gay ist stark übergewichtig und nein, das Buch erzählt keine fröhliche "Wie ich in 10 Wochen 50 Kilo abgenommen habe!"-Geschichte, es gibt kein happy end, wie auch immer ein happy end aussehen mag.

Roxane Gay erzählt, wie Hunger ihr Leben formt, wie Essen eine kurzzeitige Befriedigung darstellt, wie sehr sie sich nach Liebe sehnt, nach Anerkennung, nach "in die Norm passen". Gleichzeitig wehrt sie sich als Feministin gegen die Stereotypen, die man Frauen und insbesondere Frauenkörpern aufzwingen will.

"Ich bin mir immer dessen bewusst, dass ich viel Raum einnehme. Als Frau, als dicke Frau, sollte ich keinen Raum einnehmen. Und doch bin ich als Feministin der Meinung, dass ich durchaus Raum einnehmen darf und kann." (Seite 179)

Während man "Hunger" liest, fühlt man sich stellenweise unbehaglich, weil Roxane Gay einen tief mit in die intimsten Gedanken mitnimmt, in die dunkelsten Gefühle, die man bei fremden Menschen nicht unbedingt direkt wissen möchte. Aber gerade das macht den Reiz von "Hunger" aus. Nicht, weil es das menschliche Bedürfnis nach Voyeurismus befriedigt, sondern, weil Roxane Gay blank zieht, all ihre Schwächen auf Papier bringt und so ganz und gar menschlich ist.

"Hunger" ist kein positives oder einfaches Buch, aber "Hunger" ist menschlich.

Eine wirklich großartige, bewegende, intime Geschichte über das Sein, die Leere und den Hunger nach Leben.

"Je älter ich werde, desto klarer wird mir, dass das ganze Leben sich um Wünsche und Begehren dreht. Wir wünschen und verlangen und wünschen und verlangen, wir sind so voller Sehnsucht. Wir hungern." (Seite 254)

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Rezension zu "Bad Feminist" von Roxane Gay

Essaysammlung zum Lernen und Lachen
Frollein_von_Kunterbuntvor 16 Tagen

Ich habe es geliebt! Bei Essaysammlungen besteht immer die Gefahr, dass es zwischendurch Texte gibt, die einen stören und einem gar die Motivation zum weiterlesen nehmen. Das war hier bei diesem Buch überhaupt nicht der Fall. Klar gab es einige, die mich wesentlich mehr begeistern konnten als andere, aber selbst die weniger begeisternden Essays lasen sich wunderbar. An vielen Stellen habe ich unheimlich viel mitgenommen, an anderen habe ich mich einfach nur gefreut mehr von der Autorin zu erfahren.

Roxane Gay versucht in dieser Essaysammlung ihren ganz eigenen Feminismus zu definieren. Ob ihr das gelingt oder nicht kann man an dieser Stelle gar nicht sagen, weil es nichts zu beurteilen gibt. Man kann nur versuchen herauszufinden, ob sie mit der eignen Definition überein stimmt oder Reibungspunkte gibt. In meinem Fall ist es so, dass ich ganz oft beim Lesen mit dem Kopf genickt habe, ganze Textpassagen markierte und groß ‚JA!‘ daneben geschrieben habe und auch einige Zitate habe ich mir notiert. Denn sie beschreibt ganz oft genau das, was ich auch fühle: das Feminist*innen ganz oft den Druck verspüren alles richtig machen zu müssen, eben weil sie unter (teilweise argwöhnischer) Beobachtung stehen. Roxane Gay aber antwortet darauf, dass eine Bewegung wie der Feminismus gar nicht perfekt sein kann, weil sie von Menschen gemacht ist und Menschen nun mal nicht perfekt sind.

Auch ihre Definition des ‚bad feminist‘ kann ich für mich persönlich genau so übernehmen. Ein ‚bad feminist‘ ist in ihren Augen ein*e unvollkommene*r und nicht professionelle*r Femininist’in. Und sind wir mal ganz ehrlich: das sind wir doch alle, oder? Sich selbst nun so zu titulieren führte ihrer Ansicht nach dazu, von anderen Menschen nicht per se auf einen Sockel gestellt zu werden, der eh unerreichbar ist und macht das Leben deshalb viel entspannter.

Das schöne an Essaysammlungen ist, dass man viele Infos und Erkenntnisse daraus mitnimmt, sie jedoch nicht so schwer zu lesen sind wie Sachbücher. Roxane Gay vereint in diesem Buch Wissen, Attitüde, Eloquenz, Sprachgewalt und ganz viel Humor. Jeder einzelne Essay ist lesenswert, sei es zur Horizonterweiterung oder aber zur Unterhaltung. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

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Roxane Gay wurde am 15. Oktober 1974 in Nebraska geboren.

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