Roxane Gay

 4,1 Sterne bei 129 Bewertungen
Autorin von Bad Feminist, Hunger und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Die Stimme der Frau: Roxane Gay, geboren am 15. Oktober 1974 in Omaha, Nebraska, ist eine US-Amerikanische Herausgeberin, Englischprofessorin und Autorin haitianischer Abstammung. Ihr Studium fing sie an der Yale University an. Nach einer Pause, in der sie nach Arizona zog, machte sie schließlich ihren Abschluss in Kreativem Schreiben an der University of Nebraska-Lincoln. Nach ihrer Promotion an der Michigan Technological University arbeitete sie zunächst einige Jahre als Aushilfsprofessorin und lehrte Englisch an der Eastern Illinois University. In den darauf folgenden Jahren unterrichtete sie an verschiedenen Universitäten wie der Purdue University in Indiana und an der Yale University. Zu dieser Zeit fing sie dann an eigene Kurzgeschichten, Romane und Essays zu verfassen. Ihren Durchbruch als Autorin verzeichnete sie im Jahr 2014 mit ihrer Essay-Sammlung Bad Feminist. Wie in allen Werken behandelt sie auch hier wichtige Themen wie Popkultur, Feminismus, Abstammung, sexualisierte Gewalt, Gewicht und den weiblichen Körper. So wurde das Buch in kürzester Zeit zum New York Times Bestseller. Darüber hinaus ist Gay Herausgeberin von Anthologien und arbeitet als Kommentatorin für renommierte Zeitungen wie dem Guardian und der New York Times. Für ihre herausragende Arbeit wurde die Autorin schon mit dem Lambda Literary Award für Bisexual Nonfiction für Hunger ausgezeichnet.

Alle Bücher von Roxane Gay

Cover des Buches Hunger (ISBN: 9783442771417)

Hunger

(36)
Erschienen am 11.10.2021
Cover des Buches Bad Feminist (ISBN: 9783442717811)

Bad Feminist

(37)
Erschienen am 13.05.2019
Cover des Buches Schwierige Frauen (ISBN: 9783442759163)

Schwierige Frauen

(13)
Erschienen am 09.11.2021
Cover des Buches Von Geistern und Schatten (ISBN: 9783442774142)

Von Geistern und Schatten

(8)
Erschienen am 11.01.2024
Cover des Buches Tage der Furcht (ISBN: 9783404172900)

Tage der Furcht

(10)
Erschienen am 10.12.2015
Cover des Buches Bad Feminist (ISBN: 9783945550144)

Bad Feminist

(4)
Erschienen am 01.12.2015
Cover des Buches Halb so schlimm (ISBN: 9783442774289)

Halb so schlimm

(3)
Erschienen am 11.09.2024

Neue Rezensionen zu Roxane Gay

Cover des Buches Ungefragter Rat in einer angespannten Gegenwart (ISBN: 9783103976502)
E

Rezension zu "Ungefragter Rat in einer angespannten Gegenwart" von Roxane Gay

Eva_Beimer
erchreckend aktuell

Roxane Gay: Ungefragter Rat in einer angespannten Gegenwart: Die wichtigsten Texte der Ikone des US-amerikanischen Feminismus 

Die gesammelten Artikel von Roxane Gay aus den letzten Jahrzehnten sind oft erschreckend aktuell, als würde die Menschheit sich nicht weiter entwickeln oder gar zurückentwickeln.

Bei einer Sammlung wie dieser gefallen mir die Beiträge natürlich unterschiedlich gut, sehr interessant fand ich ihre Artikel zur ersten Wahl von Donald Trump gegen Hilary Clinton.

Da möge sich jede*r Leser*in ein eigenes Bild machen.

Cover des Buches Bad Feminist (ISBN: 9783442717811)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Bad Feminist" von Roxane Gay

Trishen77
Wichtige Perspektiven

„Ich bin eine schlechte Feministin, weil ich nicht auf einen feministischen Sockel gestellt werden will. Von Menschen, die man auf Sockel stellt, wird erwartet, dass sie etwas darstellen, und zwar perfekt. Und wenn sie es versauen, stürzt man sie. Ich versaue es regelmäßig. Betrachten sie mich also als bereits gestürzt.“


Wer nach diesen Eingangsworten fürchtet, Roxane Gays Essays könnten ein weiteres unausgegorenes antifeministisch-feministisches Manifest (wie etwa Jessa Crispins „Warum ich keine Feministin bin“) sein, den kann ich sofort beruhigen: sie sind weit davon entfernt.


Denn obgleich Gay im Vorwort lang und breit ihre Schwierigkeiten beschreibt, zu dem Begriff und der Idee des Feminismus eine gesunde Beziehung aufzubauen, zeigt sich im Verlauf des Buches, dass gerade dieser anfängliche Zweifel die Grundlage einer vielschichtigen und sehr tiefgehenden Auseinandersetzung ist.


„Wenn man mich [früher] als Feministin bezeichnete, hörte ich: » Du bist ein zorniges, Sex und Männer hassendes weibliches Opfer. « Diese Karikatur haben Menschen aus Feministinnen gemacht, die den Feminismus am meisten fürchten.“


Der Kern des Problems, den Gay mit dem derzeitigen US-amerikanischen Feminismus hat, ist sein mitunter einförmiges Denken, kurzum: seine Heteronormativität und das oftmals fehlende Bewusstsein für Klasse und Race. Wie Gay schreibt:


„Frauen of Color, queere Frauen und Transgender-Frauen müssen im feministischen Projekt besser verankert werden. Frauen aus diesen Gruppen sind vom Ideal-Feminismus beschämenderweise immer wieder vernachlässigt worden.“


Auch finde keine differenzierte Auseinandersetzung mit den Verhältnisse in unterschiedlichen kulturellen Kontexten statt oder mit der Lage in anderen Ländern:


„Ich glaube, dass Frauen nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern überall auf der Welt Gleichheit und Freiheit verdienen, aber ich weiß auch, dass ich nicht befugt bin, Frauen aus anderen Kulturen zu sagen, wie diese Gleichheit und diese Freiheit aussehen soll.“


Nachdem Gay im Vorwort viele kleinere bis größere Kritikpunkte an der derzeitigen Perspektive des US-amerikanischen Feminismus vorgebracht hat, kann man die folgenden Essays u.a. als Versuch begreifen, einige Felder zu er- und einige von ihr genannte Lücken zu schließen. Sie betritt kein feministisches Neuland, aber bereichert den Feminismus um eine wichtige Perspektive.


Folgerichtig steuert Gay konsequent nur etwas zu den Themen bei, zu denen sie einen klaren Bezug hat: als Autorin, als Frau, als People of Color, etc. Ein Großteil der Essays sind bspw. authentische und gewissenhafte Dekonstruktionen und Analysen von Race in den Kontexten von Literatur und Film, Gesellschaft und Politik.


Hier leistet sie in vielerlei Hinsicht Pionierarbeit (zumindest für mich, der ich vermutlich viele andere Autor*innen, die dasselbe Feld bearbeitet haben und bearbeiten, mangels Übersetzungen und/oder Publicity nicht kenne), schreibt über Reality-TV, Filme wie „The Help“ und „Twelve Years a slave“, Serien wie „Orange ist the new black“ und erzählt, wie sie Tarantinos „Django“ überlebte und warum sie der Serie „Girls“ zwiespältig gegenübersteht.


In der Literatur äußert sie sich zu Guilty Pleasures wie etwa Teenager-Schundromanen, schreibt über die Diskrepanz zwischen der Rezeption von männlichen und der von weiblichen Romanfiguren, bekennt sich ungeniert zu Die Tribute von Panem und nimmt in einem meisterhaften Text Fifty Shades of Grey, auf mehr als nur der literarischen Ebene, auseinander.


„Es geht in Fifty Shades um einen Mann, der Glück und Frieden findet, weil er endlich eine Frau findet, die gewillt ist, seinen Scheiß lange genug zu ertragen. […] Ich lache nur bis zu einer gewissen Grenze über Fifty Shades. Die Bücher sind im Wesentlichen ein detaillierter Leidfaden, um Beziehungen zu führen, in der Kontrolle und Missbrauch an der Tagesordnung sind.“


Zusätzlich schreibt sie auch noch über sexistische Lyrics und setzt sich mit Vergewaltigungs- und anderen problematischen Witzen in der Comedy-Kultur auseinander.


Aber auch mit dieser Bandbreite an kulturellen Themen ist der Band noch nicht ausgeschöpft. Gay schreibt auch noch über ihre große Liebe zum Spiel Scrabble und wie sie in der dortigen Community eine neue Familie fand, schreibt über Abtreibungspolitik und Polizeigewalt, Racial-Profiling und erzählt Geschichten von Männern, die von Männlichkeitsbegriffen kaputtgemacht werden.


In einigen sehr bemerkenswerten Texten setzt sie sich außerdem mit sexueller Gewalt auseinander, u.a. auch mit dem Phänomen des Verschweigens und Herunterspielens, wenn es sich bei den Tätern um große Persönlichkeiten oder einfach lokale „Helden“ oder Mitglieder in bestimmten Organisationen handelt, bspw. Footballspieler.


„In den meisten Fällen entschuldigt man die Drogen- und Alkoholvergehen der Spieler, die Anschuldigungen gegen sie wegen sexueller Übergriffe und Vergewaltigung wurden fallengelassen, weil sie fähig waren, auf dem Footballfeld Punkte zu machen. […] Sie konnten für unser Team die Meisterschaft gewinnen, immer wieder.“


Auch nach all diesen Aufzählungen habe ich das Gefühl, gerade mal an der Oberfläche von Gays Themenvielfalt gekratzt zu haben. Egal ob Popkultur oder Politik, Race oder Gender, Gay behandelt jeden dieser Themenkomplexe mit der gleichen Sorgfalt und dem gleichen Ernst, ist selbstkritisch, spricht aber auch im richtigen Moment unverhohlenen Klartext.


„Bad Feminist“ ist eine Sammlung von Essays, die weit über den Titelbegriff hinausweist. Gays aufrichtige, unverstellte Beschäftigung mit ihren Themen macht ihre Texte nicht nur unterhaltsam, lehrreich und lesenswert, sondern ist auch beispielhaft und sollte Schule machen.


„Ich erzähle einige Geschichten immer und immer wieder, weil mich bestimmte Erfahrungen tief berührt haben. Manchmal hoffe ich, dass ich durch das wiederholte Erzählen dieser Geschichten besser verstehe, wie die Welt funktioniert.“

Cover des Buches Hunger (ISBN: 9783442771417)
SinaAniss avatar

Rezension zu "Hunger" von Roxane Gay

SinaAnis
Heavy Thema

Die Biografie von Roxane Gay hat mich total gefesselt und berührt!

Was die Autorin in ihren jungen Jahen schon alles erleben musste, finde ich wirklich schlimm... und trotzdem wurde sie zu einer unabhängigen und selbstbewusst wirkenden Frau.

Ihr Schreibstil war locker, obwohl das beim Thema gar nicht so war.

Eine sehr berührende und gleichzeitig mutmachende Geschichte!!

Kann ich wirklich allen empfehlen, ob selbst von einer ES betroffen oder nicht.


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Zusätzliche Informationen

Roxane Gay wurde am 15. Oktober 1974 in Nebraska geboren.

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