Rezension zu "Misfit Girl-Thriller 2. Jenseits der blutigen Brandung" von Roxann Hill
Kathrin_HermannAlicia und Chris haben sich auf ihrer abgelegenen Nordseehallig eingerichtet. Die Einsamkeit ist Teil ihres neuen Lebens – und sie kommen damit zurecht. Nur die anstehende Krebsvorsorgeuntersuchung von Chris in Flensburg dauert länger als erwartet. Um den Kopf freizubekommen, fährt Alicia mit ihrem kleinen Boot hinaus aufs Meer. Ein plötzlich aufziehender Sturm, dichter Nebel und ein einsames Rettungsboot mit einer schwerverletzten Frau werden zum Beginn eines Albtraums.
Als Alicia Tage später schwer verletzt im Krankenhaus erwacht, ist ihre Erinnerung ausgelöscht. Stattdessen wird sie von Albträumen heimgesucht: Bilder von Toten, von Gewalt, von einem Schiff. Als kurz darauf eine tote Frau an ihrer Hallig angespült wird, wächst die Angst, dass diese Träume mehr sind als bloße Fantasie. Stück für Stück kehren die Erinnerungen an die dramatischen Ereignisse zurück.
Die Hoffnung, dass die Polizei aufgrund der Entfernung zu Hamburg nur schleppend ermittelt, erfüllt sich nicht. Sie ist schneller vor Ort als gehofft. Kommissar Blohm hat einen klaren Verdacht – und glaubt nicht an die Unschuld von Alicia und Chris. Den beiden ist klar: Sie müssen selbst aktiv werden, um ihre Unschuld zu beweisen. Dass sie dabei in ein gefährliches Wespennest stechen, ahnen sie zunächst nicht. Doch mit jeder neuen Entdeckung wächst die Bedrohung – und die Gefahr für sie beide. Doch je tiefer sie graben, desto gefährlicher wird es. Die Wahrheit fordert ihren Preis.
Ich habe das Buch beendet und mir fehlen immer noch die Worte. Wie beschreibt man einen Thriller, der einen ständig sprachlos zurücklässt und regelrecht Schnappatmung verursacht? Roxann Hill schafft es immer wieder, mich restlos zu begeistern. Ihre Bücher sind durchweg großartig und lassen sich kaum aus der Hand legen.
Besonders gut gefallen hat mir erneut die Wahl des Handlungsortes. Dieses Mal verlegt die Autorin die Geschichte auf eine Hallig – die Einsamkeit, die Weite und die besondere Atmosphäre sind beim Lesen deutlich spürbar und sehr eindrucksvoll umgesetzt.
Roxann Hill versteht es meisterhaft, Spannung aufzubauen und diese bis zur letzten Seite hochzuhalten. Kurze, intensive Szenen, unerwartete Wendungen und eine dichte, bedrohliche Atmosphäre machen diesen Thriller zu einem echten Pageturner. Besonders die Hallig als Schauplatz verstärkt das Gefühl von Isolation und Ausweglosigkeit enorm.
Ein packender Thriller, der atemlos macht und lange nachwirkt.


































