Roy Jacobsen Das Dorf der Wunder

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Inhaltsangabe zu „Das Dorf der Wunder“ von Roy Jacobsen

Ein Held der Menschlichkeit Minus 40 Grad Celsius im Winter 1939, die Sowjetunion überfällt Finnland. Der Holzfäller Timo Vatanen ist der Einzige, der nicht flieht und in aller Seelenruhe auf die heranrückenden Truppen wartet. Bald wird sein Wissen für die Russen unentbehrlich. Denn nur dieser Sonderling weiß, wie man im eisigen finnischen Winter überlebt. Timo wird so zufällig vom unbeholfenen Außenseiter zum Retter. Bald spielen Nationalitäten keine Rolle mehr: ein kleiner Frieden in den Wirren des Krieges. „Timo, die Hauptfigur, ist mit seinem Gespür für Holz ein Verwandter von Høegs Fräulein Smilla.“ Deutschlandradio

Nachdenklich machender Roman über die Sinnlosigkeit von Kriegen!

— sommerlese
sommerlese

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  • Wenn die Menschlichkeit siegt

    Das Dorf der Wunder
    sommerlese

    sommerlese

    19. April 2016 um 17:08

    Der Roman "*Das Dorf der Wunder*" von Autor "*Roy Jacobsen*" erscheint seit 2012 im "*Aufbau Verlag*". Finnland im Winter 1939: Die Sowjets überfallen mit einer riesigen Armee Finnland. Auf finnischer Seite kämpfen gerade mal 2000 Männer. Der Holzfäller Timo Vatanen ist der Einzige von circa 4000 Einwohnern in Suomussalmi, der nicht flieht und in aller Seelenruhe auf die heranrückenden Truppen wartet. Bald wird sein Wissen für die Russen unentbehrlich. Denn er weiß, wie man im eisigen finnischen Winter bei minus 40 Grad überlebt. *Ein Menschenleben ist nicht viel wert, aber man klammert sich doch gern daran, wenn man es nun schon hat.* (Timo Vatanen) Der in Norwegen lebende Schriftsteller Roy Jacobsen, hat einen bemerkenswerten Erzählstil. Schon in "Die Unsichtbaren" hat mir seine Ausdrucksfähigkeit sehr gut gefallen. Diesem Roman liegen wahre Ereignisse von 1939 zugrunde. Es geht um Überleben, Kampf und die kleinen Freuden des Alltags in dieser schweren Zeit. Denn viele Zivilisten wurden unweigerlich in diesen Krieg hineingezogen, ohne ihn zu unterstützen oder auch zu verstehen. Jacobsen erzählt vom Finnen Timo Vatanen, einem einfachen, ungebildeten Holzfäller, der vor den näher kommenden russischen Truppen aus Überzeugung und Sturheit seinen Wohnort nicht verlassen will und dort zum Lebensretter einiger Männer im eisigen finnischen Winter wird. Zwischen Trümmern und Asche bleibt Timo zurück und zieht sich ins Haus von Krämer Antti zurück, besorgt sich nützliche Dinge, die er im Dorf findet, bunkert Feuerholz und alle Lebensmittel, die er finden kann. Damit wirkt sein Rückzugsort fast wie eine Oase inmitten der Gewalt. Dort nimmt er Menschen gleich jeder Nationalität oder Religion auf, versorgt Wunden oder Erfrierungen, kocht und wärmt und rettet so arme Seelen vor dem Tod. Auch die Russen können den stoischen Timo nicht zum Abzug bewegen. Aber auch sie profitieren von seinen Fähigkeiten und seinem Feuerholz. Interessant finde ich, wie die Grenzen zwischen den Militärmächten verschwimmen. Wie Menschen kämpfen, die Fronten wechseln und wie das Schicksal ihnen mitspielt. Wer ist Freund, wer Feind? Bei Timo ist das egal, seine Fürsorge ist spürbar. Nach dem Lesen des Romans noch lange Zeit. Diese Erzählung zeigt rührende Menschlichkeit, die nicht aus pazifistischer Überzeugung heraus wächst, sondern aus Timos tiefer Anteilnahme für seine Mitmenschen. Timo steht als wunderbarer Sonderling und Held und Retter der Geschichte da. Dieses Buch rührt an, wärmt mit angewandter Menschlichkeit und zeigt, wie unsinnig Kriege sind.

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  • Angenehm und kurzweilig, leider aber wenig authentisch

    Das Dorf der Wunder
    Makollatur

    Makollatur

    06. October 2015 um 15:13

    Roy Jacobsens im Jahre 2010 erschienener Roman "Das Dorf der Wunder" handelt vom Holzfäller Timo Vatanen und dessen Schicksal im Winter 1939/40 in seinem finnischen Heimatort Suomussalmi. Die kleine Stadt wird zu Beginn der Erzählung evakuiert, weil die russische Armee über die finnische Grenze ins Land eingedrungen ist und sich auf dem Weg zum Ort befindet. Alle verlassen ihre Heimat, nur Timo bleibt, weil er sich nicht vorstellen kann, an einen anderen Ort zu ziehen. Aus der Ich-Perspektive werden die Erlebnisse dieses etwas einfältigen, in keiner Weise aber dummen oder blödsinnigen Mannes, als den er sich selbst vorstellt, geschildert. Möglicherweise hat Jacobsen hier versucht, einen finnischen Schwejk zu entwerfen. Sollte dies der Fall sein, fehlt ihm leider die Konsequenz und daher auch Authentizität. Timo wird unter der Besatzung der Russen zusammen mit einer Gruppe anderer Männer zur Versorgung der Truppe mit Holz abbestellt. Inmitten des Chaos des Krieges schafft er es, die ungleichen Charaktere durch seinen unvoreingenommenen und pragmatischen Geist zu einer Gemeinschaft zu schmieden. Sie verlassen sich auf das Können und Wissen Timos über seine finnische Heimat und den speziellen Winter. Mit seiner Hilfe gelingt ihnen das Überleben und schließlich die Flucht aus dem Kriegsgebiet. Im letzten Viertel der Erzählung übernimmt ein personaler Erzähler und schildert Timos Lebensweg nach Ende des Krieges: zurück in seinem alten Leben, ist der einstige Lebensretter plötzlich wieder der Dorftrottel. Statt ihm zu danken oder sich bei ihm nach den Geschehnissen zu erkundigen, behandeln ihn die Einwohner Suomussalmis mit Argwohn und wie einen Fremden. In kurzer Abfolge werden zwanzig Jahre Leben abgearbeitet, was im starken Kontrast zur vorherigen, mitunter sehr detaillierten und ruhigen Erzählweise steht. Bis zum Wechsel der Erzählperspektive ist "Das Dorf der Wunder" ein kurzweiliges, angenehmes Buch, was nicht etwa auf belehrende Weise die Schrecken des Krieges darstellt, sondern versucht, eine Brücke zwischen verschiedenen Menschen zu bauen, die ohne ihr Zutun zu Feinden wurden. Leider verliert das Buch durch den holprigen und unpersönlichen Schlussabschnitt. Daher gibt es von mir drei Punkte. Der Text kann definitiv mehr, hätte aber zu einem früheren Zeitpunkt abgeschlossen sein müssen.

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  • Rezension zu "Das Dorf der Wunder" von Roy Jacobsen

    Das Dorf der Wunder
    Ruth_liest

    Ruth_liest

    07. July 2011 um 12:00

    Ein Örtchen in Finnland im Winter 1939 ist die Kulisse für diesen Roman über den Überfall der Sowjetunion auf Finnland. Die Kleinstadt wird von den finnischen Truppen geräumt und abgebrannt, damit die sowjetische Armee dort keine logistische Unterstützung erhalten kann. Nur dem "Dorftrottel" und Holzfäller Timo wird gestattet im Ort zu bleiben. Alle rechnen mit seinem baldigen Tod. Doch der "Trottel" ist gar keiner. Er ist eigensinnig. Er will in seiner Heimat überleben und er will eine Hand voll Russen, die mit ihm Holz für die Armee geschlagen haben, helfen zu überleben. "Das Dorf der Wunder" ist ein leises und vielleicht gerade deshalb ein umso spannenderes Buch über einfache Menschen in schwierigen Situationen. Mit viel Feingefühl erzählt Jacobsen von der Macht der Zerstörung und dem verzweifelten Versuch einer kleinen Gruppe von Menschen dieser körperlichen und seelischen Zerstörung zu entgehen.

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  • Rezension zu "Das Dorf der Wunder" von Roy Jacobsen

    Das Dorf der Wunder
    Alabriss

    Alabriss

    17. November 2010 um 21:34

    Finnland während des 2. Weltkrieges. Die Bewohner eines kleinen Dorfes verlassen ihre Häuser und brennen sie nieder, damit sie nicht der roten Armee in die Hände fallen. Nur der Holzfäller Timo weigert sich zu gehen. Er empfängt die Soldaten, die verblüfft über seine Anwesenheit sind, und bietet seine Dienste als Holzfäller an. Als der grausame Winter mit aller Macht hereinbricht, ist Timo der Retter in der Not, ein Wunder für die russischen Soldaten. Ist er Freund oder Feind? Spion oder Dorftrottel? Eine wunderbare, fesselnde Geschichte über Freundschaft und Menschlichkeit in grausamen Zeiten.

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  • Rezension zu "Das Dorf der Wunder" von Roy Jacobsen

    Das Dorf der Wunder
    Wassermann

    Wassermann

    24. August 2010 um 11:22

    Die wundersame Erzählung beginnt im Winter 1939. Die Sowjetunion überfallen Finnland und alle Finnen fliehen aus ihrem Heimatdorf Suomussalmi. Nur der Holzfäller Timo bleibt zurück in Suomussalmi, weil er sein Heimatdorf nicht verlassen will und wartet auf den Feind. Timo eine einfache Seele wird von den Russen am Leben gelassen und muss mit russischen Kriegsgefangenen die Russen mit Holz versorgen. Er freundet sich mit den Kriegsgefangenen an mit denen er unter schwierigsten Bedingungen unter Dauerbeschuss und bei Temperaturen von Minus 40 Grad Bäume fällt um daraus Brennholz herzustellen. Die Kriegsgefangenen können schon bald nicht mehr doch Timo kann durch sein Wissen und seine Stärke seine neuen Freunde vor dem sicheren Tod retten. Die Russen die schwere Verluste haben, wundern sich sehr das Timo keine Verluste hat und verhören diesen deshalb und schlagen Timo brutal zusammen. Doch er erholt sich wieder und flüchtet mit seinen Freunden. Nachdem sich die erste Hälfte des Buches noch recht unterhaltsam liest flacht die Erzählung dann doch um einiges ab. Vieles fand ich zu oberflächlich und unlogisch und Timo der Wunderknabe begeistert nicht wirklich. Ein Buch das ich ungern noch einmal lesen würde!

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  • Rezension zu "Das Dorf der Wunder" von Roy Jacobsen

    Das Dorf der Wunder
    *Arienette*

    *Arienette*

    26. June 2010 um 08:18

    Inhalt: In seiner Heimat Norwegen gilt der Bestsellerautor Roy Jacobsen als einer der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart. Nun erscheint sein Erfolgsroman endlich auf Deutsch. Dem Autor gelingt ein feinfühliger und lakonischer Roman über einen Sonderling, der zufällig zum Helden wird. Eine wunderschöne Erzählung über wärmende Mitmenschlichkeit in der klirrenden Kälte Finnlands. Minus 40 Grad Celsius im Winter 1939, die Sowjetunion überfällt Finnland. Es ist der seltsamste Tag im Leben von Timo Vatanen. Der leutselig-stoische Holzfäller ist der Einzige in seinem finnischen Heimatort Suomussalmi, der nicht vor den Russen flieht, sondern in aller Seelenruhe auf die heranrückenden Truppen wartet. Vor diesem Hintergrund wird die Geschichte von Timo erzählt, der in die Fänge der Russen gerät, aber durch sein Wissen für sie unentbehrlich wird. Denn nur dieser Sonderling weiß, wie man im eisigen finnischen Winter überlebt. So wird er zufällig vom unbeholfenen Außenseiter zum Retter. Bald spielen Nationalitäten keine Rolle mehr: ein kleiner Frieden in den Wirren des Krieges. Dem Schriftsteller Roy Jacobsen ist ein großer Roman darüber gelungen, was Menschen vermögen, wenn sie nur zu sich selber stehen.(Quelle: Osburg Verlag) Der Autor: Roy Jacobsen (* 26. Dezember 1954 in Oslo) ist ein norwegischer Schriftsteller. Jacobsen debütierte 1982 mit der Novellensammlung Fangeliv. Er hat Romane, Novellen und Kinderbücher veröffentlicht. In Norwegen ist Jacobsen als Autor angesehen und erfolgreich. Kritiker loben sein Vermögen, historisches Geschehen mit dem Schicksal einfacher Leute psychologisch untermauert und gut lesbar zu verquicken.(Quelle: wikipedia) Meine Meinung: Der Roman spielt in dem Kriegswinter 1939. Die Sowjetunion marschiert in Finnland ein. Die Bewohner von Suomussalmi verlassen ihr Dorf und fliehen vor den Russen. Nur der Holzfäller Timo Vatanen behält die Ruhe und bleibt. Er will sein Heimatdorf nicht verlassen. Durch sein Wissen und Können macht er sich nützlich, als der Feind im Dorf einmarschiert. Er weiß, wie man in dem kalten finnischen Winter überleben kann, es werden ihm ein paar nicht mehr heertaugliche russische Soldaten zum holzhacken zugeteilt. Schon bald vertrauen ihm diese Männer, die Nationalität rückt in den Hintergrund, das Menschliche zählt. Dabei wird Timo nicht zum Kollaborateur, ihm geht es ganz allein darum, den Menschen zu helfen, ganz gleich, welche Nationalität sie besitzen. Ein Dolmetscher hilft bei der Verständigung. Ständig ist da auch die Angst vor dem Sterben, das Ausrücken zum Holz hacken ist durchaus gefährlich. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Timo, seinen Gedankengängen folgt der Leser und aus seinem Blickwinkel erfährt der Leser von den Geschehnissen in dem Dorf. Die Erzählperspektive wird gegen Ende des Romans gewechselt - der Krieg ist vorbei, die Dorfbewohner sind zurück und Timo ist nicht mehr der Held im Alltagsleben. Als Leser fragt man sich, ob Timo nicht einfach ein Einfaltspinsel ist oder eher ein gerissenes Schlitzohr. Der Schreibstil und die feine Beobachtungsgabe von Roy Jacobsen haben mir gut gefallen.

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  • Rezension zu "Das Dorf der Wunder" von Roy Jacobsen

    Das Dorf der Wunder
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. June 2010 um 20:09

    Für sich gesehen war es nicht schlecht. Timo, der Holzfäller, der vor dem Krieg eher für sich alleine gelebt hat geriet, weil er sich geweigert hatte sein Heimatstädtchen zu verlassen, in Kriegsgefangenschaft. Er wurde dem Arbeitstrupp zugeteilt und da er ein guter Holzfäller war bekahm er auch gleich einige Gehilfen, Kriegsgefangene/Soldaten wieder Willen, zur Seite gestellt für die er persönlich mit seinem Leben haftete. In den Kriegswirren, wo eine Offensive auf die nächste folgte und die Männer zusehends bei den russischen Besatzern in Vergessenheit gerieten sieht sich Timo nun der Verantwortung für eine Handvoll Männer gegenüber die ohne ihn den strengen finischen Winter nicht überleben würden. Das Buch ist geradlienig und ohne Umschweife geschrieben. Keine Rückblenden oder Nebenhandlungen stören die mit kargen Worten ausgestattete Erzählung. Zwar ist sie etwas eindimensional geschrieben was aber dennoch gut zu Timos Handeln und Denken passt. Weil mir das Buch (mit 237 Seiten) etwas zu wehnig Substanz geboten hat wollte der Funke jedoch nicht so recht überspringen. Leider ist nichts geblieben das sich auf lange Sicht in meine Erinnerung graben wird womit es nur ein "nettes" Buch war.

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