Die Kathedrale des Lichts

von Ruben Laurin 
3,9 Sterne bei51 Bewertungen
Die Kathedrale des Lichts
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Positiv (35):
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toller und gut recherchierter historischer Roman

Kritisch (2):
J

Ausschweifend, kitschig und mit flachen Figuren, immerhin vor stimmiger Kulisse

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Inhaltsangabe zu "Die Kathedrale des Lichts"

Anno 1215. Dem Waisenjungen Moritz widerfährt großes Leid. Nur, wenn er Skulpturen aus dem Stein haut, vergisst er alle Schmerzen. Jahre später erkennt ein reisender Baumeister Moritz' Talent und nimmt ihn mit nach Magdeburg, wo eine Kathedrale gebaut wird. Rasch macht sich Moritz einen Namen unter den Steinmetzen. Doch nicht jeder auf der riesigen Baustelle bewundert den jungen Künstler. Vor allem Gotthard, ein bekannter Bildhauer, neidet Moritz den Erfolg. Als Moritz sich ausgerechnet in die Frau verliebt, um die auch Gotthart wirbt, verfolgt dieser nur noch ein Ziel: Sein Rivale muss verschwinden, und zwar für immer.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404176366
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:592 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:26.01.2018

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    Martinchens avatar
    Martinchenvor 16 Tagen
    Der Dombau im Magdeburg

    "Eine Kathedrale, die zum Himmel wächst. Ein Steinmetz, der seiner Bestimmung folgt. Und eine Liebe, die nicht sein darf.
    Anno 1215. Dem Waisenjungen Moritz widerfährt großes Leid. Nur, wenn er Skulpturen aus dem Stein haut, vergisst er alle Schmerzen. Jahre später erkennt ein reisender Baumeister Moritz' Talent und nimmt ihn mit nach Magdeburg, wo eine Kathedrale gebaut wird. Rasch macht sich Moritz einen Namen unter den Steinmetzen. Doch nicht jeder auf der riesigen Baustelle bewundert den jungen Künstler. Vor allem Gotthart, ein bekannter Bildhauer, neidet Moritz den Erfolg. Als Moritz sich ausgerechnet in die Frau verliebt, um die auch Gotthart wirbt, verfolgt dieser nur noch ein Ziel: die Vernichtung seines Rivalen, um jeden Preis." - soweit der Klappentext.

    Ruben Laurin ist das Pseudonym von Thomas Ziebula, der vor allem phantastische und historische Romane schreibt und für diese zahlreiche Preise erhalten hat. Vor allem die Geschichte und Architektur der Stadt Magdeburg haben es ihm angetan. So entschloß er sich, einen Roman über den Bau des Magdeburger Doms zu schreiben. Die Kathedrale des Lichts erschien im Januar 2018. Ruben Laurin lebt und arbeitet in der Nähe von Wismar. (Quelle: histo-couch).

    Das Cover zeigt das Westportals des Magdeburger Doms, passend zum Inhalt.

    Mein Beweggrund, diesen Roman zu lesen, war der Dombau in Magdeburg. Ich war neugierig, wie Ruben Laurin darüber berichtet.

    Nach einem Prolog, der mit Mauritius bekanntmacht, einem der beiden Domheiligen, lässt der Autor seinen Roman im Jahr 1215 beginnen. Moritz und Helena, die beiden Protagonisten, werden vorgestellt. Bis sie sich jedoch begegnen, vergehen noch einige Jahre. Ich fand diese Beschreibungen recht langatmig, da mich doch der Bau des Domes am meisten interessierte.

    Ruben Laurin hat sich von einem Fachmann in Sachen "Magdeburger Dom" beraten lassen, was dem Roman sehr gut tut. Bauliche Einzelheiten werden detailliert und kurzweilig beschrieben. Sie sind eingebettet in die Geschichte um die Liebe zwischen Moritz und Helena, die viele Hindernisse überwinden muss.

    Viele historische Begebenheiten sind in diesem Roman zu finden, wobei sie aus dramaturgischen Gründen abweichen. Der Autor erläutert sie in seinem Nachwort.

    Ein Personenverzeichnis und eine Zeittafel zu Beginn des Romans erleichtern die Einordnung, ein Glossar am Ende rundet das Buch ab.

    Fazit: ein gut lesbarer Roman, der Lust auf einen Besuch des Magdeburger Doms macht.

     

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    Marapayas avatar
    Marapayavor 3 Monaten
    Helden am Bau

    Ich bin ein großer Fan von Kirchen und Kathedralen. Wenn man in einer fremden Umgebung unterwegs ist, kann einem der gut sichtbare Kirchturm gut zur Navigation dienen. Im Dörflichen ist die Kirche meist im Mittelpunkt des Ortskern gebaut worden, man findet also immer zurück ins Zentrum. In den Großstädten ist es schon etwas schwieriger. Während früher nicht höher als der Kirchturm gebaut werden durfte, spielt das in der modernen Architektur keine Rolle mehr. Hier wird man beim Stadtspaziergang plötzlich überrascht, wenn zwischen den Straßenschluchten unvermutet eine Kirche auftaucht. Selbst die großen Kathedralen sind nicht in jeder Skyline so unverwechselbar und unverzichtbar wie der Dom in Köln.

    Die Kirche als Haus Gottes spielt heute auch keine so große Rolle mehr, wie noch vor 50 oder 100 Jahren. Dennoch können sich die prunkvollen Gotteshäuser nicht unbedingt über fehlende Touristen beschweren. Wer einmal im Petersdom in Rom war, der weiß, wovon ich rede. Dieser teilweise über Jahrhunderte dauernde Kraftakt des Kathedralenbaus ist einfach faszinierend und die Aura dieser Gebäude unvergleichlich. Diese Gebäude sollen auf den ersten Blick den Glauben und das Lobpreisen Gottes symbolisieren, doch sie sind auch Zeichen politischer Macht. Das lässt sich aus Ruben Laurins Roman über den Baubeginn des Magdeburger Doms gut herauslesen. Dabei liegt sein Augenmerk auf den eigentlichen Helden am Bau – das sind die Baumeister, die Handwerker und die Steinmetze mit ihren Familien. Ohne sie kann Papst oder Erzbischof nur von einem noch größeren Prunkbau träumen.

    Laurin bettet seine Figuren ein in einen vergleichsweise kurzen historischen Zeitabschnitt im Mittelalter des 13. Jahrhunderts. Es ist die Zeit der Ritter, der Kreuzzüge, der katholischen Kirche und des Ablasshandels. Markgrafen erklären sich gegenseitig den Krieg, überfallen Dörfer in ihren jeweiligen Grenzregionen. Es gilt das Recht des Stärkeren. Die Handlung führt aus vielen verschiedenen Reichen Europas ein Figurenensemble in Magdeburg zusammen, dessen zwischenmenschliche Reibereien um die schöne Helena, des Baumeisters Tochter, für Spannung und Herzschmerz sorgen. Alles vor der Kulisse des entstehenden Doms, der eine Kathedrale des Lichts werden soll und sich an der damals modernsten sakralen Architektur orientierte: der Gotik.

    Laurins Historienroman ist eine Mischung aus Thriller, Liebesschmonzette, Mystikerbiografie, Heiligenlegende, Ritterepos und Bildhauersachbuch. Alles Zutaten, die in wohldosierter Form eine unterhaltsame Geschichte ergeben, in der sich der Autor nicht davor scheut, mittendrin auch auf die ein oder andere Hauptfigur zu verzichten, an geeigneter Stelle die Grausamkeit der Zeit ungeschönt darzustellen und dem modernen Begriff der posttraumatischen Belastungsstörung ein historisches Gewand zu verpassen.

    Mich reizt es nach der Lektüre ungemein, dem Magdeburger Dom einen Besuch abzustatten und mir die zehn Jungfrauen an der Paradiespforte mit eigenen Augen anzusehen. Vielleicht erscheint mir der Heilige Mauritius oder ich begegne Mechthild von Magdeburg bei ihrem Betgang durch die Domhallen. Den Dom werde ich von nun an jedenfalls mit anderen Augen sehen.

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    Dirk1974s avatar
    Dirk1974vor 3 Monaten
    Der Magdeburger Dom

    Ich bin zufällig, auf dieses Buch aufmerksam geworden. Als ich gelesen habe, dass es in meiner Geburtsstadt Magdeburg spielt, habe ich beschlossen es zu lesen. Im Klappentext steht, dass es um den Waisenjungen Moritz geht, der von einem Baumeister mit nach Magdeburg zum Bau der Kathedrale genommen wird.
    Zuerst war ich enttäuscht, da die Geschichte nach ca. einem Drittel des Buches immer noch nicht in Magdeburg spielte.Aber zurück zum Anfang. Die Geschichte handelt von Moritz, der an der Ostsee lebt. Er verliert seine Familie bei einem Überfall. Nach dem Verlust seiner Liebsten verfällt er immer wieder in Raserei und nichts ist vor ihm sicher. Zur gleichen Zeit lebt der Baumeister Bohnsack mit seiner Tochter in Maulbronn. Desweiteren zieht der dänische Ritter Ansgar durchs Land.Im Laufe der Geschichte kreuzen sich die Wege der Protagonisten. Dann machen sie sich auf den Weg nach Magdeburg zur Baustelle des Magdeburger Doms, der im Auftrag von Erzbischof Albrecht gebaut wird. Der Bau des Domes dauerte von 1209 bis 1520. Die Geschichte um Moritz ist im 13. Jahrhundert angesiedelt. Sie basiert auf historisch belegten Tatsachen, ergänzt mit der Fantasie des Autors. Wir treffen auf real existierende Personen, wie Erzbischof Albrecht oder Mechthild von Magdeburg.Ich finde die Mischung ist dem Autor gut gelungen. Die Geschichte erzählt vom Bau des Doms, von Verliebten und Intrigen sowie der Rache von Moritz an den Mördern seiner Familie.

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    Honigmonds avatar
    Honigmondvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: toller und gut recherchierter historischer Roman
    Der Dombau in Magdeburg

    Zum Klappentext:
    Anno 1215. Dem Waisenjungen Moritz widerfährt großes Leid. Nur, wenn er Skulpturen aus dem Stein haut, vergisst er alle Schmerzen. Jahre später erkennt ein reisender Baumeister Moritz' Talent und nimmt ihn mit nach Magdeburg, wo eine Kathedrale gebaut wird. Rasch macht sich Moritz einen Namen unter den Steinmetzen. Doch nicht jeder auf der riesigen Baustelle bewundert den jungen Künstler. Vor allem Gotthard, ein bekannter Bildhauer, neidet Moritz den Erfolg. Als Moritz sich ausgerechnet in die Frau verliebt, um die auch Gotthart wirbt, verfolgt dieser nur noch ein Ziel: Sein Rivale muss verschwinden, und zwar für immer.

    Mein Leseeindruck:
    Dieser historische Roman stammt aus der Feder von Thomas Ziebula. Er schreibt hier unter einem Pseudonym. Ich kenne den Autor schon durch einige seiner Fantasyromane und war bisher immer begeistert von seinen Werken. Auch bei diesem Buch war ich positiv überrascht, wie rasch mich die Handlung und sein Schreibstil wieder einmal in seinen Bann gezogen haben. Die Zeit, in der die Handlung spielt, ist mit 1215 angegeben und meiner Meinung nach für das Buch sehr gut recherchiert und für den Leser sehr gut nachvollziehbar, da auch gut rübergebracht. Die Handlung selbst ist sehr spannend und dreht sich  um einen kleinen Waisenjungen, der bisher wenig Glück in seinem bisherigen Leben hatte und nur durch sein handwerkliches Geschick glücklich sein kann. Aber auch in diesem Roman dreht es sich nicht nur um das Schicksal eines jungen Menschen und seinen Weg ins Glück, auch die Liebe bleibt wieder nicht zu kurz, wenn sie auch nicht wirklich sein darf. Sehr bewegend und emotional beschreibt der Autor diese Dinge. Auch erfährt man einiges über den Dombau in Magedeburg, was ich sehr interessant fand und mich ein wenig an das Buch von Ken Follet erinnert hat, aber möglicherweise auch nur dadurch, da dies doch sehr populär geworden ist und inzwischen auch verfilmt wurde, Ähnlichkeiten sind jedoch vorhanden. Für einen historischen Roman mit solch einem historischen Hintergrund und mit dieser spannenden Handlung finde ich das Buch sehr gelungen.

    Mein Fazit:
    Ein gut recherchierter historischer Roman, welchen man getrost weiter empfehlen kann, der aber die Lesermeinungen auch entzweien könnte, da jeder Leser andere Erwartungen hat und das Buch noch nicht so ganz mit den ganz großen Werken, wie denen von "Follett" mithalten kann, aber für den Anfang ganz gut und auf jeden Fall empfehlenswert, zumal das Buchcover ein absoluter Hingucker ist und wunderbar zum Buch passt.

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    Rissas avatar
    Rissavor 6 Monaten
    Leider wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt

    Inhalt
    1227: Nach der Vollendung eines Auftrags in Maulbronn will der Baumeister Bohnsack mit seiner Tochter nach Magdeburg ziehen, um dort am Neubau der Kathedrale mitzuwirken, doch Helena ist von dieser Aussicht gar nicht begeistert.
    Der Ritter Ansgar von Lund muss aus Prag fliehen, nachdem er in flagranti erwischt wurde. Unterwegs trifft er auf die wunderhübsche Tochter des Baumeisters.
    Moritz besitzt ein großes Talent für die Bildhauerei, doch er ist ein Sklave und arbeitet im Steinbruch. Regelmäßig wiederkehrende Anfälle, während denen er Menschen in seiner Nähe angreift, lassen ihn viel Ablehnung erfahren. Als er auf eine Verurteilung nach einem solchen Anfall wartet, treffen Reisende auf der Burg ein…

    Meine Meinung
    Wenn es um Romane geht, in denen der Bau einer Kathedrale thematisiert wird, werde ich schon hellhörig. Wenn diese Romane dann auch noch von Autoren stammen, die mich bisher nicht enttäuscht haben, muss ich sie unbedingt lesen.
    So auch hier, denn sobald ich erfahren hatte, dass sich hinter dem Pseudonym der Autor Thomas Ziebula verbirgt, dessen Romane über den Dreißigjährigen Krieg mir sehr gefallen haben, ist das Buch nach ganz oben auf der Prioritätenliste gewandert.
    Den geschichtlichen Hintergrund des Romans bildet, wie schon erwähnt, der Neubau der Kathedrale zu Magdeburg sowie die Entstehung der bekanntesten Skulpturen, die dort zu finden sind, allen voran die der Skulptur des Heiligen Mauritius. Da über die Künstler jedoch nahezu nichts bekannt ist, hat der Autor hier große Freiheiten, seine eigene Geschichte um deren Entstehung zu spinnen.
    Im Zentrum der Geschichte steht die schöne Helena, Tochter des Bauherren Bohnsack, von Vielen verehrt, aber noch unverheiratet, die nicht weiß, was und wen sie will und von ihrem Vater auch nicht gerade in die Ehe gedrängt wird.
    Bewerber um ihre Hand sind unter anderem der Ritter Ansgar, der sich Aufgrund seiner früheren Liebschaften an vielen Orten Europas nicht mehr blicken lassen kann, der Bildhauer Gotthart, der ein dunkles Geheimnis in sich trägt, sowie der wendische Waisenjunge Moritz, ehemaliger Sklave und ebenfalls Bildhauer mit großem Talent, der den Mord an seinen Eltern rächen will.
    Eine weitere wichtige Person ist Mechthild, eine junge, fromme Frau, die viel Zeit auf dem Baustellengelände verbringt, immer ins Gebet vertieft.
    Der Autor nimmt sich sehr viel Zeit, etwa ein Drittel des gesamten Buches, die Vorgeschichte seiner Figuren zu erzählen. Man erfährt, was ihre Wünsche und Ängste sind, und so nach und nach führen die Wege Aller nach Magdeburg.
    Ab hier jedoch wird die Zeit schon mal sehr gerafft, und je mehr sich der Roman dem Ende nähert, umso länger sind die Zeiten, die übersprungen werden. Hier ging es mir dann doch oft einfach zu schnell, und es passte vom Tempo einfach nicht zum Beginn der Geschichte. So sind die Charaktere zu Beginn noch recht gut ausgebaut, je weiter die Geschichte fortschreitet, umso stärker werden sie auf wenige Eigenschaften reduziert.
    Auch gibt es einige Szenen, die mir etwas weit her geholt waren und von denen ich mir nicht vorstellen konnte, dass sie so hätten passieren können. So hatte ich beispielsweise meine Probleme damit, wenn Moritz innerhalb kurzer Zeit den Umgang mit Waffen erlernt und sich gestandenen Rittern gegenüber im Kampf behaupten kann, auch wenn er zuvor schon ein guter Faustkämpfer ist. Und auch der Umgang mit „Unzucht“, ein Thema, das hier, insbesondere gegen Ende, immer wieder vorkommt und dann auch näher erläutert wird, erschien mir nicht ganz schlüssig.
    Gut dagegen fand ich, dass der Autor sich nicht davor scheut, selbst Hauptcharaktere recht früh ableben zu lassen. Zudem treffen einige der Figuren auch schon mal Entscheidungen, die sie im Nachhinein bereuen. So bleibt zumindest ein gewisser Teil an Spannung enthalten, während andere Entwicklungen schon recht früh zu erahnen sind.
    Ein zweiter Handlungsstrang spielt im Jahr 285 und erklärt, wer denn der Heilige Mauritius eigentlich ist. Leider wird hier nur die Heiligenlegende nacherzählt, dabei aber auch im Nachwort außen vor gelassen, dass es sich eben nur um eine Legende handelt und dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass sich das Beschriebene tatsächlich so abgespielt hat.
    Der Erzählstil ist weitestgehend einfach gehalten und gut lesbar. Jedoch hat es mich schon sehr irritiert, dass der Handlungsstrang über Mauritius rückblickend erzählt wurde, mit dem Wissen von heute. Ich möchte eigentlich nicht im Romantext lesen, dass ein Fluss heute anders heißt als damals oder dass erst nachfolgende Generationen etwas mit einer Prophezeiung anfangen konnten. Doch auch in den Kapiteln der Haupthandlung fällt der Autor schon mal aus der Zeit.
    Ergänzt wird der Roman durch ein Personenverzeichnis, eine Zeittafel, ein Glossar sowie ein Nachwort zum historischen Kontext und ist somit recht gut ausgestattet, auch wenn ich, wie schon erwähnt, mehr Informationen zu Mauritius erwartet hätte.

    Fazit
    Dieser Roman sollte ein Neuanfang werden, doch ist dieser in meinen Augen nicht ganz geglückt. Eine Fortsetzung des Stils der ersten historischen Romane Ziebulas hätte mir wohl eher zugesagt.

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    anushkas avatar
    anushkavor 7 Monaten
    Kathedralenbau und Liebes-Wirrwarr

    Sachsen, 1215: Moritz überlebt als einziger den Überfall auf sein Dorf. Sich selbst überlassen landet er als Steinbrecher auf der Rudelsburg in der Mark Meißen. Ein glücklicher Zufall bringt ihn zusammen mit dem Baumeister Bohnsack, dessen Tochter Helena und dem Ritter Ansgar. Bohnsack erkennt Moritz' Talent als Steinmetz und so kommt Moritz nach Magdeburg auf die Baustelle des neuen Doms. Doch nicht jeder gönnt ihm seinen Erfolg und auch für Helenas Herz gibt es jede Menge Anwärter.

    "Die Kathedrale des Lichts" hat eine Vielzahl von Protagonisten mit jeweils eigenen Geschichten, die letztlich alle an der Kathedrale zusammenlaufen. Neben Moritz, Helena und Ansgar sind da auch noch der skrupellose Bildhauer Gotthard und das Mädchen Mechthild, das von Visionen heimgesucht wird. Da lässt sich schnell einmal der Überblick verlieren. Unregelmäßige Einschübe erzählen zudem vom Centurio Mauritius im 3. Jahrhundert nach Christus. Diese Einschübe sind sehr interessant, genauso wie die Geschichte um den Bau des Magdeburger Doms. Weniger überzeugt haben mich allerdings die Liebesverwicklungen. Gerade Helena und ihre Sicht auf die Dinge konnten mich wenig überzeugen. Sie wirkt jung, naiv und teilweise dümmlich. Die Liebes- und Sexszenen sind in meinen Augen zu klischeebeladen. Und manchmal waren mir die Figuren, besonders Moritz, zu dramatisch. Auch andere stilistische Dinge haben mich mitunter gestört, wie beispielsweise Formulierungen wie "damals war das so und so", denn dadurch wurde man beim Lesen aus der Zeit herausgerissen und erst einmal auf Abstand gebracht.

    Dennoch war die Handlung selbst über weite Strecken unterhaltsam und hatte immer wieder interessante Wendungen. Der Autor schont seine Figuren nicht und man sollte sich keiner Figur zu sicher sein. Es gibt durchaus dramatische Entwicklungen. Unter den Figuren dürfte für jeden etwas dabei sein, da sie recht verschieden sind. Der Erzählstil ist, bis auf die genannten Kritikpunkte, flüssig und sprachlich passend. Das Buch hat eine umfangreiche Ausstattung und die Schilderungen des Baus sind plastisch, fundiert und machen greifbar, wie anstrengend und langwierig der Bau einer Kathedrale in früheren Zeiten war. Verwoben wird dies mit einer Liebesgeschichte, in der es mehrere Rivalen gibt. Fans von Mittelalter-Liebesromanen dürften ihren Spaß mit diesem Buch haben. Mich selbst hat das Buch jedoch nicht vollständig überzeugt.

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    Drei-Lockenkoepfes avatar
    Drei-Lockenkoepfevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: ich fühlte mich gut unterhalten
    Ich fühlte mich gut Unterhalten

    Besonders gut gefällt mir das Cover, dass es so gebunden ist , dass der Rücken keine Knicke bekommt.


    Zu Beginn finden wir eine Personenbeschreibung sowie einen Zeitstrahl. Dies erleichtert den Einstieg. Am Ende des Buches befindet sich ein umfangreiches Glossar. Viele der nicht so gängigen Begriffe werden hier gut erklärt.


    Den Schreibstil finde ich bisher flüssig und angenehm zu lesen.
    Es gefällt mir, dass die einzelnen Figuren ihre eigenen Handlungsstränge haben ,
    die dann wohl letztendlich alle zusammenfliessen und wie zu einem Zopf "verflochten"
    werden ! Nicht alle Charaktere gefallen mir gleich gut. Auch sind nicht alle mit einem ausreichenden Hintergrund dargestellt. Der ein oder andere war mir zu Oberflächlich gehalten.
    Helena hat mich, neben Moritz, am meisten beeindruckt. Sie führt nicht nur den Haushalt ihres Vaters, sondern hat auch den Respekt von Mägden und Bauherren. Als Frau wird sie dennoch sehr ernst genommen.

    Die meisten historischen Fakten beziehen sich auf die Erbauung des Magdeburger Doms. Hier fällt die Geschichte der einzelnen Charaktere häufig in den Hintergrund. Die Fakten rund um den Dombau und das voranschreiten des Baus bekommt stellenweise mehr Aufmerksamkeit als die Lebenseinschnitte der Protagonisten. Mich persönlich interessieren Fakten und Daten nur am Rande. Hier währe mir lieber gewesen eine Szene tiefgründiger auszuschmücken als den Baufortschritt an der dritten Säule von links zu erfahren.



    Mein Fazit zum Buch von Ruben Laurin " Die Kathedrale des Lichts". Es hat mich gut Unterhalten, es kam keine Langeweile auf. Durststecken hatte das Buch keine. Daher klare Leseempfehlung!








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    alice14072013s avatar
    alice14072013vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein toller, facettenreicher und komplexer historischer Roman, der mit einer intensiven Geschichte und einer tiefgründigen Aussage begeistert
    Die Wege des Lebens sind oft sehr steinig. Was bleibt von uns, wenn wir gegangen sind?

    „Ich baue und baue immer weiter, und mein Leib, meine Kraft und mein Leben verwandeln sich in ein Gebet aus Stein und Glas. Ein Gebet, das bleiben wird.“
    Zitat aus dem Buch


    Der Bau eines gewaltigen Gotteshauses, das einem  Märtyrer und einem deutschen Kaiser gewidmet ist, führt die Wege von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Stände zusammen und verändert ihr Schicksal entscheidend. Verlust, Schmerz, Wut, Rache, Neid und Sünde, treiben die einen, während tiefer Glaube, die Hingabe an ihre Berufung, Liebe, Heldentum und aufrichtige Freundschaft die anderen leitet.

    Ruben Laurin schreibt eine faszinierende Darstellung darüber, wie die Entstehung des Magdeburger Wahrzeichens vor viele hundert Jahren vonstatten gegangen sein könnte und verknüpft dabei fiktives Geschehen und geschichtliche Fakten geschickt zu einer spannenden Handlung, die uns ein Stück Zeitgeschehen auf unterhaltsame Weise näher bringt.
     
    In „Die Kathedrale des Lichts“ erzählt er uns eine Geschichte über den Bau des Magdeburger Doms im 13. Jahrhundert und der Liebe zur Bildhauerei die auf sehr anschauliche Weise begreiflich macht, dass das Schicksal mitunter lange und steinige Wege gehen kann, deren Ende nicht immer zur erhofften Erfüllung der eigenen Träume und Vorstellungen führt. So, wie die Entstehung einer solch gewaltigen Kathedrale, die uns auch heute noch ehrfürchtig staunen lässt, Jahrzehnte und Jahrhunderte an körperlicher, kräftezehrender Arbeit, menschlicher Entbehrung, tagtäglichem Einsatz und bedingungsloser Hingabe erfordert, so ist auch das Leben oft von schmerzlichen Erfahrungen, Verzicht, Verlust und einem ständigen Kampf geprägt, der nicht selten viele Jahrzehnte andauert. Einige finden wonach sie suchen, andere verirren sich und scheitern. Und nur einige wenige schaffen es, dass ihnen durch ihre selbstlosen Taten ein Denkmal gesetzt wird, das ewig bleiben wird.

    Inhalt:

    Eine Kathedrale, die zum Himmel wächst. Ein Steinmetz, der seiner Bestimmung folgt. Und eine Liebe, die nicht sein darf.

    Anno 1215. Dem Waisenjungen Moritz widerfährt großes Leid. Nur, wenn er Skulpturen aus dem Stein haut, vergisst er alle Schmerzen. Jahre später erkennt ein reisender Baumeister Moritz' Talent und nimmt ihn mit nach Magdeburg, wo eine Kathedrale gebaut wird. Rasch macht sich Moritz einen Namen unter den Steinmetzen. Doch nicht jeder auf der riesigen Baustelle bewundert den jungen Künstler. Vor allem Gotthart, ein bekannter Bildhauer, neidet Moritz den Erfolg. Als Moritz sich ausgerechnet in die Frau verliebt, um die auch Gotthart wirbt, verfolgt dieser nur noch ein Ziel: die Vernichtung seines Rivalen, um jeden Preis.

    Meinung:

    „Das tut elend weh, wenn auch nur kurz“, sagte Mechthild. „Doch manchmal führt der Weg zum Leben durch Schmerzen und der Weg zum Himmel durch eine enge Pforte.“ Zitat aus dem Buch

    Das Leben schlägt oft auf grausame Weise zu und unterwirft uns vielen Prüfungen. Manchmal verlieren wir dabei unseren Weg aus den Augen und manchmal auch ein Stück von uns selbst. Ob wir scheitern, oder unser Glück und unsere Bestimmung finden, liegt dabei nicht selten an unserer Persönlichkeit. An der Art und Weise, wie wir mit dem Schicksal und den Gegebenheiten unseres Lebens umgehen.
    Liebe und Hass, Tugendhaftigkeit und Sünde, Ehrgefühl und Hochmut liegen dabei oftmals sehr nahe beieinander. Wie wir uns letztendlich entscheiden und dementsprechend verhalten, führt in der Regel zu „Sieg“ oder „Fall“.

    Hier setzt Ruben Laurin in seinem Roman an und webt eine genial konzipierte und sehr stimmige Geschichte um seine sehr unterschiedlichen Charaktere, deren Erleben wir über mehrere Jahrzehnte folgen.

    Alles beginnt im Jahre 1215, in dem sich das Leben des sechsjährigen Wenden Moritz für immer verändern wird.

    „Hähne krähten, Hunde schlugen an, aus allen Hütten tönte Kampflärm und Geschrei. Die Sachsen tobten durchs nächtliche Dorf. Keiner hatte vor ihnen gewarnt – kein Wächter, kein Zeichen, kein Traum. Nicht einmal der Dorfnarr.... Moritz kauerte stocksteif in der Fensteröffnung. Der Vollmond warf seinen Schatten auf das Nachtlager im Inneren der Hütte – auf Decken, Felle und Strohsäcke, auf die bleichen Gesichter der anderen...“ Zitat aus dem Buch.

    In dieser Nacht verliert Moritz alles. Seine Heimat, seine Familie und das, was er glaubte zu sein. Nur sein Leben bleibt ihm und seine immer wiederkehrenden schmerzvollen Alpträume, die fortan sein Leben bestimmen würden. Auf der Flucht gerettet und später verkauft, arbeitet er zwölf lange Jahre in Bergwerk, Wald und Steinbruch, gefürchtet und gehasst für seine Raserei in Vollmondnächten, in denen der Schmerz und die Angst ihn in seinen Träumen überwältigen, aber geschätzt für seine Kraft und Ausdauer. Nur die Arbeit an einer Skulptur aus Stein lässt ihn sein Leid für kurze Zeit vergessen.

    „Moritz fürchtete sich vor der Nacht. Wenn er wieder außer sich geriet, würden sie sich nicht scheuen, ihn zu prügeln und einzusperren. Er ballte die Fäuste und stampfte laut auf den Bohlen auf, als er die Zugbrücke überquerte. Weg mit der Angst! Weg mit den Gesichtern! Weg mit den Stimmen und Gerüchen!“ Zitat aus dem Buch

    „Seinen wichtigsten Lehrer jedoch traf Moritz auf keinem Markt, in keinem Dom, den trug er immer bei sich: Die Liebe zu seiner Mutter und das Heimweh tief drinnen in der breiten Brust.“
    Zitat aus dem Buch


    Diese Arbeit an seiner Skulptur und eine zufällige Begegnung in einer ausweglosen Situation führen schließlich dazu, dass Moritz' Talent als Steinmetz entdeckt wird und sein Weg ihn an die Dombaustelle nach Magdeburg führt.

    Doch nicht nur Moritz Reise führt nach Magdeburg. Auch Helena, die Tochter des Baumeisters Bohnsack muss sich von ihrer geliebten Heimat verabschieden und ihrem Vater folgen. Dabei erfährt die bis dahin sehr selbstbewusste junge Frau von einem Familiengeheimnis, das ihre bis dahin heile Welt erschüttert. Mehr und mehr fokussieren ihre Gedanken um die Frage, welchen Platz sie in diesem Leben einnehmen wird und vor allem, wem sie ihre Liebe schenken soll.

    An anderer Stelle begegnen wir dem selbstbewussten dänischen Ritter Ansgar von Lund, der zwar von adliger Herkunft ist, aber dennoch von Turnier zu Turnier erfolgreich seinen Besitz und Ruf mehrt, bis ihm seine Schwäche für das weibliche Geschlecht fast zum Verhängnis wird.

    Und schließlich treffen wir auf den französischen Bildhauer Gotthart, der Paris verlassen muss, weil sein dunkles Geheimnis droht aufgedeckt zu werden.

    Sie alle hadern mit den Ereignissen früherer Jahre, die sie nachhaltig geprägt haben und kämpfen mehr oder weniger gegen ihre inneren Dämonen an. Während die einen an ihrem inneren Zwiespalt und falschen Wertvorstellungen scheitern, scheinen die anderen ihren Weg in Empathie und Ehrgefühl zu suchen.

    „Und Moritz stürzte.
    Andere stürzten auch. Manche sogar zur selben Zeit.
    So vieles geschieht ja in einem einzigen Augenblick an unterschiedlichen Orten – Gutes und Böses, Hässliches und Schönes. Und denen es geschieht, die wissen nichts voneinander.
    Noch nicht.“
    Zitat aus dem Buch


    Hier setzt der Autor mehrere Handlungsstränge an sehr unterschiedlichen Orten im Geschehen an und lässt sie dann wie zufällig nach einigen Jahren zusammenlaufen und zu einer Einheit verschmelzen, deren Wendungen mich so manches Mal überraschen konnten. Obwohl ich Ruben Laurin die ein oder andere Wendung  nur sehr schwer verzeihen kann. Über den Verlust zweier besonders liebgewonnener Charaktere werde ich nicht so schnell hinweg kommen.
    Eingebettet in die historisch verbürgten Hintergründe des Magdeburger Dombaus entwickelt sich eine grandios durchdachte Geschichte aus Liebe und Freundschaft, Rache, Verrat und Intrige, inneren und äußeren Kämpfen, Sehnsucht und Schmerz, Lüge und Wahrheit, die mich auf vielen Ebenen begeistert hat.
    Die Handlung schreitet konsequent voran und liest sich trotz ihrer Länge von fast sechshundert Seiten sehr flüssig und abwechslungsreich. Im Verlauf finden wir immer wieder Höhepunkte in deren Szenerie wir um geliebte Protagonisten zittern müssen und uns über deren Ausgang nur selten gewiss sein können. Dadurch wird die Spannungskurve konsequent aufrecht erhalten. Besonders zum Ende hin wird es noch einmal sehr emotional und nervenaufreibend. Die gewählte Lösung fand ich mehr als gelungen. Denn es geht hier nach all dem Leid, dem Schmerz und der nie überwundenen Wut vor allem um das Vergeben. Das ist ein wunderschöner Ansatz. Unterstrichen wird alles in einem sehr versöhnlichen Ausblick nach einem Zeitsprung von mehreren Jahrzehnten, der die Geschichte wundervoll abrundet.
     
    „Was glaubst du – wird sie mir verzeihen?“
    „Gewiss, wenn du aufrichtig bist.“ „Doch wird sie mich dann noch lieben?“
    „Die Liebe glaubt alles, die Liebe duldet alles, die Liebe hört niemals auf.“
    Zitat aus dem Buch


    Es gab so vieles, was mir an diesem Buch unglaublich gut gefallen hat und die Fähigkeiten des Autors seine Geschichten auf ganz besondere Art und Weise zu Papier zu bringen sehr eindrucksvoll unterstreichen.

    Ich liebe den Wechsel zwischen ernsthaften, teils sehr emotionalen und schmerzhaften Passagen und den Momenten, in denen immer wieder der einzigartige, trockene Humor des Autors durchblitzt. Dadurch ist die Geschichte sehr facettenreich und wird an vielen Stellen aufgelockert. Besonders Ansgars Passagen und sein teils verqueres Denken zwischen Ehrgefühl und seiner besonderen Schwäche haben es mir sehr angetan.
    Ruben Laurin schafft es auf sehr außergewöhnliche Weise Emotionen auf den Leser zu übertragen. Sei es durch die inneren Kämpfe, die die Protagonisten mit sich fechten, durch deren Träume, Zweifel, Ängste, Hoffnungslosigkeit oder Wut oder auch im übertragenen Sinne, indem er die Gefühle der Charaktere in den Kunstwerken und Statuen, die sie schaffen versinnbildlicht. Diese Art, Gefühle in Stein zu meißeln, wo keine Worte gefunden werden,  hat mich sehr beeindruckt.
    Besonders Moritz, dem es so schwerfällt, seine Emotionen in Worte zu fassen wurde mir auf diese Art sehr nahe gebracht. Es gab Szenen, da wollte ich ihn am liebsten in den Arm nehmen.

    Die Vielschichtigkeit und der Facettenreichtum der Charaktere hat mir sehr gut gefallen. Moritz ist nicht nur der leidende Mann, der sich in einer eigentlich aussichtslosen Liebe verliert. Seine Figur umfasst unendlich viel mehr. Manchmal ist es seine ungelenke Art sich auszudrücken, die mich schmunzeln ließ oder sein aus dem Herzen kommender Gerechtigkeitssinn, der mich im Sturm eroberte. Dann wieder waren es die schonungslosen Taten, die Art Vergeltung an seiner Vergangenheit zu üben, die mich erschreckt haben und einen ganz anderen Charakterzug an ihm zeigten. Letztendlich war es die Mischung aus Unsicherheit, aufrichtiger Empathie, tiefer Liebe, Verletzlichkeit und einer inneren schwelenden Wut und Angst, die ihm sofort einen Platz in meinem Herzen eingeräumt haben.
    Ähnlich erging es mir mit Ansgar von Lund. Der Ritter hat eigentlich so viele Fehler, die ihn normalerweise schon fast unsympathisch machen würden. Ob es sein übersteigerter Hochmut ist, oder seine Art sich die Frauen ohne Gewissen zu nehmen. Dennoch hat er so viele, ihm vielleicht unbewusste, liebenswerte Seiten, dass er für mich schon fast zu meiner Lieblingsfigur avancierte.
    Die Atmosphäre die jeden Protagonisten auf seine ganz eigene Art begleitet ist faszinierend. Das ist eine Kunst, die der Autor beherrscht. Obwohl ich hier leider an der Figur der Helena verzweifelte, die zwar anfangs sehr selbstsicher und für ihre Zeit sehr verantwortungsvoll wirkte, sich aber im späteren Verlauf in eine gewisse Naivität und viel zu oberflächlich in Bezug auf auf die Gedanken, die sie im Inneren beschäftigen, entwickelt. Es war wahrscheinlich beabsichtigt, genau dieses Bild von ihr zu entwerfen, aber es hat bei mir bewirkt, dass ich nicht mit ihr fühlen konnte und mir dadurch die Liebesgeschichte leider auch ein wenig zu einseitig erschien. Ich habe Helena ihre Liebe nicht so ganz abgekauft. Das ist ein Kritikpunkt, den ich hier sehe. Der aber durch die vielen positiven Attribute des Buches sehr gut aufgefangen wird.

    Wundervoll fand ich die liebevolle Beschreibung der Künste des Steinmetzes und die vielen baulichen  Details, die wir auch heute noch im Magdeburger Dom bewundern können. Ich hatte manchmal das Gefühl inmitten der mittelalterlichen Baustelle zu stehen und die Kunstwerke staunend zu betrachten. Auch die Einbettung der historischen Fakten war sehr stimmig in das Geschehen eingefügt und für die Geschichte genau passend. Ich denke mehr zeitliches Geschehen hätte an dieser Stelle eher verwirrt. Einige historische Abweichungen verzeiht man gerne, da der Autor sie im Sinne seiner Handlung verändert und im Nachwort sehr gut begründet hat. Man sollte das sehr interessante Nachwort demnach unbedingt lesen, weil es die Intention des Autors wunderbar in Szene setzt und uns einen tieferen Einblick in die Hintergründe der Entstehung seines Romans gibt.

    Und dann gab es noch die vielen versteckten Anspielungen und kleinen Hinweise, die bezüglich auf das Schicksal der Charaktere in die Geschichte gestreut werden. Sei es durch Anmerkungen des Erzählers, oder durch die Schlüsselfunktion der Figur Mechthild, die obwohl oftmals nicht ernstgenommen, immer mehr zu wissen scheint.

    „Mechthild drückte seine Hand. „Sieh doch hin, hör doch zu.“
    Zitat aus dem Buch


    Dieses Stilmittel hat bei mir immer eine gewisse Grundspannung erzeugt und mich oft auf Situationen mit einer unterschwelligen Gänsehaut hin fiebern lassen. Auch die Parallelen zwischen Glauben und eigentlichem Leben, zwischen Historie und Fiktion fand ich einfach großartig und genial gegenübergestellt.

    „Ist es nicht ein Abbild unseres kurzen Lebens?“, murmelte sie flüsternd. „Das Lebensrad weiterziehen und -treten, Runde um Runde, immer dieselbe mühselige Plage. Was hast du uns da aufgebürdet?“ … „Vorüber“, murmelte Mechthild. „Irgendwann ist die Plage vorüber, und das Lebensrad wird sich nicht mehr weiterdrehen. Und wir werden nach Hause gehen, zu dir...“ Zitat aus dem Buch

    Das machte den Roman zu etwas Rundem und Greifbaren. So auch die in Prolog und zwei Intermezzi eingefügte mögliche Geschichte des Mauritius von Theben um 285 n. Chr., die die Aussage des Buches wunderbar unterstreicht. Das alles macht diese Erzählung so großartig. Hätte ich nicht meine Probleme gehabt, mit der weiblichen Protagonistin zu fühlen und ihr Glauben bezüglich ihrer beteuerten Liebe zu schenken, würde ich dem Buch die volle Punktzahl geben. Manchmal waren mir auch die Zeitsprünge zu schnell, wo ich gerne mehr gelesen hätte. Besonders in einigen sehr emotionalen Momenten, deren Schrecken man noch viel deutlicher hätte darstellen können, wenn man sie weiter ausgeführt hätte. An anderer Stelle werden gerade die seelischen Schmerzen von Moritz viel detaillierter ausgearbeitet und erreichen bei mir deutlich ihr Ziel.

    Dennoch hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Sie zeigt, dass sie von einem Autor geschrieben wurde, der es versteht eine nicht nur sehr komplexe Handlung zu konstruieren, sondern sie auch auf seine eigene, großartige Art so darzustellen, dass sie den Leser nachhaltig beschäftigen kann. Selbst mit den teilweise überspitzten Zeichnungen der Figuren und der manchmal ein wenig zu vielen Zufälle in der Handlung schafft der Autor es seine besondere Intention zu unterstreichen. Denn nicht anders darf man sie sehen, als ein Stilmittel, besondere Effekte zu erzielen.

    Lassen wir Moritz das letzte Wort, denn kein anderes Zitat untermalt so schön die Aussage der Geschichte und ist mir so nachhaltig im Gedächtnis geblieben.

    „Wir alle kommen und gehen“, sagte Moritz. „So ist das Leben.“ Er deutete hinüber zum Chorumgang, wo in einer Kranzkapelle sein Schwarzer Ritter stand. Dann blickte er zu den Gewölben des Mittelschiffs hinauf, deutete auf die bunten Fenster des Hochchors und schlug schließlich mit der Faust gegen den wuchtigen Vierungspfeiler, neben dem er stand.
    „Wie gut, dass es auch Dinge gibt, die uns überleben und bleiben“, sagte er und lächelte.
    Zitat aus dem Buch


    Fazit:

    Ein wundervoller, facettenreicher und sehr komplexer historischer Roman, der mit einer intensiven Geschichte und einer tiefgründigen Aussage begeistert.

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    AberRushvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Toll geschrieben und absolut interessant.
    Ein Werk voller Wunder

    Ich lese mich gern quer durch alle Genre, wobei ich eher selten zu historischen Romanen greife. Aber wenn Thomas Ziebula aka Ruben Laurin ein neues Buch herausbringt bin ich Feuer und Flamme und lese alles aus seiner Hand. Auch dieses Mal gelingt es ihm mich vollkommen an die Geschichte zu binden, denn sie ist wieder sehr intensiv geworden. Der Zeitgeist des 13 Jahrhunderts wird sehr gut eingefangen. Die Sprache und das Setting lassen mich in die Epoche zurückgesetzt fühlen. Es ist interessant wie die Menschen zu dieser Zeit agierten und was für Weltanschauungen herrschten. Da bin ich doch froh in der modernen Welt zu leben.

    Das Buch bietet einige Höhepunkte die sehr verstreut auftreten, so dass nie wirklich Langeweile aufkommt. Bei Liebesroman bin ich normalerweise raus, weil mir das oft viel zu kitschig und klischeehaft ist. Auch hier nimmt die Liebe einen großen Stellenwert ein und wird sehr detailliert abgehandelt, fügt sich aber so gut in die Geschichte ein, dass ich auch mal darüber hinwegsehen kann, wenn es mal wieder etwas „schnulzig“ wird. Es ist nicht wirklich störend, nimmt aber doch einen großen Teil der Geschichte ein. Da gefällt mir die Abhandlung über den Bau der Magdeburger Kathedrale doch viel besser. Was dort gehämmert und gemeißelt wird ist schon beeindruckend und vor allem wie lange so ein Bau dauert … unglaublich.

    Insgesamt lässt sich sagen, dass dieses Buch sehr facettenreich ist. Es gibt Kämpfe, Liebe, Gefahren, Intrigen, Mord, Freundschaft und vieles mehr. Wer historische Roman mag oder ein Experiment wagen will, ist mit diesem Werk bestens bedient. Absolute Leseempfehlung.

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    anke3006vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Historischer Roman zum Dombau zu Magdeburg
    Die Entstehung des Magdeburger Doms

    Anno 1215. Dem Waisenjungen Moritz widerfährt großes Leid. Nur, wenn er Skulpturen aus dem Stein haut, vergisst er alle Schmerzen. Jahre später erkennt ein reisender Baumeister Moritz' Talent und nimmt ihn mit nach Magdeburg, wo eine Kathedrale gebaut wird. Rasch macht sich Moritz einen Namen unter den Steinmetzen. Doch nicht jeder auf der riesigen Baustelle bewundert den jungen Künstler. Vor allem Gotthard, ein bekannter Bildhauer, neidet Moritz den Erfolg. Als Moritz sich ausgerechnet in die Frau verliebt, um die auch Gotthart wirbt, verfolgt dieser nur noch ein Ziel: Sein Rivale muss verschwinden, und zwar für immer. Ein historischer Roman in dem es um Baukunst, Liebe und Intrige geht. Der Schreibstil ist flüssig und die Abläufe sind verständlich erklärt. Mit den Hauptfiguren hab ich mich nach und nach angefreundet. Es sind verschiedene Erzählstränge' die später zusammenlaufen. Für mich war es der erste Roman dieses Autors und ich fand die Geschichte leicht und unterhaltsam.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Ein neues Jahr, in dem wir gemeinsam deutschsprachige Debütautorinnen und -autoren und ihre Bücher entdecken können!
    Ich bin es wieder, die Debüttante. ;-) und möchte wieder mit Euch gemeinsam Debütautoren entdecken, zusammen ihre Bücher lesen, rezensieren und - wenn sie uns gefallen - weiterempfehlen. Bei den vielen Neuerscheinungen in jedem Jahr haben es deutschsprachige Debütautoren schwer sich zwischen Bestsellerautoren und Übersetzungen durchzusetzen. Wir können uns ganz bewusst gemeinsam daran versuchen das zu ändern und entdecken sicher wieder besondere Buchperlen!

    Ablauf der Debütautorenaktion:

    Es geht darum, möglichst viele Bücher deutschsprachiger Debütautoren zu lesen, also Bücher von Autoren, die erstmalig zwischen 1. Januar 2018 und 31. Dezember 2018 ein Buch/einen Roman (in einem Verlag) veröffentlichen.
    Von Seiten des lovelybooks-Teams werden wieder Leserunden und Buchverlosungen gestartet, die die Kriterien erfüllen, und auch Verlage und Autoren werden sicher wieder aktiv sein. Außerdem dürft Ihr selbst gerne Vorschläge machen.

    Begriffsdefinition: 'Debütautor/in' ist, wer bisher noch kein deutschsprachiges Buch veröffentlicht hat und im Jahr 2018 nun das erste Buch erscheint, dabei zählen sowohl Verlags- als auch Eigenveröffentlichungen.
    Ausnahmen bilden Romandebüts, das erste Buch in einem Verlag sowie das erste Buch unter dem eigenen Namen oder einem neuen Pseudonym, diese zählen ebenfalls. Keine Ausnahme wird gemachen, wenn der Erscheinungstermin vor 2018 lag.
    Wichtig:
    Alle Bücher, die im Debütjahr der Autorin/des Autors erscheinen, sind dabei. Das heißt, es können auch mehrere Bücher einer Autorin/eines Autors zählen, nicht nur das erste Buch. Es zählt also das gesamte Debütjahr der Autorin/des Autors.


    Ziel ist es 15 Bücher von Debütautoren bis spätestens 25. Januar 2019 zu lesen und zu rezensieren.


    Wie kann man mitmachen?

    Schreibt hier im Thread "Sammelbeiträge" einen Beitrag, dass Ihr mitmachen möchtet. Ich verlinke dann Euren Sammelbeitrag unter Eurem Mitgliedsnamen in der Teilnehmerliste. Bitte nutzt dann diesen von mir verlinkten Sammelbeitrag, um Euren Lesefortschritt mit allen Rezensionen von gelesenen Debüts festzuhalten, haltet diesen aktuell, denn nur anhand dessen aktualisiere ich wiederum die Liste. Die Teilnehmer- und die Punkteübersicht werde ich in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Wenn ich eine Aktualisierung durchgeführt habe, weise ich mit einem neuen Beitrag darauf hin.

    Informationen/Regelungen:

    • Ihr könnt Euch ab sofort hier für die Aktion anmelden, aber auch ein späterer Einstieg ist jederzeit möglich.
    • Es wird über das Jahr verteilt Leserunden und Buchverlosungen geben, bei denen Ihr Bücher gewinnen könnt, die hier zur Debütautorenaktion zählen. Somit kann sich ein Einstieg jederzeit noch lohnen. Natürlich könnt Ihr Euch die Bücher aber auch selbst kaufen oder anderweitig beschaffen, die Teilnahme an Leserunden/Buchverlosungen o. ä. ist nicht verpflichtend.
    • Eine Leserunde/ Buchverlosung o. ä. mit Beteiligung der Autorin/des Autors ist keine Bedingung, das heißt alle deutschsprachigen Debütbücher bzw. alle Bücher im Debütjahr der Autorin/des Autors, die in einem Verlag erschienen sind, zählen
    • Auch Debüts von 'Selfpublishern' zählen dazu. Das heißt, dass auch Debütautoren mit ihren Büchern zählen, die nicht in einem Verlag veröffentlichen. Für mich heißt das in der Organisation mehr Aufwand, da mehr Autoren und Bücher zu berücksichtigen sind, aber ausschließen ist doofer! ;-)
    • Hörbücherversionen der Bücher zählen ebenfalls.
    • Es ist nicht schlimm, solltet Ihr Euch für die Aktion anmelden und am Ende keine 15 Bücher schaffen. Ziel ist es doch vor allem tolle neue Autoren und Bücher kennen zu lernen.
    • Unter allen, die es schaffen 15 Bücher deutschsprachiger Debütautoren im Jahr zu lesen/zu hören und zu rezensieren, wird am Ende eine kleine Überraschung verlost, gesponsert von lovelybooks.
    • Bitte listet wirklich nur Rezensionen zu den an diesen Beitrag angehängten Büchern auf. Wenn Ihr eine/n Debütautor/in entdeckt, der/die hier noch nicht gelistet ist, aber zu den Bedingungen passt, schreibt mir bitte eine Nachricht und ich überprüfe das. Die Rezensionslinks aber bitte erst auflisten, wenn meine Zusage gemacht ist bzw. der/die Autor/in und die entsprechenden Bücher im Startbeitrag angehängt sind.
    • Habt bitte Verständnis dafür, wenn meine Antwort auf eine Anfrage mal etwas länger dauert. Ich betreue diese Aktion in meiner Freizeit und habe dementsprechend nicht jeden Tag ausreichend Zeit, um sofort zu reagieren. Aber ich gebe mir Mühe, versprochen!
    • Und noch einmal: Sollte ich Debütautoren, ihre Bücher, Leserunden oder Buchverlosungen übersehen, die hier eigentlich zählen müssten, dann habt bitte Nachsicht und weist mich einfach im passenden Bereich darauf hin. Wenn es passt, werde ich sie an den Starbeitrag anhängen bzw. die Aktion verlinken. Jede Unterstützung dahingehend ist mir sehr willkomen!
    Ich wünsche uns allen wieder viel Spaß & Freude beim Entdecken neuer Autoren und ihren Büchern, sowie beim gemeinsamen Plaudern & Weiterempfehlen! :-)
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    Aktuelle Leserunden & Buchverlosungen:

    (HINWEISE: Zur besseren Übersicht lösche ich ältere Links nach und nach, alle Bücher bleiben aber unten angehängt, so dass man mit einem Klick auf ein Buch auch leicht die dazugehörige Lese-/Fragerunde/Verlosung finden kann. Die Angaben zur Bewerbungsfrist sind ohne Gewähr.)
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    Es zählen ausschließlich Bücher, die an diesen Beitrag angehängt sind bzw. im Laufe des Jahres angehängt werden, sowie die jeweiligen Hörbuchversionen davon, soweit vorhanden
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    Für Autorinnen & Autoren:

    Du bist Autorin/Autor und veröffentlichst in diesem Jahr dein erstes Buch? Du möchtest dich an der Debütautorenaktion beteiligen?
    Dann schreib bitte eine Mail an Daniela.Moehrke@aboutbooks.de für weitere Informationen!
    __________________________________________________________________ 

    PS: Natürlich darf hier im Thread munter geplaudert werden, dazu sind alle Leserinnen, Leser und (Debüt-)Autoren herzlich eingeladen.  
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    ThomasZs avatar

    Hallo, Ihr BücherwürmerInnen von Lovelybooks.

    2018 fängt für mich ziemlich gut an: Pünktlich zu meinem Geburtstag am 26. Januar erscheint mein neuer historischer Roman „Die Kathedrale des Lichts“.

    Hier könnt ihr den Klappentext lesen und in das Buch hineinschnuppern:

    https://www.amazon.de/Die-Kathedrale-Lichts-Historischer-Roman/dp/3404176367/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1513076114&sr=1-1&keywords=Ruben+Laurin

    Auf meiner website findet Ihr es ein wenig ausführlicher vorgestellt und mit einer längeren Leseprobe ausgestattet:

    http://www.thomas-ziebula.de/bucher/historische-romane/

    Die Geschichte erzählt Euch so einiges über Bildhauerei und Kathedralenbau im Hochmittelalter. Das Nachwort vermittelt Euch einen Eindruck von meinen Recherchearbeiten. Doch die dritte Bauphase des Magdeburger Doms um 1230 bis ca. 1240 bildet lediglich den Hintergrund für die dramatische und sehr wechselhafte Lebensgeschichte eines wendischen Waisenjungen namens Moritz. Und selbstverständlich – wie sollte das in einem Buch von mir fehlen? – die Geschichte seiner Liebe. Es ist ausgerechnet die Tochter des Baumeisters Bohnsack, die er insgeheim anbetet. Bohnsack übrigens ist eine historische Figur; die Schreibweise seines Namens ist allerdings von mir „weiterentwickelt“ worden – in alten Dokumenten heißt er Bonsac.

    Erlaubt mir zwei persönliche Bemerkungen zu meinem Buch, die Euch seinen Inhalt noch etwas näher mögen.

    Es kommt eine Figur vor, die mir besonders viel Freude gemacht hat: Sie heißt Mechthild und hat tatsächlich zu jener Zeit in Magdeburg gelebt und geschrieben. Ich mag sie nicht nur deswegen besonders, weil sie eine Kollegin ist, sondern weil sie ein wenig verrückt rüberkommt und einige Zeitgenossen sie wohl auch für verrückt hielten. Ich habe ein Faible für Verrückte, die mich schon gelesen haben, wissen es.

    Zum anderen habe ich einige der steinernen Figuren, die es heute noch im Magdeburger Dom zu besichtigen gibt, ins Herz geschlossen: Den Heiligen Mauritius, die Heilige Katharina und die Zehn Jungfrauen.
    Vom Heiligen Mauritius gibt es mehrere Skulpturen im Magdeburger Dom. Ich schildere die Entstehung derjenigen, die am rechten Eingang des Chorraumes steht. Dort sieht man, gegenüber der Heiligen Katharina, den Torso eines Schwarzafrikaners in Ivenhoe-Rittergarderobe. Noch mal zum Mitschreiben: ein Schwarzer in Ritteranzug. Atemberaubend!
    Zum Glück weiß man kaum etwas über seine Entstehung, so dass ich meiner blühenden Fantasie nicht allzu viele Fesseln habe anlegen müssen.

    Die Zehn Jungfrauen findet man im sog. Paradies des Doms. Wer das Gleichnis von den „törichten und den klugen Jungfrauen“ noch nicht kennt, kann es im Neuen Testament bei Matthäus im Kapitel 25 nachlesen. Die steinernen Jungfrauen im Magdeburger Dom nun haben alle das gleiche hübsche Gesicht und doch nicht dasselbe: Fünf gucken auf unterschiedliche Weise traurig, fünf auf unterschiedliche Weise fröhlich. Muss man gesehen haben!

    Aus irgendeinem Grund ist es mir ziemlich gut gelungen, diese Skulpturen untrennbar mit dem Schicksal meiner Romanfiguren zu verweben. Ich verstehe selbst nicht, wie ich das hingekriegt habe, und wundere mich jedes Mal, wenn ich daran denke.
    Meine Figuren: Moritz, der Sklave, Steinmetz und Bildhauer; Helena, die Tochter des Baumeisters und Managerin seiner Bauhütte; Gotthart, ein adliger Bildhauer aus Paris und ein bisschen pervers; und der Ritter Ansgar, ein schöner Liedermacher (früher: Minnesänger) und ein tapferer Frauenheld vor dem Herrn.

    Dem Heiligen Mauritius – mit der Heiligen Katharina der Schutzpatron des Magdeburger Domes – habe ich übrigens den Prolog und zwei Intermezzi gewidmet. Der Heilige, ein Afrikaner, ist der Namensvetter meiner Hauptfigur Moritz, und seine Geschichte erschien mir erzählenswert.

    Die mich schon gelesen haben, wissen zwar, dass ich phantastische Romane unter dem Pseudonym Tom Jacuba veröffentliche, kennen aber mein neues Pseudonym für historische Romane noch nicht – Ruben Laurin – und wundern sich möglicherweise. Ich wundere mich auch ein bisschen. Gibt’s eine Erklärung dafür? Fragt nicht, es soll eine Art Neuanfang sein.

    Lange Vorrede, doch nun weiß jede/r, ob sie/er zu den MitmenschInnen gehört, für die ich schreibe, oder nicht. Ich glaube, man nennt das „Zielgruppe“. Fühlt Ihr Euch angesprochen, dann bewerbt Euch bis Donnerstag, 25. Januar. Mein Verlag spendiert 25 Bücher.

    Ich wünsche mir Leserundenteilnehmer, die bereit sind, ihre Leseerfahrung mit der „Kathedrale“ aufzuschreiben und außer auf LB auch auf Amazon und anderen Plattformen als Rezension zu veröffentlichen.

    Nun bin ich gespannt auf Eure Bewerbungen.

    Und grüße Euch herzlich.

     

    Euer Thomas Ziebula

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    Liebe Leseratten und Leserättinnen!

    Am 26. Januar erscheint mein neuer historischer Roman „Die Kathedrale des Lichts“. Und zwar unter meinem neuen Pseudonym Ruben Laurin. Ich verlose fünf Bücher des Titels.

    Hier könnt ihr den Klappentext lesen und in das Buch hineinschnuppern:

    https://www.amazon.de/Die-Kathedrale-Lichts-Historischer-Roman/dp/3404176367/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1513076114&sr=1-1&keywords=Ruben+Laurin

    Auf meiner website findet Ihr es ein wenig ausführlicher vorgestellt und mit einer längeren Leseprobe ausgestattet:

    http://www.thomas-ziebula.de/bucher/historische-romane/

    Die Geschichte erzählt Euch so einiges über Bildhauerei und Kathedralenbau im Hochmittelalter. Doch die dritte Bauphase des Magdeburger Doms um 1230 bis ca. 1240 bildet lediglich den Hintergrund für die dramatische und sehr wechselhafte Lebensgeschichte eines Waisenjungen namens Moritz. Und selbstverständlich – wie sollte das in einem Buch von mir fehlen? – die Geschichte seiner Liebe. Es ist natürlich die Tochter des Baumeisters Bohnsack, die er insgeheim anbetet. Bohnsack übrigens ist eine historische Figur.

    Die Bewerbungsphase dauert bis Montag, 15. Januar, 23.59 Uhr. Ziemlich kurz, ich weiß schon, doch erfahrungsgemäß gehen so viele Bewerbungen ein, dass der Lostopf überquillt. Es tut mir dann immer leid, wenn ich so viele Bewerber enttäuschen muss.

     Eine Bedingung stelle ich allerdings: In den Lostopf gelangt Ihr nur, wenn ihr bereit seid, Eure Leseerfahrung mit der „Kathedrale“ aufzuschreiben und auf Amazon und anderen Plattformen als Rezension zu veröffentlichen.

     Jetzt freue ich mich auf Eure Bewerbungen.

    Euch allen ein schönes Wochenende und ein glückliches Jahr 2018!

     Euer Thomas Ziebula

     

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