Dass Puppen sich gut für Horror eignen, wissen wir nicht erst seit Chucky. Gerade die ganz alten Porzellanpuppen haben durchaus auch in normalem Umfeld Gruselfaktor. In diesem Buch haben wir es gleich mit 5 solcher Puppen zu tun. Sie gehörten der kleinen Annabelle und sind kindsgroß.
Die kleine Jessica lebt ungefähr 100 Jahre nach Annabelle in der Nähe des alten Hauses. Als ihre Mutter die Familie verlässt, findet sie den Weg in das alten Herrenhaus und gerät in den Sog einer nicht menschlichen Kraft. Sie fühlt sich dort, im Gegensatz zu ihrer richtigen Familie, geborgen und sieht nicht, in welcher Gefahr sie sich befindet.
Dass es auch Menschen gibt, die sich um sie sorgen, bekommt sie in ihrem Wunsch, nur noch in dem alten Haus bei ihren Puppen zu sein, gar nicht mit.
Das Setting mit dem alten Herrenhaus, das seit 100 Jahren keiner mehr betreten hat, erinnert an viele Haunted House Geschichten und doch ist sie anders. Die Atmosphäre ist bedrückend mit wenig Lichtblicken und dass ein Kind betroffen ist, macht das ganze nicht besser. Wirklich sympathisch ist mir auch keine der Charaktere gewesen. Vor allem die Erziehungsberechtigten Jessicas sind extrem auf sich fixiert und bekommen gar nicht mit, das etwas nicht stimmt und die, die etwas mitbekommen, denen wird nicht geglaubt, bis alle mittendrin stecken.
Die Spannung steigt bis zum Ende des Buches kontinuierlich an - man kann gar nicht den Atem so lang anhalten. Man möchte das Buch auch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Showdown ist grandios beschrieben und passt wunderbar zum Buch - komplett mit einem Twist, den man so nicht erwartet hat, schon gar nicht, wenn man den Film "Annabelle" gesehen hat, der mit diesem Buch so fast gar nichts zu tun hat.
Ich kann es jedem, der Horror liebt, nur empfehlen. Das ist Horror vom Feinsten.





