In der ganzen Debatte um den schnellen Ausstieg aus der Atomenergie der deutschen Bundesregierung, der in unseren Nachbarländern, insbesondere in Frankreich und in Tschechien für sehr große Empörung gesorgt hat, ist die vor wenigen Tagen durchgeführte Volksabstimmung der Italiener, die sich mit Mehrheit gegen die Atomenergie ausgesprochen haben, fast untergegangen. Völlig vergessen hingegen ist ein Vorgang in unserem Nachbarland Österreich, wo 1978 ein schon fast völlig fertig gestelltes Atomkraftwerk in Zwentendorf nicht ans Netz gehen durfte, weil sich die österreichische Bevölkerung in einer Abstimmung dagegen entschieden hatte, dass ihr Land jemals seinen Strom aus Atomkraftwerken bezieht.
Und alle weiteren Regierungen haben sich daran gehalten, und in Österreich ist niemals das Licht ausgegangen. Es wird auch nicht berichtet, dass Österreich abgekoppelt wäre von der wirtschaftlichen Entwicklung. Ganz im Gegenteil. Das vorliegende Buch des in Österreich sehr bekannten Grünen-Politikers Rudi Anschober zeigt, dass auch in unserem Nachbarland die Diskussion um den Ausbau regenerativer Energien voll entbrannt ist, und weist überzeugend nach „wie die Energierevolution funktioniert und wie jeder davon profitiert“.
Sein Autor ist überzeugt:
„Ein neues Zeitalter wird von den aktuellen Krisen erzwungen. Das ist eine Chance, die wir nutzen sollten. Dann kann eine neue ‚Green Economy’ in den nächsten Jahren und Jahrzehnten durch das Umsetzen der Energierevolution das größte Beschäftigungswunder der letzten Jahrzehnte und einen wesentlichen Beitrag zur Begrenzung der Klima- und Ressourcenkrise schaffen. Sie kann und wird einen wichtigen Schritt darstellen in Richtung eines neuen Wirtschaft der Ethik und Verantwortung, einer neuen Ökonomie der Hoffnung.“
Große Worte sind das. Wahrscheinlich wird alles ein wenig kleiner ausfallen, der Anteil regenerativer Energie wird stetig steigen, ob das aber auch mit einer Wirtschaft der Ethik und Verantwortung klappt, das steht auf einem anderen Blatt.




