Rudi Kretschmer , Bettina Kretschmar Südwärts durch Lateinamerika

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Inhaltsangabe zu „Südwärts durch Lateinamerika“ von Rudi Kretschmer

Eine Familie mit Wohnmobil auf ungewöhnlicher Route von San Francisco nach Feuerland Hautnah und persönlich erzählt das Buch von einem fantastischen Ausflug in die "Neue Welt": Zwischen San Francisco und Santiago de Chile erlebt Familie Kretschmer den Regenwald und die Wüste, bewegt sich über Meere und Gebirge, erkundet die Metropolen Mexiko-City, Havanna, Rio de Janeiro und Buenos Aires und reist durch die unendlichen Steppen Patagoniens. Auf ihrem Weg nach Süden treffen sie Menschen aus 16 Ländern, lernen ihre Kultur kennen, essen ihre Speisen und hören ihre Geschichten. Als Familie führen sie zwei Jahre lang ein Leben, das einzig dazu bestimmt ist, die Welt anzusehen und ihre Wunder zu bestaunen. Einfühlsam beschrieben sind die kleinen Ereignisse am Straßenrand, der Charme zufälliger Freundschaften. Nicht zuletzt fasziniert die kindliche Perspektive, die auf ganz eigene, unverstellte Weise ihre Beziehung zu Orten und Organismen offenlegt, indem Pflanzen, Tiere und Plätze fremder Kulturen in das kindliche Gefühl von Heimat aufgenommen werden, das nur eine Adresse kennt – die Welt. Ein ungewöhnliches und spannendes Reisetagebuch mit einem überraschenden Ausgang.
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  • Rezension zu "Südwärts durch Lateinamerika" von Rudi Kretschmer

    Südwärts durch Lateinamerika
    abuelita

    abuelita

    31. March 2010 um 22:26

    Für mich ist dieses Buch eine der besten Reiseerzählungen! Rudi Kretschmer war schon viel in der Welt unterwegs, u.a. hat er auch mit dem Motorrad eine Reise um die Welt gemacht. Danach etabliert er sich - heiratet Bettina, macht sich selbstständig, die Kinder Stella und Piet werden geboren, ein Haus gebaut, Urlaube werden in in Deutschland und dem nahen Ausland verbracht - - - "eigentlich" ist er glücklich und zufrieden. Doch- unmerklich erst-, dann immer drängender, wächst die Sehnsucht..........die Sehnsucht nach dem Reisen, der Ferne. Und so kam es zu dieser Reise; der Entschluss für die beiden Amerikas aus logischen Überlegungen heraus, der Zeitplan - ungefähr zwei Jahre - ebenfalls. Eine feste Reiseroute hat die Familie nicht geplant, eher grob festgelegt von San Francisco nach Santiago de Chile und auf jeden Fall mit dem Wohnmobil. Diese Einstellung - lassen wir es auf uns zukommen, entscheiden wir spontan, nach Gefühl, wielange wir wo bleiben, begleitet die ganze Reise und macht sie um so schöner und entspannter. Der Leser "fährt mit", begleitet die Familie von den USA aus nach Mexiko,macht den Abstecher nach Kuba mit und fährt dann weiter mit über Belize nach Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica. Er leidet mit auf der Schiffsüberfahrt von Panama nach Kolumbien, ist in Venezuela , Brasilien, Uruguay, Argentinien und Chile dabei , staunt im Regenwald und in der Wüste und entwickelt ein richtiges Zugehörigkeitsgefühl...:-) Dass Rudi Kretschmer Erfahrung mit Reisen in diese Länder hat, merkt man an vielen kleinen Begebenheiten( wer hat schon deutsche Nummernschilder im Gepäck!), aber trotzdem kann er sich wie ein Kind und mit den Kindern über Kleinigkeiten und neue Erlebnisse freuen. Großstadt-Besichtigungen wechseln sich ab mit "Relax-Tagen", atemberaubende Naturparks werden beschrieben genauso wie die Tierwelt - der Leser erlebt die Landschaften, lernt etwas über die Kultur anderer Länder , ist bei den vielen kleinen Erlebnisse mit den unterschiedlichsten Menschen dabei, staunt über die Freundschaften, die entstehen, grinst bei Grenzübergängen und Kontrollen und leidet mit bei den unvermeidlichen Abschieden. Was aber unterscheidet dieses Buch nun von anderen dieser Art? Erst mal können Rudi und Bettina Kretschmer schreiben - flüssig, gekonnt, packend. Dann sind es die vielen kleinen imgrunde nebensächlichen Dinge eines fremden Landes, die dem Leser einen Eindruck geben, den er sonst in Reisebüchern kaum bekommt - wo sonst liest man schon mal ausführlich vom Dia de los Muertos, dem Tag des Todes? Und hier ist es wieder die Art der Erzählung, die einen fesselt - keine trockene Aufzählung, warum es diesen Tag gibt, sondern das Fest, mit den Kindern in einer Schule gefeiert. Durch die Kinder ergeben sich natürlich auch schnell Kontakte zu den Einheimischen- Kinder kennen die Ängste und Begrenzungen der Erwachsenen noch nicht.... Aber die Familie allgemein begegnet den meist sehr viel ärmeren Menschen in diesen Ländern mit Achtsamkeit, Freundlichkeit, Respekt- wen verwundert es da, dass auch sie freundlich aufgenommen werden? Mir gefiel einfach auch, wie die kleine Familie miteinander und mit anderen Menschen umgeht. Nicht wie in vielen anderen Büchern immer der schielende Blick nach Europa, wo alles "viel besser" ist und /oder Verständnislosigkeit, schlimmer oft der Versuch einer Missionierung anderer. Wie schreibt Bettina Kretschmer in ihrem Rückblick : "als Familie führten wir zwei Jahre lang ein Leben, das einzig dazu bestimmt war, die Welt anzusehen und ihre Wunder zu bestaunen. Wir zogen nicht hinaus, um eine Mission zu erfüllen, nicht um die Wale zu retten, den Weltfrieden zu predigen oder gegen den Hunger zu demonstrieren. Es gab keine solchen übergeordneten Gründe, auch wenn manche Leute meinen, man müsse diese haben, um eine solche Reise zu rechtfertigen. Wir hatten den schlichten Wunsch, gemeinsam etwas Neues zu entdecken, eine Zeit mit unseren heranwachsenden Kindern zu verbringen, die nicht von den Einteilungen und Beschränkungen des Alltags bestimmt wird. " Und für mich ist es genau das, was den Reiz des Buches ausmacht. Es wird nichts beschönigt, es wird aber auch nichts aufgebauscht- einfach alltägliche Erlebnisse einer sehr sympathischen Familie in einer bzw. vielen ungewöhnlichen Umgebungen.

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