Rudolf Hickel Zerschlagt die Banken

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Inhaltsangabe zu „Zerschlagt die Banken“ von Rudolf Hickel

Die Großbanken haben aus der Finanzkrise 2008 nichts gelernt. Sie nutzen ihre Macht, um die Politik zu manipulieren und blockieren wichtige Regulierungen. Rudolf Hickel fordert – gerade wegen der besonderen Stellung der Banken im Wirtschaftssystem – eine echte demokratische Kontrolle. Die aggressiven, teils virtuellen, von der realen Wirtschaft entkoppelten Finanzmarktprodukte, die das gesamte Wirtschaftssystem und sogar Staaten bedrohen, müssen eingeschränkt, besser noch verboten werden. Geschäftsbanken und das verhängnisvolle Investmentbanking müssen getrennt werden. Wenn die Banken sich darauf nicht einlassen, müssen sie verstaatlicht werden. Die Entmachtung der Banken ist für Hickel eine notwendige Konsequenz zur Rückgewinnung des Primats der Politik über die Unternehmenswirtschaft.

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  • Rezension zu "Zerschlagt die Banken" von Rudolf Hickel

    Zerschlagt die Banken

    michael_lehmann-pape

    06. March 2012 um 11:53

    Argumentation und Alternativen Der emeritierte Professor für politische Ökonomie und Finanzwissenschaften Rudolf Hickel war noch nie ein Leisetreter und, das vor allem, schon vor der Krise der Finanzwirtschaft 2008 mitsamt ihren bis heute spürbaren Folgen ein entschiedener Kritiker einer deregulierten Finanzwirtschaft, wie sie unter dem Begriff „Neoliberalismus“ seit Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhundert immer weiter um sich griff. Auch zu seinem neusten Buch passt der Untertitel „Eine Streitschrift“ wie die Faust aufs Auge. Hoch offensiv geht Hickel die Problematik eines ausufernden „Kasino-Kapitalismus“ an. Er reiht sich damit ein in die mittlerweile hohe und weiter wachsende Zahl ernstzunehmender Kritiker der zu zögerlichen, zu mangelhaften und letztlich zu mutlosen Haltung der Politik gegenüber weiten Teilen der Finanzwirtschaft. Was das Buch von Hickel aus der unübersehbaren Zahl kritischer Meinungen und Schriften heraushebt ist zum einen seine ganz klare und deutliche Positionierung, Er attestiert den Banken einen „Null-Lerneffekt“ aus der Krise von 2008 heraus und sieht die gleichen Kräfte in gleicher Weise ungebrochen seitdem weiter am Werk (zum Schaden der Allgemeinheit). Zum anderen bietet Hickel fundierte, umsetzbare, durchaus nicht unbekannte und klare Alternativen. Es geht im Buch nicht um eine reine Agitation, sondern um eine Neuordnung des Finanz- und Bankenwesens zum Wohle der Allgemeinheit. Die Finanzwirtschaft als „dienende“ Säule des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens, statt als „Herrscher“ über dieses Leben, dies kann man als Oberthema der Gedanken Hickels benennen. Eine Veränderung, die einer weltweiten Regulierung letztlich bedarf, auch daran lässt Hickel keine Zweifel, benennt umgehend auch die Kräfte, die gegen eine solche Regulierung sich stemmen und zeigt die Folgen auf, die noch auf die Welt zukommen werden, sollte weiterhin nicht gehandelt werden und der Rahmen für die Finanzwirtschaft weiterhin in solch breiter Weise gesetzt bleiben. „Banken in die Schranken“. Warum das sein muss, soll die Welt wirtschaftlich eine Chance auf eine möglichst gesunde Zukunft erhalten, wo dafür anzusetzen ist (vor allem beim Investmentbanking), wie eine Neuordnung aussehen sollte und wie diese umsetzbar wäre, all dies findet der Leser sauber argumentiert im Buch. Hickel beruft sich bei seinen Überlegungen im Gesamten dabei grundlegend auf den Ökonomen Schumpeter, der schon 1942 formulierte: „Der Prozess der schöpferischen Zerstörung ist für den Kapitalismus wesentliches Faktum“ und auf Instrumente, die durchaus hier und da im Lauf der Geschichte bereits Anwendung fanden. Rudolf Hickel hält ein offenes, fundiert argumentiertes Plädoyer für eine „schöpferische Zerstörung“ eines nicht nur aus dem Ruder, sondern hochgradig gefährlichen Finanzsystems, dass dringend in andere Formen zurück- oder überführt werden muss, um die Verhältnisse vom Kopf her wieder auf die Füße zu stellen. Das Buch ist gleichermaßen informativ, wie es Argumentationshilfen für Gegner der hohen Deregulierung des Finanzwesens in sich trägt und zudem bleibt zu hoffen, dass auch jene, die noch das hohe Lied der „freien Entfaltung der Finanzmärkte singen“, sich zumindest im Stillen intensiv mit Hickels Darlegungen beschäftigen. Argumente zum Umdenken bietet Hickel zumindest genügend, wenn auch keine umwälzend neuen Ansätze im Buch zu finden sind, sondern die vorgestellten Instrumente bereits altbekannt vorliegen.

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