Rudolf Nährig

 4.7 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Rudolf Nährig

Rudolf Nährig, geboren 1945 nahe Wien in Hainburg an der Donau, absolvierte nach acht Jahren Volksschule eine Kellnerlehre in Krems. Nach einigen Zwischenstationen, unter anderem im Wiener Nobelrestaurant Drei Husaren, kam er 1976 nach Hamburg in das Hotel Vier Jahreszeiten am Neuen Jungfernstieg. Neben seiner Kellnertätigkeit beschäftigte er sich mit Werbefotografie und veranstaltete im Hotel »Wiener Liederabende«, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Nach 52 Berufsjahren begab er sich Ende 2011 in den Ruhestand. Im Frühjahr 2013 sorgte dann sein Debütwerk "Gern hab ich Sie bedient" für Aufsehen. Rudolf Nährig lebt in Hamburg und in Norwegen.

Alle Bücher von Rudolf Nährig

Rudolf NährigDie Schweinedärme kullerten platschend auf den glitschigen Boden
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Die Schweinedärme kullerten platschend auf den glitschigen Boden
Rudolf NährigGern hab ich Sie bedient
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Gern hab ich Sie bedient
Gern hab ich Sie bedient
 (1)
Erschienen am 28.02.2013

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Die Schweinedärme kullerten platschend auf den glitschigen Boden" von Rudolf Nährig

"Eine gewisse Hinterhältigkeit steckte in jedem Dorfbewohner."
R_Mantheyvor 3 Jahren

Wenn in der Stadt schlimme Dinge passieren, dann ist die Nachbarschaft in der Regel entsetzt, weil sie den freundlichen Mitmenschen so etwas nie im Leben zugetraut hätten. Auf dem Dorf kann man sich dagegen kaum verstecken. Verhaltensabgründe offenbaren sich völlig ungeschminkt. Wer also etwas über menschliches Verhalten lernen möchte, der kann es hier wohl am besten studieren.

Nährigs Kindheitserinnerungen sind in diesem Zusammenhang eine vortreffliche Lektüre, insbesondere für alle, die nicht auf dem Dorf groß geworden sind und denen deshalb diese Lektionen entgangen sind. Ob man darüber traurig sein muss, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wenn man nämlich Nährigs Buch gelesen hat, dann bedauert man ihn wohl eher wegen seiner wenig glücklichen Kindheit, auch wenn das inzwischen ziemlich sinnlos ist.

Nährig wuchs in einem kleinen Dorf in der Nähe von Wien auf. Als lebendiges Ergebnis eines Seitensprungs seiner Mutter wurde er vom Stiefvater fortwährend gedemütigt. Wahrscheinlich rettete ihn nur die Tatsache, dass die ganze Familie von den Alimenten seines Vaters lebte, vor schlimmeren Torturen. Neben den Familienverhältnissen erfährt man zahlreiche Episoden, die das mitunter wahrhaft drastische Dorfleben und die Verhältnisse unter den Einwohnern veranschaulichen.

Wer wen wie vögelt und wie Nährigs erste eigene sexuelle Erlebnisse verliefen, wird genau so thematisiert, wie die Prügelorgien zu Hause und in der Schule oder Siechtum und Tod auf dem Dorfe. Jüngere Leser werden sich viele Gegebenheiten von damals kaum vorstellen können, weil die Zeit, in der Nährig aufwuchs von Not und Armut der meisten Menschen gekennzeichnet war.

Natürlich fehlt einer episodenhaften Schilderung immer eine gewisse Grundspannung, zumal man die auftretenden Personen kaum richtig vorgestellt bekommt, obwohl sich Nährig durch permanente Wiederholungen sehr bemüht, diesen Mangel auszugleichen. Über die Schilderungen der nirgends so offen wie auf dem Dorfe sichtbaren menschlichen Triebe und Abgründe hinaus bietet Nährigs Buch so etwas wie illustrierte Zeitgeschichte einer längst vergangenen Epoche. Wer sich für beides interessiert, dem wird dieses Buch bestimmt gefallen.

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